Beiträge von Linos

    Auf dem Rückweg zur Schreibstube kam ich am Magazin vorbei, als ich sah, dass dort die Eingangstüre offen stand, kam mir eine Idee. Leise trat ich ein und schaute mich vorsichtig um.
    Der Tresen war nicht besetzt und so schlich ich weiter. Irgendwo im Hintergrund hörte ich ein Rumoren. Stimmen konnte ich nicht hören, also setzte ich meinen Weg leise fort. Vielleicht war mir mein Glück ja heute zugetan und ich fand hier eine Nahrungsquelle. Irgendwo musste doch hier etwas Essbares aufzutreiben sein. Schließlich rannten ja nicht alle zum Essen nach Mogontiacum. Neugierig betrachtete ich die Regale, nichts außer Ausrüstungsteile und Waffen konnte ich vorerst entdecken. So setzte ich meinen Weg fort, vielleicht gab es ja noch andere Räume.

    In der Fabrica angekommen wusste ich ja an wen ich mich wenden musste und suchte mir dort den Kerl der mir vorher die Kiste in die Hand gedrückt hatte. "Hier ist die Kiste mit dem Rest der Keile". Ohne lange zu warten stellte ich sie ihm vor die Füsse und ging wieder.

    Ach nö nicht schon wieder zu der Fabrica latschen. Langsam hatte ich wirklich die Nase voll. In Rom musste ich auch oft rum rennen, das Ganze hatte aber noch in meinen Augen einen Sinn gehabt, da es ja noch zu meinem Aufgabengebiet gehörte. Hier kam ich mir vor wie irgendein Hiwi, der zum rumscheuschen gedacht war. Langsam stieg in mir der Verdacht auf, dass Menecrates es sichtlich genoss mich derart zu beschäftigen. Wenn der meinen Hunger hätte würde er sich dies zweimal überlegen, dachte ich bei mir, nahm die Kiste und zog los.

    Ich nickte Fontinalis zu, bevor ich aus dem Wasser stieg, um meine Sachen zu packen, wartete ich kurz bis mein Qälgeist weg war. Schnell schwamm ich zu meiner Münze um diese zu holen.
    Bevor ich mich anziehen würde, wollte ich noch kurz das Tepidarium aufsuchen. Heute ruhte ich mich nicht auf der Bank aus, auch wenn diese mich noch so verführerrisch anlächelte, sondern zog mich gleich danach an, um an meinem Arbeitsplatz zu erscheinen.

    "Sicher habe ich das, ich hatte Glück und konnte mir einen bestimmten Punkt auf dem Boden des Beckens merken." Mir blieb nichts anderes übrig als die einzugestehen, denn es war ja ersichtlich, dass es nur so ging. Ich strich mir kurz durch das nasse Haar und schaute meinen Quälgeist forschend an, ob es ihm nicht langsam auch langweilig wurde.

    Ich versuchte so gut es ging mir zu merken, wann und wo ein Stein hinflog und unterging. Wird ja lustig, wenn ich den ersten Stein zu ihm zurück bringe, verliere ich womöglich meinen Überblick, übelegte ich und versuchte mir an Hand eines bestimmten Punktes meinen jetzigen Standort einzuprägen. Da fiel mir meine Münze ein, diese ließ ich fallen, somit hatte ich meinen jetzigen Platz gezeichnet und konnte loslegen.
    Den ersten Stein holte ich und brachte diesen zu Fontinalis, dann ging es zurück in Richtung Münze, dort tauchte ab um sie genau zu sehen, machdem ich sie gefunden hatte ging es wieder hoch und gleich zum zweiten Stein, mit diesem abermals zu Fontinalis. Dies wiederholte ich bis alle neun Steine vor ihm lagen. Gefunden hatte ich alle, blieb nun nur noch zu erfahren, ob die Reihenfolge richtig war.

    Langsam wurde es langweilig, wenn ich mr vorstellte der ganze Zirkus sollte noch Tage so weitergehen, dann hätte ich liebend gerne laut geschrien. Ich sprang wieder ins Wasser und zog meine Bahnen.

    Hatte ich gerade meine Freude gehabt, so verdarb mir mein Quälgeist mal wieder alles. Was sollte ich aber machen, ich hatte es nun einmal versprochen So stieg ich aus dem Becken und machte meine Liegestützen.

    So hatte ich mir es nun doch nicht gedacht. Sicher ich konnte Macro schon verstehen, ihm gefiel es hier genauso wenig wie mir, aber dann wäre ich hier ganz alleine. Ehrlich wollte ich aber bleiben, darum druckste ich zuerst etwas rum bevor ich ihm antwortete.
    "Ich an deiner Stelle würde es bestimmt versuchen, aber mir, mir würde es nicht gefallen wenn du gehen würdest." Traurig dachte ich wen kümmert es aber was ich möchte?
    Dann hatte ich wie ich hoffte aber eine Idee, wie ich es ihm vielleicht doch ausreden könnte. "Aber was ist wenn Menecrates reisen muss?
    Dann bist du doch für seinen Schutz verantwortlich."

    Nun war ich der Ansicht es würde reichen und tauchte auf. Langsam schwamm ich auf Fontinalis zu. Schaute zu ihm auf und legte ihm seine Steine fein säuberlich in eine Reihe vor die Füße. "So, dass müssten alle sein. Brauchst du sonst noch etwas? " Wieder konnte ich mir ein grinsen und den Schlußsatz nicht verkneifen.

    Ich hatte, wie ich hoffte alle Münzen aufgesammelt und mich gerade wieder aufgerichtet, als mir der finstere Blick des Typen auffiel, mit dem er mich anstarrte. Den gelassenen mimend, ging ich einige Schritte weiter, aber nur um dort wieder stehen zu bleiben. Verschwinden wollte ich keineswegs, den beiden traute ich keine fünf Schritte über den Weg.
    Wie hatte sie mich genannt? Aretas? Ob der der Vater des Kindes war? In diesem Moment winkte die arrogante Ziege ihren Typen zu sich und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Die Frage die er anschließend an Caelyn richtete, konnte ich von meinem Platz aus hören.
    Sei bloß vorsichtig, hätte ich liebend gerne zu ihr gesagt, doch noch wollte ich mich zurückhalten. Für mich stand aber fest, ich würde nicht eher hier verschwinden, bis ich mir sicher war, dass es ihr gut ging und sie gut nach Hause kam.

    Ich nahm die Kiste wieder und wartete auf eine Anweisung, da mir nicht klar war, was ich anreichen sollte. Sollte es ein Keil sein oder doch die Kiste? Von dem was da gerade lief und erzählt wurde hatte ich nun wirklich keine Ahnung. Wer etwas von mir wollte musste es mir schon genauer erklären. Dann spielte ich heute eben den Handlanger, die musste es ja auch geben. Gelangweilt betrachtete ich das Treiben.

    Ich torkelte zunächst vorwärts, konnte mich aber so eben noch an einem Pfahl festhalten. Nachdem ich wieder sicher stand, dachte ich nur so ein blöder Fatzke, bestimmt irgend ein Neureicher. Da der Markt nun langsam voller wurde schlängelte ich mich zwischen die Besucher, bis zu Caelyn und half ihr weiter beim Münzen aufsammeln.

    Dachte ich es mir doch, meine Ahnung hatte sich also bestätigt. Einmal tief Luft geholt und schon war ich abgetaucht. Nach einigem suchen hatte ich neun Steine zusammen, noch wollte ich aber nicht auftauchen. Ich schwamm weiter am Rand entlang und suchte etwas anderes noch. Außerdem sollte mein Quälgeist da oben ruhig etwas nervös werden. Dann hatte ich wirklich Glück in einer Ritze steckte etwas fest. Es war eine Münze, ob ich sie zeigen würde wuste ich noch nicht.

    "Das kann nicht sein Dominus ich habe mich heute frisch gebadet"
    In meiner Wut über seineAussage, konnte ich mir dies nicht verkneifen.
    Ein Sklave war ich, aber dreckig bestimmt nicht. Der war genauso boniert wie seine Frau.

    Typisch Frau, sofort um Hilfe jammern um nur nicht einzugestehen, dass ein anderer Recht hat. Wenigstens schlug sie nicht gleich zu, wie Livineia in Rom. So wie sie sich benahm würde ihr Gemahl ihr bestimmt jeden Wunsch erfüllen, entweder weil er sie wirklich liebte oder um seine Ruhe zu haben. Für mich würde sich sicherlich beides zum Nachteil entwickeln. Mit diesen Gedanken beschäftigt, tat ich zunächst so, als wenn ich die Beiden nicht weiter beachten würde.

    Zurück im Scriptorium stellte ich die Kiste mit den Keilen vor die Männer, welche die Türe einbauen sollte um Menecrates zu berichten, dass der Auftrag erfüllt war. "Dominus ich habe die gwünschten Keile geholt." Ich kann ja kaum noch erwarten bis sie fertig sind, damit mein Qüälgeist seinen Bericht abliefern kann, fügte ich in Gedanken hinzu.

    Ach schau an, dachte ich, sie haben sogar eine Notiz an die Kiste geheftet, gut dass ich sie vorher nicht gesehen hatte, sonst wäre ich noch in Versuchung gekommen, diese Kiste einfach ohne ein Wort mitzunehmen.
    "Danke dir", zufrieden ging ich mit der Kiste bepackt zurück zum Scriptorium. Zufrieden war nicht der richtige Ausdruck, aber wenigsten konnte jetzt Menecrates zufrieden sein.

    Schulterzuckend antwortete ich Fontinalis: "Wenn es weiter nichts ist."
    Ganz wie er es wünschte schwamm ich meine Bahnen. natürlich hatte ich bemerkt er unterwegs die Steine aufsammelte und erwartete gespannt was er damit vorhatte, denn ganz umsonst hatte er sich diese Mühe bestimmt nicht gemacht.

    Erstaunt schaute ich Macro an. "Ich, jemanden verhauen? Nein nichts liegt mir ferner wie das. Ich habe mich nur gefragt wo der Sinn liegt, wenn Menecrates gerade Wulfgar nach Rom schickt. Wufgar der sich so wichtig nimmt, in seiner Rolle als Cursor, der sich freut hier zu sein und tönt er wäre hier bestimmt von nutzen, der wird losgeschickt. In meinen Augen wäre es viel logicher gewesen dich zu schicken. Du besitzt Menecrates vollstes Vertrauen und seien wir einmal ehrlich, hier braucht Menecrates doch nicht so dringend einen Leibwächter." Vielleicht lag ich jetzt ja falsch, ich war aber davon überzeugt, dass Menecrates in Mitten seiner Truppe in Sicherheit war. Außerdem konnte ich Wulfgar wirklich nicht verstehen. Hier in seiner Heimat, in der Nähe seines Stammes, ausgerüstet mit einem Pferd, einem kleinen Vermögen, mit dem Schmuckstück und zwei Beutel voller Sesterzen reist lustig nach Rom. Einer der in Freiheit geboren wurde und dem nun alle Chancen offen stehen, nimmt so gelassen sein Sklaventum hin?
    Für mich war dies völlig unverständlich.
    So in meinen Gedanken vertieft hatte ich gerade vollkommen Macros Anwesenheit vergessen.