Beiträge von Aulus Iunius Seneca

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    Original von Decima Seiana


    "Wie gesagt, ich werde ja erfahren wenn Seiana wieder frei ist, und werde umgehend nach ihr sehen, und auch mit ihr sprechen.", erklärte Seneca und blickte nochmal über das Lager als Raghnall davon sprach dass er sich bei ihm melden würde wenn etwas sein sollte, "Gut, ich verlasse mich darauf.", antwortete Seneca darauf knapp, bevor es wieder etwas "heiterer" wurde. Ein Name. Die kleine hatte noch keinen Namen und interessanterweise hatte Seneca auch noch keine Sekunde darüber nachgedacht, seltsam eigentlich, aber die Umstände waren ja auch nicht gerade normal.


    "Ein Name...", sagte der Iunier leise, "Darüber muss ich nachdenken, nicht dass der hinterher so unaussprechlich ist wie der deine.", scherzte Seneca, allerdings blieb sein Gesicht ernst, Raghnall und er pflegten nicht gerade eine humorvolle Beziehung zueinander, "Ich werde bald nach ihr sehen, und ihr einen Namen geben. Wäre das dann alles?"

    Seneca freute sich innerlich, endlich würde wieder ein wenig Ruhe einkehren, sicher, der Stab würde umorganisiert werden, aber endlich konnte Seneca wieder in seine Unterkunft, und endlich konnte er diesen ganzen Krieg revue passieren lassen...
    Allerdings ließ er sich nichts anmerken, und nickte nur kurz, "Sehr wohl Legatus. Ich erledige das umgehend.", es war ja nicht so dass er etwas zutun gehabt hätte, und endlich konnte er seine Männer wieder zusammentrommeln und sie "nachhause" holen.
    Er nahm die Schriftrolle entgegen, "Gibt es sonst noch Befehle Legatus?"

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    Original von Appius Decimus Massa


    "Naja, wessen Zukunft beim Militär liegt zur Zeit nicht in den Händen des Kaisers?", fragte Seneca und wollte damit eigentlich sagen dass er das Gefühl nur zu gut kennt. Die Versteigerung war vorbei, und er würde mit leeren Händen nachhause gehen, ärgerlich, andererseits hätte er auch keine wirkliche Verwendung für einen Lehrer gehabt, "Jedenfalls fürchte ich dass auch ich dir kaum mit etwaigen Erfahrungen in römischen Freudenhäusern dienen kann.", sagte Seneca etwas scherzhaft, "Aber ein guter Prätorianer hat seine Ohren natürlich überall, und hier ganz in der Nähe ist ein Lupanar in welchem dein Geld gut aufgehoben ist. Magnum Momentum müsste es sein, einfach die Straße runter.", sagte Seneca und deutete ein wenig den Weg, "Einem Centurio muss ich wohl nicht sagen dass er auf sich aufpassen soll. Ich wünsche noch einen guten Tag.", sagte er, und grüßte den Decimer nochmal mehr schlecht als recht militärisch, dann wandte er sich an den Germanicus, "Glückwunsch. 2500 Sesterzen, ein stolzer Preis, ich hoffe er wird dir gute Dienste leisten, hat mich gefreut. Vale."

    Seneca hatte die Männer der II. beobachtet und bemerkte wie sich langsam alle daran machten ihren Kleinkram zusammenzupacken, scheinbar ging es für sie bald nachhause, die Lager in Rom leerten sich, der Alltag würde bald zurückkehren, eine gute Sache.
    Doch plötzlich wurde sein Müßiggang gestört, und er wurde von einem Miles darum gebeten zum Legaten der II. mitzukommen, eine ungewöhnliche Bitte, aber natürlich leistete Seneca dem Folge..


    ...kurz darauf war der Iunier auch schon beim Arennier, wie gewohnt grüßte er knapp militärisch, "Salve Legatus. Centurio Aulus Iunius Seneca von den Prätorianern meldet sich wie befohlen.", und nahm Haltung an.

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    Original von Appius Decimus Massa


    "Salve Centurio Decimus.", grüßte Seneca den Mann freundlich, aber gewohnt militärisch knapp, "Ungewöhnlich einen Mann der Classis auf dem Markt zu treffen. Aber es sind wohl auch ungewöhnliche Zeiten. Ich hoffe doch ihr bei der Classis habt den Krieg gut überstanden?", fragte der Iunier dann aus neugier, während er dann merkte dass der Preis überraschend schnell in die Höhe ging,
    "Da hat wohl jemand dringend einen Lehrer nötig.", sagte der Iunier recht laut, sodass der Mann es eventuell sogar hätte mitbekommen können. Seneca würde erst einmal abwarten wie sich der Preis noch entwickeln würde..

    "Na sieh mal einer an. Dann muss ich mich wohl jetzt benehmen, so unter Offizieren.", witzelte Seneca dem Germanicer zu, "Sicher, ich folge dir. Nach dir.", deutete Seneca mit einer Handgeste an, und folgte dem Mann dann zu seinem "Waffenbruder".

    Raghnalls Antwort klang im Prinzip plausibel, ein eheliches Kind vom Land, eine Decima, im Prinzip nichts schlechtes, nur hatte die Sache einen Makel..
    "Sie ist meine Tochter.", entgegnete Seneca, nicht etwa trotzig, aber doch recht bestimmt.
    Er wusste dass wieder mal sehr schwer werden würde, aber da hatte er ja mittlerweile ein wenig Erfahrung mit.
    "Mach dir darum keine Sorgen. Ich werde schon alles hinbiegen. Natürlich muss ich vorher mit Seiana sprechen, ich bete zu den Göttern dass sie bald freikommt.", sagte Seneca etwas resignierend. Er vermisste sie, das war es, natürlich ging es auch um die Zukunft des Kindes, aber er wollte sie auch einfach nur wiedersehen.
    "Gut, du weißt ja, wenn es an etwas mangelt, werde ich unverzüglich Hilfe leisten."

    "Gut zu hören.", entgegnete Seneca dem Germanicer ebenso knapp, scheinbar war die Kornversorgung kein allzu aufregendes Thema, und der Iunier konnte das sogar verstehen.
    Sowie das Gespräch gerade im Begriff war zu versanden, hörte Seneca von hinten ein weiteres Gebot. Kurz drehte er sich um und musterte den Mann. Er kam ihm bekannt vor, oder war es nur weil er als Soldat, gar als Centurio zu erkennen war? Der Iunier war sich ganz und gar nicht sicher, schon wieder nicht, wie eben beim Germanicus.
    Er nickte dem Mann dennoch zu, grinste kurz, und drehte sich dann um, "610!", rief er, und wartete ab wie seine "Konkurrenten" reagieren würden.

    "Mit Korn? Nun, dann hast du ja momentan nicht allzu viel zutun.", ein makaberer Witz, aber tatsächlich wusste er momentan nicht so recht wie es um die Lieferungen aus Ägypten stand, und inwieweit die Kammern Roms noch gefüllt waren.
    "Aber ernsthaft, wie steht es denn um die Getreidespeicher Roms? Gibt es noch Engpässe?", fragte der Iunier nun doch, schließlich wurde ihm bei seinem Scherz erst so richtig bewusst wie ernst die Sache eigentlich war, und wie wenig Ahnung gerade er, als Prätorianer, von der allgemeinen Lage in Rom hatte.

    "Es sind einige Namen das ist richtig. Doch bei deiner Beschäftigung werden es wohl noch einige mehr sein.", scherzte Seneca, und dachte einfach mal dass er damit richtig lag.
    "Naja, man lernt ja nie aus. Nur wenn ich meinen Sold ausgebe, dann suche ich nach etwas praktischerem denke ich. Natürlich kommt es auch ganz auf den Preis an." erklärte der Iunier, 570 Sesterzen war ja bisher noch ein echtes Schnäppchen, seine Schmerzgrenze lag da höher, außerdem gab es ja noch einige andere Iunier in Rom, und der Mann konnte lesen und schreiben, und schien etwas auf dem Kasten zu haben. Doch bevor Seneca sich darüber weitere Gedanken machen konnte, fragte der Germanicer auch schon nach den Ermittlungen, und Seneca erinnerte sich daran dass er bei Aculeo gewesen war, um mit ihm zu "plaudern".
    "Ich habe keine Ahnung wie da der Stand der Dinge ist. Ich denke mal dass es völlig in den Ereignissen der letzten untergegangen ist.", er wusste es tatsächlich nicht. Noch bevor er sich eingehender mit der Sache befassen konnte, wurde die Garde in Marschbereitschaft versetzt, und der Fall wohl auf die lange Bank, oder eben direkt in die Archive geschoben.


    "580!", rief er noch aus der Menge.

    "Salve, richtig Germanicus Aculeo, verzeih, manchmal lege ich ein miserables Namensgedächnis an den Tag.", scherzte Seneca, und blickte nochmal kurz auf die Bühne, "Ich weiß nicht was ich von dem Kerl halten soll. Ich habe eigentlich keinen Bedarf für einen Lehrer, aber wenn er so gut ausgebildet ist, kann er mir wohl auch bei vielen Dingen unter die Arme greifen.", sagte der Iunier skeptisch und beäugte das Treiben.

    Seneca überlegte kurz, der Mann war gut ausgebildet, und sicher für vieles zu verwenden.


    "550!", rief der Iunier deswegen, allzu hoch würde er wohl nicht mitbieten.
    Er erkannte in dem Germanicer ein bekanntes Gesicht, konnte dieses aber auf die schnelle nicht richtig zuordnen..


    :app::D


    Legendär. Viel Spaß euch allen.

    Es war schon spät am Nachmittag als Seneca das Grabmal seiner Familie erreichte, er war lange nicht hier gewesen, aber irgendwer kümmerte sich immer um das Grab, Axilla, Serrana, Diademata, oder eben die Sklaven, so genau wusste Seneca das eigentlich gar nicht, aber er war froh darüber, dass jemand das Grabmal in Schuss hielt. Dem Iunier war immer etwas mulmig zumute wenn er den kleinen Gang entlanglief welcher zu den Grabplatten führte, nicht etwa wegen den Verstorbenen, sondern weil er diese Bräuche nicht von kleinauf lernte, und deshalb immer befürchtete etwas falsch machen zu können, und was könnte schlimmer sein als der Zorn der Ahnen?


    Seneca erreichte die Grabplatten und musste einmal kurz durchatmen als der die Namen seiner Familie las, Flavius Iunius Valentius, Vater, Iunia Lucilla, Mutter, Iunia Lenaea, Schwester. Wieder einmal wurde Seneca schmerzlich bewusst dass er alle verloren hatte, und seine Cousinen, allen voran Axilla, mit welcher er mittlerweile so im Zwist lag, eigentlich die waren, welche ihm am nächsten standen. Und seine Cousins, welche ebenfalls Rom dienten, viel zu wenig Interesse von ihm erfuhren, auch wenn sie in seinem direkten Umfeld dienten, oder war es gerade deshalb? Der Centurio beschloss die Gedanken an die lebenden beiseite zu schieben, und wieder den Ahnen zu gedenken.
    Er kniete sich hin, und begann leise zu sprechen...


    "Ihr ehrenwerten Iunii, meine verehrten Ahnen, ich, Aulus Iunius Seneca, danke euch für euren Schutz und euren Segen, und möge euch im Tod die Ehre zuteil werden, welche ihr euch im Leben verdient habt.", damit hatte Seneca wieder einmal die offizielle Einleitung abgeschlossen, und kam nun auch direkt zu den Opfergaben, welche er denen die vor ihm waren dareichen wollte, "Ehrenwerte Ahnen, was wäre ich für ein Iunier wenn ich euch nicht gebührende Ehre erweisen würde?", fragte er mehr oder minder rhetorisch während er bereits einige Nahrungsmittel bereitstellte, "Ich bringe euch Kekse, etwas Wurst, Huhn, Trockenobst...", Senecas Augen folgten den Linien zwischen den einzelnen Platten auf dem Boden, sein Gesicht blieb ernst, und es war gezeichnet von den Anstrengungen des Krieges, "Momentan ist es nicht leicht an genug Nahrung zu kommen, keiner die euch gebührt, die Zeiten sind hart.", gab er dann zu, und griff abermals um sich um eine kleine Karaffe vor sich abzustellen, "Ich bringe euch außerdem Wein, Landwein, es ist nicht der beste den ihr je genossen habt, aber er ist ganz gut.", fuhr er etwas nervös fort, und hielt dann kurz inne.


    Anschließend sprach der Iunier noch wie üblich zu seinem engeren Verwandtenkreis, und das war schwieriger für ihn als er gedacht hatte..
    "Vater, der Krieg ist vorbei, ich lebe, und dennoch freue ich mich nicht.", kurz blickte Seneca nach oben, atmete tief durch, was würde sein Vater, ehrenhaft im Feld gefallen, oder zumindest verschollen, von ihm denken? "Geehrter Vater, ich habe meine Männer immer weiter nach vorne getrieben. Für einen Kaiser der Rom geschadet hat, der uns Iuniern geschadet hat, und dennoch habe ich es als meine Pflicht angesehen, für meinen Eid, meine Ehre... Die Legaten sagten wir seien im Feld ungeschlagen, doch ich selbst war bei der Kapitulation dabei, ich selbst habe die Seiten gewechselt, vielleicht war ich einfach zu Feige den römischen Tod zu wählen. Doch ich sah meine Zeit nicht gekommen Vater, ich wollte meine Männer nicht ins verderben stürzen, oder vielleicht rede ich mir das nur ein.", Seneca fuhr sich durch die Haare, einen kleinen Kloß im Hals hatte er schon, aber er schaffte es diesen schnell wieder zu verdrängen, "Vater, ich hoffe du bist stolz auf mich, oder kannst irgendwann wieder Stolz auf mich sein. Ich diene Rom, ich diene dem Kaiser, welchem auch immer, doch ich wollte mich nicht ins Schwert stürzen. Wenn ich im Feld falle, dann stehend im Kampf, nicht so, nicht jetzt.", nochmal seufzte der Iunier, und "wandte" sich dann an seine Mutter, "Geliebte Mutter. Wie oft hätte ich deine weisen Ratschläge in letzter Zeit gebraucht, auch wenn ich sie als Junge nicht zu schätzen wusste, so habe ich nun verstanden dass du nur das beste für mich und unsere Familie im Sinn hattest.", Seneca lächelte kurz als er seiner Mutter gedachte, viel zu lange war sie nun schon fort, und er ertappte sich immer wieder beim vergessen, ihr Aussehen, er hatte es nur noch grob im Kopf, aber ihre Stimme hatte er noch im Kopf als wäre es gestern gewesen als sie zu ihm sprach, "Ich liebe eine Frau die nicht die meine ist. In ihrem Herzen vielleicht. Aber es wird wohl niemals mehr als das werden Mutter... Axilla,", Seneca grinste kurz bei diesem Namen, hatten sich die beiden in letzter Zeit nur noch gefetzt wie die Kesselflicker, "..Axilla hat versucht mir diese Gefühle auszutreiben, eventuell zurecht, doch ohne jeden Erfolg. Ich weiß was du mir sagen würdest Mutter, und ich möchte dich zufriedenstellen, doch habe ich diesen Weg gewählt, und ich sehe vorerst keine Abzweigung. Wer weiß was noch geschieht? Dieser Krieg hat einiges durcheinandergebracht. Und ich bin sicher dass du irgendwann mit Wohlwollen auf mich blicken kannst.", 'auch das wäre geschafft', dachte sich der Iunier und wandte sich schließlich an seine Schwester, seine kleine Lenaea, "Liebe Schwester. Es vergeht wohl kein Tag an dem ich nicht an dich denke. Ich vermisse dich, auch wenn ich mich in der Casa Iunia nicht über zu wenig weiblichen Einfluss beschweren kann, fehlst du mir doch sehr. Du wirst es nicht glauben, aber du bist Tante! Irgendwie... Es ist alles noch sehr kompliziert, aber ich gebe mein bestes, sowie ich es schon immer getan habe, auch wenn es nur darum ging dich zu necken. Ich hoffe wir sehen uns wieder Lenaea, doch bis dahin habe ich hier noch vieles vor mir, ich möchte ja dass meine Schwester zu mir aufblicken kann.", Seneca lächelte kurz, und fuhr mit dem Finger über ihren Namen, "Ich muss jetzt los. Verzeih. Aber ich komme bald wieder hierher, versprochen.", noch einmal hielt Seneca inne, nur kurz, dann erhob er sich wieder und verließ das Grab seiner Ahnen, irgendwie leichter als zuvor, freier, auch wenn die Rückmeldungen wie immer etwas dürftig waren.

    Auch Seneca hatte sich auf den Markt gewagt, noch immer war die Situation um die Garde etwas nebulös, er würde Centurio bleiben, das war sicher, aber wie es sonst weiter gehen würde, das ahnte noch niemand aus den Mannschaften. Umso besser war es da doch, seine ungewohnte Freizeit auf den Märkten totzuschlagen, und sich eventuell auch mal einen Sklaven zuzulegen. Aber ob der Kerl der richtige sein würde? Immerhin bräuchte Seneca jemanden der ihm sowohl seine Ausrüstung in Schuss hält, als auch Korrespondenzen, Besorgungen und Botengänge erledigte. Der Mann wirkte zwar noch ganz rüstig, aber ob ein Hauslehrer das alles erledigen konnte?
    Seneca blieb skeptisch, und beobachtete das ganze lieber noch eine Weile, denn er hatte ja schließlich kein Geld zu verschenken.

    Seneca lächelte kurz als Raghnall ansprach, dass er Seiana mittlerweile kennen müsste. Und in der Tat, er hatte sich schon gedacht dass Seiana irgendeinen Plan hatte, nur wie genau dieser aussehen würde, war ihm bis zu diesem Zeitpunkt ein Rätsel..
    Als Raghnall den Plan schildert, blickte Seneca auf den Boden, und schob seine Augenbrauen ein wenig skeptisch zusammen. Weit weg sollte sie aufwachsen, ihre Eltern gestorben, nein, das war nicht die Art von Zukunft die sich Seneca für das Kind erhofft hatte..
    "Nein, sie ist auch eine Iunia. Sie hat es nicht verdient unter solchen Umständen aufzuwachsen.", befand Seneca und blickte Raghnall wieder an, "Ich werde das Kind bei uns aufnehmen. Vielleicht erzähle ich erst einmal dass es ein Waisenkind eines gefallenen Kameraden sei. Oder was weiß ich..", erklärte der Centurio und fuhr fort, "Aber sie wird als Iunia aufwachsen. Dafür werde ich sorge tragen.", Seneca war fest entschlossen die Kleine bei sich aufzunehmen. An der Erklärung müsste noch ein wenig gearbeitet werden, Seneca hoffte Axilla würde ihm das abkaufen, aber dafür hatte er wohl noch ein wenig Zeit zum nachdenken.
    "Wie ist denn die Lage in der Insula? Habt ihr dort noch alles was ihr braucht?"

    "Nun, das tut mir Leid..", entgegnete der Iunier den Wort des Ducciers, und fuhr gewohnt römisch fort, "Aber er hat Rom gedient, und ich denke du kannst Stolz auf ihn sein.", erklärte der Iunier, "Mein Vater diente bei der neunten. Er war Offizier, und auch er kehrte nicht vom Feldzug zurück.", offiziell galt er als verschollen, aber Seneca wusste ja spätestens jetzt dass verschollen praktisch gefallen hieß, aber das war ihm auch damals schon mehr oder weniger klar.
    Als Ferox dann jedoch erzählte dass er entgegen des Willens der Familie in die Legionen eingetreten war, konnte Seneca sich ebenfalls das Grinsen nicht verkneifen. Er war froh dass ihn Ferox, wenn auch sicherlich nicht bewusst, etwas von seiner Misere mit Seiana ablenkte, und alte Soldatengeschichten, der Iunier konnte sich kaum was besseres vorstellen. Er trank einen kräftigen Schluck, wischte sich kurz den Mund ab, und lehnte sich zurück..
    "Was hatten sie denn für deine Zukunft vorgesehen? Handwerk? Landwirtschaft? Oder Politik?", Seneca konnte sich den Duccier in all diesen Rollen schwerlich vorstellen, eventuell als Schmied, es passte, zumindest in seinem Kopf, in das Bild des Germanen.

    Seneca verzog sein Gesicht zu einer, zumindest ein wenig, bedauernden Miene.. Was würde wohl kommen wenn er es übersteht? Er wollte es gar nicht so wirklich sagen, aber weder Raghnall noch er waren wirklich von der zarten Sorte, zumindest nicht was solche Themen anging, also blickte er kurz nach unten und ließ seinen Blick dann zum Palast schweifen.
    "Im besten Fall wird er seines Amtes enthoben, die Decimii müssen zahlen, und er darf Abseits der großen Bühne sein weiteres dasein fristen. Immerhin war er nicht lange im Amt, und hatte keine wirkliche Wahl unter Salinator.", resümmierte Seneca die Dauer von Serapios Mandat bei der Garde, "Wenn es schlecht läuft, droht im die Verbannung, oder die Hinrichtung.", sicher wusste Raghnall das schon, und sicher wusste er auch dass "Der schlechte Fall" wohl eher der reguläre Fall war, und es schon sehr glimpflich verlaufen müsste, und Palma sehr viel Gnade zeigen müsste, damit ersteres eintreten würde.
    Dann jedoch kam der Gallier auf etwas zu sprechen, was Seneca kurz die Gesichtszüge entgleisen ließ, schließlich hatte er in Bezug auf das Kind nie wirklich weiter als ein paar Tage gedacht. Er seufzte kurz, und verzog seine Lippen etwas ratlos..
    "Das Mädchen...", sagte Seneca, und man merkte wohl dass er ihr gerne einen Namen hatte geben wollen, "Ich will für sie sorgen. Keinen Zweifel, ich denke wenn sich das Chaos gelegt hat werde ich mich um sie kümmern. Aber was ist mit Seiana? Hat sie etwas dazu erwähnt?"

    "Wie es ihm geht?", fragte Seneca noch einmal nach, mehr rhetorisch, er hatte die Frage verstanden, "Anders als Seiana hat er nicht so viel Glück.", sagte er, und verzog bedauernd seinen Mund, auch wenn Gück auch nicht gerade das Wort war, welches Seianas Lage beschreiben würde, "Ich war im Carcer, und habe einige Wachen gehört, er sitzt wohl weiter unten.", erklärte der Iunier, und fuhr fort, denn es würde ihn überraschen wenn der Kerl den Carcer in der Castra kannte, "Da unten scheint kaum Sonnenlicht, es ist kalt, nass, Ratten. Ich habe ihn nicht gesehen, aber in der Schlacht scheinbar getroffen, und nun in den Zellen in denen wir früher die schlimmsten Gestalten festhielten. Glaube mir, es geht ihm nicht gut. Ich hoffe für ihn dass er es übersteht."