Beiträge von Marcus Octavius Nauticus

    Der Mann meiner Cousine ist Amerikaner und dient im Irak, und paar Bekannte aus der Royal Army sind auch dort. Die finden es dort überhaupt nicht witzig. Und wenn die Bush bzw. Blair in die Finger kriegen, wird das auch nicht lustig...

    Wir gingen ins nächste Unterdeck.


    "Hier, unter den Mannschaftsquartieren, befinden sich die Nahrungsmittelvorräte. Wenn du diesem Deck bis zum Bug folgst, wirst du an eine Holztür mit einem Riegel davor stoßen. Vor dieser tür steht eine Glaslaterne, mit einer Kerze drin. Mit dieser Laterne kannst du in den Raum gehen, musst sie aber unbedingt in der vorgesehenen Halterung am Eingang abstellen. Es stehen zehn Fässer mit Naphtha in diesem Raum. Damit werden die Brandbolzen gefüllt. Wenn die Fässer hochgehen, bleibt von der Tempestas nicht mal Sägemehl übrig. Fahrlässiger Umgang mit Feuer in dem Raum führt sofort zum Kielholen. Und es ist strengstens untersagt, alleine in diesen Raum zu gehen. Es muss immer eine zweite Person mit einem Eimer voll Wasser dabei sein. Immer!"

    "Gut, gehen wir unter Deck." sagte ich und ging vom Achterdeck hinunter und öffnete die Tür, die unter das Achterdeck führte. Wir befanden uns jetzt in einem Gang mit je drei Türen links und rechts und einer Türe am Ende. Ich ging direkt auf diese Türe zu und öffnete sie, dahinter war die Kapitänskajüte. Sie bot genug Platz für ein Bett, einen Tisch für acht Personen, einen Kleiderschrank und ein Kartenregal.


    "Solltest du mich mal suchen, hier ist die Kapitänskajüte. Die anderen Türen gehören zu den Offizierskajüten. Am anderen Ende des Gangs geht noch eine Treppe zu den Mannschaftsquartieren, die du ja schon kennen wirst. Im Vorschiff sind Ersatztaue untergebracht. Das solltest du dir auf jeden Fall merken."

    "Wir brauchen vier mal so viel Platz zum Wenden wie eine Pentere, wenn wir mit voller Fahrt fahren. Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, wie schnell das ist, aber ich schätze auf etwa 9 Knoten. Damit sind wir mindestens 3 Kn schneller als eine beliebige Galeere und etwa 2 Kn schneller als eine Liburne mit einer gut trainierten Mannschaft. Nur für den Nahkampf sind wir nicht geeignet, aber dafür haben wir je drei Ballisten an Backbord und Steuerbord. Wir schießen den Gegner auf Entfernung kaputt. Und wir sind absolut hochseetauglich. Die Konstruktion dieses Schiffes hat einiges an Zeit gekostet, aber dafür konnte ich mein Studium sinnvoll verwerten."

    Ich ließ Latinius zum Achterdeck kommen.


    "Also, Latinius, ich habe dir ja eine Schiffsführung versprochen. Fangen wir mit dem offensichtlichen an. Die Tempestas ist ein reines Segelschiff. Sie hat drei Masten, wobei die segel nicht als Rahsegel sondern als Schonersegel ausgeführt sind. Das habe ich mir auf einer Reise nach Osten abgeschaut. Jeder Mast trägt zwei Segel, ein großes Hauptsegel und ein Toppsegel darüber. Zwischen Fockmast und Bugspriet sind noch zwei Segel gespannt, die aber nicht beweglich sind. Die Tempestas ist ohne Bugspriet 40 m lang, 8 m breit und hat voll beladen 4 m Tiefgang, wobei der Rumpf dann etwas mehr als 4 m aus dem Wasser ragt. Der Rumpf ist leicht v-förmig im Profil um eine schnellere Fahrt zu ermöglichen. Das Steuerruder ist ebenfalls eine Spezialanfertigung, um schnelle Wendemanöver zu ermöglichen. Allerdings sind Wendekreis und Manövrierfähigkeit schlechter als bei Galeeren. Diese Schwäche wird durch eine deutlich höhere Geschwindigkeit wieder ausgeglichen. Andererseits ist die Anforderung an navigatorisches Können deutlich höher."

    === Mündung des Rhenus ===


    Die Aiax und die Tempestas waren kurz vor Sonnenaufgang losgefahren. Der Wind war ungünstig, so dass die Tempestas nicht segeln konnte. Sie wurde von der Aiax ins Schlepp genommen. Jetzt waren wir an der Mündung des Rhenus angekommen, und der Nordwestwind war kein großes Problem mehr für die Tempestas.


    "Kurs Nord! Segel hissen und hart an den Wind!" befahl ich.


    Das Schlepptau war inzwischen eingeholt. Die Tempestas nahm langsam Fahrt auf und fuhr parallel zur Aiax. Bis auf weiteres würden sich beide Schiffe nicht allzu weit voneinander entfernen.

    Mir ist's egal, ich habe gerade meine Diplomarbeit eingereicht ;)
    Nein, Spaß beiseite, aber Studiengebühren haben den Vorteil, dass die Ich-weiß-nicht-was-ich-machen-soll-also-studier-ich-irgendwas-Leute wegfallen oder angemessen dafür zahlen. Und ich bin auch der Meinung, dass man ohne externen Nebenjob studieren kann. Beispielsweise kann man als studentische Hilfskraft in Forschung und Lehre mitarbeiten. Somit verstehe ich nicht, wie einige Leute ohne Studiengebühren zu zahlen einen Nebenjob benötigen.

    Ein Nauta schaute in Richtung Vorschiff.


    "Was ist los?" brüllte Alexis.


    "Ich glaube, da war was übers Deck gehuscht, Gubernator." antwortete der Nauta.


    "Was ist da vorn los?" rief ich.


    "Er glaubt, da sei was übers Deck gehuscht, Nauarchus. Aber ich denke, das war nur der Nebel." antwortete Alexis.


    "Dann macht weiter mit dem Beladen. Wir werden morgen losfahren. Und wenn ihr die Nacht noch genießen wollt, dann werdet ihr gefälligst schneller fertig!"


    "Jawohl, Nauarchus!"

    "Die Schiffsführung kriegst du auf See, dann siehst du auch gleich, wo alles verstaut ist. Ich gebe dir bis morgen früh frei. Die Besatzung hatte bereits ihren Landurlaub, und du solltest auch die Gelegenheit haben, vorher noch mal kurz auszuspannen."


    Die Besatzung war damit beschäftigt, die Tempestas zu beladen. Mein Erster Offizier, Alexis, beobachtete alles argwöhnisch.

    "Die Mission wird bis zu zwei Monate dauern. Und was deine Aufgaben anbetrifft. Erstmal wirst du in die Besatzung eingegliedert und dir wird beigebracht, die acht Segel dieses Schiffes unter Kontrolle zu halten. Außerdem wirst du in der Bedienung der Ballisten unterwiesen. Ich denke, in zwei, drei Wochen wirst du dann wie jeder Mann dieser Besatzung fähig sein, jede Aufgabe an Bord zu übernehmen, vom Segel setzen über Ballistenschießen bis zum Steuern der Tempestas. Die Besatzung dieses Schiffes ist Elite, Trierarchus Maximus war mein Erster Offizier seit der Jungfernfahrt der Tempestas. Bis ich ihm ein eigenes Kommando gab. Ich hoffe, du wirst meine Erwartungen nicht enttäuschen."

    "Sehr schön. Hübsches Schiff, nicht wahr? Ist nur recht schwer zu navigieren als reines Segelschiff. Und höllisch teuer. Naja, kommen wir gleich zur Sache. Wir werden in Kürze eine Expedition ins Mare Suevicum starten. Die Tempestas und die Aiax werden beide an dieser Mission teilnehmen. Und weil wir dort mit Sicherheit auf Germanen treffen werden, brauchen wir jemanden, der ihre Sprache spricht. Dieser jemand bist du. Fragen?"

    Ich nickte. "Ausgezeichnet. Das wird genügen."


    Dann verkündete ich mit lauter Stimme.


    "Ich werde jetzt die Versetzungen bekannt geben. Das ist relativ einfach. Alle, bis auf Ancus Marcius Latinius, werden auf die Triere Aiax versetzt. Ihr werdet euch unverzüglich bei Trierarchus Maximus melden, er ist der Kommandant der Aiax. Latinius, du wirst auf die Tempestas versetzt. Melde dich dort in einer Stunde. Nautae, wegtreten!"