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Artanes
Wieviel Zeit war eigentlich vergangen, seit er den Weihrauch in die Glutschale gestreut und mit seinem Opfer hatte beginnen wollen? Artanes hatte inzwischen jegliches Zeitgefühl verloren und ging noch eine Weile wie ein Schlafwandler zwischen den Bäumen umher, bis sein Verstand endlich wieder vernünftig zu arbeiten begann und er selbst die ersten Befehle brüllte, um an diesem Ort des Grauens zu retten, was noch zu retten war. Er trommelte die Überlebenden zusammen, und nach kurzer Befragung hatte sich der Gehilfe eines Medicus gefunden, dem es gut genug ging, um sich zumindest notdürftig um die vielen Verletzten zu kümmern. Der Rex Nemorensis packte selbst so gut wie möglich mit an, hielt den einen oder anderen bei der Untersuchung wild um sich schlagenden fest und tat sein Bestes, um mit anderen Helfern die überall im Hain umherliegenden Verwundeten zu finden und zu einer gemeinsamen Sammelstelle zu bringen. Immer wieder musste er seine Arbeit unterbrechen, um den verzweifelten Menschen Trost zu spenden und ihnen gut zuzureden, obwohl das noch nie seine große Stärke gewesen war.
Aus den Augenwinkeln bekam er irgendwann auch den Sturz seiner Gefangenen mit, fuhr jedoch mit seiner Arbeit fort, nachdem er sich vergewissert hatte, dass sie noch am Leben war und es offensichtlich auch bleiben würde. Irgendwann würde sich der Medicus auch um sie kümmern, aber im Moment hatten die Menschen Vorrang, die zum Teil noch viel noch schwerer verletzt waren als sie. Der hellhaarige Sklave, der in ihrer Gesellschaft gekommen war, schien einen kurzen Disput mit einem dunkelhaarigen Fremden zu haben, der es offensichtlich eilig hatte, fortzukommen und Artanes warf ihm einen fragenden Blick zu, bevor er sich wieder den Verletzten zuwandte.
Und wieder verging eine ganze Weile, bis plötzlich erneut Hufgetrappel durch den Hain schallte, diesmal jedoch nur von einem einzelnen Pferd, das sich im Galopp näherte. Artanes sprang auf und sprang förmlich darauf zu, nachdem er seinen eigenen Boten wiedererkannt hatte.
"Ich komme direkt von Pontifex Tiberius persönlich." stieß dieser atemlos hervor, nachdem er mit wackeligen Knien abgestiegen war. "Er hat befohlen, die Gefangene unverzüglich zu ihm nach Rom zu bringen, um sie verhören zu können. Du solltest keine Zeit verlieren."
Artanes nickte und sah dann wieder zu der bewusstlosen Frau hinüber, die sich immer noch nicht wieder rührte. "Gut, dann machen wir uns auf den Weg, aber wir werden dein Pferd brauchen, um sie zu transportieren." Eigentlich verließ er den Hain und seine Schützlinge nur höchst ungern, aber immerhin gab es ja jetzt jemanden, der sich ein wenig um sie kümmerte, bis wirkliche Hilfe aus Rom eingetroffen war.