Beiträge von Linos

    Aufmerksam hörte ich zu als Caelyn, galt es doch für ihr anliegen den richtigen Tempel zu erwählen. Kapitolinische Trias, richtig Iuno das war schon einmal nicht schlecht aber dann, was sie dann sagte ließ mich glaube ich erblassen.


    Ein Tempel der Isis und der Magna Mater. Isis störte mich ja nicht weiter, obwohl ich mich fragte wieso man sie gerade hier in Germanien verehrten. Was mir aber den Schreck in die Glieder fahren ließ war das dort auch zur Magna Mater gebetet wurde. Bilder der Vergangenheit tauchten vor mir auf. Der Glaube meines Elternhauses, die Aufgabe die sie für mich vorgesehen hatten. Ich sollte Galloi werden beim nächsten Märzfest sollte die rituelle Selbstkastration stattfinden. Das mir, der ich schon lange an den einzigen und wahren Gott glaubte. Darum war ich doch weg und wollte mich taufen lassen, um dann die Botschaft Jesu Christi zu predigen.


    Ich zwang mich in die Wirklichkeit zurück. Hoffentlich hatte Caelyn nicht all zuviel von meinem Schock mitbekommen, hernach glaubte sie noch, ich würde sie im Stich lassen. Um einen Grund für meine kurzzeitige geistige Abwesenheit anzubringen meinte ich: „Wusstest du schon das man in diesem Tempel für einen Fluch bitten kann? Dazu braucht man allerdings eine Fluchtafel und eine Opfergabe wäre auch ganz gut.“

    Ja gehts noch, da bezeichnete der mich als Hilfsknecht. "Ich dachte immer über einen Sklaven bestimmt der Eigentümer und wenn der einem freigibt dann hat man eben frei." Leise murmelte ich dies noch vor mich hin, aber immerhin noch so laut, dass der Vorturner dies noch hören musste. Menecrates hatte mir kein freigegeben, aber er stand über dem Typen und woher wollte der schon wissen das ich kein frei hatte. So einfach war meine Logig. "Dann komm mal mit du armer Schlucker", wandte ich mich dann zu Varro.

    Als Caelyn sagte, sie wolle nicht dass ich Ärger bekomme, musste ich grinsen. „Ach weiß du seid ich hier in Germanien bin ist Ärger mein zweiter Vorname, darauf kommt es nun auch nicht mehr an. Wenn ich dir helfe dann mache ich endlich was sinnvolles, in meinem bisher armseligen Leben. Was habe ich von dem ungehinderten Aus- und Eingang bei den Toren drum sitze ich doch hier fest.“
    Dann legte ich eine kurze Denkpause ein, denn sie bot mir wirklich an mitzukommen. Das war doch eigentlich die Lösung, endlich hier wegkommen. Wer konnte schon wissen wie viele Jahre ich sonst noch hier bleiben musste und dann bekam ich irgendwann nicht weniger Ärger. Zunächst sollten wir aber eine Lösung für Caelyn finden, ich konnte mich dann immer noch entscheiden.
    Schon gab es wieder ein kleines Problem, für die Tempel hier in Mogontiacum hatte ich mich nun wirklich nicht interessiert.
    „Hm ja weiß du, mir würden auf Anhieb über zehn Götter einfallen, die für dich und deine Situation zuständig wären.“ Was war es doch bei den Christen einfach, man betet zu einem Gott und damit hatte es sich. „ Welche Tempel es hier gibt kann ich dir kann ich dir nicht sagen, denn eigentlich….“, den Rest behielt ich zuerst einmal für mich. „Zum Glück kann man aber Tempel gut erkennen, gehen wir doch einfach los und schauen welche es gibt oder weißt du genauer wo und welche es hier gibt? ... Obwohl es vielleicht nicht schlecht wäre, eher einen Kleineren etwas abseits gelegenen aufzusuchen, denn dort kommen dann auch weniger Leute hin. Was meinst du?“

    Da brüllte der Schreihansel schon wieder durch die Landschaft. Meinte der mich? Ich drehte mich um und sah ihn winken. Um sicher zu gehen, wies ich mit meinem Zeigefinger auf meine Brust, während ich zögerlich zurückging. Angekommen schaute ich recht unschuldig bei meiner Antwort. „Da gibt es nur zwei Probleme, erstens wollte ich gerade spazieren gehen, ich habe nämlich unverhofft frei und wie du dir denken kannst muss man solch eine Gelegenheit nutzen. Ja und zweitens, ich kann kein Blut sehen. Außerdem weiß ich nicht wo das Valetudinarium Dings ist“. Also wirklich kaum sahen sie einen war man auch schon in ihren Fängen. Womöglich sollte ich nachher noch den Medicus ersetzen und operieren. Was zuviel war einfach zu viel.

    Die Antwort auf Macros Frage fiel mir nicht besonders schwer. „Sicher würde ich beide Gelegenheiten nutzen. Letzteres wäre natürlich einfacher und sicherer, ich würde dann auch versuchen dich mitzunehmen“; grinste ich Macro an. „Aber so eine andere Flucht wäre auch interessant, besser gesagt aufregend und spannend. Natürlich dürfte ich mich nur nicht erwischen lassen.“
    „Tja und was den Eigennutz betrifft, dazu würde ich sagen, Erbgut. Hey was erwartest du von dem Sohn eines der reichsten Kaufmänner Kretas?“
    Bei Macros Autsch, zog ich erschrocken kurz meine Hand zurück, doch dann begriff ich seinen Scherz und musste laut lachen.
    Nachdem ich mich wieder beruhigt hatte antwortete ich ihm. „Klar Großer nehme ich dich mit zum Markt, schließlich brauche ich dann auch einen Träger.“
    Zu seinen Übelegungen, er wolle nach Sklavinnen schauen, fügte ich in Gedanken noch hinzu oder nach Sklaven. Denn meine Erfahrungen mit einer Frau hatte ich schließlich noch immer nicht gemacht und wenn käme für mich nur Corona in Frage.

    Irgendetwas stimmte jetzt nicht mehr. Zuerst zitterte Caelyn vor Angst und Panik und nun hatte ich das Gefühl ich hätte sie verschreckt. War es, dass ich im Castellum wohnte? Na toll ich hatte es mir bestimmt nicht ausgesucht, genauso wenig wie dieses beschissene Germanien.
    Ich würde auch selber alles Mögliche anstellen, um hier weg zu kommen. Vielleicht sollte ich ihr dies sagen. Ich schaute ihr fest in die Augen und fragte sie gerade heraus. „Kann es sein dass du mir nicht vertraust? Ich könnte es verstehen, du kennst mich schließlich nicht. Aber glaub mir, wenn ich einen Weg wüsste hier weg zu kommen, ich würde es auch für mich nutzen. Leider bin ich noch nicht lange hier und kenne zu wenige Leute. …Deine Idee mit dem Tempel ist aber auch nicht schlecht“, fügte ich dann hinzu. „Wusstest du dass man dort um Schutz, Asyl bitten kann?“ Erwartungsvoll schaute ich sie an, nun lag es an ihr wie es weiterging. Doch einst stand für mich fest, ich würde sie im Auge behalten, egal wie sie sich jetzt entscheiden würde.

    Zur Schreibstube konnte ich nicht, wo Menecrates verblieben war hatte mir keiner mitgeteilt, somit war ich in der annahme ich habe frei.
    Welch ein herrlicher gedanke. ich wollte den schönen Tag nutzen und das Gelände auf eigene Faust erkunden.
    Mein Weg führte am Exerierplatz vorbei. In diesem Augenblick brüllte der Obermuffti dort seine Befele. Erschrocken fuhr ich zusammen.
    "Könnt ihr denn hier nichts ohne Geschrei veranstalten?" Meine Bemerkung kam bestimmt lauter als Zimmerlautstärke rüber. Noch weiter vor mich herschimpfend ging ich in Richtung Thermen.

    In der Schreibstube angekommen blieb ich verwundert stehen. Der Eingang war abgesperrt, kein durchgehen war erwünscht. "Und jetzt? Wo ist Menerates?" Leise murmelte ich meine Fragen vor mir hin. Vielleicht habe ich heute frei, dachte ich mir während ich mich umschaute. Langsam möglichst unauffällig ging ich wieder weg.

    "Ist schon gut Chef wird erledigt, ich geh ja schon und wie gesagt ich wollte nur helfen." noch einmal freundlich nicken maschierte ich nach draußen. Puh, Glück muss der Mensch haben dachte ich und machte mich auf dem Weg zur Schreibstube.

    Was Caelyn nun sagte hörte sich wirklich schlimm. Ihr pansche Angst war bestimmt nicht unbegründet. Sie schien mir nicht eine von den Frauen zu sein, die einfach so in Hysterie ausbrach. Auch wenn man Schwangeren einiges nachsagte, von wegen ständigen Gemütschwankungen und so. Bei ihr lag der Fall bestimmt ganz anders. Ein wenig Menschenkenntnis traute ich mir schon zu.
    Mein nun folgender zweifelnder Blick sollte nicht andeuten, dass ich ihr nicht glaubte, er galt viel mehr meiner etwas vorschnellen Äußerung, sie könne mit zu mir. Im Castellum war bestimmt nicht der richtige Platz für sie. Dort würde man sie, konnte ich mir wenigstens vorstellen, bestimmt nicht reinlassen, auch nicht in meiner Begleitung. Eine andere Lösung musste her.
    Noch während ich Caelyn zögernd antwortete kam mir ein neuer Gedanke.
    „ Ich glaube ich habe dir da etwas zu spontan angeboten. …. Ich wohne im Castellum der Legio II. … Aber mir ist eine andere Idee gekommen und glaub mir ich möchte dir wirklich helfen. … Diesen Käsehändler scheinst du ein wenig näher zu kennen, vielleicht kann ich über ihn etwas mehr erfahren oder sogar Hilfe bekommen. Was meinst du? Keine Angst ich verrate dich nicht.“
    Jetzt hatte ich nur noch die Hoffnung sie würde mir vertrauen oder sie hätte inzwischen selber eine Idee, aber so wie sie mit den Nerven runter war glaubte ich Letzteres wieder nicht.

    "Ich sah wie einer hier reinschlich und bin ihm gefolgt."
    Ich log einfach frech dreist, was normal überhaupt nicht meine Art war, aber noch mehr ärger konnte ich einfach nicht brauchen.

    „Nein bist du nicht, ich meine das habe ich nicht von dir gedacht“, kam entsetzt von mir als Antwort. Seltsam von Macro hätte ich dergleichen nie denken können. Rücksichtslos und Macro passte für mich nicht zusammen. Zudem beschämte er mich jetzt. Ich wäre bestimmt bei einer solchen Gelegenheit zu Menecrates gegangen und hätte nachgefragt. Auch könnte ich niemals sagen oder versprechen selber meine Chancen nicht zu nutzen.
    Nun schlug er mir auch noch einen Handel vor. Ich saß jetzt in einer Zwickmühle, willigte ich ein, so war ich doch gebunden, aber ihn unterstützen würde ich bestimmt, wenn sich die Gelegenheit ergab.
    Etwas unsicher antwortete ich zunächst: „ Dein Vorschlag klingt gut. Doch ich kann dir nicht versprechen, meine Chance dem hier zu entkommen nicht zu nutzen. Ich bin nicht so großzügig wie du.“
    Mit einem schiefen grinsen betrachtete ich seine mir dargebotene Hand. „Wenn du mir versprichst mir meine Hand nicht zu zerquetschen und dir meine Antwort dazu reicht, willige ich gerne ein.“ Zögernd näherte sich meine hand der seinen. Mein zögern galt nicht der Angst um meiner Hand, sondern der Angst, Macro könne sein Angebot zurücknehmen.

    Sicher musste sie hier weg, wer konnte schon wissen ob der Kerl uns nicht doch folgte. Aber wieso hatte ich bei ihrer Äußerung das Gefühl, sie meine nicht das Jetzt und Hier? Ich hatte ihr meine Hilfe angeboten und würde dazu auch stehen, nur wie war mir im Augenblick noch unklar. „Du meinst jetzt aber nicht nur, dass du hier weg musst? Nicht wahr?“ Sicher mich interessierte schon warum sie ganz weg wollte, doch dies würde sie bestimmt erzählen wenn sie dazu bereit war. Ich würde bei solch einem Vorhaben auch nicht jemanden, den ich gerade erst kennen gelernt hatte wirklich vertrauen. Deshalb fragte ich Caelyn auch erst gar nicht nach dem Grund. „Ich kenne mich her noch nicht so gut aus, aber vielleicht kannst du zuerst einmal mit zu mir. Ich lebe außerhalb von Mogontiacum .“

    Nun war es soweit der Unbekannte und ich wir begegneten uns. Irgendwann musste es es ja passieren. "Achso du bist es, ich dachte schon ich hätte ihn erwischt", gab ich mit einer eifrigen Mine von mir.
    Der Kerl vor mir sah nicht aus als wenn mit ihm zu spaßen wäre. Aber wer sah hier überhaupt so aus?

    Was nun? Ich musste einfach weiter machen mit meiner Suche nach Mister X. "Der hat sich bestimmt versteckt als er uns hörte, pass auf sonst ist er zur Türe raus, ich suche derweil hier hinten." Möglichst laut und aufgeregt rief ich es dem mir Unbekannten zu. Hoffentlich ist es nur kein Offizier. kam mir in den Sinn.

    Wirklich interessant was es hier alles gibt, dachte ich verärgert. Da ist aber auch rein gar nichts Essbares dabei. Helme, Schienenpanzer, Löffel, Lampen, Säcke, Stangen, Gürtel und weiß der Teufel was noch alles nur nichts zum Essen.
    Da tönte von irgendwoher eine Stimme, war es die meines Quälgeistes? Ja ist der denn überall? Nein, es war doch ein anderer. Was sollte ich nun machen? Mich verstecken? Oder besser noch gehorsam wie erwünscht melden? Nein Linos Frechheit siegt. „Ja ich bin hier, pass auf damit er dir nicht entwischt. Der muss hier irgendwo stecken“, rief ich als Antwort.

    Etwas verlegen schaute ich nun doch in die Wäsche. Macro sagte gerade etwas von Charaktergröße. Dabei bewies er selber immer wieder, dass er sie auch besaß. "Nun will ich dir etwas verraten, ich bwundere deine Charakterstärke genauso wenn nicht sogar noch mehr. Du hast eine klare Linie, folgst ihr und stehst dazu. In dem was du gerade sagstest führtes du deine eigenen Worte ad absurdum. Ich selber zeige und äußere viel zu oft meine Gefühle und gerate dadurch immer wieder in Schwierigkeiten." Bei seinen nächsten worten konnte er bestimmt schon wieder sehen wie es in mir aussah. Ich wusste er hatte Recht, aber was sollte ich dann hier so ganz alleine in Germanien machen? Auch wenn er er nichts für mich tat, so gab er mir doch das Gefühl etwas von meinem alten Leben bei mir zu haben. er war für mich zu dem Verbindungsglied zwischen Kreta-Rom und Germanien geworden.
    Hilflos schaute ich ihn an. "Das stimmt, sie würden ihn ebenso beschützen. Du musst wissen was du machen willst, jeder sollte in unserer Lage nur an sich selber denken und zusehen, dass er das Beste darauß machst."
    Wie treffend Macro es gerade ausdrückte, mich kotzte es auch an. Dabei zeigte sich die Landschaft jetzt im Frühling in einem wunderschönen Kleid. Zu jeder anderen Zeit hätte ich ihr bestimmt sehr schönes abgewonnen. "Naja, wie es mir bekommt, frag nicht. Mansuris Tuch hilft mir. An einem klaren Tag mag es ja noch angehen, aber wenn dieser Nebel ist oder die Wolken fast die Erde berühren. Ich will einfach nur nach Rom." Um unsere Stimmung zu heben versuchte ich grinsend einen Scherz, der in Wirklichkeit keiner war, es war nur die Wahrheit. "Ich würde sagen wir beiden haben einfach nur Heimweh."

    Was war ich erleichtert, dass ich Caelyn gleich mit mir ging. Obwohl eigentlich konnte man eher sagen, ich ging mit ihr. Sie schien sich auszukennen und darum folgte ich ihr dicht auf den Fersen. In der Seitenstraße, wo sie stehen blieb, ließ ch sie zunächst einmal verschnaufen, bevor ich mich vorstellte um so auch mehr zu erfahren. Jeder konnte doch erkennen sie hatte Angst und brauchte Hilfe. Schnell schaute ich noch um die Ecke ob wir verfolgt würden.
    "Mein Name ist Linos, ich sehe du brauchst drringends Hilfe. Sag wie ich dir helfen kann. Ich besitze zwar keine Barschaften, aber jede andere Hilfe kannst du von mir erwarten."

    In mir begann es zu kochen, wenn der dachte er wäre etwas besonderes, nur weil er solch eine Kleidung trug so musste ich ihn enttäuschen. Zu Hause hatte ich wesentlich besser gekleidete Gäste empfangen. Außerdem machen ein Haufen bunter Fetzen keinen wirklichen Herren aus.
    Ohne weiter nach zu denken schaute ich den Kerl verächtlich an trat zu Caelyn und meinte: " Komm ich begleite dich nach Hause." So hoffte ich sie aus den Fängen des Grobians zu befreien.