Beiträge von Numerius Duccius Marsus

    Auf Maecenas' Kommentar hin blickte Witjon erst einmal an sich herunter. Er triefte wirklich und erst jetzt bemerkte er, dass er bis auf die Tunika durchnässt war. Dann reagierte er auf die Abwesenheit der Vorgesetzten. "Beide sind nicht anwesend? Na gut. Aufwärmen, ja...wenn du etwas erwärmten Wein oder ähnliches hättest?"
    Er zog seinen tropfenden Mantel aus und griff in seine Umhängetasche.
    "Ähm. Kann ich den Umhang hier irgendwo aufhängen? Und hier ist der Bericht." Er reichte Maecenas das Schriftstück.



    Ad:
    Comes Tiberius Caecilius Metellus
    Regia Legati Augusti pro Praetore , Mogontiacum, Germania Superior, Germania



    Bericht an die Verwaltung der Regio Germania Superior


    Lage in der Curia bei meiner Ankunft
    Als ich in Confluentes ankam, fiel mir die völlige Unordnung in der Curia auf. Mein Scriba Personalis Thorleif kann mir bestätigen, dass die Officien der Beamten dreckig und unaufgeräumt waren. Der Scriba Antoninus ist völlig überfordert mit dem Arbeitsaufwand, da die Duumviri keinen Finger krümmen. Als ich mich den beiden Männern (namentlich Spurius Togonius Culleo und Paullus Musonius Cotyla) vorstellen wollte, drückten sie mir ihr Desinteresse aus und machten Feierabend. Das Officium der Duumviri gleicht zudem eher einem Ort der Vergnügungen, als einem Arbeitszimmer. Ich wage nicht zu erahnen, was für Kräuter in ihren Pfeifen brannten, die das den Raum vernebelten.
    Am Tag nach meiner Ankunft traf ich früh morgens nach Arbeitsbeginn nur den Scriba an, der mir erklärte, dass die Duumviri bis lang in den Tag ausschlafen und sich vor Arbeit drücken. Ich bezweifle, dass in Confluentes überhaupt eine arbeitsfähige Stadtverwaltung existiert.


    Erste Maßnahmen
    Die erste Änderung, die ich vornahm war, den Scriba sein Officium aufräumen zu lassen. Er schien sehr erfreut über diesen Auftrag zu sein, offenbar erwartete man Ordnung sonst nicht von ihm. Dieser Antoninus scheint mir ein guter Mann zu sein, ich werde ihn weiterhin in der Curia beschäftigen. Zusätzlich stellte ich an diesem Tag den jungen Thorleif als Scriba Personalis ein, den ich zufällig in der Stadt kennen lernte. Er erwies sich ebenfalls als guter Mann und half mir bereits, einen Großteil der Unordnung in den restlichen Officien zu beseitigen.


    Vorschlag zur weiteren Vorgehensweise
    In Anbetracht der chaotischen Lage in Confluentes bitte ich darum, die Duumviri mithilfe der Vigiles absetzen zu dürfen und eine Zwischenlösung einzurichten, bis mindestens ein neuer Duumvir gewählt oder ernannt wurde. Zur Absicherung dieses Unterfangens und zur Verhinderung bzw. Bekämpfung von Unruhen habe ich mich außerdem dem Praefectus Alae vorgestellt und mich seiner Unterstützung versichert.
    Es besteht daher ein minimales Risiko bei dieser Aktion.




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    ANTE DIEM III ID IUL DCCCLVIII A.U.C. (13.7.2008/105 n.Chr.)

    Witjon lenkte sein Pferd unter den Torbogen wo es halbwegs trocken war und entgegnete dem Miles:
    "Salve Legionarius. Ich bin der Magistratus Confluentium Numerius Duccius Marsus und muss dringend zur Regia."
    Ein Donnergrollen unterstrich seine Worte und Witjon warf einen Blick zum Himmel, der gerade von einem Blitz erleuchtet wurde. Dann blickte er wieder ernst zum Miles.

    Der einsame Reiter preschte auf seinem Rappen über das Pflaster, während der Himmel sich dunkel färbte. Zunehmend grollte der Donner in den Wolken und Thor ließ seine Blitze aus dem Himmel schießen. Witjon war heilfroh, seinen schweren Regenumhang bei sich zu haben. Als er diesen gerade umgelegt hatte, begann es zu tröpfeln, dann brach binnen Sekunden ein Platzregen über den Reiter und sein Pferd herein, den Witjon so noch nie erlebt hatte. Er sprach Skaga gut zu und trieb ihn weiter an.
    So kam Mogontiacum also in gestrecktem Galopp und inmitten des furchteinflößenden Unwetters immer näher...

    Mit einem gewissen Ernst in der Stimme, doch immer noch freundlich und gelassen antwortete Witjon nebenbei auf Aquilias Einwurf über ihren Charakter.
    "Soweit ich dich bis jetzt kennen gelernt habe, kann ich nicht behaupten dich als besonders verbittert, garstig oder gar böswillig beschreiben zu können. Eher würde ich dich als einen sehr aufgeweckten, lebensfrohen und besonders schelmischen Geist bezeichnen." Man sah ihm an, dass er diese Worte auch so meinte, wie er sie aussprach. Es war nicht seine Art, seine Auffassung durch Verschnörkelungen seiner Sprache zu verbergen.
    Dann fragte Aquilia Siko über ihre Freundschaft. Ein Kloß machte sich in Witjons Hals breit und er schaute hilflos zu Silko.
    Jetzt bereute Witjon es bereits, an diesem Morgen so redselig gewesen zu sein. Wieso hatte er auch ausgeplaudert, dass Silko und ihn mehr als nur das Verhältnis dominus-servus verbanden? Innerlich unterzog er sich bereits bitterer Schelte, dann strafte er seine Gesprächspartnerin mit einem ernsten Blick. Er wusste, dass es sich für einen Sklaven gehörte, seinem Herren Respekt zu zollen. Diese Frau allerdings hielt offenbar nichts von den Regeln der Gesellschaft. Sie fragte Silko geradeheraus und Witjons Gesicht lief im selben Moment leicht rötlich an. Was hatte er sich da nur wieder eingebrockt? Sowas unangenehmes.

    Witjon hatte in den Stallungen der Curia seinen treuen Rappen Skaga gesattelt und preschte nun auf das Stadttor zu. Er hatte Glück, denn es war wieder Fuscus, der die Wache schob. Er erkannte ihn sofort und winkte ihn mit einem freundlichen "Salve Magistratus! Vale Magistratus!" durchs Stadttor. Der Magistratus berührte mit dem Zeigefinger die Stirn zum Gruß und ritt wortlos durch.
    Am Horizont, dort wo Mogontiacum liegen musste, bemerkte Witjon dunkle Wolken. Er trieb Skaga weiter an, hoffentlich würden sie es vor einem Regenguss schaffen, dort anzukommen.

    Witjon grinste. Er schaute vom Papierstapel auf dem Schreibtisch zu Thorleif und wieder zurück. "Also als erstes beantwortest du diesen ganzen Kram hier. Wenn du dir nicht sicher bist, was zu tun ist, frag einfach den Scriba Antoninus, der kann dir bestimmt weiterhelfen.
    Wenn das erledigt ist, möchte ich, dass du eine Bestandsaufnahme aller Schreibutensilien und allen Materials machst. Das heißt, du machst mir eine Liste aller atramentariae
    *, stili**, tabulae***, papyri und was auch immer du hier noch findest mit Mengenangabe und Zustandsbericht."
    Witjon stand wieder auf und schaute sich um. Irgendetwas fehlte hier noch. Dann entdeckte er einen kleinen, leeren Tisch und er erinnerte sich.
    "Und besorge in der Küche bitte zwei Karaffen mit Wein und Wasser und falls vorhanden auch einen mit Bier. Dazu holst du noch vier Gläser."
    Dann wandte er sich zur Tür der Duumviri, klopfte an, öffnete diese und schaute in das Officium. Niemand war zugegen. Die beiden Faulen Säcke waren offenbar immer noch im Bett. Verärgert wandte er sich wieder an Thorleif.
    "Wenn diese faulen Duumviri hier mal vorbeischauen, sag ihnen, dass ich geschäftlich unterwegs bin und morgen erst wieder zurückkehre."
    Er wandte sich bereits zum gehen, da fiel ihm noch etwas ein.
    "Ach, und sollte ein Justinianus Cupidus vorbeikommen, sag ihm, dass ich in Mogontiacum bin und morgen erst wieder da bin. Der Mann kann dir hier bei der Arbeit behilflich sein, wenn er will. Er wird uns möglicherweise noch nützlich sein, also stell dich gut mit ihm. Noch Fragen?"





    *Tintenfässer
    ** Griffel (Schreibgerät zum einkratzen der Wachstafel)
    *** Wachstafeln

    Nachdem Witjon dem Scriba Antoninus einen guten Morgen gewünscht hatte und mit ihm einige zu erledigende Aufgaben besprochen hatte, betrat er sein Officium, in dem er bereits Thorleif vorfand, der eingegangene Anträge und Briefe sortierte.
    "Morgen Thorleif." begrüßte er seinen Scriba Personalis noch leicht verschlafen und setzte sich auf seinen Stuhl.
    "Heute kommt einiges an Arbeit auf mich zu. Ich werde nach Mogontiacum reiten und du wirst hier die Stellung halten." sagte er ernst.

    Witjon nickte nur, wartete bis Thorleif verschwunden war und wischte dann den Rest der Tinte auf. Das Tintenfass war zum Glück nicht komplett ausgelaufen, also begann er von neuem, den Bericht zu schreiben.



    Ad:
    Comes Tiberius Caecilius Metellus
    Regia Legati Augusti pro Praetore , Mogontiacum, Germania Superior, Germania



    Bericht an die Verwaltung der Regio Germania Superior


    Lage in der Curia bei meiner Ankunft
    Als ich in Confluentes ankam, fiel mir die völlige Unordnung in der Curia auf. Mein Scriba Personalis Thorleif kann mir bestätigen, dass die Officien der Beamten dreckig und unaufgeräumt waren. Der Scriba Antoninus ist völlig überfordert mit dem Arbeitsaufwand, da die Duumviri keinen Finger krümmen. Als ich mich den beiden Männern (namentlich Spurius Togonius Culleo und Paullus Musonius Cotyla) vorstellen wollte, drückten sie mir ihr Desinteresse aus und machten Feierabend. Das Officium der Duumviri gleicht zudem eher einem Ort der Vergnügungen, als einem Arbeitszimmer. Ich wage nicht zu erahnen, was für Kräuter in ihren Pfeifen brannten, die das den Raum vernebelten.
    Am Tag nach meiner Ankunft traf ich früh morgens nach Arbeitsbeginn nur den Scriba an, der mir erklärte, dass die Duumviri bis lang in den Tag ausschlafen und sich vor Arbeit drücken. Ich bezweifle, dass in Confluentes überhaupt eine arbeitsfähige Stadtverwaltung existiert.


    Erste Maßnahmen
    Die erste Änderung, die ich vornahm war, den Scriba sein Officium aufräumen zu lassen. Er schien sehr erfreut über diesen Auftrag zu sein, offenbar erwartete man Ordnung sonst nicht von ihm. Dieser Antoninus scheint mir ein guter Mann zu sein, ich werde ihn weiterhin in der Curia beschäftigen. Zusätzlich stellte ich an diesem Tag den jungen Thorleif als Scriba Personalis ein, den ich zufällig in der Stadt kennen lernte. Er erwies sich ebenfalls als guter Mann und half mir bereits, einen Großteil der Unordnung in den restlichen Officien zu beseitigen.


    Vorschlag zur weiteren Vorgehensweise
    In Anbetracht der chaotischen Lage in Confluentes bitte ich darum, die Duumviri mithilfe der Vigiles absetzen zu dürfen und eine Zwischenlösung einzurichten, bis mindestens ein neuer Duumvir gewählt oder ernannt wurde. Zur Absicherung dieses Unterfangens und zur Verhinderung bzw. Bekämpfung von Unruhen habe ich mich außerdem dem Praefectus Alae vorgestellt und mich seiner Unterstützung versichert.
    Es besteht daher ein minimales Risiko bei dieser Aktion.




    [Blockierte Grafik: http://redcrss.re.funpic.de/Imperium%20Romanum/Unterschrift_Marsus.png]

    ANTE DIEM III ID IUL DCCCLVIII A.U.C. (13.7.2008/105 n.Chr.)


    Er las den Bericht noch einmal durch und befand ihn für akkurat. Er versiegelte ihn und packte ihn in seine Umhängetasche. Dazu steckte er sich noch etwas Reiseproviant ein und legte seine Reisekleidung bereit.
    Dann gönnte er sich noch eine Mahlzeit, wusch sich und legte sich dann schlafen.

    Als Thorleif hereinkam und ihm zur Hand gehen wollte, winkte Witjon ab.
    "Das war meine Ungeschicktheit. Lass ruhig, ich mach das schon." Dann nahm er seinem Scriba Personalis den Papyrus aus der Hand und überflog die Bestandsaufnahme. "Ja, das ist gut. Leg sie mir einfach auf den Schreibtisch im Officium. Du hast damit für heute frei."

    Witjon drehte sich zur Tür und wollte gerade hereinbitten, da warf er das Tintenfass um. "Verfluchte Ochsenkacke!" rief er, als er das Ausmaß der Sauerei erkannte. Der gerade frisch geschriebene Bericht war von oben bis unten mit Tinte bekleckst und der Schreibtisch wies eine große, schwarze Fütze auf. Witjon stieß einen weiteren germanischen Fluch aus und stand auf. Er nahm den Lappen aus dem Putzeimer, der immer noch in seinem Zimmer stand und wischte behutsam die Tinte auf, während er ein genervtes "Herein!" hören ließ.

    Als er das Cubiculum betrat, ging er zu seinem kleinen Schreibtisch dort und packte die Schreibutensilien aus, die er aus seinem Officium mitgenommen hatte. Witjon seufzte kurz, dann begann er auf einer Tabula seinen Bericht vorzuschreiben. Als er fertig war, schrieb er ihn Fehlerfrei und ohne Schmierereien auf einen Papyrus ab.



    Bericht über die Lage der Curia Confluentium


    Beobachtungen und erste Maßnahmen:
    Die Duumviri der Stadt Confluentes verrichten ihren Dienst nicht pflichtgemäß. Faulheit und Korruption sind an der Tagesordnung. Chaos herrscht in den Officien. Ich habe einen Scriba Personalis eingestellt, der mir zusätzlich zum Scriba der Stadt beim Aufräumen der Officien hilft. Mittlerweile herrscht wieder halbwegs Ordnung, sodass die üblichen Verwaltungstätigkeiten regelkonform ausgeführt werden können.



    Vorschlag zur weiteren Vorgehensweise:
    Ich bitte hiermit um Erlaubnis, die Duumviri der Stadt mithilfe der Vigiles absetzen zu dürfen und eine Zwischenlösung einzurichten, bis mindestens ein neuer Duumvir gewählt oder ernannt wurde.
    Ich habe mich beim Praefectus Alae Caius Octavius Sura vorgestellt und mich seiner möglichen Unterstützung im Fall von Unruhen in Confluentes versichert.
    Es besteht daher ein minimales Risiko bei dieser Aktion.




    [Blockierte Grafik: http://redcrss.re.funpic.de/Imperium%20Romanum/Unterschrift_Marsus.png]

    ANTE DIEM III ID IUL DCCCLVIII A.U.C. (13.7.2008/105 n.Chr.)
    Confluentes, Germania Superior, Germania

    Er nickte und blickte sich um. "Gute Arbeit. Ich werde mich jetzt in mein Cubiculum zurückziehen und meinen ersten Bericht anfertigen. Falls jemand nach mir fragt, möchte ich nicht gestört werden. Ich komme nachher wieder, dann will ich die restlichen Stapel dort...er zeigte auf eine Ecke rechts von ihm... ebenfalls sortiert sehen."
    Er hatte sich bereits umgedreht und die Tür geöffnet, als ihm noch etwas ins Auge sprang. "Ach und den Staub hier könntest du auch noch wischen." Er wischte mit dem Zeigefinger über eine der Fensterbänke und hielt ihn Thorleif hin. Sauber war etwas anderes.
    "Bis nachher." meinte er knapp und verließ den Raum.