Beiträge von Titus Aurelius Ursus

    Anscheinend fand sein Vorschlag auch bei den beiden anderen Anklang, was Ursus durchaus erfreut zur Kenntnis nahm. Anscheinend waren nun die wichtigsten Punkte für die Ausgestaltung der Statue festgelegt, zumindest gab Quarto keine weieren Anweisungen dazu und fragte nach dem Preis. Der konnte kaum zu hoch ausfallen, denn allein der Prestigegewinn durch solch eine Arbeit war für jeden Betrieb absolut unbezahlbar.

    Es war ungewöhnlich problemlos gelaufen heute morgen. Der Primicerius hatte ihn direkt am Tor eingesammelt und hineingeführt. Und nun war der Mann in das Officium seines Vorgesetzten gegangen, um ihn anzukündigen. Geduldig wartete Ursus auf das Zeichen, eintreten zu dürfen.

    "Vieles an der Ausstrahlung wird auch durch den Blick bestimmt. Doch gerade der ist ja sehr von der Kunstfertigkeit des Bildhauers abhängig. Ja, und natürlich die Körperhaltung. Was die Körperhaltung angeht, finde ich diesen Entwurf recht gelungen. Stolz und erhaben, aber doch so, daß man sich irgendwie wahrgenommen und sogar willkommen fühlt. Die Hand leicht auf dem Griff des Schwertes, nicht verkrampft, als würde man es gerade ziehen wollen. Auf schlichte, aber doch eindringliche Weise wachsam... Eine Schriftrolle für die zweite Hand fände ich auch sehr ansprechend." Ursus hatte einen Entwurf, der ihm von der Körperhaltung her besonders gefiel, aufgenommen und zeigte ihn den beiden. "Das Gesicht finde ich hier allerdings nicht besonders gut getroffen."

    Ursus nickte erfreut. Das ging ja wirklich zügig hier. "Ja, das ist mir sogar sehr recht! Hab Dank für den raschen Termin. Dann bis morgen also." Je eher er die Angelegenheit klären konnte, umso besser war es doch.




    Sim-Off:

    Das ist mir sogar sehr recht, danke :)

    Auch Ursus fragte ein paar Leute, von denen er wußte, daß sie häufiger mal hier waren. Sie mußte hier gewesen sein! Warum nur hatte sie keiner gesehen, das konnte doch einfach gar nicht sein! Louan schien ebenso wenig Erfolg bei seiner Fragerei zu haben und so verfinsterte sich Ursus' Miene immer mehr. Hätte er Caelyn doch nur nicht allein gehen lassen! Doch wer konnte ahnen, daß gerade sie in Schwierigkeiten geriet? Sie war doch eigentlich mit allen Wassern gewaschen.


    Ein Bettler hielt Louan auf und Ursus trat neugierig näher. Rechtzeitig, um die Frage des Mannes zu hören. "Wenn Du es nur sagst, um Geld zu bekommen, und am Ende stimmt es nicht, dann werde ich dafür sorgen, daß Du in dieser Stadt keine große Freude mehr hast", drohte er finster an, denn die Art und Weise, wie der Mann nachgefragt hatte, klang fast so. "Solltest Du uns jedoch wirklich weiterhelfen, werde ich Dich großzügig belohnen, so daß Du für die nächsten Wochen ausgesorgt hast", versprach er aber für den Fall, daß er tatsächlich etwas wußte.

    "Erfreut, Dich kennenzulernen, Pompeius", erwiderte Ursus, als der Primicerius sich vorstellte. "Ja, morgen ist mir recht. Es geht um ein zweites Tribunat und ich denke nicht, daß das Gespräch allzu viel Zeit in Anspruch nehmen wird. Ich gehöre dem ordo senatorius an, bin zur Zeit Zivilist und die Dringlichkeit ist eigentlich normal, abgesehen davon, daß die nächste Amtszeit bald beginnt."


    Ad
    Marcus Vinicius Lucianus
    Regia Legati Augusti pro Praetore
    Mogontiacum
    Provincia Germania



    Salve, mein Patron!


    Lange hast Du nichts mehr von mir gehört, was daran liegt, dass hier tatsächlich nicht viel geschehen ist. Abgesehen davon, dass der Kaiser Rom verlassen hat, um sich an der Küste zu erholen. Mögen die Götter ihm endlich die nötige Genesung gewähren!


    Wie ich gehört habe, wirst Du bald nach Rom zurückkehren. Das freut mich sehr, werden wir doch dann bald die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch haben. Ein solches wäre mir auch wesentlich lieber, um auf die Bitte zu sprechen zu kommen, die ich an Dich richten möchte. Und zwar möchte ich Dich darum bitten, mir etwas Land zu verkaufen. Denn die Größe des Landes, das ich mein Eigen nennen kann, genügt leider nicht, um die Voraussetzungen für eine Berufung in den Senat zu erfüllen. Es wäre wirklich sehr freundlich von Dir, wenn Du meiner Bitte stattgeben würdest.


    Ich wünsche Dir eine angenehme Reise nach Rom und freue mich darauf, Dich wiederzusehen.


    Mögen die Götter stets über Dich und die Deinen wachen!


    Vale,


    [Blockierte Grafik: http://img81.imageshack.us/img81/8400/siegeltauwj6.gif]


    Roma, ANTE DIEM XVI KAL IUN DCCCLIX A.U.C. (17.5.2009/106 n.Chr.)



    Sim-Off:

    Familienwertkarte

    Da sich Ursus ja nun schon im Palastkomplex befand, konnte er die Gelegenheit auch gleich wahrnehmen. Er bat den Praetorianer, der ihn begleitete, ihn zum Officium des Primicerius ab epistulis zu führen, um gleich einen Termin abzusprechen. Dort angekommen klopfte er kurz und trat dann ein. "Salvete", grüßte er die Anwesenden. "Mein Name ist Titus Aurelius Ursus. Ich möchte einen Termin für ein Gespräch mit dem Procurator ab epistulis ausmachen - oder noch besser wäre es, wenn ich ihn gleich sprechen könnte, falls er gerade ein paar Minuten Zeit hat."

    Ursus schaute von den Entwürfen auf. Das waren Fragen nach Einzelheiten, die gar nicht leicht zu beantworten waren. Am Ende aber würden gerade diese Details der Nachwelt zeigen müssen, wen sie vor sich hatten, wie dieser Mann zu Lebzeiten gewesen war. "Eine Hand ruhend auf dem Schwertgriff wäre meiner Meinung nach wesentlich passender als zum Beispiel ein gezogenes Schwert in der Hand. Das ließe dann auch alle Möglichkeiten für die zweite Hand offen." Er schaute die beiden anderen fragend an, was sie von diesem Vorschlag wohl halten mochten.

    Das waren schon eine Menge Eigenschaften, die diese Statue haben sollte. Ursus war sehr neugierig darauf, wie die Bildhauer das in die Tat umsetzen wollten. Leicht war es ganz sicher nicht. Er trat etwas näher an die Entwürfe heran und schaute sie sich genau an. Konnten sie diese Bedingungen erfüllen?

    Ursus erwiderte das Lächeln und übergab Statilius drei Schriftrollen. "Die brauchst Du nur noch zu unterschreiben und damit den Empfang der Summe quittieren. Eine Ausfertigung bleibt dann bei Dir." Wie das eben bei sehr wichtigen Dingen war. Alles wurde doppelt oder gar dreifach benötigt. Und erst mit der Unterschrift, konnte Truhe übergeben werden.


    "Und gerne stoße ich mit Dir darauf an. Und auf das Ulpianum, auf daß es bald fertiggestellt werde."

    Nunja, wenn er solch eine Summe entgegennehmen würde, dann würde er vielleicht auch so sehr darauf drängen. Ursus nickte also. "Ja, so ist es. Selbstverständlich kannst Du Dich gerne selbst davon überzeugen." Auch wenn das einer Beleidigung gleichkäme, zeigte Ursus eine gleichmäßig freundliche Miene. Die Summe stimmte, er brauchte keine Überprüfung zu scheuen. Doch allein, daß Statilius die Möglichkeit ins Auge faßte, daß Ursus sich nicht selbst davon überzeugt hätte, wurmte ihn bereits. Er war ein Mann von Ehre, dessen Wort - seiner Meinung nach - etwas galt.

    Auch Ursus war aufs Höchste beunruhigt. In Begleitung zweier Sklaven waren sie gen Markt aufgebrochen, kaum daß Ursus sich seine Toga hatte anlegen lassen. Dieses mal nahm Ursus sich nicht die Zeit, mal mit Händlern zu sprechen oder mit einigen Bürgern, die vor ihren Häusern standen und diskutierten. Im Gegenteil eilte er mit Louan durch die Straßen und schaute sich aufmerksam um, als könnte er Caelyn so finden, - oder ihren Aufenthaltsort von der Stirn der Passanten ablesen.


    "Wer eine Stelle sucht, schaut als erstes bei den Anschlägen am Markt. Wir werden uns die Angebote ansehen und überlegen, womit es Caelyn versucht hat. Und wenn in der Nähe der Anschläge jemand sitzt, der so aussieht, als würde er das jeden Tag machen, dann fragen wir ihn, ob er sie gesehen hat. - Kannst Du Dich erinnern, was sie angehabt hat?"

    Ursus stand ganz selbstverständlich bei den beiden Männern, kam sich dabei allerdings ein kleines bißchen überflüssig vor. Das war allerdings nichts, was ihn in dieser Gesellschaft ernsthaft störte. Er hörte einfach aufmerksam zu, wie die beiden miteinander umgingen. Das war alles andere als uninteressant, vor allem, wenn man die ungewöhnliche Stellung des Königs von Tylus bedachte. Und nicht zuletzt war er gespannt darauf, welche der Entwürfe der Consul in die engere Wahl ziehen würde.

    "Das freut mich zu hören, schließlich ist die Gesundheit ein unbezahlbares Gut, das es stets zu hüten gilt", lächelte Ursus und zögerte so das Thema Geld noch ein weng hinaus. Es sträube sich einfach alles in ihm, sogleich damit anzufangen, doch es war nicht zu übersehen, daß Statilius derlei Feinheiten einerlei waren. Bei dieser Summe im gewissen Grad auch nachvollziehbar. Gerade bei einem so praktisch veranlagten Mann. "Ja, der Senat hat mir etwas für Dich anvertraut", er deutete fast beiläufig auf die schwere und gut verschlossene Kiste, die hereingetragen worden war. "Und nein, es gab zum Glück keine Schwierigkeiten. Trotzdem bin ich nicht unglücklich darüber, diese Verantwortung nun abgeben zu können. Wie Du Dir sicher denken kannst, haben wir nun auch noch ein kleines bißchen Bürokratie zu erledigen." Solch eine Summe konnte schließlich nicht ohne doppelte und dreifache Bestätigung übergeben werden.

    Das Gespräch neigte sich seinem Ende zu und Ursus verabschiedete sich herzlich von Aelius Quarto. Er freute sich darauf, auch in Zukunft mit diesem Mann zusammenarbeiten zu können. Falls er es denn schaffte, seinen Onkel zu überreden, ihm ein Stück Land zu verkaufen. Oder wenn den nicht, dann doch wenigstens seinen Patron. Leicht würde es nicht werden, soviel war klar. Wenigstens wußte er nun, warum die Berufung in den Senat noch nicht erfolgt war. Und konnte daran arbeiten, die Voraussetzungen zu schaffen.