Beiträge von Iunia Serrana

    [Blockierte Grafik: http://i839.photobucket.com/albums/zz312/Inpa67/brian1.jpg]
    _______
    Artanes



    Es war noch nicht allzu viel Zeit vergangen, seit Artanes selbst aus Rom zurück gekehrt und sofort in den Tempel geeilt war, dessen Sicherheit schließlich seine maßgebliche Aufgabe war, und den er, wenn auch aus verständlichen Gründen, bereits lang genug in der Obhut Anderer gelassen hatte. Die wenigen Stunden seit seiner Rückkehr hatten kaum gereicht, um ein wenig nach dem Rechten zu sehen und mit seinen überlebenden Gehilfen zu sprechen, doch als ihm die Ankunft des Pontifex Flavius Gracchus gemeldet wurde, eilte der Rex Nemorensis direkt zur Pforte, um seinen Besucher persönlich in Empfang zu nehmen.


    "Pontifex Flavius," grüßte er mit dem seinem Gegenüber gebührenden Respekt, ohne dabei allzu unterwürfig aufzutreten, "ich wünschte, wir hätten uns unter anderen Umständen kennengelernt, aber ich bin aufrichtig froh, dass du so schnell hierher kommen konntest."

    "Ja, das mag sein." Männer hatten es vom Tag ihrer Geburt an leichter als Frauen, ob das nun ihre persönlichen Freiheiten, beruflichen Möglichkeiten oder auch nur den Umgang mit anstrengenden Müttern oder Großmüttern betraf. Trotzdem hatte Serrana nie wirklich den Wunsch gehabt, ein Mann zu sein, schon gar nicht jetzt, wo sie wider Erwarten ihr privates Glück gefunden hatte, sowohl was ihre Familie als auch ihren Beruf betraf.
    Die Bemerkung, die Sedulus über das mögliche Geschlecht ihres künftigen Kindes machte, weckte dann ihre besondere Aufmerksamkeit, denn darüber hatte sie sich auch schon den einen oder anderen Gedanken gemacht.


    "Naja, egal, ob Junge oder Mädchen, ein bisschen Selbstbewusstsein schadet nie, und ehrlich gesagt, fällt es mir schwer, mir einen schüchternen Germanicus vorzustellen." erwiderte Serrana das Lächeln ihres Mannes. "Aber du möchtest doch sicher zuerst einen Sohn haben, nicht wahr?" Sie persönlich war nach wie vor derart mit der Frage beschäftigt, ob sie die Geburt ihres Kindes überhaupt überleben würde, dass es ihr vollkommen gleichgültig war, welches Geschlecht dieses haben würde. Aber römische Männer brauchten nun mal Söhne, und da bildete auch Sedulus keine Ausnahme.

    [Blockierte Grafik: http://i839.photobucket.com/albums/zz312/Inpa67/_323051_grandma_walton150-1.jpg]
    ________
    Pedania Iunor




    "Nun, der auf eine erfolgreich absolvierte Ausbildung folgende Schritt wäre nun die Tätigkeit eines Aedituus, also eines Tempelverwalters in einem der Heiligtümer unserer Stadt. Du wärst für den reibungslosen Ablauf aller kultischen Handlungen an diesem Ort verantwortlich und könntest einiges an zusätzlicher praktischer Erfahrung sammeln, bevor du dich um die höheren Ämter des Cultus Deorum bemühst. Was diese betrifft, solltest du dich vielleicht mit deinem Verwandten, dem ehrwürdigen Pontifex Flavius Gracchus, unterhalten, er wird dir sicher einen Weg weisen können, der für dich und deine unleugbaren Fähigkeiten am besten geeignet ist." Pedania nickte ihrem Schüler aufmunternd zu und ließ ihren Blick dann durch den Tempel schweifen. "Ich persönlich habe leider keine Entscheidungsgewalt über die Zuordnung der Aeditui, aber vielleicht wäre es ja möglich, dir den Tempel des Apollon anzuvertrauen."

    Sol also. Serrana, die, wie üblich, Romanas Entscheidung nicht eine Sekunde in Frage stellte, griff unwillkürlich nach dem kleinen Sonnenanhänger, den sie als Erinnerung an ihre Mutter an einer Kette um den Hals trug und nickte dann.


    "Ja, das macht natürlich Sinn. Dann beginnen wir im Heiligtum des Sol. Dann müsste ich ein weißes Opfertier besorgen, ein Ziegenbock vielleicht? Natürlich wäre auch ein männliches Lamm möglich, aber...ähm, das möchte ich nicht so gern opfern." Zuzugeben, dass ihr ein weiteres Lamm nach dem Fiasko bei der Haruspizin in der Casa Iunia schlichtweg unheimlich und wenig vielversprechend erschien, schaffte Serrana dann doch nicht, wäre das doch wieder ein Musterbeispiel für ihren von Axilla so gescholtene Superstitio gewesen. "Dann bleiben allerdings noch die Gaben für den unblutigen Teil übrig. Wein und Weihrauch passen ja immer, aber was noch? Früchte vielleicht, die zum Wachstum viel Sonne brauchen?" Bislang hatte sie dem Sonnengott noch nie etwas geopfert, und sah ihre Freundin daher auch entsprechend ratlos und unentschlossen an. Nicht auszudenken, wenn schon beim ersten Opfer ein Fehler oder Missgriff unterlaufen würde...

    Nachdem sie sich vergewissert hatte, dass Sedulus auf eine weitere Revanche verzichtete, ließ sich Serrana wieder mit dem Kopf auf seiner Brust nieder und stieß einen wohligen Seufzer aus, während sie den einen Arm um seinen Oberkörper legte.


    "Wahrscheinlich hast du Recht, wobei Großmutter aus ihrer ersten Ehe ja auch zwei Söhne hatte, und zumindest auf den einen war sie immer furchtbar stolz und hat viel von seinen Heldentaten in Germanien erzählt. Vielleicht ist der ja besser mit ihrer Art klar gekommen als ich, oder sie war netter zu ihm als zu mir." Serrana seufzte erneut und strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. "Weißt du, ich hoffe wirklich, dass unser Kind mehr wie du wird und nicht wie ich. Dann lässt es sich zumindest nicht soviel gefallen."

    Alle Zeit der Welt? Bei dieser doch eigentlich aufbauend gemeinten Bemerkung schoss ohne Vorwarnung wieder eine kurze Panikwelle durch Serranas mittlerweile schon deutlich entspannteren Körper, und sie schaute angestrengt auf den Stoff von Sedulus' Tunika, damit er ihr das nicht ansah und sich direkt wieder Sorgen machte. Aber vielleicht hatte er ja wirklich Recht, und sie hatten noch Zeit genug für all die Dinge, auf die sie sich als junge Familie freuten und nicht nur noch ein paar Monate, die von Tag zu Tag mehr ineinander schrumpften. Das Knuffen ihres Mannes lenkte Serrana erfreulicherweise wieder von diesem kurzen dunklen Gedanken ab und so revanchierte sie sich ihrerseits erneut, bevor sie einen gespielt empörten Gesichtsausdruck aufsetzte. "Das kannst du mir ruhig glauben. Als Kind hab ich die halbe Zeit stocksteif dagestanden und keinen Ton gesagt, zumindest wenn Großmutter in der Nähe war. Sie hat mich ja nicht umsonst immer eine verhuschte iunische Maus genannt. Würde mich nicht wundern, wenn sie das heute noch täte."

    Für einen Moment verspürte Serrana den fast übermächtigen Impuls, der streichelnden Hand näher zu rücken und sich an den weißen Stoff von Romanas Vestalinnen-Gewand zu schmiegen, hielt sich dann aber doch zurück. Was würde die Claudia dann auch von ihr denken, ganz abgesehen davon, dass sie, Serrana, mittlerweile eine erwachsene, verheiratete Frau war und selbst ein Kind erwartete. Nun ja, ganz so erwachsen, wie sie gedacht hatte, offenbar doch noch nicht, aber schließlich galt es doch, ihre Rolle als römische Matrone so gut wie möglich auszufüllen, auch wenn ihre Bedürfnisse im Moment ganz andere waren.


    "Ja, wirklich." sagte sie stattdessen und nickte noch einmal bekräftigend. Komisch, dass die Vestalin so wenig von ihren eigenen Fähigkeiten überzeugt zu sein schien, wo ihr die dankbare Serrana doch schon fast einen übermenschlichen Status zubilligte. Bei Romanas nächsten Worten kam ihre neugewonnene Zuversicht jedoch wieder ein wenig ins Wanken. So viele Götter und damit auch ebenso viele Tempel....


    "Ja, du hast Recht, es wäre zu schrecklich, wenn mir einer der Götter sein Wohlwollen verweigern würde, weil ich ihn eventuell nicht genug beachtet habe. Glaubst du, es ist wichtig, in welcher Reihenfolge wir das machen? Aber welcher von diesen Gottheiten ist die Wichtigste? Aesculapius vielleicht? Oder Sol? Oder doch eher Proserpina? Und meinst du, es wäre in Ordnung, wenn alle die gleichen Opfergaben bekämen?"

    Serrana folgte dem Blick ihres Mannes hinab zu ihrem mittlerweile nicht mehr zu übersehenden Bauch und ergriff kurz seine Hand, bevor sie den Kopf schüttelte und ihn anlächelte. "So schlimm wird es schon nicht werden, mach dir keine Sorgen. Und falls es mich wirklich zu sehr mitnehmen sollte, dann kann ich immer noch früher gehen und in der Sänfte auf dich warten." Deutlich aufgeregter als man es ihr nach aussen hin ansah, spähte sie dann wieder hinunter in die Arena. Immerhin waren dies ihre ersten Gladiatorenkämpfe überhaupt, auch wenn sie schon seit über einem Jahr in Rom lebte, und bislang hatte sie noch nie einen Kampf gesehen, der vielleicht jemanden das Leben kosten würde. Fast ein wenig dankbar für die nächste Bemerkung riss sie sich von diesen Gedanken wieder los und versuchte, den Leiter der Gladiatorenschule auf Sedulus' Fingerzeig hin auszumachen.


    "Also, ich kenne ihn ganz sicher nicht." sagte sie dann und schüttelte erneut den Kopf. "Woher könntest du ihn denn kennen? Aus der Zeit bei den Cohortes Urbanae vielleicht?"

    [Blockierte Grafik: http://i839.photobucket.com/albums/zz312/Inpa67/_323051_grandma_walton150-1.jpg]
    ________
    Pedania Iunor



    Aufgrund ihrer durchweg positiven Erfahrungen, die sie mit dem jungen Flavier bislang gemacht hatte, hatte die alte Priesterin einen negativen Ausgang des Opfers für so gut wie unmöglich gehalten. Dennoch atmete sie unmerklich auf, als am Ende der reibungslos verlaufenen Zeremonie das Litatio ertönte und entspannte sích erst jetzt völlig, während sie ihrem Schüler entgegensah und ihm bei seiner Ankunft anerkennend zunickte.


    "Das war ein wirklich makelloses Ritual, kein Wunder, dass Iuppiter dein Opfer angenommen hat. Behalte dir diese Sorgfalt und Gründlichkeit bei, dann wirst du den Göttern immer ein wohlgefälliger Diener sein, gleich welchen Rang du auch in Zukunft einnehmen wirst."

    "Aufbrausend? Ich? Ich bin doch nicht aufbrausend!" Warme Haut und beruhigender Herzschlag hin oder her, nach dieser Bemerkung ihres Mannes schnellte Serranas Kopf aus seiner gemütlichen Position direkt wieder in die Höhe. Mit funkelnden Augen sah sie ihn an, bis ihr nach einigen Sekunden bewussst wurde, was sie da gerade tat, und sie zu kichern anfing. "Na wundervoll, meine guten Vorsätze haben genau eine Minute gehalten, wenn das nicht vielversprechend ist." stieß sie mit einem Glucksen hervor und stuppste Sedulus sanft in die Seite, bevor sie sich wieder mit ihrem Kopf auf seiner Brust niederließ. "Na gut, dann bin ich halt ein klein wenig aufbrausend, aber das muss etwas mit dir zu tun haben, vor unserer Hochzeit war ich nämlich nie so, da kannst du jeden fragen."

    "Natürlich tust du das nicht, auf so eine Idee würde ich doch niemals kommen." versicherte Serrana, und ihre Wangen verfärbten sich gleich noch ein bisschen mehr. Vielleicht würde es besser sein, lieber nichts mehr zu dem Thema zu sagen, das einzige, was sie im Augenblick mit ihren unbeholfenen Äusserungen zu erreichen schien, war sich selbst, oder noch schlimmer, Romana, in Verlegenheit zu bringen.'Reiss dich endlich mal zusammen, immerhin sieht die Zukunft doch schon längst nicht mehr so hoffnungslos aus wie vor Romanas Besuch' schalt sie sich selbst, und nachdem sie einmal tief ein und ausgeatmet hatte, wurde Serrana tatsächlich wieder entspannter und ruhiger, wozu ganz offensichtlich auch das Streicheln ihrer Haare beitrug. Serrana genoss diese Berührung, die ihr bei vielen anderen Menschen vermutlich unpassend erschienen wäre und stellte plötzlich fest, dass die große Vestalin sie irgendwie an ihre Großmutter erinnerte, wenn auch eher in der Art und Weise, wie sie selbst sie gern gehabt hätte. Romana strahlte eine ganz ähnliche Souveränität und Unbeirrbarkeit aus wie Laevina, doch wurden diese positiven Eigenschaften nicht wie im Falle ihrer Großmutter durch ein unnahbares und gnadenloses Auftreten getrübt. Ob sie selbst sich wohl anders entwickelt hätte, wenn sie bei einer Frau wie Romana aufgewachsen wäre und nicht bei der unbarmherzigen Germanica? Nun, darüber nachzudenken war jetzt ohnehin müssig, jetzt war es viel wichtiger dafür zu sorgen, dass sie sich um ihr eigenes Kind würde kümmern können.


    "Ja, du hast sicher recht. Ich habe schon ein viel besseres Gefühl bei der Sache als noch vor einer Stunde." nickte sie und spürte, dass es tatsächlich die Wahrheit war, auch wenn natürlich immer noch ein Rest von Unsicherheit und Angst übrig geblieben war. "Es wäre wundervoll, wenn du bei der Geburt dabei sein könntest, aber jetzt sollten wir erst einmal über das Sühneopfer nachdenken, von dem hängt ja so unendlich viel ab."

    [Blockierte Grafik: http://i839.photobucket.com/albums/zz312/Inpa67/brian1.jpg]
    _______
    Artanes



    Nachdem er noch einmal die Ereignisse der letzten Nacht Revue hatte passieren lassen, zuckte Artanes mit den Schultern und schüttelte bedauernd den Kopf. "Im Moment fällt mir nichts mehr ein, was wichtig sein könnte, aber sollte das noch passieren, werde ich es dir natürlich sofort sagen, Pontifex Tiberius." Allmählich fühlte sich der Kopf des Rex Nemorensis an, als hätte man ihn stundenlang hin- und her geschüttelt, um ihn dann in aller Ruhe auszuwringen. Natürlich hatte er sich angesichts des Feiertags bereits im Vorfeld auf eine lange und schlaflose Nacht eingestellt, aber mit derartigen Ereignissen hatte er beim besten Willen nicht gerechnet und allmählich forderten sie auch bei dem bärenstarken und nicht allzu schnell zu ermüdenden Mann ihren Tribut.

    Seit ihrer Ankunft in Rom und vor allen in den Monaten seit ihrer Hochzeit war Serrana in mancherlei Hinsicht schon deutlich erwachsener und souveräner geworden, doch so ganz hatte sich die ihr eigene Naivität immer noch nicht geschlagen gegeben, und so sah sie erst ihren Mann und dann Decimus Verus ausgesprochen überrascht und auch leicht verwirrt an. "Ist das wirklich wahr, Quintus? Ich hatte zwar schon ab und zu den Eindruck, dass einige der Sklaven mich hier neugieriger ansehen als damals in der Casa Iunia, aber ich hätte nie gedacht, dass es für sie so spannend sein könnte, dass ich ein Kind erwarte." Serrana schüttelte in aufrichtiger Überraschung den Kopf und schenkte Aculeo dann ein dankbares Lächeln, bevor sie zu Sedulus hinüberzwinkerte. "Oh, vielen Dank, das ist lieb von dir, Aculeo. Ich bete jeden Tag zu den Göttern, dass sie unserem Kind Gesundheit und Wohlergehen schenken." Und ihr selbst eine lebendig überstandene Niederkunft, aber das behielt Serrana lieber für sich, zumal es ihr ohnehin besser ging, wenn sie diese speziellen Ängste so gut wie möglich verdrängte. "Hast du gehört, Quintus? Dein Verwandter hält uns für schön und intelligent. Jemand hat sich wirklich viel Mühe mit seiner guten Erziehung gegeben."

    Er hatte ihr zwar schon häufiger im Verlauf ihrer Ehe und auch schon davor viele Komplimente in Bezug auf ihr Aussehen gemacht, aber als schön hatte er sie bislang noch nie bezeichnet. Und dass es gerade in einem Moment geschah, in dem sie mit zerwühlten Haaren und Kleidern, vom vielen Weinen zugeschwollenen Augen und geröteter Nase, sowie einem sich immer deutlicher rundenden Bauch neben ihm lag, ließ eine warme Welle durch Serranas rieseln, und sie seufzte leise und zum ersten Mal an diesem Tag zufrieden auf. Den Kopf jetzt auf seine Brust gelegt, hörte sie Sedulus weiter zu und nickte irgendwann. "Mir würde ein gläserner und kalter Mann auch nicht gefallen, es ist viel schöner, deine warme Haut zu spüren und zu hören, wie dein Herz schlägt."Und nur einige Sekunden später nickte sie erneut und drückte einen Kuss auf seine Brust." Ich danke dir, dass du es versuchen wirst. Aber ich selbst muss auch noch viel lernen. Ich werde mir Mühe geben, in Zukunft gelassener zu bleiben und nicht jedesmal gleich derartig die Fassung zu verlieren. In dieser Hinsicht kann ich vermutlich noch etwas von Großmutter lernen, wenn die nicht möchte, dass man ihr etwas anmerkt, dann tut man es auch nicht."

    "Natürlich spricht nichts dagegen." antwortete Serrana, die sich durch Umbricius' Antwort bestätigt fühlte, mit einem eifrigen Nicken. "Das wäre ehrliches Geld für ehrliche Arbeit, auch wenn du am Anfang vielleicht nicht allzu viel verdienen würdest. Und falls du dich für Politik interessierst, könntest du sicher einiges von Sedulus lernen, er ist ja schon eine ganze Weile im Senat." Im Grunde waren die Probleme und damit die Gründe für die momentane Unzufriedenheit des jungen Germanicus gar nicht so schwer zu beheben, und die Iunia freute sich, dass sie dazu beitragen konnte, zumal sie auf diese Weise von seinen anderen Äusserungen abgelenkt wurde.
    "Wenn du den Cursus Rerum Vulgares absolvieren willst, müsstest du zur Schola Atheniensis gehen und dich dort anmelden. Und dort kannst du dann auch gleich das übrige Kursangebot einsehen und nachschauen, was dich vielleicht interessieren würde. Wenn du magst, können wir mal zusammen dort vorbeischauen, ich hab nämlich schon überlegt, vielleicht noch einen Lehrgang zu absolvieren, bevor das Kind kommt und ich nicht mehr so viel Zeit habe."

    "Nun, in allen Belangen wird es wohl nicht nötig sein, ich bin ja schließlich nicht aus Glas." lächelte Serrana, deren körperliche und auch geistige Anspannung endlich abklangen, so dass sie sich allmählich wieder wohler in ihrer Haut fühlte. "Und ich bin sehr gespannt, ob du das wirklich schaffst, ich kann mir dich nämlich gar nicht ohne deine ständigen Kommentare vorstellen." Ihre Hand strich geistesabwesend über die Brust ihres Mannes, während sich das Lächeln auf ihrem Gesicht verbreiterte. "Aber das gehört ja auch zu dir, und ich liebe dich, so wie du bist. Alles andere wäre ja nicht mehr mein Sedulus." Serrana kuschelte sich wieder etwas enger an und kicherte dann, als er vorschlug, ihrem Schüler zur Not Respekt beibringen zu wollen. "Oh, ich denke, das brauchst du nicht. Flavius Flaccus ist wirklich ein sehr höflicher und wohlerzogener junger Mann, und wenn es so weiterläuft wie bisher, dann kann ich wirklich sehr zufrieden sein."

    [Blockierte Grafik: http://i839.photobucket.com/albums/zz312/Inpa67/_323051_grandma_walton150-1.jpg]
    ________
    Pedania Iunor



    Kurz vor dem Flavier und seinen Begleitern waren auch Serrana und Pedania Iunor am Tempel des Iuppiter auf dem Capitol angekommen. Die Iunia, der man ihre fortgeschrittene Schwangerschaft mittlerweile deutlich ansah, verabschiedete sich jedoch bereits ausserhalb des Heiligtums wieder von ihrer Priesterkollegin, um dort den Ausgang des Opfers abzuwarten, während Pedania ihrem Schüler in den Tempel folgte und dort ebenfalls als erstes die rituelle Reinigung vollzog. Ruhig und äusserlich völlig unbewegt verfolgte sie die einzelnen Handlungen des Flaviers, achtete auf jedes Wort, jede Bewegung und nickte kaum merklich, als dieser mit einer Rechtsdrehung das Voropfer beendete und sich nach draussen zu dem von ihm ausgewählten Opfertier begab. Bisher war alles reibungslos verlaufen, und Pedania war sich relativ sicher, dass sie auch weiterhin nicht würde eingreifen müssen, schließlich hatte Flavius Flaccus sich in den letzten Wochen und Monaten als ausgesprochen aufmerksamer und lernbegieriger Schüler erwiesen.

    [Blockierte Grafik: http://i839.photobucket.com/albums/zz312/Inpa67/brian1.jpg]
    _______
    Artanes


    Die Falten auf Artanes' Stirn vertieften sich noch, dann schüttelte er bedauernd den Kopf. "Tut mir Leid, die Namen kann ich dir nicht nennen, dafür war zu wenig Zeit in all dem Chaos dort. Aber scheinbar gehörten alle Sklaven, die unmittelbar an dem Vorfall beteiligt waren, dieser Frau. Ein Grieche, ein hellhaariger Kelte und ein Ägypter oder Syrer, würde ich vermuten." Bei den letzten Worten drehte sich der Rex Nemorensis suchend im Atrium hin und her. Waren die drei nicht gemeinsam mit ihm, seinen Gehilfen und der festgenommenen Frevlerin hergekommen?