Lucius Accius Damio
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"DAS WIRST DU SICHERLICH NICHT TUN!!!", brüllte Damio seinem Gegenüber ins Gesicht, jenseits jeder Selbstbeherrschung. Sein Gesicht war puterrot angelaufen und Vala wischte sich mit einem Ärmel Speichelspuren aus dem Gesicht bevor er den sonst so besonnenen Römer weiter regungslos anstarrte. Er hockte auf einer hölzernen Bank und hörte sich den Wutausbruch seines Lehrers nun schon geschlagene zehn Minuten an, in denen er nichts weiter getan hatte als dazusitzen und den Mann anzustarren.
"DAS HIER IST KEIN VERDAMMTER BUSCH IN GERMANIA, WO DU JEDEN ZU HEL SCHICKEN KANNST WIE ES DIR PASST, DU GOTTVERDAMMTER BARBAR!!!", krächzte Damio noch einmal aus seiner mittlerweile wundgescheuerten Kehle und fuchtelte noch einmal wild mit dem linken Zeigefinger vor der Nase des jungen Germanen herum. Seine Frau hatte nach einer Minute das Haus verlassen, mit dieser Gemütsregung ihres Mannes absolut unvertraut, und hatte die Kinder mit sich auf einen Bummel über den nahen Mercatus genommen, nur um dieser Tirade zu entgehen, die gerade im Hortus wütete.
Vala hatte selbstverständlich mit nichts anderem gerechnet, war Damio doch ein so fest in seine Ideologien verstrickter Politiker, dass man enttäuscht sein musste es in dieser Situation mit was anderem als geballter Ablehnung konfrontiert zu werden. So hatte er sich in sich selbst verschanzt und wartete gelassen auf ein Abflauen des Sturms.
Linus von Patrae
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"Damio, beruhige dich...", schaltete sich Linus ein, der in einem Korbstuhl neben einer der Säulen saß die den Hortus von der Casa trennten, und sich die meiste Zeit das Schauspiel süffisant lächelnd angeschaut hatte, doch von dem tobenden Römer wirsch unterbrochen wurde
"DAS WERDE ICH NICHT TUN! TUE BLOSZ NICHT SO SCHEINHEILIG, DU HAST DEN JUNGEN DOCH MIT SICHERHEIT ZU DIESEM WAHNSINN ANGESTIFTET!!", zeigte nun der Zeigefinger anklagend in Richtung des Griechen, der eine verletzt-unschuldige Miene machte.
"Das war ganz alleine seine Idee. Ich kann einen gewissen Stolz nicht verhehlen, dass Vala von sich aus auf diesen Gedanken gekommen ist. Jetzt krieg dich doch mal wieder ein, der Aelius hat seine... eh... nun... eh... Ehre... angekratzt und unseren Mann in aller Öffentlichkeit beleidigt. Ich finde, er hat sich das Recht auf Genugtuung verdient.", sprach Linos in einem Tonfall, als hätte er gerade das aktuelle Wetter erklärt.
"ABER NICHT INDEM ER SEINE FRAU UMBRINGT!", geiferte Damio wieder in erhöhter Lautstärke.
"Umbringen LÄSST, Damio. Das ist ein Unterschied.", ergänzte der Grieche trocken, der die Arme vor der fetten Brust verschränkte und den Römer selbszufrieden anblickte.
"Ich wusste ja immer, dass du einen Hang zum makabren hast, elender Helene, aber das hier geht eindeutig zu weit. Wir können einen Menschen nicht umbringen nur um einen anderen zu bestrafen, weil er Vala mit einer Schüssel geschlagen hat!", schrie Damio den alten Griechen an, allerdings eine ganze Spur leiser als vorher.
"Süßspeise.", konstatierte Vala, der zum ersten Mal seit langem die Stimme erhob.
"BITTE?", schaute Damio ihn irritiert an.
"Es war die Süßspeise. In der Schüssel. Nicht die Schüssel selbst.", erklärte Vala ungerührt, den Blick entschlossen auf dem Römer ruhen lassend, der ihn nun ansah als hätte der junge Germane tatsächlich den Verstand verloren.
"Was glaubst du eigentlich wer bei Pluto du verdammt nochmal BIST? DU BIST EIN ELENDER SCRIBA! NICHT CALIGULA!!!", steigerte Damio wieder sein Stimmvolumen, dass der Speichelfaden nur so flog.
"Oh oh..", mischte Linus sich belustigt ein, "..er hat das böse C-Wort gesagt!"
"Ich... ich bin von Wahnsinnigen umgeben.", gab der Römer schließlich auf, und ließ sich mit leerem Blick auf die Bank neben Vala nieder, "Eindeutig. Man kippt dir Süßspeise ins Gesicht, und du lässt dafür einen Menschen über die Klinge springen. Wie verdorben... was für ein Monster bist du eigentlich?"
"Ein sehr kreatives..", klopfte Linus sich selbst auf die Schultern, als hätte er das alleine vollbracht.
"Ahja?", hakte Damio nach, der roch, dass das noch nicht alles war.
"Japp.", meinte Linus zufrieden, "Der Fuchs hat kurz darauf die volle Verantwortung für das Geschehene auf sich geladen. Ein Schelm wer dabei böses denkt.."
Irritiert blickte Damio Vala an, der schweigend neben ihm hockte und ihn betrachtete wie ein Rabe des einladende Stück Aas. Unwillkürlich rückte der Römer ein Stück von dem jungen Mann ab: "Und was soll das bedeuten?"
"Ein Mann, der schuldig ist hat keinen Grund sich zu rächen, oder?", erläuterte Linus knapp den Gedankengang, den Vala am Tag zuvor schon gehabt hatte, "Wie also sollte man annehmen können, die Tat wäre ein Racheakt wenn es doch garnichts zu rächen gab."
"Du Monster...", blickte Damio Vala an, kam aber nicht umhin über die Raffinesse ins Lächeln zu geraten, "Du verdammt gerissenes Monster. Aber der Aelius... er wird wissen, dass es ein Racheakt war."
"Und das...", murmelte Vala mit entschlossenem Blick, "..ist alles, was ich will."