Beiträge von Marcus Octavius Nauticus


    Die Classis Romana



    Die Ozeane und Randmeere verbinden nicht nur die Kontinente, die See ist vor allem die entscheidende Grundlage des Handels.


    Für alle Handel treibenden Reiche der Welt ist die See, sowohl für die Einfuhr, als auch für die Ausfuhr der wichtigste und schnellste Transportweg zum Warenaustausch.


    Die See ist eine der wichtigen wirtschaftlichen Grundlagen unseres geliebten Vaterlandes.


    Dieses ist zwar wirtschaftlich hochentwickelt, jedoch rohstoffarm und auf einen gesicherten Zulauf der erforderlichen Waren besonders angewiesen, um Brot und Spiele für jeden einzelnen unserer Bürger zu garantieren.


    Die Classis Romana schützt die Seeverbindungswege und gewährleistet Recht und Ordnung im Namen des Imperators.


    Nur Schiffe lassen sich für die jeweilige Situation angemessen und dosiert einsetzen. Die alleinige Präsenz ist Ausdruck eines politischen Willens, der dann alle Handlungsmöglichkeiten offen hält.


    KOMM AUCH DU ZUR CLASSIS ROMANA! AUCH DU WIRST GEBRAUCHT!

    Ich blickte über das Deck. Auch wenn die Tempestas ein großes Schiff war, standen mir doch zu viele Legionäre an Deck.


    "Legionäre, ab sofort sind nur noch 20 von euch gleichzeitig an Deck! Ihr steht meiner Besatzung beim Segel setzen im Weg. Tut mir leid, aber es geht nicht anders."


    Ich sah mich um. Die Tempestas war deutlich schneller als die anderen Schiffe.


    "Groß- und Besansegel reffen! Wir sind zu schnell!"


    Sofort rannten die Nautae los und refften die Segel wie befohlen. Wir verloren etwas an Fahrt, und schon bald waren wir wieder in Formation.


    Salve Legatus Macer,


    ich habe gehört, dass Soldaten und Ausrüstung der Legio I von Ostia aus mit Hilfe der Flotte transportiert werden sollen. Da mein schiff, die Tempestas, gerade in Ostia vor Anker liegt, biete ich mich an, den Transport der eiligsten Dinge/Soldaten zu übernehmen. Die Tempestas ist keine Galeere, sondern für schnelle Reisen über hohe See konstruiert. Ich denke, ich könnte ohne weiteres eine komplette Centurie mitsamt Ausrüstung, an Bord nehmen.
    Sollte meine Hilfe gewünscht sein, schickt die betreffenden Personen direkt an Bord der temperstas, Pier XIX, Ostia.


    Vale
    Trierarchus Marcus Octavius Nauticus
    Nautischer Kommandant der Tempestas

    "Das konnte mir Falco noch nicht sagen. Allerdings kann es nicht mehr allzu lange dauern. Ich wollte vor allem schon mal den Kurs besprechen."


    Ich breitete eine Seekarte des Mare Nostrum auf dem großen Tisch aus. Sie füllte den ganzen Tisch.


    "Ich schlage vor, dass wir zunächst an der italiensichen Küste entlang segeln, bis wir Sicilia passiert haben und am Südende Italiens sind. Von da aus fahren wir auf Kurs Südost, bis wir das Leuchtfeuer des Pharos sehen. Da halten wir dann voll drauf, und kommen sicher nach Alexandria. Wir werden Tag und Nacht segeln, nirgendwo anlegen und direkt über das offene Meer fahren. Dafür ist die Tempestas konstruiert. Deine Meinung? Schafft das die Besatzung?"

    Am nächsten Tag musste ich noch mal nach Rom, Marcus Didius Falco einen Besuch abstatten. Als ich wieder zurück an Bord der Tempestas war, bat ich Titus, mir in die Kapitänskajüte zu folgen.


    "Also, Titus, wir werden demnächst eine kleine Reise nach Aegyptus machen. Falcos Schwester wurde dort entführt, und er möchte persönlich Nachforschungen anstellen. Wir werden ihn dorthin bringen, den Rest entscheide ich dort. Allerdings könnte er die Hilfe eines guten Kämpfers gebrauchen. Aber das muss er dann mit dir abklären."

    "Irgendwann, vielleicht auch nie, wird die Classis deine Hilfe benötigen. Dann werden wir uns an dich wenden."


    Ich stand auf.


    "Wenn du gestattest, der Platz eines Kapitäns ist auf dem Achterdeck seines Schiffes. Und ich bin schon viel zu lange an Land. Die Tempestas liegt in Ostia vor Anker. Sobald ihr so weit seid, aufzubrechen, könnt ihr direkt an Bord kommen. Und bringt bitte etwas Pökelfleisch und Obst für die Reise mit. Dann brauchen wir nicht extra den Proviantmeister des Hafens zu belästigen. Vale, mein Freund."

    Sim-Off:

    Bin in Italia


    Ein Centurio Classicus, der die Vertretung für Nauticus hatte, nahm die Meldung enrgegen.


    "Der Trierarchus Nauticus ist zur Zeit mit der Tempestas auf Testfahrt. Aber, ich denke, es ist in seinem Sinne, wenn ich dir die Erlaubnis erteile. Der Bau des Hafens in Colonia Ulpia Triana ist aufgrund des schlechten Wetters eingestellt, also wirst du da momentan nicht benötigt. Falls du noch ein paar Männer zur Unterstützung brauchst, kannst du vier Mann haben. Und du kannst den Kutter Socius haben, falls du ein Schiff brauchst."

    "Eigentlich wollte ich meinen Männern nicht allzu viel Landgang geben. Sie sollen auf See sein, bis sie an ihre Grenzen gekommen sind. Sie waren in den letzten vier Wochen drei Wochen auf See, das ist eigentlich viel zu viel Landgang. Vielleicht bin ich aber auch zu hart zu ihnen. Sie sind wirklich eine verdammt gute Besatzung. Die beste, die ich je hatte.
    Ich weiß nur nicht, ob ich wirklich so von Nutzen wäre, wenn es um die Befreiung deiner Schwester geht. Ich bin kein guter Nahkämpfer, jedenfalls nicht mehr. Mein erster Offizier könnte allerdings sehr hilfreich sein. Aber das können wir noch in Aegyptus besprechen."

    Ich klopfte ihm auf die Schulter und lachte.


    "Ob ich es wage? Du kennst die Tempestas nicht, oder? Mit diesem schiff würde ich sogar die heftigen Stürme des Oceanus Germanicus durchqueren! Dafür ist sie konstruiert. Und Zeit habe ich. Die Tempestas ist noch auf Testfahrt, und die Überfahrt nach Aegyptus dauert bei günstigem Wind höchsten zwei Tage. Ich werde nämlich nicht an der küste entlang fahren, sondern direkten Kurs übers Meer nehmen. Die Frage ist, erträgst du es, auf See zu sein, ohne Land zu sehen?"

    "Naja, die meiste Zeit war ich in der Casa Aemilia. Sabellius hat seinen Einstand in Rom gefeiert. Der Mann ist mir echt sympathisch, hat sicher eine ordentliche Zukunft vor sich in Rom. Dort habe ich übrigens auch den Kommandeur der Vigiles getroffen, Marcus Didius Falco. Der hat mich darum gebeten, ihm in irgend einer Sache zu helfen. Ich denke, er braucht ein hochseetaugliches Schiff. Aber ich habe keine Ahnung, wofür. Ich hab ihm gesagt, dass ich ihn besuchen komme. Ehrlich gesagt, Rom gefällt mir nicht besonders. Zu eng, zu übervölkert. Ich mag die feiheit auf See lieber."