Beiträge von Marcus Octavius Nauticus

    "Ganz offensichtlich haben oder hatten wir einen Saboteur an Bord."


    Ich dachte einen Moment nach.


    "Wir werden wie geplant weitermachen. Wenn der Saboteur im Hafen an Bord gekommen ist, aber vor der Abfahrt von Bord gegangen ist, müssen wir nur herausfinden, was er alles sabotiert hat. Ist er noch an Bord, wird er hoffentlich nicht so bescheuert sein, dass er auf hoher See irgendwas sabotiert. Es sei denn, er ist lebensmüde. Und wenn der verletzte Nauta unser Saboteur ist, dann ist er jetzt sowieso außer Gefecht. Du wirst jetzt erstmal jedes Segel, jedes Tau und jede Planke inspizieren. Außerdem wirst du die Vorräte inspizieren."


    An Helena Octavia
    Casa Octavia


    Salve, liebe Helena,


    wenn Du diesen Brief erhältst, dann werde ich mich für Deine Feierlichkeiten entschuldigen müssen, aber ich bin auf See. Ich habe die Verwaltung der Classis Germanica darum gebeten, in diesem Falle diesen Brief abzuschicken. Ich kann also leider nicht an der Feier teilnehmen.
    Momentan befinde ich mich auf einem kleinen Segelausflug ins nördliche Meer. Angeblich soll es da so kalt sein, dass selbst der Ozean gefriert. Das möchte ich mal nachprüfen. Sozusagen eine wissenschaftliche Mission. Ich werde mal sehen, ob ich dir was Schönes mitbringen kann.
    Auf jeden Fall wünsche ich Dir und Publius Tiberius Maximus alles Gute. Mögen die Götter schützend ihre Hand über Euch halten.


    Vale
    Marcus Octavius Nauticus
    Nautischer Kommandant der Tempestas

    "Das Tau ist nicht gerissen!" rief ich und schnappte mir ein Tau, an dem ich mich auf das Deck zurück gleiten ließ. Ich landete direkt vor Titus.


    "Das Tau wurde durchgeschnitten. Verdammte Sauerei! Und ich frage mich, was der nauta alleine da oben zu suchen hatte? Oder wurde das Segel gerade gerefft oder gehisst, als er runter fiel?"

    Ich hatte die zweite Nachtwache übernommen. Als ich am nächsten Morgen den Sonnenaufgang auf Steuerbord sah, genoss ich diesen Augenblick. Der Wind war zwar eisig und auch kräftig, aber das brachte der Tempestas eine ordentliche Geschwindigkeit. Mir gefiel es. Das Pfeifen des Windes und das Knarren der Masten. Allerdings hatte ich auch die Nacht über nachgedacht, wie es zum Reissen des Taus kommen konnte. Irgendetwas schien mir daran merkwürdig zu sein. Inzwischen war es mir eingefallen: Das Tauwerk war, wie die Tempestas, noch neu. Es hätte gar nicht reissen dürfen!


    Ich ging zum Fockmast und begab mich höchstpersönlich hinauf zur Gaffel. Dort, 12-13 m über dem Deck, betrachtete ich das eingeholte Toppsegel und seine Taue. Vor allem das gerissene Tau interessierte mich. Ich suchte das Ende des Taus, und ich war schockiert über das, was ich sah. Es war durchgeschnitten!


    Ich schaute herunter und bemerkte, dass Titus gerade an Deck kam.


    "Hey, Titus, ich bin hier oben! Komm mal rauf, das musst du dir ansehen!"

    "Ganz offensichtlich. Eben musste ich eine Kursänderung zweimal befehlen. Kannst du dir das vorstellen, zweimal!"


    Ich schaute übers Deck. "Nautae, da ist ja Blut auf dem Deck! Alle Mann Deck schrubben!"


    Sie murrten zwar, aber holten sich Eimer und Bürsten und legten los.


    "So, und damit das einfacher geht, singt gefälligst! Ich habe da auch schon das richtige Lied."


    Ich begann zu singen.


    Sim-Off:

    Melodie: What shall we do with the drunken sailor


    "Ebrio quid faciamus nauta,
    Ebrio quid faciamus nauta,
    Ebrio quid faciamus nauta
    Hora matutina?"


    Dann sangen alle im Chor


    "Euge! Et spumat salum,
    Euge! Et spumat salum,
    Euge! Et spumat salum
    Hora matutina."


    "Crapulam primum edormiscat,
    Crapulam primum edormiscat,
    Crapulam primum edormiscat
    Hora matutina."


    "Euge! Et spumat salum,
    Euge! Et spumat salum,
    Euge! Et spumat salum
    Hora matutina."


    Ich wendete mich zu Titus, während der refrain gesungen wurde. "Das wird sie den Vorfall vergessen lassen. Lass sie weitersingen."


    Logbuch des Dreimastseglers Tempestas, ANTE DIEM IX KAL DEC DCCCLIV A.U.C. (23.11.2004/101 n.Chr.)


    Wir legten heute morgen in Colonia Ulpia Traiana ab und machten gute Fahrt bis zur Mündung des Rhenus.


    Eines der Taue des Schonertoppsegels riss. Dabei verletzte sich ein Nauta. Die Schwere der Verletzung steht noch nicht fest, wir haben leider keinen Arzt an Bord.
    Das Schonertoppsegel wurde eingeholt.


    Der Kurs wurde geänder auf Nordost, bei starkem Wind aus West. Wir fahren mit etwa 8 Kn.


    Trierarchus Marcus Octavius Nauticus
    Nautischer Kommandant der Tempestas

    Ich beobachtete, wie das Segel eingeholt wurde. Inzwischen hatten wir die Mündung des Rhenus erreicht.


    "Welchen Kurs, Kapitän?" fragte der Nauta am Steuer.


    Ich überlegte eine Weile, während der das Schiff geradeaus, Kurs Nordwest, weiterfuhr.


    "Kurs ändern, 90 Grad Steuerbord!"


    Wir würden sehr gut im Wind liegen, der aus Westen kam.


    "Kapitän, sollten wir nicht den Kameraden zuerst..." begann der Rudergänger.


    "War irgendwas unverständlich an meinem Befehl? Habe ich mich UNKLAR AUSGEDRÜCKT? Ich habe einen Befehl gegeben! Ausführen!"


    "Jawohl, Herr Kapitän"


    Ohne ein weiteres Widerwort änderte er jetzt den Kurs.

    Ich war gerade dabei, die Seekarten zu studieren, als ein Nauta kurz an meine Tür klopfte und sie dann sofort aufriss.


    "Kapitän, kommen sie schnell an Deck!"


    Ich sprang sofort von meinem Stuhl auf und folgte dem Nauta an Deck. Ich sah das Schonertoppsegel im Wind flattern und den verletzten Nauta an Deck liegen. Titus stand bei ihm.


    Sim-Off:

    Wir haben kein Rahen


    "Verdammt! Wozu habe ich eigentlich Neptun geopfert!"


    Ich zeigte auf zwei Nautae. "Ihr da, hoch auf die Gaffel und holt das Segel ein!"


    Sie schauten nur nach oben, aber bewegten sich nicht.


    "Verdammt noch mal, HOLT DAS SEGEL EIN!!!"


    Jetzt eilten sie los.


    Ich ging zu Titus. "Bring ihn unter Deck. Die kalte Luft ist sicher nicht förderlich. Die Wunde muss ausgewaschen werden, und zwar erst mit Wasser und dann mit Alkohol. Wir haben hochkonzentrierten Branntwein für solche Fälle an Bord. Und gib ihm etwas Wein mit Branntwein gegen die Schmerzen. Ich werde das Steuer befehligen. Komm aufs Achterdeck und erstatte mir Bericht, sobald du ihn versorgt hast."

    Ich salutierte kurz. "Sehr gut."


    Ich ging langsam über das Deck,betrachtete Masten und Tauwerk genau, rüttelte an dem einen oder anderen Tau und betrachtete die Versiegulung der Planken. Dann ging ich wieder auf das Achterdeck.


    "Sieht so aus, als könnten wir los. Gute Arbeit, Titus."


    Ich ließ die Besatzung antreten.


    "Besatzung, es geht los. AAABLEEEGEEEN!"


    Sofort rannten die Nautae los und holten die Festmachtaue ein.


    "Schoner und Schonertopp hissen!"


    Ein paar Mann rannten zum Fockmast und hissten die beiden Segel. Langsam nahm die Tempestas fahrt auf.


    "Schön langsam dem Rhenus folgen. Titus, übernimm das Ruder und halte die Tempestas in der Mitte des Flusses. Wir sind so voll beladen, dass wir etwa 4 m Tiefgang haben. Die Reaktionszeit wird durch das hohe Gewicht auch etwas länger sein."

    "Das hat es nicht! Morgen fährt die Tempestas auf eine Fahrt, die ihre letzte sein könnte, und ich möchte, dass du das hier für mich aufbewahrst!" Ich drückte ihm eine Papyrusrolle in die Hand. "Wenn ich nicht wiederkomme, schick sie nach Alexandria. Sie enthält die Baupläne der Tempestas. Vale!"


    Mit diesen Worten drehte ich mich um und ging meines Weges.

    Just in diesem Moment rannte ich völlig in Gedanken versunken in die beiden rein.


    "Ich bitte um Verzeihung." murmelte ich und ging weiter... nur ein paar Schritte. Ich drehte mich um.


    "Maximus! Gut, dass ich dich treffe. Ich muss dich kurz sprechen."

    Leider gab es in der gesamten Provinz Germania keinen Neptun-Tempel, aber der Marstempel war ja auch irgendwie passend für die Classis. Ich schritt die Stufen empor und brachte Mars, stellvertretend für alle Götter, ein Opfer dar, auf dass die Nordfahrt der Tempestas unter ihrem Schutz stehen würde.


    "Oh, ihr Götter,
    beschützt mein Schiff und meine Besatzung
    und bewahrt ihre Familien vor Trauer.
    Gebt mir die Weisheit,
    als Kapitän nicht zu versagen,
    Untiefen zu umfahren,
    einen sicheren Weg durch die Stürme zu finden,
    nicht Opfer des Eises zu werden
    und sicher mit schiff und Besatzung heimzukehren."


    Langsam ging ich wieder zum Ausgang des Tempels. Kurz bevor ich ihn verließ, murmelte ich noch "Neptun steh mir bei.", dann ging ich in die Stadt.

    "Du bereitest die Tempestas vor, während ich kurz nach Moguntiacum segle und den Göttern ein ordentliches Opfer darbringe. Wenn ich zurück bin, erwarte ich die Meldung 'klar zum Ablegen'." ich klopfte ihm auf die Schulter. "Keine Sorge, das wird schon klappen."

    "Mach dir da mal keine Gedanken. Neptun ist uns wohlgesonnen. Ich stehe unter seinem persönlichen Schutz, glaub mir. Ich kann dir sogar sagen warum. Bevor ich zur Classis ging, gehörten mir drei Handelsschiffe, und ich war ein wirklich reicher Schiffseigner und Kapitän. Eines Tages entschied ich mich, auf volles Risiko zu gehen und investierte mein gesamtes Vermögen, machte sogar Schulden, und schickte mein bestes Schiff nach Asia, um es mit Seide und edelsteinen randvoll zu beladen. Es war fast eine Million Sesterzen, die ich für den Ankauf der Waren zur Verfügung stellte. Bei erfolgreicher Fahrt hätte sich mein Vermögen verzehnfacht. Drei Tage, bevor das schiff zurück in Ostia sein sollte, ging ich in den Tempel des Neptun. Ich betete zu ihm, und sagte, dass er von mir ein Zehntel des gewinns erhalten würde, wenn das schiff unbeschadet ankäme. Wenn er das Schiff aber versenken würde, dann müsste er mich und alle, die unter mir dienen, für den Rest meines Lebens beschützen."


    Ich machte eine kurze Pause.


    "Das Schiff ging im Sturm unter. Um meine Schulden zu bezahlen, musste ich meine anderen Schiffe verkaufen. Ich war pleite und ging zur Classis. Aber jetzt stehe ich und meine Besatzung unter dem Schutz des Neptun."




    Salve Freund der Provinz Germania!


    Auf meinen Reisen durch über weite Meere hörte ich von einem interessanten Angebot aus unserer Hauptstadt Rom.


    Es ist besonders für Dich wohlhabender Bewohner dieser Provinz interessant, wenn Du den Lebensstandart von Dir und Deiner Gens erhöhen willst.


    Das Sonderangebot des Mosaikenleger-Betriebs eines Freundes in der Hauptstadt des Imperiums ist auch für Dich hier zugänglich !


    Er sagte mir persönlich, dass zum preisgünstigen Angebot die Mosaike gehören, welche Deine Casa auf ewig verschönern werden. Die Motivwahl sei natürlich Dir selbst überlassen.


    Außerdem kann jeder, der Mosaike kauft, ein Fest damit verbinden : "Die großzügige Einweihung der Kunst aus Rom!" Damit verbesserst Du nachhaltig Deinen Ruf Deiner Großzügigkeit in Deinem gesellschaftlichen Umfeld. Es werden viele Besucher kommen und das Fest und die Kultur in Deinem Heim bewundern !


    Der Betrieb bietet Dir an : Die Errichtung der Mosaike und die Veranstaltung eines Festes zu realisieren. (D.h., dass die Mosaike in einem Thread in Deiner Casa ausgestellt und die nötigen Einladungen an die gewünschten Gäste verschickt werden, um ein großartiges Fest zu organisieren. PNs, Essen, Trinken wird ebenfalls an die gekommenen Gäste als Dank über Private Geschäfte abgewickelt).


    BEI INTERESSE bitte bei Gaius Aemilius Sabellius melden oder übergebt mir eine Nachricht für ihn ! Preise der Mosaike und des Festes kann man dann direkt nach Vorstellung mit mir besprechen.


    ARS LONGO VITA BREVIS ! Daher laßt uns die Unvergänglichkeit der Kunst mit unseren vergänglichen Leben feiern.


    Vale, Marcus Octavius Nauticus

    "Wir brauchen Eichenholz, Teer, Bronzeklammern, und Wolle. Außerdem habe ich bereits angeordnet, genug Segeltuch für drei volle Segelsätze an Bord zu bringen. Ich halte das Holz nicht für das Hauptproblem. Segel und Taue werden mehr Schwierigkeiten machen. Es soll dort sehr stürmisch sein. Aber ich halte es für eine gute Idee. Diese Reise wird die Besatzung zusammenschweißen."

    Zitat

    Original von Secundus Flavius Felix
    Du bist mir zu fixiert auf experimentelle Beweise ;)


    Ich bin Chemiker ;) Das Experiment ist für mich der Maßstab.


    Zitat


    Der Unterschied zwischen einem physikalischen Modell und einer mathematischen Beschreibung der Messwerte ist der, dass letztere nur für bereits erfasste Messwerte eine gültige Vorhersage liefert. Physikalische Modelle hingegen lassen Aussagen über Bereiche zu, in denen noch keine Experimente möglich waren - die Allgemeine Relativitätstheorie ist ein recht gutes Beispiel dafür: sie beschreibt die Raumzeit in einem Grad, den man nicht überprüfen kann. Ein paar Effekte, die von ihr abgeleitet werden können, treten im täglichen Leben auf (z.B. die gravitative Zeitdilatation), den Großteil kann man nicht oder nur bedingt überprüfen (die Existenz von schwarzen Löchern deutet man nur aus Gravitationslinsen-Effekten).


    Das Problem dabei ist, dass man durch eine mathematische Beschreibung nicht zwingend das System komplett erfasst, obwohl man eine schlüssige Theorie hat. Als Beispiel hierfür sei die Newtonsche Mechanik genannt.


    Zitat


    Einen besseren Beweis als diesen wirst du nie bekommen, und wenn du den bezweifelst dann darfst du an die Quantenmechanik auch nicht glauben :)


    Ich halte die Quantenmechanik in der Tat für eine Theorie, die nicht fähig ist, mikroskopische Probleme Korrekt zu beschreiben. Als einfaches Beispiel sei das Versagen bei der Lösung molekularer Schrödingergleichungen genannt. So lange es nicht möglich ist, eine exakte Beschreibung des Systems zu liefern, ist diese Theorie zwar die beste, die momentan existiert. Aber es ist offensichtlich, dass eine bessere Theorie entwickelt werden muss.