Also doch. Im Grunde war es ja nichts anderes als das, was Serrana ohnehin seit Wochen befürchtet hatte, trotzdem knickten ihr bei den Worten "Götter des Todes", "wahrscheinlich sterben" und "greuliche Omen" die Beine weg und es gelang ihr nur mit Müh und Not, sich noch auf einen Sessel neben Romana zu flüchten. Es dauerte eine ganze Weile, bis auch die hoffnungsvolleren Bestandteile von deren Vortrag in Serranas vor Angst fast gelähmten Verstand ankamen, doch dann setzten sie sofort fieberhafte Überlegungen in Gang. Sie konnte also noch etwas tun, um ihr eigenes Leben zu retten? Wundervoll! Es war zwar keine Rettung im wirklichen Sinne aber doch immerhin eine echte Chance.
"Also wenn ich...wenn ich alles mache, was du gerade gesagt hast, dann....dann kann ich also vielleicht überleben?" fragte sie sicherheitshalber noch einmal nach und griff nach der Hand der Vestalin. "Sag mir bitte, was ich tun soll, ich mache es sofort. Welche Götter sind es, die ich besänftigen muss? Und was opfere ich ihnen am besten? Und..." Nachdem gerade ein Silberstreif der Hoffnung aufgegangen war, fiel Serrana jetzt etwas ein, was ihr plötzliches Hochgefühl schlagartig wieder zunichte machte. "Oh, Romana, das wird nicht funktionieren. Ich bin doch schwanger und darf gar nicht an Opferungen teilnehmen. Oder ist das bei den etruskischen Göttern etwa anders? Was, wenn ich die Götter mit einem Opfer noch wütender auf mich mache, als sie es ohnehin schon sind?"