"Achwas?", entglitt es Vala, bevor er seine Worte wieder in Zaum legte, "Aelius Archias. Interessant.. dann wünsche ich euch beiden, trotz dieses unglücklichen Moments, alles Gute. Auch wenn ich zugeben muss, dass Silanus' Wahl besser hätte sein können." Zumindest war das Valas Gedanke. Wie konnte er auch ahnen, dass es sich hier um eine der im römischen Reich so absolut untypischen Liebesverbindungen handeln konnte? Der kleine Stich gegen Archias war das einzige, was er sich an Frotzelei im Moment leistete, Vala zog es vor, diesen Konflikt auf andere Art und Weise auszutragen.
"Wie könnte ich dir böse sein?", lächelte Vala dann wieder nonchalant, "Ich bin ja froh, dass du diesen Überfall überlebt hast, nicht jeder ist so glücklich, wie die arme Seele des Leander ja bewiesen hat. Töricht war es dennoch, gerade, wenn man an das denkt, was noch kommen wird. Du hättest die Verbindung deines Hauses mit dem der Aelier riskiert. Als Frau hat man mehr zu verlieren, als nur das eigene Leben."
Er stützte das Kinn auf die geballte Faust und blickte nachdenklich an Axilla vorbei. Er hatte einmal, kaum zehnjährig, miterlebt, wie ein Stammesfürst einen des Verrats beschuldigten Mannes durch Worte in die Ecke getrieben hatte, bis er sich schließlich selbst verriet, und damit sein Schicksal und das seiner gesamten Sippe besiegelt hatte. Die Rache des Richs war fürchterlich ausgefallen, für jeden Mann, der durch den Verräter sein Leben verloren hatte, hatte er sich eins aus der Sippe des Mannes zurück geholt. Das hatte Vala sehr imponiert, vor allem die Art und Weise, wie der Mann mit Worten umgegangen war. Seitdem hielt Vala auf die Rhetorik große Stücke, und übte sich darin wann es nur ging. Wie zum Beispiel jetzt.
"Rom ist gefährlich, fürwahr.", er schlug mit der Hand auf das Knie, und lächelte Axilla erleichtert an, "Es mag seltsam erscheinen, aber da können wir ja von Glück reden, dass dich dieses Unglück VOR der Hochzeit ereilt hat, und nicht etwa danach... gar mit einem Kind unter dem Herzen."
Hätte Vala das spätneuzeitliche Billard gekannt, er hätte eine solche Allegorie gezogen: es kam immer darauf an, wie man die Kugeln spielte. Jede Kombination aus Kraft und Winkel führte im gekonnten Umgang mit Bande und Kugeln zum gewünschten Resultat. Oder zum Sieg des Gegners.
Unbekümmert und mit aufmerksam lächelndem Blick stellte Vala eine Frage, deren Antwort er schon kannte. Der Aelius würde den Loki tun und ihn auf seiner eigenen Hochzeit dulden. Allerdings folgte die Frage einem ganz anderen Ziel als der simplen Antwort. Die Frage allein barf schon Valas Absicht, sich als Freund Axillas zu positionieren. Er würde gegenüber einem bestimmten Römer Stillschweigen darüber bewahren müssen, wollte er sichergehen, dass dieser ihm nicht vor die Füße kotzt.
"Ich hoffe, ich bin eingeladen? Als Freund?"