"Thrakien also." Ursus nickte und da sie das Atrium bereits erreicht hatten, der Weg war ja nicht so lang, war die Unterhaltung für ihn eigentlich auch schon beendet. Die Aussage zur Gens Aurelia beantwortete Ursus mit dem Heben seiner Augenbraue. Das war auf jeden Fall eine passendere Reaktion, als mit Lachen herauszuprusten, auch wenn ihm eigentlich danach war. Dieser Sklave entbehrte nicht eines gewissen Humors und Ursus begann Quarto um ihn zu beneiden.
Beiträge von Titus Aurelius Ursus
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Aufmerksam hörte Ursus bei dem Gespräch zwischen Tiberius Durus und Prudentius Balbus zu, da die beiden Germanicer miteinander beschäftigt und Modestus und der Consul etwas abseits ein eher privates Gespräch zu führen schienen.
Schade, daß er Prudentius nicht näher kannte. Gerne hätte er ihn bei Gelegenheit mal unter vier Augen gefragt, wie er den Zustand des Kaisers einschätzte. Es hatte Ursus sehr erschreckt zu sehen, wie krank er war. Oder ob er nur einen besonders schlechten Tag gehabt hatte? Warum eigentlich hatte der Kaiser noch keinen Nachfolger bestimmt? Sollte ein Mann in seiner Position, der schon so lange krank war, nicht Vorsorge treffen? Die beiden Männer, die dazu am ehesten etwas sagen konnten, Quarto und Balbus, waren hier anwesend. Wer kam schon öfter mit dem Kaiser zusammen als diese beiden? Doch dies war kaum der richtige Rahmen, so etwas anzusprechen. Und er wohl auch noch lange nicht in der Position, um der Mann zu sein, der ein ein solches Thema anschnitt. Sicherlich machte sich jeder der hier Anwesenden so seine eigenen Gedanken dazu. Wieder einmal verfluchte Ursus sich dafür, noch so jung zu sein. Gewiß gab Runden, in denen über diese Dinge diskutiert wurde. In denen klar wurde, wer die Männer waren, denen es in Zukunft vielleicht zufiel, das Reich zu regieren. Quarto war sicherlich einer dieser möglichen Männer. Doch wer noch? Ursus war eben noch zu jung, nicht mal Senator. Es blieb ihm nichts weiter übrig, als abzuwarten und Augen und Ohren offenzuhalten. Zum Beispiel an einem Abend wie diesem.
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Ursus mußte gar nicht lange warten, da erschien auch schon der Consul höchstselbst, um ihn zu begrüßen. "Salve, Consul Aelius", erwiderte er den Gruß nicht minder freundlich und nickte erfreut zu der Einladung. "Sehr gerne, ich habe heute schon einige Wege hinter mir und könnte einen guten Schluck wirklich gebrauchen."
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Ein klein wenig verwirrte ihn der Mann. Doch natürlich ließ sich Ursus davon nichts anmerken lassen. "Methodius also. Soso..." Ein Neuer, ja ganz sicher. Ursus mußte schmunzeln. Nur ein neuer Sklave konnte wohl auf die Idee kommen, eine Plauderei zu beginnen mit einem Gast des Consuls. "Woher kommst Du, Methodius?", fragte er den Sklaven, während sie ins Atrium gingen. Er war zwar eigentlich nur mäßig an einer Antwort interessiert, doch man konnte nie wissen, wozu solche Informationen einmal wichtig waren.
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Auch Ursus erhob sich, dann auch ihm schien das Gespräch beendet zu sein.
"Es war mir eine Ehre, Dich kennenlernen zu dürfen und ich bin schon sehr gespannt auf die Entwürfe." Auf die Frage Othos hin schüttelte Ursus den Kopf. "Nein, danke der Nachfrage. Ich mache mich jetzt besser auf den Rückweg nach Rom, es liegt noch eine Menge Arbeit vor mir. Hab Dank für Deine Zeit." Damit wandte sich Ursus auch schon zum Gehen.
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Nanu! Wer war denn das? Ursus war sichtlich überrascht. Ein Ianitor, der gepflegtes Latein sprach! Unglaublich! "Salve. Ich bin Quästor Consulum Titus Aurelius Ursus und ich möchte zu Consul Aelius", erklärte er kurz und knapp und hoffte natürlich, daß der Sklave ihn sofort hereinführen würde.
Der Bursche machte tatsächlich keinen schlechten Eindruck. Ob er wohl neu war? Oder nur neu auf dieser Position? Ursus schaute unwillkürlich, ob er Nakhti irgendwo im Hintergrund erspähen konnte. Im Grunde konnte es ihm ja egal sein, welcher Sklave ihm öffnete, doch irgendwie hatte er sich tatsächlich an den Ägypter gewöhnt.
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Und schon wieder stand Ursus vor der Porta des Domus Aeliana. Langsam entwickelte er sich zu einem Dauergast hier. Seine Laune besserte sich auch schon wieder. Jetzt brauchte nur der Consul ein wenig Zeit für ihn haben. Gut vernehmlich klopfte Ursus an und erwartete, das gewohnte Gesicht des so schwer zu verstehenden Aegypters zu sehen, wenn sich die Tür öffnete.
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Ein ganz klein wenig genervt fühlte Ursus sich schon, als der Praetorianer sich so viel Zeit ließ. Nicht, daß es auf die paar Minuten angekommen wäre, aber dies war sichtlich Gängelei und so etwas konnte der Aurelier schon gar nicht leiden. Dennoch versuchte er, sich nichts anmerken zu lassen, was ihm allerdings nur mäßig gelang. Und so schaute er etwas finster drein, als er dem Praetorianer in den Palastkomplex folgte.
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Wie schon so oft führte sein Weg Ursus zum Tor des Palastes. Er fragte sich unwillkürlich, ob er nicht mittlerweile allen Wachsoldaten begegnet war in den nun fast zwei Jahren seiner Amtstätigkeit. Doch selbst wenn sie ihn kannten, so wahrte er doch die Form und setzte nicht voraus, daß sie wußten, wen sie vor sich hatten. "Quästor Consulum Titus Aurelius Ursus. Ich möchte zu Consul Aelius." Er machte sich auch sogleich für die Durchsuchung bereit. Lästig war das. Aber er sah auch ein, warum sich die Männer die Mühe machten.
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Das war natürlich die allerbeste Möglichkeit. Wenn Otho in Rom wohnte, wurden die Wege angenehm kurz und das würde die Verhandlungen doch wesentlich erleichtern. Ursus nickte also sichtlich erfreut. "Das klingt sehr gut. Ich bin sicher, daß ich Dir schon bald Nachricht geben kann." Annaeus Florus also war sein Bruder. Ursus erinnerte sich gut an den Mann, den er damals zur Feier der Meditrinalia kennen gelernt hatte. Und er wußte auch, wo sich das Haus des Annaeus Florus befand.
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"Setz Dich, Caelyn", sagte Ursus und deutete auf einen der Stühle, bevor er sich auf den seinen hinter dem Schreibtisch setzte. Er musterte seine Sklavin und schüttelte den Kopf. Immer wenn er glaubte, daß sie sich endlich ein wenig angepaßt hatte, dann stellte sie wieder etwas an, was das Gegenteil bewies.
"Kannst Du mir mal erklären, was Deine Vorstellung da draußen sollte? Wie kann ich Dich überhaupt noch einmal in die Stadt mitnehmen? Begreifst Du nicht, daß ich inzwischen eine Stellung innehabe, in der man auf sein Auftreten in der Öffentlichkeit achten muß? Dazu gehört auch meine Begleitung! Also... was hat Dich geritten, Dich so aufzuführen?" Seine Stimme klang nicht unbedingt zornig. Eher enttäuscht. Warum sperrte sie sich so sehr gegen ihr Dasein? Sie hatte doch alles, was sie brauchte, alles was sie sich wünschen konnte. Er hielt sich wahrhaftig nicht für einen grausamen Herrn.
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"Mach Deine Augen auf, Tilla. Die Bildnisse sind beschriftet, Du wirst ihn schon erkennen. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, daß Du auf der Straße über ihn stolperst, verschwindend gering." Was hatte sie nur immer mit dem Kaiser? Sie als Sklavin würde kaum in den Genuß seiner Gesellschaft kommen.
Als Caelyn mit den Bechern kam und er erkannte, was sie da gebracht hatte, zogen sich seine Augenbrauen ärgerlich zusammen. "Caelyn, was soll das? Geh sofort und hole uns erfrischenden Saft. Über Dein Verhalten sprechen wir dann zuhause noch einmal." Was war denn mit dem Mädchen los? Sonst konnte sie von der Stadt nicht genug bekommen und heute benahm sie sich wie ein störrisches Kind.
Kopfschüttelnd wandte er sich Laevina zu. Sein Tonfall war sofort wieder freundlich und auch sein entschuldigendes Lächeln wirkte schon wieder ganz entspannt. "Bitte verzeih. Das ist kaum zu entschuldigen und ich hoffe, Du trägst mir das unmögliche Verhalten meiner Sklavin nicht nach. Ich habe keine Ahnung, was heute mit ihr los ist."
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In wenigen Tagen klang sehr gut für Ursus. Er hatte den festen Willen, wenigstens die Bestellungen in die Wege zu leiten, bevor die Amtszeit vorüber war. "Nun, es obliegt nicht mir, einen der Entwürfe auszuwählen. Was würdest Du davon halten, nach Rom zu kommen und mit mir direkt zum Consul zu gehen, um ihm die Entwürfe vorzulegen?" Zwar war sich Ursus nicht restlos sicher, ob Quarto den König von Tylus empfangen würde, doch das konnte er rechtzeitig in Erfahrung bringen. "Ich werde bei ihm wegen eines Termins anfragen und Dich dann benachrichtigen."
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Ursus nickte. "Ja. Das Ulpianum liegt ihm verständlicherweise sehr am Herzen. Der Consul und ich waren deswegen bei ihm." Er erinnerte sich an dieses Zusammentreffen. Der Kaiser hatte erst so uninteressiert gewirkt. Erst als das Ulpianum zur Sprache gekommen war, hatte echtes Interesse in seinem Blick gelegen. Und er war unübersehbar krank gewesen. Ob es überhaupt Rettung für ihn geben konnte? Und einen Nachfolger hatte er auch noch nicht bestimmt.
"Der Sohn des Iulianus starb." Wie er starb, mußte er doch wohl hoffentlich nicht ausführen. "Und so war der Kaiser gezwungen, jemanden zu adoptieren, denn ein Kaiser braucht einen Nachfolger. Valerianus muß ein besonderer Mensch sein, da er vom Kaiser auserwählt wurde. Einen Sohn kann man sich nicht aussuchen. Einen Adoptivsohn schon. So wurde ein Aelier zu einem Ulpier. Und zu unserem Kaiser."
Dann wandte er sich zu Tilla um und schaute sie fast schon strafend an. "Tilla, Du hast die Thermen nur als Dienerin Deiner Herrin zu betreten. Sich als eine Bürgerin auszugeben, kann Dich das Leben kosten, das solltest Du Dir bewußt machen. Ganz abgesehen von der Schande, die Du unserer Familie damit machen würdest. Ich möchte solche dummen Ideen nie wieder von Dir hören! In unserem Haus gibt es für Dich wahrhaftig genug Möglichkeiten für ein Bad. Und vom Kaiser gibt es schon einige Bildnisse, Du brauchst sie Dir nur anzuschauen." Tilla hatte ihn tatsächlich ein bißchen erzürnt. Hatte sie denn wirklich keinerlei Gespür für Recht und Unrecht?
Dann behauptete Caelyn auch noch, ihr wäre schlecht und sie wolle nach Hause. Prüfend betrachtete er ihre Leidensmiene. Gerade war es ihr doch noch gut gegangen? Und sonderlich blaß wirkte sie ja auch nicht gerade. "Ich denke, ein klein wenig hältst Du schon noch aus, Caelyn. Vielleicht hilft Dir ein Glas Wasser. Hier ist etwas Geld, besorge uns allen dort drüben etwas zu trinken, für Dich Wasser. Dann geht es Dir sicher gleich wieder besser." Er drückte ihr ein paar Münzen in die Hand und zeigte auf einen Stand, an dem Wasser, Säfte und Wein angeboten wurde.
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Nachdem er Stella abgesetzt hatte, war Ursus in den Hintergrund zurück getreten. Er war mehr als erleichtert, daß alles gut gegangen war. Durch seine Schuld ein schlechtes Omen in das Haus zu tragen, hätte ihn doch sehr belastet. Doch das bezaubernde Lächeln von Stella zeigte ihm deutlich, daß alles perfekt war. Nun hörte er aufmerksam zu, was gesprochen wurde, bewunderte das großzügige Geschenk von Modestus und hoffte, daß auch sein Geschenk gut ankommen würde.
Die Zeremonie nahm ihren Fortgang und Stella wurde nun förmlich in das Haus aufgenommen. Ursus freute sich sehr für die beiden und trat nun wieder näher heran. Seine Augen suchten nach Prisca. Irgendwo hier mußte sie doch sein? Er konnte sie nicht entdecken und ging nun erst einmal zum glücklichen Paar, um ihnen nochmals zu gratulieren. Geduldig wartete er ab, bis er an der Reihe war.
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Ursus' Augen weiteten sich. Ein Adler mit ausgebreiteten Schwingen? Unvorstellbar, daß ein solches Werk möglich sein sollte. Doch er mußte gestehen, daß er von Steinmetzarbeiten nicht unbedingt viel verstand. Entweder sie gefielen ihm - oder eben nicht. Natürlich war Ursus auf die Frage nach den Maßen vorbereitet. Er zog eine kleine Wachstafel hervor und reichte sie an Otho weiter. "Hier sind die möglichen Höchstmaße notiert. Dazu Name und Wohnsitz des Bauunternehmers, falls Du noch Fragen hast, die über mein Wissen hinaus gehen."
Die Entwürfe versprachen ja interessant zu werden. Ursus war schon mehr als gespannt darauf, sie zu sehen. "Wann kann ich damit rechnen, die Entwürfe zu erhalten?" Die Zeit drängte, die Amtszeit neigte sich bereits wieder ihrem Ende zu.
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Ärgerlich war das. Sogar sehr ärgerlich. Ausgerechnet zu solch einem Anlaß so spät zu erscheinen. Fast schon zu spät, denn die Opferprozession hatte bereits begonnen. Als Familienmitglied hätte es ihm angestanden, einer der ersten vor Ort zu sein. Aber es gab eben Tage, an denen einfach nichts so lief, wie es wünschenswert war. Und dies war einer dieser Tage. Ein wenig der verlorenen Zeit hatte er noch aufholen können, doch ganz hatte es eben doch nicht gereicht. Von einem Sklaven ließ er sich aus der Sänfte helfen und Caelyn bedeutete er, seine Toga zu richten, während er seinen Blick über das prächtig geschmückte Schiff gleiten ließ. Ein schönes Schiff, soweit er es beurteilen konnte. Schiffe gehörten ja nicht gerade zu seinen Steckenpferden, doch es war neu und für die Feier wirklich schön hergerichtet.
Noch immer wunderte es ihn, daß Marcus für seine Eheschließung so stark von den Traditionen abwich. Doch ein unvergeßliches Fest würde es auf diese Weise ganz sicher werden. Und wenn es Celerinas Wünschen entsprach, dann war ja alles in Ordnung. Schnell mischte sich Ursus unter die Gäste, schob sich vorsichtig in Richtung der anderen Aurelier und grüßte leise. Dann blickte er aufmerksam auf die Opferzeremonie, die jeden Augenblick beginnen mußte.
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Erstmal möchte ich mich entschuldigen, daß ich die letzten zwei Tage mal so gar nicht da war
Und dann ankündigen, daß ich bis Sonntag nur sehr wenig oder auch gar nicht da sein werde. Ab Montag dafür dann umso mehr, denn ich habe dann noch eine Woche Urlaub
Edit: Betrifft außerdem noch Lucius Quintilius Valerian und Bashir
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Ursus nickte. Nach allem, was er bisher gehört hatte, war dieser Betrieb sicher die ideale Wahl. Wie schade, daß er nicht in römischer Hand war. Doch vielleicht schadete es auch nicht durch solch ein Projekt die Beziehungen ein wenig zu vertiefen. "Ich hatte bereits Gelegenheit, einige Werke zu bewundern und die Liste Deiner - zufriedenen - Kunden ist durchaus beeindruckend." Er wäre gar nicht hergekommen, wenn dies nicht der Fall wäre. Dann hätte er nach einer anderen Lösung gesucht. Vielleicht einige der kleinen Betriebe zur Zusammenarbeit überredet?
"Nun, ich denke, einfache Zeichnungen werden genügen. Damit erkennbar ist, in welcher Pose der vergöttlichte Iulianus dargestellt werden soll. Und natürlich sollten seine Gesichtszüge gut erkennbar sein."
Sim-Off: Also ich denke, die Beteiligten werden genug Phantasie aufbringen, sich einen derartigen Entwurf vorzustellen, wenn er grob beschrieben wird
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Tja, da hatte Otho genau die wunde Stelle getroffen, doch was sollte man tun? Das Ulpianum mußte fertig gestellt werden und gerade diese Statue war die wichtigste von allen. Alle anderen ortsansässigen Betriebe waren klein und würden schon mit den kleinen Statuen mehr als genug zu tun bekommen. "Im Augenblick geht es mir darum festzustellen, ob Dein Betrieb dazu in der Lage ist, vor allem die große Statue in einer annehmbaren Zeit in benötigter Qualität herzustellen. Und wenn möglich in nächster Zeit mit Entwürfen aufwarten kann. Die Entscheidung, welcher Entwurf und welches Angebot zum Zuge kommt, liegt beim Consul - und beim Kaiser. Jedoch sind die Chancen für Deinen Betrieb, diesen Auftrag zu erhalten, nicht die schlechtesten, da Dein Betrieb der bei weitem größte ist und auch die bisherigen Werke in der Ausführung durchaus überzeugen." Was nützte es, einen römischen Betrieb zu beauftragen, wenn dieser mit dem Auftrag überfordert war?