Beiträge von Thimótheos Bantotakis

    Natürlich hatte Timos sich darüber schon Gedanken gemacht.
    "Ganz einfach. Ich warte am Tor der Basileia auf dich. Die Wache wird mich sowieso nicht durchlassen, komm einfach raus und ich fange dich ab." zwinkerte er. Sein Becher war schon wieder fast leer. Er musste langsam mal seinen Alkoholkonsum herunterfahren, wenn er sich vor Axilla nicht lächerlich machen wollte. Immerhin war es gerade erst früher Nachmittag.
    "Möchtest du gleich dann direkt passende Kleidung kaufen=?"

    Axillas fröhliche Reaktion rief wiederum ein Lachen von Timos Seite hervor. Axilla strahlte eine jugendliche Unbefangenheit auf ihn aus, die er seit dem Tod seiner Eltern bei sich selbst verloren geglaubt hatte. Vielleicht tat ihm ihre Gesellschaft ganz gut.
    "Ein Kleid? Nun, bei solchem Wetter trägt man die Stoffe meist so, dass man großzügig Haut zeigt. Also die Frauen zumindest." Er erinnerte sich an diese arrogante Caecilierin, die ihn im kapeleion archaon hatte sitzen lassen. Sie hatte auch so wenig Körper wie möglich bedeckt.
    Bei Axillas nächster Frage allerdings hätte Timos sich beinahe an seinem Wein verschluckt. Mit Mühe unterdrückte er ein grässliches Husten und schaute sie verblüfft an.
    "Wie was? Äh, ja aber natürlich finde ich dich schön." stammelte er.
    Dann riss er sich zusammen und fügte mit widerhergestellter Sicherheit hinzu:
    "Du hast ein wunderschönes Gesicht, die Jugendlichkeit ist dir in jeder Bewegung anzusehen. Ganz zu schweigen von deinem kurvigen, attraktiven Körper, der so straff ist wie ihn sich eine Menge Frauen nur wünschen können."
    Klar, er lobte ihre Schönheit gerade in den Himmel, doch das war eben eine Angewohnheit der Griechen. Übertreibungen waren normal und so empfand Timos seine überschwängliche Beschreibung keinesfalls als falsch. Dass sie solch ein umfassendes Kompliment extrem verlegen machen könnte, wäre ihm nie eingefallen. (:D)

    Er genoß es sichtlich, Axilla zappeln zu lassen und grinste breiter als breit vor sich hin. Dann entschied er, dass er endlich gnädig genug war, ihr zu antworten.
    "Die Feier findet in zwei Tagen statt. Sie beginnt zur hora prima (ca. 18 Uhr). Die beiden haben mich herzlich eingeladen, als ich erzählte, dass ich so eine junge Schönheit wie dich mitbringen würde." Er grinste immer noch. Natürlich war das nicht die ganze Wahrheit, aber es war besser, wenn Axilla nicht wusste was er den beiden genau gesagt hatte.
    "Noch etwas Wein?" fragte er, als er ihren fast leeren Becher begutachtete.

    Timos zog eine Augenbraue hoch, während er immer noch breit grinste.
    "Überlass das mal mir. Ich bin gleich wieder da." meinte er nur und stand auf, um zu den beiden herüberzugehen.
    Ein kurzes Gespräch auf Griechisch, ein paar Scherze, man lachte zusammen und Timos gab den beiden einen Krug Wein aus. Die Worte, die er mit den beiden wechselte, würde Axilla nie erfahren, waren sie doch viel zu anzüglich und gewiss nicht für ihre Ohren bestimmt.
    Nach einem kurzen Gespräch kam er nun unter den fröhlichen Blicken der Griechen wieder zum Tisch zurück und setzte sich. Einen kurzen Augenblick schwieg er noch und trank von seinem Wein, einfach um die Spannung noch zu vergrößern. Er konnte sehen wie Axilla die Neugierde ins Gesicht geschrieben stand.

    "Gut, wird gemacht."
    In diesem Moment kam bereits eine Wagenkolonne, die bei den markierten Säcken halt machte. Ein Aufseher sprang von einem der Wagen, während die Tagelöhner bereits anfingen, die Säcke aufzuladen.
    Der Mann schien Ägypter zu sein, trug jedoch griechische Kleidung und sprach Timos in recht gutem Latein an.
    "Salve Eutheniarchos Iunia." Er deutete eine Verbeugung an und nickte Timos zu. "Ich bin der Aufseher dieser Lieferung."
    Timos nickte ob dieser offensichtlichen Aussage und erwiderte:
    "Ich bin Thimótheos, Grammateus dieser ehrbaren Dame. Ich werde dich begleiten und die Verladung des Getreides überwachen."
    Der Ägypter nickte lächelnd und fügte dann hinzu:
    "Ich kann euch versichern, dass alles zu eurer Zufriedenheit verlaufen wird."

    Ein schelmisches Grinsen und Timos war wieder in seinem Element. "Ja, als Mann hat man einige Vorteile, die Frauen nicht genießen können oder dürfen. Allerdings ist es andersrum genauso. Ich bin der festen Überzeugung, dass viele Politiker von ihren Frauen gelenkt werden."
    Noch ein Schluck Wein, dann fuhr er lachend fort.
    "Ja, eine Menge lustiger Sachen sind verboten. Aber gerade deshalb machen sie meist noch mehr Spaß oder sind aufregender." zwinkerte er fröhlich.


    In diesem Moment betraten zwei betucht wirkende Griechen fortgeschrittenen Alters die Garküche. Sie palawerten lauthals über etwas, das sofort Timos' Aufmerksamkeit erregte.
    "Jaja, die Feier findet wie immer in Georgios' Haus statt. Es sind viele Leute eingeladen. Du solltest auch kommen!"
    "Achja? Warst du schon öfter da?"
    "Oh ja, ich war schon viele male auf seinen Feiern. Der Wein fließt in Strömen und es wird wunderbare Unterhaltung geboten. Die meisten Gäste bleiben bis in die frühen Morgenstunden."
    Beim Wort 'Unterhaltung' zwinkerte der Mann dem anderen zu, was aber weder Timos noch Axilla sehen konnten, da sie sich nun gesetzt hatten und ein Pfeiler die Sicht versperrte.
    "Hört sich gut an. Wo und wann?"
    "Na also, ich wusste, dass du interessiert sein würdest. Das Haus des Georgios befindet sich an der Via Argeus, direkt am Canalis Nepherotes gelegen. Du kannst es gar nicht verfehlen, das Licht scheint bis auf die Straße hinaus."
    Nun kam der Wirt und die beiden unterbrachen ihr Gespräch.


    Timos wandte sich wieder Axilla zu, die offenbar auch mitgehört hatte. "Das hört sich interessant an, findest du nicht? Sollen wir uns da einfach mal einladen?" fragte er verstohlen grinsend.

    Der junge Grieche erwiderte das Lächeln und trank etwas von seinem Wein. Er nickte auf Axillas Feststellung hin und entgegnete:
    "Solche Spelunken sind eigentlich auch kein Ort für junge Rhomäerinnen. Deine Familie würde mich vermutlich der Stadtwache ausliefern, wenn sie davon erführe."
    Er knabberte an einem Speckstreifen - mhh lecker! - und fuhr dann fort.
    "Ja, es ist lustig mit den beiden. Auch wenn es manchmal ganz schön anstrengend sein kann."
    Dann grinste er breit, als ihm ein durchgeknallter Gedanke kam.
    "Du kannst dich ja von jemandem adoptieren lassen, der einen oder mehrere Söhne hat."

    Timos registrierte einen kurzen Augenblick der Trauer in ihrem Blick, ging allerdings lieber nicht darauf ein. Die Stimmung war gerade so gut und er wollte das Gespräch nicht auf wehleidige Themen lenken.
    Also aß er weiter seine Suppe und hörte seiner Gesprächspartnerin zu.
    "Nunja, ich hatte das Glück, nicht allzuviel mitzubekommen. Der Mast brach und das Schiff wurde nach und nach in Stücke gerissen. Als ich ins Wasser fiel, bin ich wohl ziemlich schnell ohnmächtig geworden und einige Stunden später am Strand aufgewacht...mit einem ziemlichen Brummschädel und Schmerzen am ganze Körper. Eine Gelegenheit, meine Schwimmkünste zu beweisen hatte ich gar nicht."
    Er grinste breit, als sie ihn einladen wollte. "Ich soll mich von einer so hübschen, jungen Dame wie dir zum Essen einladen lassen? Na da sag' ich nicht nein!"
    Klar, sein Charme war unübertroffen - bildete Timos sich zumindest ein. (:D)

    Aus Hispania? Fieberhaft überlegte Timos, welche rhomäischen Gentes dort ansässig waren, kam aber zu keinem vernünftigen Schluß. So viel Ahnung hatte er dann leider doch nicht. Er wollte sie gerade über die Stadt ausfragen, als sie von ihrer Seereise erzählte. Timos grinste und zugleich erinnerte ihn das an seine Schiffsunglück.
    "Na, solang es nur die Seekrankheit war...ich hatte weniger Glück. Meine zwei Brüder und ich wollten nach Athen segeln, doch ein schrecklicher Sturm verwandelte unser Schiff in einen Haufen Wrackteile. Poseidon allerdings rettete uns und ließ uns an der ägyptischen Küste stranden."
    Dass dies nicht die ganze Wahrheit war, würde sie hoffentlich nie erfahren. Timos der Versklavte Sohn eines Großgrundbesitzers, der nur durch Glück seine Freiheit wiedererlangt und nun in Alexandria sein Glück versucht.
    "Naja, der Götter Willen ist unergründlich." seufzte Timos, als der Küchenjunge mit ihrem Essen herankam. Er wünschte einen guten Appetit und verschwand wieder zügig.
    "Na dann wollen wir mal." grinste Timos, der sich genüsslich über seine Suppe hermachte. Es war ein einfaches Essen, doch umso exklusivere Gesellschaft.

    "Im Paneion? Nein, da war ich noch nicht. Das ist doch dieser große Park in der Stadtmitte, nicht wahr? Der wäre allerdings eine Besichtigung wert."
    Er nahm den Krug, den der Küchenjunge gebracht hatte und füllte ihre Becher. Fröhlich prostete er Axilla zu und trank einen ordentlichen Schluck. Diese Hitze machte durstig.
    "Griechenland? Nein, bin nie da gewesen. Ich komme aus Memphis, wo meine Familie ein großes Anwesen ihr Eigentum nennen konnte."
    Eine kurze, schmerzvolle Erinnerung an seine Familie. Seine Eltern, seine Freunde, seine Sklaven...alle tot oder versklavt.
    Er blinzelte und konzentrierte sich wieder auf die ihm gegenüber sitzende Schönheit.
    "Und von woher kamst du nach Alexandria?"

    Timos lehnte sich zurück und entspannte sich erst einmal. Der Schatten tat gut und den Tagelöhnern bei der Arbeit zuzusehen brachte Freude. Er musste schmunzeln, als Axilla plötzlich über ihre Kleidung redete. Offenbar war ihr ziemlich warm, kein Wunder bei dem ganzen Zeug was sie am Körper trug. Verrückte Rhomäer.
    Ein breites Grinsen entstand auf Timos Gesicht, als sie so erzählte und plötzlich merkte, dass sie mal wieder etwas unschickliches gesagt hatte.
    "Nunja, ich hatte noch nicht so oft die Gelegenheit hierher zu kommen. Ich bin erst seit einigen Tagen in der Stadt, konnte jedoch schon einen Großteil erkunden."

    "Na gut. Wirt, bring uns verdünnten Wein."
    Er grinste bei der Vorstellung, wie seine junge Begleiterin völlig dicht auf diesem Stuhl hing und von ihm nach Hause getragen werden musste. Nein, das würde er sich heute lieber nicht antun. Zumal er nicht wusste, welcher römischen Familie sie angehörte. Die würden ihn womöglich vierteilen, wenn sie von der Sache Wind bekämen.
    Dann schaute er auf einen Aushang, der die Speisekarte abbildete. Es gab Kichererbsensuppe mit Speck, Stück vom Rinderbraten mit Hirsebrei, und einen sogenannten "Karottenteller" mit allerlei Gemüse und frischen Fischstreifen direkt aus dem Mare Internum. Zu allen Gerichten wurde Brot gereicht.
    "Ich nehme die Kichererbsensuppe und du?" stellte er fest und schaute Axilla fragend an, während der Wirt sich nur ein entsprechendes Kürzel auf einer Tabula notierte.

    "Nun gut, dann mal wieder raus hier." ...so sehr es mir hier auch gefällt dachte er. Er leerte sein Bier mit einem Zug und stellte den Becher auf dem Tresen ab. Dann marschierte er geradewegs zur Türe hinaus.


    Vor der Taverne stehend blickte Timos sich kurz um und entschied dann, nach links zu gehen. Axilla folgte ihm, diesmal jedoch ohne an der Hand geführt zu werden.
    "Da vorn ist eine nette kleine Garküche, da habe ich gestern schon gefrühstückt." Er deutete auf die Ecke der Insula, wo er sich auch gleich an einen freien Tisch setzte. Ihm gegenüber setzte sich Axila. Timos nahm das Gespräch aus dem Ramschwarenladen wieder auf.
    "So, hier ist es etwas angenehmer, um sich zu unterhalten." Dem Wirt gab er ein Handzeichen, er solle herkommen und sie bedienen.
    "Du trinkst lieber Wein als Bier, nehme ich an?"

    Thimótheos, der Trinker, der Opiumsüchtige, der Halunke, der tief in seinem Innern eigentlich ein recht ehrlicher Mensch war, stand nun hier bei einem Hahnenkampf und musste über die amüsante Reaktion seiner jungen Begleitung lachen. Er sah sich die Szenerie an. Die meisten Leute hier wetteten auf den bunten, stärker aussehenden Hahn. Der andere hatte weiße Federn und schien zu verlieren. Timos stand einfach nur da und sah zu. Das Kratzen, Hacken und Kreischen wollte kein Ende nehmen, doch plötzlich landete der weiße Hahn einen ordentlichen Treffer ins Gesicht seines Gegners. Dieser schrie auf und schlug noch wilder mit den Flügeln um sich, während der weiße nachsetzte. Offenbar hatte er dem bunten Hahn ein Auge ausgepickt, denn dessen Federn färbten sich langsam den ganzen Hals entlang nach unten blutrot. Jetzt hatte der bunte praktisch schon verloren. Es dauerte nicht allzu lange und der Sieger stand fest. Der weiße Hahn hatte gewonnen und die Menge grölte. Viele hatten ihr Geld verloren, einige wenige hatten viel gewonnen.
    Timos grinste und sah Axilla an. "Komm, wollen wir etwas essen gehen? Ich denke du hast genug gesehen. Das hier ist kein Ort für eine wohlerzogene Rhomäerin."

    Er grinste, als sie von dem Bier trank. Sie blickte sich nach allen Seiten um und war ganz aufgeregt. Irgendwie fand Timos das verdammt anziehend. Er schaute sich um. Es gab eine Hintertür, von der Lärm herüberschallte, der ihn neugierig machte. Er legte Axilla einen Arm um die Schulter und führte sie gemütlich auf den Lärm zu, während er mit ihr sprach.
    "Ich glaube nicht, dass du töricht bist. Ich halte dich eher für ziemlich mutig. Immerhin hast du dich gerade von einem wildfremden jungen Griechen zu einem Bier in einer üblen Spelunke einladen lassen. Hier treiben sich sonst nur Banditen und Dirnen der übelsten Sorte herum, zumindest erweckt dieser Schuppen einen solchen Eindruck. Würde mich nicht wundern, wenn man mich gleich erschlagen und dich nach Parthien verkaufen würde." Er zwinkerte ihr fröhlich zu und trank mehr Bier. Es war einfach zu herrlich, ihren Gesichtsausdruck zu sehen, während er so daherredete.


    Dann waren sie an der Hintertür angelangt. Dort stand ein großer Nubier (SOOONE KANTE). "'alt! Ih' müsst 'ie' Eint'itt za'len!"
    Timos runzelte die Stirn. Er konnte sich sehr gut vorstellen, was hinter dieser Tür stattfand. Entweder war es ein Ringkampf...vielleicht ein Ringkampf zwischen Frauen. Rang man nicht nackt? Timos lief das Wasser im Mund zusammen.
    Oder aber es war ein... - er bezahlte und die beiden traten durch die Tür - na klar! Hier fand ein Hahnenkampf statt!
    Grinsend schaute er Axilla an, der er wieder einen Arm um die Schulter gelegt hatte.
    "Na du Abenteurerin, sowas schonmal gesehen?"
    Eine johlende Menge hatte einen Kreis um zwei Hähne gebildet, die bereits in einen Kampf miteinander verwickelt waren.

    Diese Frau faszinierte Timos. Sie hatte sich gerade schnurstracks selbst zu etwas eingeladen, das er noch gar nicht ausgesprochen hatte und wollte jetzt wissen wo er mit ihr hin wollte. Aphrodite schien heute einen guten Tag zu haben, dass er ihm solch ein hübsches und vor allem so vertrauensseliges Mädchen vorbeischickte. Er könnte vermutlich spielend leicht mit ihr in der Seitengasse verschwinden und wer weiß was anstellen. Doch er überlegte es sich anders. Er hatte seinen Stoff und war somit erst einmal zufrieden. Jetzt würde er sie erst einmal hier raus bringen und zu einem wesentlich belebteren Ort führen...wo es eine Menge Unterhaltung gab.
    "Folge mir." sagte er schlicht, nahm ihre Hand und zog sie nach draußen, auf die Hauptstraße hinaus ins Getümmel.

    Timos hielt immer noch Axillas Hand, als sie sich durch das mittlerweile dichtere Gedränge kämpften. Nach kurzer Zeit war er an der Taberna angekommen, die er bereits für einen kleinen Snack aufgesucht hatte. Er betrat das Gasthaus, ließ nun auch Axillas Hand los - er hatte gar nicht richtig wahr genommen, dass er sie überhaupt noch fest hielt - und schlenderte nun gemütlich auf den Tresen zu, während er Axilla mit einer Handbewegung bedeutete, ihr zu folgen.
    "He Wirt, Bier für mich und meine Freundin hier!"
    Der Wirt, ein stämmiger, ziemlich derbe schwitzender Carthager, grunzte nur vor sich hin und füllte zwei Becher ab, die er auf die Theke stellte. Timos zahlte und nahm sich den einen Becher, den anderen reichte er Axilla.
    "Auf Alexandria!" prostete er ihr zu. Er trank einen großen Schluck und schaute sie an. Ihm war durchaus bewusst, dass er ihr seit dem Ramschladen keine Verschnaufpause gelassen hatte.
    Nun blieb auch ein Moment, um sich in Ruhe in der Taverne umzusehen. Die Decke war durch Rauch verdeckt, die Tische mit vielen rauhbeinigen Matrosen, Hafenarbeitern oder schlimmerem Gesocks besetzt und das Bier floß in Strömen.
    "Da du dich reizenderweise angeboten hast, mit mir zu kommen, möchte dich dir nun unser Ziel vorstellen. Diese wunderbare Taverne. Na, wie findest du's?"
    Ooh ja, er war sich durchaus darüber im klaren, dass er in diesem Moment so manch einem Mädchen ziemlich unheimlich sein würde. Empfand Axilla auch so?

    Timos grinste noch ein Stückchen breiter. Dann ging er auf ihre Frage...Feststellung...Antwort? ein. "Jawohl, Neptun und Venus. Nun, Faunus beziehungsweise Pan scheint ja ein beliebter Gott in dieser Stadt zu sein, wenn man ihm einen eigenen Stadtpark geweiht hat."
    Dann folgte sein Blick ihrem über seine Schulter in das Dunkel im hinteren Ladenteil. "Öhm. Der...also der sucht eine spezielle... - ja, speziell ist ein gutes Wort- ...eine spezielle Ware, die er nicht in den Auslagen zu finden ist."
    [i]Wenn die wüsste, wovon ich hier spreche...


    In diesem Moment kam der Ägypter auch schon herein und hielt Timos ein kleines Beutelchen entgegen. Der junge Grieche tat einige eilige Schritte auf ihn zu und grabschte begierig nach dem Beutel.
    "Das wärren dann fünfundzwanzig Drrachmen, bitte."
    Timos nickte, drückte dem Mann das Geld in die Hand und verstaute den Beutel neben seiner Geldbörse in seinem neu gekauften Chiton. Seit er die Stelle als Scriba Personalis bei der netten Iunierin hatte, konnte er sich auch wieder halbwegs vernünftige Klamotten leisten.
    "Brauchst du noch etwas? Sonst würde ich diesen Laden jetzt gern verlassen." raunte er der Rhomäerin leise zu.

    Timos grinste wieder breit, als sie die Würfel enttäuscht zur Seite legte. "Wie man's nimmt." Er legte sein Paar zurück in die Auslage und schaute auf Axillas Frage hin zurück zu den Götterstatuen. Ein verwunderter Blick zu Axilla und er antwortete zögernd:
    "Natürlich bin ich Grieche, was für eine Frage!"
    Gespielt beleidigt verschränkte er die Arme vor der Brust, als ihm plötzlich klar wurde, warum sie diese Frage stellte. Er machte große Augen und sah noch einmal zu den Statuen.
    "Oooh nein! Du glaubst doch nicht, dass ich ägyptische Gottheiten anbete? Also...nicht, dass ich diese erzürnen wollen würde, aber ich bete hauptsächlich zu Aphrodite und Poseidon."
    Er schaute sich wieder die Auslagen an. Sein Blick fiel auf eine Reihe eigenartiger Masken, die in verschiedenen Farben angemalt waren.
    "Und nein, du bist nicht aufdringlich. Du bist noch jung, du darfst das sicherlich noch." Er zwinkerte ihr freundlich zu. Hoffentlich war das jetzt nicht unangemessen gewesen.