ZitatOriginal von Caelyn
So richtig hatte ich mich nicht auf den Wettlauf konzentriert. Vielmehr hatte ich mich mit Ursus unterhalten und in der Gegend rungeschaut, wer noch so alles da war. Ich fragte mich, ob Louan gewusst hatte, dass bei diesem Wettkampf nur Leute vom Militär teilnahmen. die anderen waren clever genug, sich das Sportereignis von der Tribüne aus anzuschauen. Nur mein lieber Bruder...
Hey, da war er ja! Ich riss an Ursus´ Toga, aber nicht zu wild, sonst hielt das der Stoff nicht aus. "Schau mal, da! Da is er! da ist Louan!" Das war ja total aufregend! Die nächste Disziplin war der Speerwurf. Ob da Louan überhaupt ´ne Chance hatte? Ich glaubte ja nicht dran.
Es waren noch einige Männer vor ihm dran und dann kam mein Bruder!
Jetzt hielt mich nix mehr auf der Bank. Ich sprang auf und grölte ganz laut "HEY LOUAN HEY! HAU WEG DAS DING!" Mir war das ziemlich egal, was die anderen von mir hielten. Hauptsache ich feuerte meinen Bruder an. Dann war er dran. Ich fieberte mit. Dann flog der Speer durch die Luft. "FLIEEEEEG!" , schrie ich und der Speer ging zu Boden. Und jetzt! War das weit genug? Ich wusste´s nicht. "Wie weit war das jetzt, hä? Hast du ´ne Ahnung, wie weit das eben war? Hoffentlich weit genug!", sagte ich zu Ursus, ohne meinen Blick von meinem Bruder zu wenden.
Auch wenn Ursus nicht selbst gemerkt hätte, daß Louan nun am Wurf war, so hätte Caelyns Versuch, ihn gewaltsam seiner Toga zu berauben, ihn zweifellos darauf aufmerksam gemacht. Er lachte auf und rettete mit einem Handgriff seine Kleidung, während seine Sklavin aufsprang, um Louan anzufeuern. Ursus war sich keineswegs zu fein, seinen Klienten ebenfalls durch laute Rufe zu unterstützen: "Louan! Wirf wie Du noch nie geworfen hast! Ja!!!" Der Speer flog, doch natürlich konnten sie von hier oben schwer beurteilen, wie gut der Wurf wirklich war.
Er setzte sich und legte Caelyn beruhigend die Hand auf den Arm. "Sie messen es genau aus. Und dann werden die genauen Ergebnisse bekannt gegeben. Wir werden es gleich erfahren." Bei dieser professionellen Konkurrenz wagte er aber kaum auf einen Sieg zu hoffen. Natürlich hütete er sich, dies Caelyn zu sagen.