Beiträge von Aulus Trebellius Posca

    “Gut, Probatus, sehr richtig. Merk' es dir gut, denn deine Centurie ist von nun an deine Familie.“


    Der Centurio ging zum nächsten Mann und ließ es ihn wiederholen, dann zum nächsten, und so weiter.


    Schließlich wandte er sich wieder der ganzen Gruppe zu.
    “Ihr wollt also Soldaten werden? Das ist gut. Aber dann müsst ihr lernen. Ihr müsst Kommandos verstehen lernen und wie man sie befolgt.
    VENITE! Wenn ich das rufe, dann lasst ihr alles stehen und liegen und treten geordnet an.
    ACIEM DIRIGITE! Wenn ich das befehle, dann will ich, dass ihr euch ordentlich nebeneinander stellt. Gerade Linien will ich sehen und keinen Hühnerhaufen.
    Wenn ich euch also befehle: IN ACIEM VENITE , dann tretet ihr in einer Linie an, so wie ihr jetzt dasteht.
    Wenn ich befehle: IN AGMEN VENITE , dann tretet ihr in einer Marschkolonne an. Immer vier Mann nebeneinander.
    PERGITE bedeutet Marsch! Dann bewegt ihr eure kleinen, niedlichen Hintern, verstanden!
    AEQUATIS PASSIBUS bedeutet: Im Gleichschritt.
    Und CONSISTITE bedeutet halt.


    Das sind die ersten Kommandos die ihr heute lernt. Ihr müsst lernen im Gleichschritt zu marschieren. Ein Soldat, der das nicht kann, ist zu nichts nütze.


    Also meine Vögelchen, habt ihr das verstanden?


    Iiiin Aaaagmen Veeenite!“




    /edit: Rechtschreibung

    Posca nickte anerkennend. “Das war schon sehr gut!“
    Er glotzte in Richtung der anderen Probati. “Habt ihr das gehört, meine Vögelchen? So macht man das!“


    Dann schaute er wieder zu Artorius Veratius. “Nenn' mir deine Einheit, Probatus!“

    Nach und nach versammelten sich die Rekruten. Trebellius Posca schaute sich das ungeordnete Treiben eine Zeit lang an, dann brüllte er: “Prooobatiii: In aciem veniteeeee!“


    Nicht jeder der Neulinge schien das Kommando bereits zu kenne und blickte den Offizier ratlos an, statt zielgerichtet zu tun, was von ihm verlangt wurde. Woher auch?
    “Ihr sollt euch in einer Reihe aufstellen, na los, wird’s bald!“, fügte Posca deshalb noch einmal lautstark hinzu und dann folgte ein ganzes Stakkato: “He, du! Gerade stehen!...Wo willst du denn hin? Hier sollst du stehen! Heeeee, hiiiier!!!...Du da! Weißt du nicht was eine Linie ist?...Füße gerade, hiiiiier in die Linie, bist du blind?...Wo glotzt du denn hin? Hast du Angst dir könnte ne Möwe auf den Kopp machen, oder was? Kuck mich an, wenn ich dich zusammenscheiße!“


    Endlich schien er halbwegs zufrieden und baute sich vor der Linie auf.


    “Ich bin Centurio Aulus Trebellius Posca! Ich leite heute eure Ausbildung. Die Götter müssen mich hassen!“


    Er nahm sich den ersten in der Linie vor, es war Artorius Veratius.
    “Du da! Wer bist du?“

    Der Morgen graute über Nikopolis. Keine Wolke zeigte sich am noch jungfräulichen Himmel über dem Exerzierplatz. Es versprach ein heißer ägyptischer Sommertag zu werden. Im Osten ging gerade die Sonne auf und am Rande des weitläufigen Feldes wartete Trebellius Posca bereits voller Vorfreude auf das Erscheinen der Probati. Breitbeinig stand er da und in der Rechten wiegte er die Vitis, den Rebstock der das Zeichen seiner Disziplinargewalt war.

    “Schaff' den ganzen Krempel mal irgendwie auf deine Stube. Mit ein mal Laufen wird’s wohl nicht getan sein.“
    Der Centurio grinste dreckig. Ihn freute es immer wieder, wenn er einen hilflosen Probatus am ersten Tag angesichts des Umfangs seiner Ausrüstung verzweifeln sah. :D ;)


    “Achso, ja, du kommst zur II. Kohorte, II. Centurie und da ins I. Contubernium. Die Baracke ist irgendwo da drüben."
    Er zeigte wenig hilfreich eine ungefähre Richtung an.
    “Naja, wirst dich schon durchfragen. Richte dich erstmal ein, bevor der Ernst des Probatuslebens anfängt.“




    /edit: Rechtschreibung

    “Groß...“, der Centurio musterte den Probatus, der ihn tatsächlich ein wenig überragte. “Ja... mh... kann' sein, groß dürfte schon passen.“


    Er wandte sich wieder dem Tresen-Miles zu.
    “Du hast es gehört. Die volle Ausrüstung, du weißt bescheid.“


    Der Miles wusste bescheid und brachte aus dem hinteren Teil des Magazins nacheinander alle Utensilien nach vorne.


    Der Centurio kontrollierte nochmals alles.
    “Also, was haben wir hier: Der Lorica Segmentata, der Schienenpanzer, den du gut in Schuss halten musst. Dazu Mantel, Leinentunika, Reservetunika, zwei Gürtel, zwei Paar Stiefel, Lederriemen, Öllampe, die Furca, dass ist diese Tragestange hier, Tragenetz, Tasche, Sack, Bronzetopf, die Patera in der du dir dein Essen warm machen kannst, Löffel und Messer, Dann noch eine Feldflasche und einen Gurt, der Cassis, dass ist der Helm hier, Beinschienen, Gladius, Pugio, also der Dolch, zwei Pilae ... ach ja, dein Scutum, also den Schild, den nimmst du dir von da hinten, zusammen mit einer Schildhülle.
    Ja, alles da. Sollte auch vorerst reich, was?“

    Ein Centurio und ein Zivilist betraten das Armamentarium. Hinter einer Art Tresen stand ein Miles.
    “Salve! Ich habe hier einen neuen Probatus. Der muss eingekleidet werden.“


    Er drehte sich zum besagten Probatus um.
    “Mmm... wie groß bist du wohl? Wir haben drei Größen: Klein, mittel und groß. Mehr Auswahl gibt’s nicht!“

    “Gut. Damit bist du jetzt Soldat und gehörst zur großartigsten und gefürchtetsten Armee der Welt, der römischen Armee! Herzlich willkommen bei der Legio XXII Deiotariana.“


    Der Centurio klopfte dem jungen Mann beherzt auf die Schulter.


    “Dann wollen wir mal dafür sorgen, dass du auch wie ein Soldat aussiehst. Ich weiß, es ist am Anfang eine elende Rumrennerei. Aber dafür müssen wir ins Armamentarium.“
    Erneut ging der Centurio voraus.

    Der Centurio kam mit einem neuen Rekruten in das Fahnenheiligtum des Legionslagers.


    “Das hier ist das Sacellum, dass Fahnenheiligtum. Hier werden die Feldzeichen der Legion aufbewahrt, wenn sie sich im Lager befindet. Auch der Adler, da drüben steht er!“, erklärte er.


    “Du musst jetzt den Eid ableisten. Damit unterwirfst du dich dann auch den Bestimmungen des Codex Militaris. Wenn du das getan hast, bist du einer von uns.
    Sprich mir nach:
    IURANT AUTEM MILITES OMNIA SE STRENUE FACTUROS QUAE PRAECEPERIT IMPERATOR CAESAR AUGUSTUS, NUMQUAM DESERTUROS MILITIAM NEC MORTEM RECUSATUROS PRO ROMANA REPUBLICA.*“




    Sim-Off:

    * Es schwören aber die Milites, dass sie alles entschlossen ausführen werden, was der Imperator Caesar Augustus befehlen wird, dass sie niemals den Dienst verlassen werden und den Tod für den römischen Staat nicht scheuen werden.