Beiträge von Numerius Duccius Marsus

    Witjon hatte sich von der Regia direkt auf den Weg zum Stadttor gemacht. Er führte Skaga am Zügel, wollte die Stadt nicht in Eile hinter sich lassen. Es war noch recht früh am Morgen, so dass in den Straßen abseits des Forums noch nicht so viele Menschen unterwegs waren. Das Klappern der Hufe seines Reittieres hallte am Mauerwerk der Casae und Insulae wider und gab einen schönen Rhythmus vor...zu dem er plötzlich eine leise Melodie vernahm. Unauffällig schaute Witjon über seine Schulter und entdeckte eine Junge Frau nicht weit von ihm entfernt. War sie schon lange hinter ihm gewesen? Oder war sie erst wenige Fuß zuvor bei der Kreuzung in die Straße eingebogen? Er wandte seinen Blick wieder nach vorn. Ein Lächeln machte sich auf seinem Gesicht breit. Bis zum Stadttor war es noch ein gutes Stück zu Fuß. Sollte er innehalten und sie ansprechen? Er spähte nach vorn und dann noch einmal über die Schulter. Außer den beiden und seinem Pferd befand sich gerade niemand in der Straße.

    Witjon setzte sich und nahm dankend das angebotene Getränk entgegen. Er wollte Maecenas nicht völlig überrumpeln, dennoch sprach er gerade heraus, so wie es seine Art war.
    "Ich fürchte ich beschere dir zusätzlich zu den Aufgaben, die Lando dir aufgetragen hat, noch mehr Arbeit."
    Er grinste und trank etwas Wasser. Es war noch recht früh am Morgen und er hatte noch nicht viel gegessen. Die Flüssigkeit würde seinen Magen beruhigen.
    "Ich bin zum Magistratus Confluenti befördert worden und werde gleich dorthin aufbrechen. Das bedeutet für dich, dass du wöchentlich Lageberichte von mir annehmen wirst. Je nach Wichtigkeit des Berichts wirst du Lando oder den Comes direkt verständigen. Wenn es ganz schlimm sein sollte, werde ich mich auch persönlich darum kümmern. Wie auch immer, ich werde hier regelmäßig reinschneien."
    Er machte noch einmal eine Pause, um das Gesagte etwas sacken zu lassen. Dann fuhr er fort:
    "Es könnte übrigens sein, dass der Magister Officiorum Lucius Hardianus Iustus eine Kopie der Berichte anfordern wird. Wollte dich nur vorwarnen."
    Witjon zwinkerte Maecenas zu und trank dann noch etwas.

    Witjon führte die beiden jungen Amsivarier zum Balneum. Er öffnete die Tür und wies die beiden mit einer Handbewegung an, einzutreten.
    "Bittesehr, tretet ein und lernt die Vorzüge der Römischen Kultur kennen."
    Grinsend schob Witjon die beiden verdutzten Germanen in den Raum hinein.

    Breit grinsend beobachtete Witjon Albin, wie dieser abdampfte. So hatte er ihn ja noch nie gesehen, nicht einmal bei seiner eigenen Ankunft. :D
    Dann wandte er sich Ragin zu. Er hörte seine Frage und runzelte die Stirn. Wo der Brunnen ist? Dann fiehl ihm ein, dass der Junge vermutlich noch nie ein Balneum gesehen hatte.
    "Komm mit. Ich zeige dir etwas viel besseres als einen Brunnen."
    Mit diesen Worten stand er auf und führte die beiden Neulinge zum Balneum.

    Witjon war mit Skaga zur Pforte geritten. Er betrat die Casa und schaute sich um, rief kurz nach seinem nubischen Freund, doch nichts rührte sich. Komisch...war er etwa in der Stadt unterwegs? Auch noch allein? Witjon informierte Albin, dass dieser Silko bescheid sagen solle, dann nahm er Skaga am Zügel und ging gemütlichen Schrittes in Richtung Stadttor.


    Edit: Narf..musste editieren aufgrund eines Misverständnisses...

    Witjon hatte Skaga aufgesucht. Er war schon länger nicht mehr bei ihm gewesen, weil er in Arbeit versunken war, aber nun konnte er endlich wieder etwas Zeit mit ihm verbringen.
    "Na mein Guter, wie geht es dir?"
    Skaga schnaubte fröhlich, als Witjon ihm über die Nüstern strich und ihm dann die Reittaschen umgürtete und ihn sattelte.
    Witjon führte sein treues Reittier aus dem Stall und stieg auf, dann trabte er zur Pforte der Casa.

    Nachdem Witjon sich bei seinem Patron verabschiedet hatte, war er wieder zur Casa zurückgekehrt und traf die letzten Vorbereitungen.
    Er hatte sich im Stall zwei Reittaschen geben lassen. In die eine hatte er seine Tuniken, Hosen und zwei Paar Schuhe gepackt. Dazu hatte er noch seinen Umhang gelegt.
    Die andere Tasche füllte er nun mit seinen persönlichen Schreibsachen. Eine Schatulle mit Griffeln verschiedener Größen, einige Tabulae und Papyri.
    Dann nahm er eine weitere kleine Schatulle aus seiner Kommode. Sie enthielt einige persönliche Gegenstände wie einen Bronzearmreif und eine alte metallene Pfeife seines Vaters.
    Die Schatulle verstaute er in seiner Umhängetasche. Dazu kam noch etwas Reiseproviant, den er sich von Marga hatte geben lassen.


    An der Wand hatte er ein Sax aufgehängt, das er als Jugendlicher mit seinem Vater zusammen geschmiedet hatte - er hatte mehr zugesehen und gelernt, als dass er selbst Hand angelegt hätte - und das er nun abhing und sich umgürtete. Dann nahm er seinen Geldbeutel mit einem Teil seines Vermögens und gürtete sich diesen ebenfalls um.


    Witjon sah sich noch einmal um. Hatte er etwas vergessen? In Gedanken ging er noch einmal alles durch, was er eingepackt hatte, dann entschied er, dass er fertig war. Er legte sich die Umhängetasche über die Schulter, nahm die Reittaschen und verließ das Zimmer.
    Ich komme bald zurück...

    Witjon musste sich bei Silko nun richtig anstrengen. Er hatte nicht damit gerechnet, dass er eine Chance gegen ihn haben würde und erwartete auch nicht, dass der Nubier auf seinen eigenen Trick hereinfallen würde. Also musste sich Witjon auf seine Kraft verlassen.
    Von Anfang an wandte er alle Muskelkraft auf, die er nach der kurzen Pause noch hatte und tat sein Bestes, Silko zu besiegen.

    Witjon öffnete die Tür und streckte den Kopf herein.
    "Salve Magister. Oh, du hast bereits Besuch. Habe ich die Dame etwa übersehen? Du bist ganz schön flink, sonst entgeht mir nicht, wenn jemand hier reinschneit."
    Er trat ein und hielt sich wie immer kurz.
    "Nun, entschuldigt die Störung, aber ich wollte mich nur kurz verabschieden und um die Ausstellung eines Führungszeugnisses bitten."

    Ein verschmitztes Grinsen konnte Witjon sich nicht verkneifen, als er von Silko angespornt wurde. Er setzte sich hin und blickte sein Gegenüber kurz an. Der Muskelprotz spuckte auf den Boden und grunzte irgendeine unverständliche Verwünschung, dann stellte er seinen Ellbogen auf den Tisch. Witjon tat es ihm gleich und packte seine Hand, dann schauten beide gespannt zum Schiedsrichter.
    Der gab das Signal. Gleichzeitig spannten die Kontrahenten ihre Muskeln an und versuchten, den gegnerischen Arm auf den Tisch zu drücken.
    Eine kurze Zeit lang sah es aus, als würde Witjon verlieren, doch er konnte sich noch einmal in eine Pattsituation retten. Wenige Sekunden standen beide Arme wieder senkrecht, dann merkte er wie seine Kräfte nachließen. Er musste schnell handeln. Sollte er Silkos Trick anwenden? Dann würde er als nächstes gegen Silko antreten. Oder sollte er so weitermachen und verlieren? Egal was, er würde einen fairen Kampf bestreiten...
    Innerhalb von Sekundenbruchteilen entschied er sich für eine Lösung...und drückte blitzschnell seinen Daumen an besagte Stelle zwischen Daumen und Zeigefinger des Muskelprotzes. Dieser schaute einen kurzen Moment lang verwirrt auf die Stelle, von der der stechende Schmerz herrührte. Im nächsten Moment hatte Witjon mit aller Kraft den Arm seines Gegners auf die Tischplatte gehämmert.
    "Graaaaaah! Du Hund! Überlistet hat er mich!"
    Der Kerl sprang auf, stieß dabei einige Zuschauer zur Seite und wollte auf Witjon losgehen. Dieser war jedoch flink genug, aus dem Weg zu springen, sodass der wütende Fiesling quer über den Wettkampftisch flog und auf der anderen Seite auf dem Steinboden aufkam. Dort wurde er sofort von einigen muskulösen Freunden des Wirts aufgesammelt und in hohem Bogen hinausbefördert.
    Witjon atmete tief durch. Das war ja noch einmal gut gegangen. Der Schiedsrichter stellte sich schnell auf eine Sitzbank und fuhr fort wie gehabt:
    "Alle mal hergehört! Es geht weiter mit der Finalrunde! Es stehen sich Numerius Duccius Marsus und Silko gegenüber! Setzt euch. Möge der Bessere gewinnen!"
    Witjon setzte sich wieder. Erwartungsvoll lächelnd schaute er zu Silko herüber.

    Am Tag seiner Abreise nach Confluentes wollte sich Witjon noch einmal vernünftig bei seinem Patron verabschieden. Nach einem Pläuschchen hier und da mit diversen Klienten kam endlich der Legat.
    Witjon drängelte ein wenig, er hatte es eilig. So war er der erste, der mit Lucianus sprach:
    "Guten Morgen Patronus. Ich möchte mich wie immer kurz fassen. Ich reise heute nach Confluentes ab, daher wollte ich mich verabschieden. Ich werde natürlich regelmäßig nach Mogontiacum kommen, der Weg ist dafür kurz genug."

    "Hora Secunda." sagte er. Soweit schien ja alles klar zu sein.
    "Dann noch einen schönen Tag. Vale."
    Damit drehte er sich um und ging eiligen Schrittes nach Hause. Den Feierabend hatte er sich verdient...

    Ein bärtiger Mann mit einem interessanten Akzent öffnete ihm. Freundlich aber bestimmt sagte Witjon:
    "Salve. Mein Name ist Numerius Duccius Marsus. Wohnt Tullia Maestrale hier? Falls ja, könntest du ihr bitte ausrichten, dass sie morgen früh einen Termin mit dem Magister Officiorum Lucius Hadrianus Iustus hat? Es geht um ihre Bewerbung für den Posten des Scriba Provincialis."