Beiträge von Marcus Didius Falco

    Ich betrat den Garten und Vesuvia Sinona kam mir einige Schritte entgegen. Ich erkannte sie sofort wieder. Es war die unbekannte Reiterin gewesen, die mich nächtens fast über den Haufen geritten hatte.


    "Salvete, Vesuvia Sinona. Welch Freude Dich in meinem Haus willkommen heißen zu dürfen. Doch laß uns Platz nehmen." Ich geleitete sie in eine schattige Ecke des Gartens, wo ein Tisch und mehrere Stühle bereitstanden. Meine Sklaven hatten dort bereits etwas zur Erfrischung - mit Wasser verdünnten Wein - und einige Früchte serviert.


    Nachdem wir beide Platz genommen hatten und ich Vesuvia Sinona etwas angeboten vom Wein und den Früchten angeboten hatte, beantwortete ich ihre Frage. "Nun, auf dem üblichen Wege. Durch viel Fleiß und harte Arbeit." und lächelte sie dabei an.


    Ich war jedoch neugierig auf den Grund Ihres Besuches und fragte sie deshalb" Doch sagt, Vesuvia Sinona, was verschafft mir die Ehre Deines Besuches?"

    Ich saß gerade in meinem Arbeitszimmer und sichtete einige Unterlagen, als mein Sklave an die Tür klopfte. Er berichtete mir vom Besuch einer Vesuvia Sinona, welche mich in einer wichtigen Angelegenheit sprechen wolle. Ich hatte von ihr schon gehört, sie wollte Vestalin werden, wie meine Nichte Viviana auch. Und sie sollte sehr schön sein.


    Ich befahl dem Sklaven für uns etwas zur Erfrischung vorzubereiten - es war ein heißer Tag. Dann legte ich meine Unterlagen zusammen und begab mich in den Garten, um Vesuvia Sinona zu begrüßen.

    Der Sklave musterte die Besucherin. Er wußte, sein Herr war heute ziemlich beschäftigt, aber andererseits wollte er ihm diesen Anblick nicht vorenthalten


    So fragte er: "Ich eile sogleich, aber in welcher Angelegenheit wünscht Du ihn zu sprechen? Er wird mich danach fragen."

    An diesem Morgen wachte ich mit den ersten Sonnenstrahlen auf. Ich war sofort hellwach. Heute versprach ein besonderer Tag zu werden.


    Gestern abend hatte ich einen Brief von Liliana erhalten, der ihre baldige Rückkehr ankündigte. Vielleicht schon heute würde sie wieder in Rom sein. Ich war voll Wiedersehensfreude. Wie schmerzlich hatte ich sie in den letzten Tagen vermißt und wie süß würde es sein, sie wieder in meine Arme schließen zu können.



    Den Sklaven stand ein arbeitsreicher Vormittag bevor. Sie hatten die Casa Didia auf Hochglanz zu bringen, bevor die zukünftige Hausherrin eintraf.

    Ich hatte jetzt genug gelesen, das Durchforsten der Akten zu den bisherigen Vorgängen war beendet. Die Fakten kannte ich nun und ich hatte genügend Anhaltspunkte. Der Plan über mein weiteres Vorgehen war fertig, in meinem Kopf. Jetzt würde ich die Sicherheit des Castra Praetoria verlassen müssen, um in diesem Fall weiter voranzukommen. Ab jetzt würde es auch für mich gefährlich werden. Immer gefährlicher, je mehr ich über Miror und den Alten in Erfahrung bringen würde, wenn sie erst anfingen zu spüren, das sich die Schlinge um sie zusammen zog...


    Aber bis dahin war es noch ein weiter Weg.

    Gerade hatte ich den Bericht über die Ermordung von Servius Vinicius Syrius, dem Neffen von Hungaricus, zu Ende gelesen. Bereits im Gespräch mit dem Praefectus Urbis hatte ich deutlich gespürt, wie dieser an seinem Neffen gehangen hatte und wie ihn dessen sinnloser Tod bedrückte, ohne das Hungaricus dabei ein Wort über seine Gefühle verloren hätte.


    Ich dachte über das soeben gelesene nach. Das Hauptziel des Mordanschlages schien eindeutig Syrius gewesen zu sein. Natürlich hatten Miror und die von ihm gedungenen Mörder beabsichtigt, auch die beiden Männer die mit Syrius am Tisch gesessen hatten, zu ermorden. Dies war aber gescheitert. Der eine der beiden anderen war Catus gewesen oder welcher Name auch immer sein richtiger sein mochte. Der andere, ein wichtiger, bedeutender und einflußreicher Mann. Nicht umsonst waren die Akten zu diesem Vorgang als streng geheim klassifiziert und nur Dank der mir von Hungaricus erteilten Sondergenehmigung hatte ich überhaupt Einblick darin nehmen dürfen.


    Aber sein Hauptziel hatte Miror in dieser verrufenen Spelunke mitten in der Suburba erreicht, Syrius war ausgeschaltet worden. Und zwar bevor er etwas über den geheimnisvollen Alten sagen konnte, der hinter Miror stand. Syrius schien den Namen des Mannes gekannt zu haben und er hatte für dieses Wissen mit dem Leben bezahlt. Das Geheimnis mit in den Tod genommen.



    Ich schwor mir, die Bluttat an Syrius zu rächen und nicht eher zu ruhen, bis Miror gefaßt und von einem Gericht für dieses Verbrechen und seine zahllosen anderen Untaten zur Verantwortung gezogen werden konnte. Aber noch vielmehr wollte ich jetzt das Geheimnis um die Identität des Alten lüften, der hinter Miror stand. Denn genau betrachtet war auch Miror nur ein Handlanger, ein Befehlempfänger. Die eigentlichen Fäden in diesem Spiel zog der geheimnisvolle Alte.

    Als ihr Pater Familias melde ich hiermit Didia Liliana für den Cursus Diplomatia I an.


    Ihre persönliche Anmeldung wird sie nachreichen.


    Sim-Off:

    Sie wird aber voraussichtlich erst am Montag wieder hier sein.


    Das Geld wird überwiesen, sobald sie sich persönlich angemeldet hat.



    Ist das ausreichend und kann sie die Fragen dann auch am Montag noch bekommen?