Ich lachte. "Auf jeden Fall! Trinken wir, nach alter Tradition, auf die Kameraden!" ich stand auf und hob meinen Becher mit Wein. "Auf die, die zur See fahren und auf die, die auf See geblieben sind!" Dann leerte ich den Becher in einem Zug, so wie es die Tradition gebot.
Beiträge von Marcus Octavius Nauticus
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"Dann ist das Rennen vorbei." sagte ich und nahm mir einen Becher Wein. "Jedes dieser Schiffe ist für andere Seeverhältnisse gebaut. Aber ich lade alle Interessierten ein, mich in Germanien zu besuchen und eine kleine Fahrt auf dem Oceanus Germanicus mitzumachen."
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Inzwischen waren wir schon ein ganzes Stück auf die offene See gefahren. Die Wellen wurden höher, was das Rudern erschwerte. Außerdem lag der flache Rumpf der Hermes schlechter im Wasser als der tiefe Rumpf der Tempestas, die für hohen Seegang konstruiert war. Und jetzt änderte mein 1. Offizier noch einmal die Positionierung der Segel der Tempestas. Und sie wurde tatsächlich noch mal schneller.
"Langsam wird's interessant."
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Plötzlich änderte die Tempestas ihren Kurs leicht ab. Dabei lag sie günstiger im Wind und wurde schneller. Dann ging sie wieder auf Parallelkurs zur Hermes und änderte die Ausrichtung ihrer Segel, wobei sie nochmal an Fahrt gewann. Jetzt waren beide gleich schnell.
"Aha, hat er doch was von mir gelernt!" schnaubte ich. -
Ich schaute der Tempestas hinterher, bestimmte ihren Kurs und die Windrichtung und verglich damit die Ausrichtung der Segel. "Warum ist mein Schiff so erbärmlich getrimmt? Das werde ich wohl noch üben lassen müssen! Da wird doch höchstens die Hälfte der möglichen Geschwindigkeit rausgeholt!"
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Die Tempestas sauste haarscharf an der Hermes vorbei und überholte sie dann, wobei sie immer schneller wurde.
"Hoppla, heute liegt sie aber besonders gut im Wind!" meinte ich.
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"Tempestas, Segel hissen! Wir haben hier eine herausforderung zum Rennen!"
"Alle acht Segel?" rief mein 1. Offizier herüber.
"Natürlich alle acht! Und zwar ziemlich zügig, ist das klar?"
Sofort wurden die Segel der Tempestas an allen drei Masten hochgezogen. Das Tempo der Tempestas zog recht rasch an.
Ich lehnte mich entspannt zurück. "Na, dann wollen wir mal sehen. Möchte jemand Wetten abschließen?" -
Ich zog eine Augenbraue hoch. "Soll ich der Tempestas befehlen, alle Segel zu setzen? Dann würde man sehen, was wirklich schnell ist. Aber dazu sind wir schon etwas zu nah am Hafen."
Ich drehte mich zu Licinus. "Danke. Wie kommt's, dass sich alle so über meinen Besuch freuen?"
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"Ganz sicher nicht. Das Schiff würde sonst abheben, wenn die meinen Takt umsetzen!" ich lachte. Hoffentlich würde das der 1. Offizier nicht falsch interpretieren.
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Den Lärm des Rudern war ich schon gar nicht mehr gewöhnt. "Also, mit Verlaub, segeln ist deutlich eleganter..." Der Blick des Kapitäns zeigte deutlich, dass er anderer Meinung war. "Aber Rudern ist natürlich sicherer."
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"Wir haben selbst eine Pentere in Germanien, aber die ist kaum im Einsatz. Dagegen ist eine Trireme in der Tat etwas klein. Aber auf die Größe eines Schiffes kommt es nicht an, sondern auf die Besatzung." ich nahm mir etwas gebratenen Fisch "Aber vielleicht sollten wir den Duumvir nicht ganz so daneben stehen lassen."
Ich drehte mich zu Vibullius.
"Du bist nicht zufällig Vibullius der Redner, oder? Ich nämlich gehört, dass es hier einen sehr guten Redner mit genau diesem Namen geben soll."
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"Naja, also ganz so hochdekoriert bin ich nun auch nicht! Und so bescheiden ist eine Trireme ja wohl auch nicht. In Germanien haben wir fast nur Liburnen. Alles andere läuft da eh auf Grund. Obwohl die Tempestas ein reines Hochseeschiff ist. Tiefgang 3-4 m. Aber der rhenus in Colonia ist tief genug. Gerade eben tief genug." Ich grinste. "Wahrscheinlich hast du noch nie so etwas wie die Tempestas gesehen. Ich nenne sie einen Dreimastsegler, und das trifft es genau. Drei Masten, und sie kann nicht gerudert werden. Nur die Kraft des Windes treibt sie voran. Mein gesamtes technisches Wissen steckt da drin. Sie ist deutlich schneller als Galeeren, benötigt aber mehr Platz zum manövrieren. Deshalb auch meine Bitte, uns in den Hafen zu ziehen. Ich kenne den Hafen Ostia, da ist deutlich zu viel los, um viel Platz für Manöver einzufordern."
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Ich lachte. "Vielgerühmt? Was soll ich denn so tolles gemacht haben?"
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"Der bin ich. Und du bist?"
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Es hörte sich so an, als hätte mich jemand gebeten, an Bord zu kommen. Also ging ich zum nächsten losen Tau und schwang mich an Bord der Trireme. Ich landete kurz vor einem Zivilisten.
"Ich sollte an Bord kommen?" fragte ich mit einem Grinsen.
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"Längsseits gehen! Und zwar vorsichtig!"
Als wir nahe genug dran waren, rief ich hinüber "Kapitän Nauticus grüßt seinen Kollegen! Seid ihr unser Begrüßungskommando?"
"Das sind wir!" antwortete der andere Kapitän.
"Dann könnt ihr uns ja in den Hafen ziehen! Wir sind von Colonia Agrippina bis hier durchgesegelt. Ohne anzulegen!"
"Ordentliche Leistung. Meinetwegen ziehen wir euch rein."
Sim-Off: Wenn ich mich nicht allzu sehr irre, gelten Triremen auch als Galeeren...
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Die Tempestas kam nicht aus der Richtung, aus der normalerweise Schiffe erwartet wurden. Anstatt an der Küste entlang zu fahren, segelte ich direkt übers offene Meer, so dass die Tempestas direkt aus Westen kam. Wir fuhren also direkt in den Sonnenaufgang. Da sah ich eine Galeere vor uns kreuzen.
"Segel reffen! Wir fahren nur noch mit der Großmast-Takelage! Alle anderen Segel reffen!"
Die Tempestas hatte noch ordentlich Fahrt, so dass ich durch die Verkleinerung der Segelfläche die Geschwindigkeit etwas reduzieren wollte. In der Nähe eines Hafens war das immer eine Gute Wahl.
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Sim-Off: Morgen geht's dann in Ostia weiter. Ich mach auch Schluss für heute
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Als alle Segel gehisst waren, nahm die Tempestas recht schnell Fahrt auf.
"Ich habe euch beiden Offizierskabinen reserviert."
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"Es wird sicher interessant."
Ich drehte mich in Richtung Bug. "NAUTAE! LEINEN LOS UND SEGEL HISSEN! UND ZWAR SCHNELLSTMÖGLICH!" Ich drehte eine Sanduhr um. "DIE ZEIT LÄUFT!!!"