Beiträge von Titus Duccius Vala

    "Achwas?", entglitt es Vala, bevor er seine Worte wieder in Zaum legte, "Aelius Archias. Interessant.. dann wünsche ich euch beiden, trotz dieses unglücklichen Moments, alles Gute. Auch wenn ich zugeben muss, dass Silanus' Wahl besser hätte sein können." Zumindest war das Valas Gedanke. Wie konnte er auch ahnen, dass es sich hier um eine der im römischen Reich so absolut untypischen Liebesverbindungen handeln konnte? Der kleine Stich gegen Archias war das einzige, was er sich an Frotzelei im Moment leistete, Vala zog es vor, diesen Konflikt auf andere Art und Weise auszutragen.


    "Wie könnte ich dir böse sein?", lächelte Vala dann wieder nonchalant, "Ich bin ja froh, dass du diesen Überfall überlebt hast, nicht jeder ist so glücklich, wie die arme Seele des Leander ja bewiesen hat. Töricht war es dennoch, gerade, wenn man an das denkt, was noch kommen wird. Du hättest die Verbindung deines Hauses mit dem der Aelier riskiert. Als Frau hat man mehr zu verlieren, als nur das eigene Leben."


    Er stützte das Kinn auf die geballte Faust und blickte nachdenklich an Axilla vorbei. Er hatte einmal, kaum zehnjährig, miterlebt, wie ein Stammesfürst einen des Verrats beschuldigten Mannes durch Worte in die Ecke getrieben hatte, bis er sich schließlich selbst verriet, und damit sein Schicksal und das seiner gesamten Sippe besiegelt hatte. Die Rache des Richs war fürchterlich ausgefallen, für jeden Mann, der durch den Verräter sein Leben verloren hatte, hatte er sich eins aus der Sippe des Mannes zurück geholt. Das hatte Vala sehr imponiert, vor allem die Art und Weise, wie der Mann mit Worten umgegangen war. Seitdem hielt Vala auf die Rhetorik große Stücke, und übte sich darin wann es nur ging. Wie zum Beispiel jetzt.


    "Rom ist gefährlich, fürwahr.", er schlug mit der Hand auf das Knie, und lächelte Axilla erleichtert an, "Es mag seltsam erscheinen, aber da können wir ja von Glück reden, dass dich dieses Unglück VOR der Hochzeit ereilt hat, und nicht etwa danach... gar mit einem Kind unter dem Herzen."


    Hätte Vala das spätneuzeitliche Billard gekannt, er hätte eine solche Allegorie gezogen: es kam immer darauf an, wie man die Kugeln spielte. Jede Kombination aus Kraft und Winkel führte im gekonnten Umgang mit Bande und Kugeln zum gewünschten Resultat. Oder zum Sieg des Gegners.


    Unbekümmert und mit aufmerksam lächelndem Blick stellte Vala eine Frage, deren Antwort er schon kannte. Der Aelius würde den Loki tun und ihn auf seiner eigenen Hochzeit dulden. Allerdings folgte die Frage einem ganz anderen Ziel als der simplen Antwort. Die Frage allein barf schon Valas Absicht, sich als Freund Axillas zu positionieren. Er würde gegenüber einem bestimmten Römer Stillschweigen darüber bewahren müssen, wollte er sichergehen, dass dieser ihm nicht vor die Füße kotzt.


    "Ich hoffe, ich bin eingeladen? Als Freund?"

    Nicht lange darauf fand Vala sich wieder im selben Teil der Stadt, im selben Haus, im selben Raum mit derselben Nutte. Die war dieses Mal allerdings nicht ganz so widerspenstig, was das Holen ihres Arbeitgebers anging. Im Gegenteil: sie war durchaus entgegenkommend. Der Schorf an ihrer Stirn schien sie wohl jeden Tag daran zu erinner, warum der überhaupt da war. Was dazu führte, dass Corvus verhältnismäßig schnell im Raum erschien, und Vala mit einem abschätzigen Blick bedachte.


    http://www.kulueke.net/pics/ir…pezielle/valahelfer03.png "Gehe ich richtig in der Annahme, dass du erfahren hast, dass ich erfolgreich war?", waren die ersten Worte die in dieser Konverstion gewechselt wurden. Ungefragt füllte Corvus zwei Becher mit Wasser und drückte einen davon Vala in die Hand, bevor er sich auf der anderen Seite des kleinen Raums auf einem Schemel niederließ.


    "Das tust du. Ich wohne im Hause des Praetorianerpräfekten, vergessen? Da gehen soviele Informationen ein und aus, dass es einen Stab von Sklaven braucht um diese überhaupt nur ansatzweise zu bewältigen. Gute Arbeit, würde ich sagen. Nur dieser Verschleiss an Menschenleben...", legte Vala den Kopf tadelnd-lächelnd auf die Seite. Natürlich war es ihm vollkommen egal, wer wie ums Leben kam. Alleine die Tatsache, dass er die Iunia verschonte, und dem Aelier nur einen Schuss vor den Bug versetzte, in dem er ihren Leibsklaven direkt vor ihrer Nase verbluten ließ, hatte mehr mit der Intervention eines römischen Idealisten zu tun, als denn mit wirklichen Skrupeln Valas. Wenn es nach ihm ginge, würde der Aelius sich jetzt andere Leute suchen, um seine weibliche Ader auszuleben.


    "Es war ein Sklave.", grollte Corvus, dem man offensichtlich ansah, dass er nicht begeistert über das Ziel gewesen war, "Ich gehe für einen Sklaven nicht das Risiko ein, dass man sich vielleicht mein Gesicht merkt. Auch ich habe ein gewisses Bedürfnis nach Heimlichkeit, ich bin mir sicher, du wirst das verstehen."


    "Oh, natürlich tue ich das.", erwiderte Vala süffisant lächelnd, "Ein verlängerter Arm, sozusagen... den dann rein zufällig ein vorbeikommender und höchst mutiger Passant erledigt."


    "Man tut, was man kann.", stellte Corvus mit finsterer Miene fest.


    "Nun gut..", beließ Vala es dabei, einen kleinen Beutel zückend, "..wieviel schulde ich dir?"


    "Eintausend Sesterzen.", nun war es an Corvus, süffisant zu lächeln. Ein Lächeln, das noch breiter wurde, als Vala mit großen Augen den kleinen Lederbeutel sinken ließ, und den Meuchelmörder ehrlich überrascht ansah.


    "EINTAUSEND SESTERZEN? BIST DU DES WAHNSINNS? DAVON KÖNNTE SICH DIE IUNIA VIER SOLCHER SKLAVEN KAUFEN!!!", brach es aus Vala hervor, der nicht umhin kam, sich dezent verarscht zu fühlen.


    "Eintausend Sesterzen.", wiederholte Corvus ruhig, die Verblüffung des Duccius in vollen Zügen genießend, "Einhundert für den Sklaven. Vierhundert dafür, dass ich mich überhaupt zu solch einer Arbeit herablasse. Und fünfhundert für das Kind, das ich getötet habe. Den armen Hund, der den Auftrag letztendlich ausgeführt hat bekommst du gratis."


    "Kind?", ächzte Vala, dessen Verblüffung noch einen Sprung weiter in der Karriereleiter der Überraschungszustände getan hatte, "Was für ein Kind? Welches Kind kann gefährlich genug sein, als dass du es auch umlegen musst?"


    "Nicht gefährlich. Sagen wir, es war dummerweise zur falschen Zeit am falschen Ort.", lächelte Corvus kalt, "Du hast mir verschwiegen, dass die Iunia schwanger war."


    "SCHWANGER???", ächzte Vala auf's neue. Das wurde langsam wirklich paradox. Er hatte Axilla noch nicht einmal angerührt. Nicht, dass er das nicht früher oder später getan hätte, aber die Absicht, Axilla auf's Kreuz zu legen war der Absicht, sie in ein Grab zu verfrachten schnell zum Opfer gefallen. So hübsch war sie dann auch wieder nicht, als dass man sie unbedingt noch vorher beglücken musste, bevor er ihr den Blutkreislauf auslagern ließ. Aber das... diese Nachricht... das war... das war... wer konnte... mit wem hatte sie? Der Groschen fiel. DESHALB war der Aelier so ausgerastet? Weil er eine Frau geschwängert hatte, während er mit der anderen römisches Vorzeigepärchen spielte? Vala kam nicht umhin, dem Mann innerlich Respekt zu zollen. Das hätte genauso gut aus seiner Feder stammen können. Wenn der Aelius es wirklich war. Er würde sich da versichern müssen.


    "Ja. Schwanger.", wiederholte Corvus monoton, das Wasser in seinem Becher schwenkend, als wäre es ein guter Wein, "Der Schock über das zugegebenermaßen plötzliche Ableben ihres Sklaven hat da wohl etwas in Gang gesetzt. Glaub mir, ich kenn mich aus mit schwangeren Frauen.." Er nickte in Richtung der Tür, und meinte damit die Mädchen und Frauen seines Lupanars. Und Vala verstand. Lupae waren immer wieder mal schwanger, das war wohl das übliche Berufsrisiko. Entweder, sie trugen die Kinder aus und etzten sie dann aus, oder sie trieben sie ab. Oder ließen sie einfach sterben. Von daher konnte man es Corvus ruhigen Gewissens glauben. Was die Sache noch ungeheuerlicher machte.


    "Schwanger.", stellte Vala zum ersten Mal wirklich fest. Einen Augenblick später zuckte es in seinen Mundwinkeln... ein Zucken, dass er sich jedoch mit Mühe wieder wegzwang.


    Vala sprang auf, stellte den Becher ab und warf Corvus den Beutel zu, welcher sich nicht die Mühe machte, das Geld zu zählen. Wenn es nicht stimmte, würde er sich den Rest einfach holen. Bevor Vala den Raum verließ, schüttelte er noch einmal lächelnd den Kopf, und sprach schließlich, mehr zu sich selbst als zu Corvus: "Wenn Pluto mir hold ist, war es ein Sohn."

    "Wasser.", wandte sich Vala an einen der Sklaven, und erhielt dies auch in gebecherter Form einen Augenblick später, was er mit einem dankbaren Nicken quittierte, dabei jedoch die Iunia nicht einen Augenblick aus demselben zu lassen.


    Der Sklave war ihr ein guter Freund? Also war es wirklich der Grund für diese ganze Aufmachung. Vala war ehrlich überrascht, auch wenn er sein möglichstes tat, dies zu verbergen, und stattdessen mit einem "Das tut mir leid.." noch ein Stück weiter den Betroffenen Freund gab.
    Ihm kam die Situation zunehmend absurd vor, blickte er doch in die Augen einer Frau, die, wenn es nach ihm gegangen wäre, mittlerweile in eine hübsche Portion Asche flambiert irgendwo in einem Familiengrab hocken müsste. Allerdings war es nicht nach ihm gegangen, und so hatte ein sehr idealistischer Römer dafür gesorgt, dass die Herrin nun um den Sklaven trauern durfte, und nicht umgekehrt.


    "Schicksal..", sponn Vala den Faden weiter, und fragte sich inwieweit übermenschliche Fügung mit dieser Wendung zu tun hatte. Er fragte sich auch, ob das Weib von Aelius diesen Wink mit dem Zaunpfahl verstanden hatte. Und ob er bereits an seiner Vergeltung arbeitete. Oder ob er es überhaupt wagte, was Vala sich bei der weibischen Art der Konfliktführung nicht vorstellen konnte.


    "Ich habe gehört, der Täter hat den Angriff nicht überlebt. Vielleicht kann man da doch von göttlicher Fügung sprechen, wenn sie sich auch entschieden hat, nur auf halbem Wege einzuschreiten.", führte er das Thema weiter, bis er sich schließlich entschloss, auf etwas anderes zu sprechen zu kommen: "Was hat dich eigentlich in diese Gegend geführt? Ich meine, alleine am Hafen entlang zu spazieren und Leuten Bäder im Tiber zu verabreichen ist eine Sache. Aber durch die Subura? Ich müsste nicht lange nachdenken, um da Geld zu riechen, wenn zwischen dem ganzen Pöbel auf einmal eine Dame von Stand quasi ungeschützt durch die Gegend läuft.."
    Valas Blick wurde hierbei ein wenig hart, perfektes Schauspiel, eben. Es war, als würde ein guter Freund eine noch bessere Freundin für eine Dummheit schelten, deren Ausmaß man schon im vorneherein hätte bemessen können.

    Als Vala eintrat, tat er dies mit einer Bestimmtheit die garnicht dem entsprach, was gerade in ihm vor ging. Um genau zu sein: der Anblick der Iunia traf ihn wie der Schlag.
    Wieso all diese Trauer? Wieso die ganze, schon fast greifbare Melancholie in der Luft?


    "Axilla.", grüßte er sie knapp, und blieb mit betont betroffener Miene vor ihr stehen. Vielleicht war noch jemand im Hause verstorben, wovon er nichts wusste, und so galt es ihm, sich so einfühlsam wie möglich zu geben. Eigentlich wollte er nur ein wenig Aufmerksamkeit heucheln, jetzt schien sich der Besuch allerdings etwas zu dramatisieren.


    "Ich habe von dem Überfall gehört.. dass dir nichts geschehen ist, beruhigt mich doch sehr.", begann er, während es hinter seiner Stirn heftig arbeitete. Was ging hier vor?
    Der Verdacht, der Verlust ihres Begleiters könnte sie in diese Trauer gestürzt haben, schien ihm zu absurd. Vala sah, wie die meisten Germanen, die Mitglieder des Haushalts mit einer Art Gleichmacherei an, die sich nur dann als oberflächlich entpuppte wenn es um Entscheidungsfindung und um Politik ging. Die Römer hingegen sahen Servi, wie sie sie schon nannten, als Gebrauchsgegenstände mit geringerer Menschlichkeit an. Für ihn gab es also überhaupt keinen Grund davon auszugehen, bei der Iunia war es anders.
    Wovon Vala allerdings ausging, war, dass es da etwas gab, von dem man sich in gewissen Kreisen eben nichts erzählte. Corvus hatte da eine sehr eindeutige Sprache gesprochen.


    "Wie geht es dir?"

    Der Senator schien über das gesagte länger nachzudenken, und Vala ließ ihm die Zeit, in dem er eine neutral lächelnde Maske aufsetzte, und sich gedanklich wieder in sich selbst zurückzog, darauf wartend, dass sein Gegenüber etwas sagte.


    Sim-Off:

    Huhu! Du hast mich hierhin eingeladen, nicht ich mich. ;)

    "WETTEN!!!! WETTEN!!!", schallte es über den Platz östlich des Theatrum Flavium, "WETTEN!!! WETTET AUF DEN AUSGANG EINES KAMPFES!"


    Mitten auf dem Platz hatte sich ein findiger, aber offiziell abgesegneter, Wettanbieter seinen Stand aufgemacht. Ein Podest mit einem stimmgewaltigen Kerl darauf bildete das Werbeorgan, zwei Schreiber hatten sich an jeweils einem Tisch niedergelassen und nahmen die Wetten der Leute an, während zwei gewaltige Berge aus Fleisch und Knochen, aber ersichtlich wenig Hirn, dafür sorgten, dass sich niemand an den Wetteinnahmen vergriff.
    "100 SESTERZEN EINSATZ! HUNDERT SESTERZEN!!! DIE CHANCEN STEHEN 1:1!!!! HUNDERT SESTERZEN!!! HIER WIRD MAN REICH!! DAS FÜR EINE SPENDE VON NUR ZEHN SESTERZEN FÜR DEN KULT DER MAGNA MATER!!!!"


    Begab man sich an einen der Tische, so konnte man sehen, dass auf folgende Kämpfe gewettet werden konnte:





    Sim-Off:

    Für alle interessierten gibt es hier ein kleines Wettbüro, bei dem man auf den Ausgang der drei ausgespielten Gladiatorenkämpfe wetten kann.
    Damit es nicht allzu kompliziert wird, ist das Wettsystem einfach gehalten: man wettet auf einen der Gladiatoren in den drei Kämpfen (wenn man mag natürlich auch auf alle drei Kämpfe mit verschiedenen Kämpfen. Der Einsatz beträgt jeweils 100 Sesterzen plus 10 Sesterzen die an den Cultus Deorum gehen.


    Der Ausgang eines Kampfes wird von der SL erwürfelt. Dabei gibt es nur Sieg oder Niederlage.


    Gewinnt ein Gladiator, bekommen alle IDs, die auf ihn gewettet haben ihre 100 Sesterzen wieder, plus dem gesammelten und aufgeteilten Einsatz der Gegenseite.


    Das Geld wird bitte an TITUS DUCCIUS VALA überwiesen, ich werde das Geld treuhänderisch verwalten und dann den Gewinnern (und dem Cultus) überweisen!


    Schreibt einfach hier rein auf welche Kämpfe und Gladiatoren ihr wetten wollt, ich trag es dann in die Liste ein.


    Viel Spaß!! :)


    [SIZE=7]Für mich selbst:
    Flavia Nigrina: Seuthos, Darius, Abrax
    Decimus Annaeus Varus: Seuthos
    Quintilius Sermo: Ursus
    Claudius Lepidus: Ursus, Darius, Abrax
    Iunia Axilla: Seuthos, Cassius, Lobo
    Aelius Archias: Seuthos, Darius, Abrax
    Aurelia Prisca: Ursus, Cassius, Lobo
    [/SIZE]


    DER AEDILIS CURULIS
    MARCUS AURELIUS CORVINUS
    PRÄSENTIERT


    GLADIATORENKÄMPFE


    ANLÄSSLICH DER
    MEGALESIA
    ZU EHREN DER MAGNA MATER
    UND UNSERES GELIEBTEN KAISERS



    "VOLK DES WUNDERBAREN ROM!!!", posaunte die Stimme von Lucius Vocasius Pancras, einem beliebten Schauspieler, den Vala mit viel gutem Zureden und einer gewissen Menge Edelmetall für die Spiele gewinnen konnte, durch das große Theatrum Flavium, "VOLK DES EWIGEN ROM!!! Ihr durftet den famosen Fahrern der Factiones zujubeln, ihr durftet sie siegen sehen, ihr musstet sie scheitern sehen. Doch heute präsentiert euch der Senator Marcus Aurelius Corvinus ein Vergnügen, das noch länger zur Geschichte unserer schönen Stadt gehört. Das Klirren von STAHL, SCHWEISS und BLUT, so wussten schon unsere Ahnen, haben diese Stadt groß gemacht. So groß, dass sie nun die ganze WELT beherrscht! So groß, dass auch die weiten Ländereien Syriens sich unter den Schutz römischer Gesetze und Schwerter gestellt haben. So groß, dass wir mit den Menschen Syriens die Ehrentage der Magna MAter feiern können. Volk von Rom, ergötze dich nun an den Leistungen der Gladiatoren, die durch ihr Streiten in Erinnerung rufen, was diese Stadt groß gemacht hat!"


    Fanfarenstöße und über die Ränge rieselnde Blütenblätter kündigten den Beginn der Kämpfe an. Da der Kaiser absent war, ging das Prozedere ohne feierliche Eröffnung vonstatten, von der Prozession der kompletten Schulen durch die Arena zum Gruße des Publikums mal abgesehen. Wie es bei Gladiatorenkämpfen üblich war, traten nach der Eröffnung zuerst erfahrene Kämpfer gegeneinander an, um das Volk direkt zu packen. Am nächsten Tag würden die Kämpfe mit weniger erfahrenen Gladiatoren beginnen, um letztendlich im Spektakel der Schlachteninszenierung zu gipfeln. Bei der schieren Masse an über die Tage verteilten Kämpfen kamen so mehr als zwanzig Partien zusammen.


    Nachdem die Fanfarenstöße verklungen waren, erklang noch einmal die dumpfe Tuba, die Kriegstrompete, und dann traten zwei Gladiatoren in den Sand der Arena und schritten aufrechten Ganges zur Mitte, wo sie sich in Richtung der leeren Kaiserloge aufstellten und den Kaiser auch in Absentia feierlich grüßten. Den Gruß setzen sie mit feierlich erhobenem Arm in Richtung des versammelten Volkes fort, und nahmen danach Aufstellung.
    Schlagartig schiene sich ihre Körper in Spannung zu versetzen, jahrelanges Training zeigte sich, und selbst auf den oberen Rängen konnte man noch fühlen wie die beiden muskelbepackten Männer sich gegenseitig belauerten.


    Die erste Partie wird bestritten von:

    Zwei Tage vor dem Beginn der Spiele erreichten die Gladiatoren mitsamt ihrer Tourage die ewige Stadt.
    Vala war persönlich zum nördlichen Tor gegangen, nachdem ein Melder erst die eine, dann die andere Truppe angemeldet hatte. Zwei zugegebenermaßen riesige Trosse, wobei die Schule aus Ravenna die aus Gallien zahlenmäßig im Verhältnis zwei zu eins ausstach. Es dauerte eine ganze Weile bis die vielen rumpelnden Wagen, die von vielen Passanten mit erfreuten oder beleidigenden Rufen bedacht wurden, in die Stadt gekommen waren. Um schon einmal kräftig Werbung für die kommenden Spiele zu machen, hatten sich die Gladiatoren schon vor der Stadt in ihre Rüstungen geworfen und die Gaffer spielerisch bedroht, Kinder verjagt, Frauen plump angemacht und generell viel Trubel veranstaltet.


    Nachdem Vala sie auf den Campus Martius gelotst hatte, entspann sich dort eine gewaltige Zeltstadt, fast sah es so aus als wäre Caesars Legion wieder in die Stadt eingerückt. Feine Rauchsäulen zogen sich gen Himmel, und schon bald war das Marsfeld von einer urigen Lageratmosphäre erfüllt. Einige Gladiatoren konnte man bei Entspannungsübungen beobachten, andere probten schon jetzt den Ernstfall, und wiederrum andere lungerten in den Zelten rum. Vor den Spielen war es den Gladiatoren auf's strengste verboten, die römischen Lupanare zu besuchen, erst wenn die Spiele zu einem zufriedenstellenden Ende gekommen waren, wurden die Männer auf die Stadt losgelassen.


    In genau dieser Lageratmosphäre traf sich eine illustre Runde: die Besitzer der Gladiatorenschulen mit ihren Scribae, sowie der die Spiele veranstaltende Senator Marcus Aurelius Corvinus mit Vala im Gepäck.



    "Senator.", sprach Vala, um die Runde mit der Vorstellung einzuleiten, "Dies sind Iullus Galvius Orestes, Inhaber der Ludus Ravennae, und Lucius Decius Tertio, Inhaber der Ludus Massiliae."



    Lucius Decius Tertio


    "Senator Aurelius.", begann Decius nachdem er den Senator begrüßt hatte, "Es ist uns eine Freude hier zu sein, und dem Volk von Rom mit Unterhaltung und Spannung dienen zu könen. Ich gehe davon aus, dass man dich über unsere Möglichkeiten in Kenntnis gesetzt hat. Womit also dürfen wir deine Veranstaltung bereichern?"

    Aulus Amatius Corvus
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    "Nein, ich kenne sie nicht.", log Aulus den Medicus an. Natürlich kannte er sie! Er war ihr tagelang hinterhergelaufen, auch wenn sich zunehmend Frustration in ihm breit gemacht hatte.. das war keine Aufgabe, das war eine Demütigung. Er hätte genausogut jemanden im Schlaf erdrosseln können, der Anspruch der Aufgabe wäre der gleiche gewesen. Dass er sie nicht einmal umbringen durfte, war dabei noch nicht einmal das schlimmste. Es hatte nicht lange gebraucht um herauszufinden, dass Herr und Beherrschter sich nicht unnahe standen. Der Spaß daran, jemandem einen wichtigen Menschen vor der Nase wegzumeucheln hat den Beigeschmack einer niederen Arbeit zumindest etwas wieder wettgemacht.


    Gerade, als er sich Gedanken darüber machte, dass es wohl nicht so einfach sein würde, wieder in der Menge zu verschwinden, wenn er die Iunia persönlich zur Taberna des Medicus bringen würde, sprach ihn jemand an, und bot seine Hilfe an.
    "In der Tat, du kannst wirklich helfen!", sprach Corvus, und musterte den Mann genauer. Stark genug schien er ja zu sein. "Du kannst die Frau zur Taberna des Medicus bringen. Ich werde hier bleiben und mit den Vigiles dafür sorgen, dass das hier verschwindet."
    Sprach es, packte die Iunia sachte bei Beinen und unter den Armen und drückte sie einen Augenblick später auch schon dem Mann in die Arme.
    "Folge einfach dem Medicus. Deine Hilfe wird dir nicht vergessen, Bürger."


    Er wandte sich ab, den zwei Leichen zu. Jetzt mussten die beiden nurnoch weg. Was eigentlich nicht Corvus Arbeit sein konnte, noch durfte. Aber er konnte es deligieren. Der Sklave musste zur Casa Iunia, das war klar. Aber erst mussten die Vigiles feststellen, dass es hier nicht mehr zu tun gab als den Tatort zu bereinigen, immerhin hatten genug Leute gesehen, dass sowohl Täter als auch Opfer hinüber waren.

    Als das Schauspiel seinen Lauf nahm, und sich herausstellte, dass der Händler tatsächlich im Betrug noch zu pfuschen wagte, wandte Vala sich enttäuscht ab, und beobachtete die nächststehenden Marktstände und Aufbauten. Nicht wenige Blicke waren sorgenvoll in ihre Richtung gewandt, und es brauchte keinen Archimedes um sich auszurechnen, wie die schnell die Wahrscheinlichkeit abnehmen würde, noch jemanden zu erwischen, je länger der hier sich sträubte die Strafe zu zahlen.


    Eigentlich garnicht mal so dumm, dachte der junge Germane bei sich, und musterte den ertappten Schmuhändler noch einmal genauer. Machten die so etwas unter sich aus? Zahlte der erste die Strafe nur zögerlich, damit die anderen straffrei ausgingen? Vala nahm sich vor, später noch einmal zurück zu kommen, um ein genaueres Auge auf den Markt zu werfen. Nicht, weil er sich als Rächer des gefoppten Staates auftun wollte, nur weil es irgendwann von Nutzen sein konnte, es zu wissen.
    Artig achtete er währenddessen mit einem Ohr stets darauf, ob es etwas für ihn zu tun gab, notierte das gesagt, oder zumindest das, was später wichtig sein könnte zu wissen, und behielt ansonsten misstrauisch die anderen Stände im Auge. Noch mehr Zeit verging... auch das hier war wohl Rom.

    Vala brachte zwei Briefe über die Wertkarte seiner Gens auf den Weg...




    Ad:
    Ludus Massiliae
    Massilia | Gallia


    Salve,


    der ehrwürdige Senator Marcus Aurelius Corvinus gedenkt an den Tagen der Megalesia der Stadt Rom würdige Spiele auszurichten. Im Laufe dieser möchte er auch Gladiatoren im großen Amphitheatrum Flavium auftreten lassen, und dies ist der Punkt, der euch am meisten interessieren dürfte: der Senator ist gewillt, eurer Schule die Möglichkeit zu geben, diese Spiele dazu zu nutzen, das Können eurer Gladiatoren dem Publikum von Rom zu zeigen.


    Ich erwarte baldmöglichst eine Antwort mit dem, was ihr uns zu bieten habt.


    Vale bene,


    [Blockierte Grafik: http://www.kulueke.net/pics/ir/unterschriftvala.png]
    ANTE DIEM VII ID MAR DCCCLX A.U.C. (9.3.2010/107 n.Chr.)
    _________________________________________________________
    Titus Duccius Vala
    Scriba Personalis M. Aurelius Corvinus
    Casa Prudentia | Collis Quirinalis | Roma | Italia
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    Ad:
    Ludus Ravennae
    Ravenna | Gallia Cisalpina


    Salve,


    der ehrwürdige Senator Marcus Aurelius Corvinus gedenkt an den Tagen der Megalesia der Stadt Rom würdige Spiele auszurichten. Im Laufe dieser möchte er auch Gladiatoren im großen Amphitheatrum Flavium auftreten lassen, und dies ist der Punkt, der euch am meisten interessieren dürfte: der Senator ist gewillt, eurer Schule die Möglichkeit zu geben, diese Spiele dazu zu nutzen, das Können eurer Gladiatoren dem Publikum von Rom zu zeigen.


    Ich erwarte baldmöglichst eine Antwort mit dem, was ihr uns zu bieten habt.


    Vale bene,


    [Blockierte Grafik: http://www.kulueke.net/pics/ir/unterschriftvala.png]
    ANTE DIEM VII ID MAR DCCCLX A.U.C. (9.3.2010/107 n.Chr.)
    _________________________________________________________
    Titus Duccius Vala
    Scriba Personalis M. Aurelius Corvinus
    Casa Prudentia | Collis Quirinalis | Roma | Italia
    [Blockierte Grafik: http://www.kulueke.net/pics/ir/wappenduccia/siegelgruen.png]


    Sim-Off:

    ...die wegen Verzögerungen rückdatiert sind, damit es nicht ganz so gestaucht aussieht.


    Die Briefe müssen übrigens nicht wirklich ausgeliefert werden. Hauptsache sie stehen hier drin. :)

    Aulus Amatius Corvus
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    Während Corvus die Frau weiterhin verzweifelt dreinschauend in den Armen hielt, kam auch der Medicus. Zumindest ließ das Verhalten des Mannes, der sich zu den beiden Toten gesellte, auf diese Profession schließen. Nervös beäugte Corvus die beiden daliegenden so unauffällig wie möglich, vielleicht hatte er ein Lebenszeichen übersehen? Das würde die ganze Sache erheblich verkomplizieren... besonders wenn sein Mann es überlebte. Doch aus den Augen des toten Sklaven strahlte nur das leblose Glas eines Toten, und der Mann der den Sklaven abgestochen hatte lag mit dem Gesicht nach unten im Dreck und tränkte die Gasse weiterhin fleissig mit seinem Blut. Keine Gefahr, dass sich da noch was regte.


    "Hey, Mann.", packte Corvus den Kerl also bei der Schulter und zwang ihn sanft, sich umzudrehen, "Die beiden Kerle sind hin. Die hier hat im Moment deine Hilfe bitter nötig..."
    Sprach es, und deutete auf die Iunia die zunehmend kreidebleich wurde, und den blutigen Fleck in ihrem Schoß, der sich immer weiter durch das Kleid kämpfte.

    "Ja, hat und ist er.", konstatierte Vala, um zugleich wieder zu relativieren, "So etwas ähnliches. In Rom hat bekommt ein Mann seine Rechte per Geburt. Bei den Stämmen verdient sich ein Mann sein Recht auf Macht und Einfluss durch seine Leistungen. Der germanischen Sippe steht ein Familienoberhaupt vor, das was ihr Patria Potestas nennt ist für die Germanen die Munt. In der Munt des Familienoberhaupts befinden seine Frau, seine Kinder, die Bediensteten des Hofs und seine Geschwister, solange diese sich selbst noch nicht Mannbar sind, oder eben unverheiratet."


    Ein Schluck Wasser gab ihm die Möglichkeit seine Kehle sprechfähig zu halten, und zu sortieren was es über die germanische Wirklichkeit zu sagen gab, bevor er fortfuhr: "Bei den Römern kann sich ein Vater entscheiden, seinen Kindern die Rechtsfreiheit zu verleihen, und sie damit freigeben. Das kann durch Willen und durch den persönlichen Tod geschehen. Bei den Germanen allerdings wird sind die Kinder des Muntwalters allerdings nicht automatisch frei, sondern müssen sich erst als fähig beweisen, für die Sippe zu sorgen und sie sicher zu führen. Das kann unter den Söhnen eines Vaters ausgefochten werden, aber die Sippe kann sich auch entscheiden einen Muntwalter zu wählen wenn sich einer der Söhne, oder gar der Bruder des ehemaligen Muntwalters, im Krieg und im Frieden als Anführer bewiesen hat. In den kleineren Sippen ist es natürlich sehr viel einfacher, weil oft keine Aspiranten miteinander konkurieren können um die Sippe nicht noch weiter zu schwächen. In größeren Sippen ist das alles aber nicht selten Grund zum Streit."


    Die Frage zum Handelskonsortium stellte Vala vor ein Problem: er hatte keine Antwort auf diese Frage. Er hatte sich nie wirklich mit den Handelsaktivitäten seines Vetters beschäftigt, und jetzt war er hoffnungslos überfragt.


    "Also..", mutmaßte er fröhlich ins blaue hinein und versuchte dabei seine Unsicherheit so gut wie möglich zu kaschieren, "..wendet man sich direkt an das Handelskonsortium an sich. Derjenige, der den jeweiligen Betrieb dann sein eigenen nennt wickelt dann das Geschäft ab."