Beiträge von Marcus Iulius Dives

    [Blockierte Grafik: http://i1294.photobucket.com/a…IR/Home/Avas/STsuniro.jpg| Tsuniro


    Die Aemilia wollte sich sogar persönlich darum kümmern?! Dafür erntete sie ein freudiges Strahlen aus dem Gesicht der Ägypterin.
    "Hm... Ich glaube, es würde bestimmt reichen, wenn das mit dem Maiordomus abgesprochen wird.", äußerte Tsuniro. Den meisten Herrschaften war ja ein einzelner Sklave oder eine einzelne Sklavin relativ egal, solange der Haushalt trotzdem normal lief (was er ja tun würde, da die Ägypterin sich stets nur äußerst spärlich mit Aufgaben und Pflichten bedenken ließ). Sie war da wohl das, was man allgemeinhin als entbehrlich bezeichnete.
    "Aber das kann ich auch für dich übernehmen... wenn ich auch sagen darf, dass mein Mitkommen auch dein Wunsch ist?", schob sie noch geschickt einen Nachsatz hinterher. Nicht dass sie nicht auch ohne diese ausdrückliche Erlaubnis einfach vor Phocylides behauptet hätte, dass es sich bei ihrer Bitte um einen expliziten Wunsch der Aemilia handelte. Aber wo sich diese Gelegenheit schonmal ergab, könnte sie sich natürlich auch tatsächlich diesbezüglich etwas absichern.


    "Immer wieder gerne.", erwiderte die Sklavin dann auf die Behauptung, dass die Aemilia ohne Tsuniro nicht auf diese Idee gekommen wäre. Unabhängig davon, ob dem nun wirklich so war, nahm die Ägypterin das Kompliment natürlich gerne an. Dann betrat ein fremder Mann das Zimmer, der wohl vorhin mitunter auch im Atrium anwesend gewesen war. So genau hatte die Sklavin das nicht mehr im Kopf.
    "Ist das dein Diener? ... Soll ich jetzt besser gehen?", erkundigte sie sich frei heraus bei der Aemilia. Mit dem ganzen Zeug im Gesicht fand sie den Mann ja beinahe etwas belustigend, wenngleich sie sich ein Kichern und selbst ein unanständiges Lächeln natürlich verkniff. Soetwas war doch schon seit Ewigkeiten außer Mode! Mindestens seit... mindestens seitdem damals dieser Grieche - nein, Makedone... oder doch Grieche? - jedenfalls dieser Mann, der den gleichen Namen trug wie der Cellarius Alexander das Reich der Parther (oder hießen die nicht damals auch irgendwie anders?) unterjocht hatte.




    SKLAVE - CASA IULIA

    Ohne eine Miene zu verziehen hörte sich der Iulier an, was der Praefect da sagte. Der Tribunus Fabius, von dem Dives in der kurzen Zeit bisher nicht den besten Eindruck gewonnen hatte, sollte also zukünftig sein Ansprechpartner in militärischen Fragen sein. Auf die Idee, dass er mit seinen Worten und seiner Mimik mitunter auch überheblich wirken mochte, kam der Duumvir nicht, wenngleich es objektiv betrachtet alles andere als ausgeschlossen war, dass er seine Unsicherheit in dieser Situation - als militärische tabula rasa, die einem Reichpraefecten und dessen Kommandostab Contra geben musste - auf diese Weise überspielte. Doch darüber machte sich der junge Iulius just in diesem Augenblick am wenigsten einen Kopf. Vielmehr nickte er zustimmend, dass Ostia derart peinliche Pannen wie in Roma hoffentlich erspart blieben.
    Dann versuchte er den militärischen Ausführungen Massas zu folgen, die weniger militärisch klangen als zunächst befürchtet. Der sprach von schützenden Verbänden im Norden und Süden, womit nur der Weg über die offene See, über Westen, bliebe. Genaugenommen müsste man wohl etwas 'schräger' denken, da das nächste größere Gewässer im Norden Ostias nach dem Tiber wohl eher der Lacus Sabatinus und kein Meer wäre, doch fiel das wohl in die Kategorie 'Beamten-Klugscheißerei', weshalb sich der Iulier einen Kommentar dazu gekonnt verkniff. Er hatte eh keine Lust groß mit Massa ins Gespräch zu kommen, was er dazu ja zwangsläufig hätte tun müssen. Und so rang sich Dives auch zu der durchaus guten Nachricht des decimischen Centurios lediglich ein einfaches Lächeln ab und blieb stumm.


    | Nero Sulpicius Cornuntus
    HAFENVERWALTER - PORTUS ROMAE


    "Selbstredend sind unsere Speicher bereit Korn aufzunehmen... jederzeit!", antwortete der Sulpicier sodann und hoffte, dass man ihn da jetzt nicht allzu wörtlich nahm. Er hatte tagsüber teils schon genug Stress und brauchte ja auch irgendwann mal ein wenig Zeit zum Ausruhen und Schlafen. Doch so ganz genau genommen - und da auch er ein Civilist war, beherrschte er das mit dem Genaunehmen auch mitunter nicht schlecht - war das ja auch gar nicht sein Zuständigkeitsgebiet. Da fiel ihm auf: Wo war eigentlich der Procurator Annonae Germanicus, in dessen Ressort das nämlich eigentlich viel eher gehörte? - Aber gut, der Cassius fehlte ja auch...

    | Tasius


    Und wie der Magister selbst kam sich der Sklave mittlerweile auch tatsächlich vor... bis er zum stumpfsinnigen Verlesen der bisherigen Änderungen aufgefordert wurde. Aber gut. Andere Sklaven hatten nur die Saturnalien; er hatte heute und überhaupt in den letzten Tagen hier den einen oder anderen zusätzlichen Tag gehabt. Tasius räusperte sich kurz.
    "Die DISCIPLINA SOCIETATIS CLAUDIANAE ET IULIANAE. Punkt I: Der Name des Vereins lautet SOCIETAS CLAUDIANA ET IULIANA. Punkt II: Die SOCIETAS CLAUDIANA ET IULIANA verpflichtet sich zu absoluter Treue gegenüber dem Kaiser." Er machte eine kurze Pause. Das waren die ganz allgemeinen Festlegungen in zwei kurzen Sätzen.


    "Punkt III: Die SOCIETAS CLAUDIANA ET IULIANA hat es sich zum Ziel gemacht, allen großen Mitgliedern der iulisch-claudischen Kaiserdynastie zu gedenken und diese zu ehren.", las er von seinen Notizen ab und machte sogleich wieder eine kurze Zäsur. Immerhin war dieser Punkt bisher noch nicht in der vorläufigen Form zusammengefasst worden.
    "Punkt IV: Die SOCIETAS CLAUDIANA ET IULIANA wird von einem Magister geleitet. Dieser wird durch einfache Mehrheit aller Sodales nach Erklärung seiner Kandidatur gewählt und muss im Regelfall aus dem Geschlecht der IULIER oder aus dem der CLAUDIER stammen. Sollte sich kein Mitglied einer der beiden zuvor genannten Gentes zu einer solchen Wahl stellen, so steht es jedem Sodalis der Societas frei selbst für das Magisterium zu kandidieren. Der Magister hat außerdem einen Vicarius Magistris zu ernennen, der ihn in Abwesenheit vertritt und die Geschäfte der Societas stellvertretend leitet." Einmal durchatmen. Dieser Absatz war der längste und im bisherigen Gesprächsverlauf auch der umstittenste gewesen. Dann ging es weiter:


    "Punkt V: Sodalis der SOCIETAS CLAUDIANA ET IULIANA kann jeder ehrenhafte römische Bürger werden, dem es ernst um die Ziele des Vereins ist. Ausnahmen hiervon kann nur die Mitgliederversammlung auf Antrag des Magisters beschließen. Ansonsten entscheidet der Magister allein über die Aufnahme." Das war der erste Teil der eben vorgeschlagenen Variante.
    "Punkt VI: Ein Sodalis kann aus der SOCIETAS CLAUDIANA ET IULIANA wieder ausgeschlossen werden, wenn er sich ungebührlich verhält. Über den Ausschluss entscheidet die Mitgliederversammlung auf Antrag des Magisters.", folgte sodann auch Teil zwei des wohl soweit akzepterten Vorschlags.


    "Punkt VII: Der offizielle Tagungsort des Vereines ist das Vereinshaus in Roma.", fügte der Sklave abschließend einen Satz hinzu, über den man zwar noch nicht gesprochen hatte, der wohl aber auch kaum diskussionsbedürftig schien. Dann machte Tasius eine etwas längere Pause.
    "Sollte das soweit zu eurer Zufriedenheit sein, würde ich mich daran machen Iulius... also Iulius Dives, dieses Gesprächsergebnis schriftlich zukommen zu lassen. Anschließend, davon gehe ich mal aus, wird er sich entweder nochmals mit euch in Verbindung setzen oder sich nach einer Rücksprache mit dem Magister direkt an die kaiserliche Kanzlei wenden.", spekulierte der Sklave dann über die weiteren Schritte. Immerhin hieß es in der Lex Communitatis im zweiten Absatz der Paragraphen eins und zwei, dass das Vereinsreglementarium zumindest zur Gründung eingereicht werden müsste und nicht gegen geltendes Recht verstoßen dürfte. Da wäre es wohl nicht ganz unwahrscheinlich, dass der Iulier Änderungen dann auch sicherheitshalber 'von oben' abnicken lassen würde... eventuell ja auch auf dem informellen Weg, wenn er irgendeinen Kontakt auf den Palatium Augusti hätte...




    TABULARIUS - SOCIETAS CLAUDIANA ET IULIANA
    SCRIBA PERSONALIS - MARCUS IULIUS DIVES

    Sim-Off:

    Kein Ding, versteh ich. ;)


    [Blockierte Grafik: http://i1294.photobucket.com/a…IR/Home/Avas/STsuniro.jpg| Tsuniro


    Tja, wie sie gesagt hatte: Wenn ihr schon das Lesen und Schreiben nicht sonderlich lagen, so konnte sie doch viel erzählen... meist sogar mehr, als es eigentlich zu erzählen gab. Dass die Aemilia vor allem bei den vielen neuen Namen da Probleme hatte gedanklich zu folgen, wurde der Ägypterin im Nachhinein auch klar. Aber letztlich könnte sie bei Gelegenheit immer wieder diese Fakten wiederholen und so übermäßig wichtig fand die Sklavin das ja jetzt auch nicht.
    Viel wichtiger war schließlich die Beinahe-Zustimmung der Aemilia in die Agrippathermen mit Tsuniro zu gehen! Gut, die ganzen Patrizierinnen und die meisten Senatorengattinnen würde man dort wohl aktuell nicht antreffen und vermutlich sah es auch bei den ritterlichen Frauen nicht ganz so rosig aus, doch irgendwen würden die Frauen schon kennenlernen! Vielleicht ja ein Iunia, Octavia, Decima oder Germanica, fielen ihr spontan und völlig wahllos einige bekanntere Gentes ein und sie war sich fast sicher, dass es in mindestens einer dieser Gentes auch die eine oder andere Frau auf Gattensuche gab! Sie müssten diese eben nur mit Fortunas Glück treffen und könnten sich sodann über die Männerwelt unterhalten... am liebsten stundenlang und bis die Sonne unterging!


    "Na klar, das kann ich dir zeigen, wo die sind! Und es ist wirklich unglaublich toll dort! Suuuper! Du kannst mir glauben, die MUSST du von innen gesehen haben!", versuchte die Ägypterin der Aemilia diese Idee möglichst schmackhaft zu machen. Drum verschwieg sie auch, dass sie selbst noch nie im Innern dieser Thermen gewesen war, sondern lediglich vom Hören-Sagen wusste, wie es dort so sein sollte.
    "Und es wäre mir eine unglaubliche Freude, wenn wir gemeinsam dorthin gehen würden.", schloss sie noch an, um sich auch dessen zu versichern, dass sie mit durfte. Wenn die Aemilia diesen Wunsch äußern würde, dann würde bestimmt keiner der Iulier des Hauses etwas dagegen haben. Immerhin war sie derzeit hier Gast und die Erfüllung ihrer Wünsche würde zu ihrem Wohlbefinden beitragen... genau!
    "Wir könnten schon morgen gemeinsam dorthin gehen...", versuchte sie dann auch gleich Köpfe zu Nägeln zu machen... oder Nägel zu köpfen... oder so. Immerhin würde die Aemilia heute sicherlich erst einmal etwas Zeit zum Einleben wenigstens in ihrem Cubiculum haben wollen und Tsuniro müsste dem Maiordomus natürlich auch noch entsprechend erst noch verklickern, dass es der ausdrückliche Wunsch der Aemilia wäre, dass die Ägypterin sie in die Agrippathermen begleitet...




    SKLAVE - CASA IULIA

    Der Ianitor guckte weiterhin ziemlich misstrauisch und musterte den Boten dieser ominösen Botschaft erst einmal, während der sprach. So wie der aussah, könnte der glatt als Gladiator durchgehen - aber wer schickte bitte Gladiatoren als Boten?! Nein, dann war der sicherlich kein derartig ausgebildeter Krieger, vor dem man sich mehr als vor anderen fürchten müsste... oder er kam mit einer ganz speziellen Botschaft, die er versteckt unter seiner Kleidung trug und dem Iulier im geeigneten Augenblick zwischen die Rippen oder so rammen würde. Besser, er behielt den Kerl gut im Auge!
    "Gut, komm mit...", sprach der Sklave noch immer sehr direkt, unfreundlich und genau seine drei Worte. Mit einer einfachen Geste bedeutete er dem Boten einzutreten, ließ ihn dabei aber nicht einen Augenblick aus den Augen. Hinter jenem Mann würde er die Porta sofort wieder schließen und ihn dann durch das Vestibulum ins Atrium führen, wo Dives noch immer mit Caius Caelius Caldus die richtige Gestik, Körperhaltung und Intonation für die kommenden Feierlichkeiten einübte.


    "Dominus?! Ein Bote eines Decimus Serapio mit persönlicher Nachricht.", erklärte er gegenüber seinem Herrn ein wenig wortreicher. Jener kam sodann gleich doppelt erfreut auf den Boten zu. Erstens entkam er so zumindest für einen kurzen Augenblick dem strengen Blick des Caeliers, der ihn den ganzen Abend schon so getriezt hatte. Und zweitens und viel wichtiger: Es gab eine Nachricht von SERAPIO!!
    "Sei gegrüßt! Ich bin Iulius Dives...", begann er mit einfacher Begrüßung und Vorstellung, während er mit einer leicht wedelnden Geste seiner rechten Hand dafür sorgte, dass sich der Ianitor wieder an die Porta begab. Eine persönliche Botschaft ging den schließlich nichts an. "... Sag, was sollst du mir übermitteln?", setzte er dann neugierig und mit leuchtenden Augen fort und streckte nun erwartungsfroh seine rechte Hand dem Boten entgegen. Grund dafür war weniger, dass jener Mann so einen guten Blick auf den iulischen Siegelring haben würde, den der Duumvir natürlich stets trug, sondern vielmehr, dass Dives erwartete einen Brief oder eine Tabula ausgehändigt zu bekommen.


    Im Hintergrund des Geschehens hatte sich Caldus leicht genervt abgewandt. Der genannte Name war ihm weniger ein Begriff und zum Glück handelte es sich ja auch nicht um den Germanicus Aculeo, von dem er noch immer glaubte, dass DER derjenige welcher wäre. Doch störend fand er den Besuch dennoch... gerade in dieser Situation!
    "Können wir dann weiterarbeiten an deiner Rede?!?", meinte er letztlich noch immer abgewandt und mit drängendem Tonfall.




    IANITOR - VILLA RUSTICA IULIANA OSTIENSIS

    Sim-Off:

    Die Iden sind da. Ich hoffe, du hast nichts dagegen, wenn ich davon ausgehe, dass unser letztes Gespräch beendet war. Dein Einsatz ist ja auch gerade in zwei anderen Themen sehr gefragt. ^^


    Die Iden des November waren unaufhaltsam näher gerückt und während Cassius Hemina Maior zusammen mit seinem Sohn am Capitolium Ostiensis die örtlichen Septemviri bei der Ausrichtung der Feierlichkeiten zum Epulum Iovis unterstützte, kam Dives am heutigen Tage im Schatten ebenjener Veranstaltung zum Sacellum des Iuppiter Serapis, um dort ohne großes öffentliches Aufsehen ein Opfer zum Schutze des Praefectus Praetorio Decimus Serapio darzubringen. Gemäß seinem Amt wurde er dabei von seinen vier Liktoren begleitet. Etwa zwei Dutzend Sklaven, darunter zehn Musikanten, zehn Opferhelfer mit je einer strahlend weißen, (noch) glücklichen Gans in den Händen und vier Sklaven mit sonstigen Opfergaben, wie Weihrauch, zehn weißen Dianthus-Blumen und misenischem Landwein, warteten am Sacellum auf ihren Herrn.


    Barfuß und in blütenweißer Toga trat Dives an den Eingang des kleinen Heiligtums und während ihm die vier Opferhelfer mit den unblutigen Opfergaben folgten, setzten die tibicines mit dem Spiel auf ihren Doppelpfeifen ein. Unterdessen sorgten die Liktoren dafür, dass niemand dem Heiligtum in den nächsten Augenblicken zu nahe kommen würde, sodass der iulische Duumvir abgesehen von seinen sklavischen Helfern alleine, ungestört und ungehört von dritten zu dem Gott sprechen könnte. Da ihn der Sacellumsverantwortliche darauf aufmerksam gemacht hatte, dass man diesem Gott im graecus ritus opferte, bedeckte der Iulier sein Haupt nicht mit einem Teil seiner Toga, sondern setzte sich einen frischen Lorbeerkranz - Symbol der Gens Decima und Symbol des Triumphators Decimus Meridius, der ein Bindeglied zwischen Serapio und Dives darstellte, - auf den Kopf, bevor er die rituelle Reinung am Wasserbecken vollführte:
    "Möge dieses Wasser alle Unreinheit von meinem Körper waschen wie das Verwandeln von Blei in Gold. Reinige den Verstand. Reinige das Fleisch. Reinige den Geist. So ist es."


    Sodann betrat der Duumvir das Innere des Sacellums gefolgt von den vier frisch gewaschenen, in reinem Weiß gekleideten Sklaven mit den unblutigen Opfergaben. Derweil hielten die draußen spielenden Musikanten störende Geräusche erfolgreich fern und sorgten gleichsam dafür, dass auch von innen kein Wort den Weg nach draußen fand. So ging der Iulier auf das Götterbild des Iuppiter Serapis zu, welches sich in einer aedicula genannten Niesche des Sacellums befand. Dort, wo in unmittelbarer Nähe auch das kleine Opferfeuer brannte, kontrollierte Dives noch einmal den richtigen Sitz seines Lorbeerkranzes, bevor er die Hände mit nach oben zeigenden Handflächen in die Höhe streckte und sprach:


    "Ianus, Gott des Wandels, der du gleichsam am Anfang und Ende aller Dinge stehst!
    Gott der Götter, der du wachst über die himmlischen Tore! Gott des Übergangs!
    Ich, Marcus Iulius Dives, Sohn des Caius Iulius Constantius, möchte dir diesen Weihrauch zum Geschenk machen!
    Bitte nimm dies Opfer an und lass mich damit ein gutes Gebet sprechen!"


    Dabei opferte er den ihm von einem seiner Sklaven gereichten Weihrauch, sodass sich ein wohlriechender Nebel ausbreitete. Abschließend wandte er sich nach rechts, womit dieses Gebet beendet war. Damit sollte durch Ianus die Verbindung zu Iuppiter Serapis hergestellt werden können. Nun könnte also das eigentliche Voropfer folgen, wofür Dives sich die weiteren gut vorbereiteten Opfergaben reichen ließ, während die Musiker vor dem Sacellum noch immer spielten. Dann nahm er die Gaben und streckte sie einzeln dem Gott entgegen, sodass jener auch genau sehen könnte, was geopfert werden sollte. Anschließend legte er sie am Altar ab: zunächst die zehn weißen Dianthus-Blumen. Die Zehn stand dabei symbolisch bereits für Decimus, dem das Opfer ja letztlich gelten sollte. Weiß war die Farbe der Himmelsgötter und damit ebenfalls keineswegs willkürlich ausgewählt. Letztlich waren natürlich die auch als Zeus-Blumen bekannten Gewächse mit Bedacht für dieses Opfer an Iuppiter Serapis ausgesucht worden. Es folgten eingie interessant duftende Kräuter, frisches Obst und bester, misenischer Landwein (natürlich vom Weingut seines Onkels Proximus), der in eine entsprechende Öffnung gegossen wurde.
    Es schloss sich das erste Gebet zu Iuppiter Serapis an. Dazu streckte Dives abermals beide Hände mit nach oben zeigenden Handflächen in die Höhe und sprach:


    "Iuppiter Serapis, Gott der Ewigkeit und König unter den Göttern, der alle Welt und alle Gottheit in sich umfasst!
    Orakelgott, von dem für die Seele Weisheit, legendärer Heilgott, von dem für den Leib Gesundheit und in allen Dingen alles Gute kommt; Namenspatron so vieler Sterblicher!
    Ich, Marcus Iulius Dives, Sohn des Caius Iulius Constantius, möchte dir mit diesen Opfergaben meine tiefe Ergebenheit zeigen!
    Danken möchte ich dir damit für deine Unterstützung deines Schützlings, meines guten Freundes Faustus Decimus Serapio, der bereits in so jungen Jahren zum Praefectus Praetorio ernannt wurde!"


    Um dieses Dankesgebet an Iuppiter Serapis zu beenden, wandte er sich nun traditionsgemäß zur rechten Seite um. Das Voropfer war abgeschlossen und mit einem guten Gefühl schritt Dives würdevoll wieder nach draußen, um mit dem blutigen Hauptopfer auch den letzten Teil der Opferzeremonie zu vollführen. In zwei Reihen standen die zehn (symbolisch für: Decimus) Sklaven mit je einem strahlend weißen Gänserich (symbolisch für: Serapis/Serapio) in den Händen da und Tiere wie Menschen lauschten stumm und das (noch) glückliche (symbolisch für: Faustus) Federvieh auch von einigen Mittelchen leicht berauscht dem Spiel der Musikanten. Während der iulische Duumvir dann erneut mit Wasser besprengt und damit abermals rituell gereinigt wurde, gab er ein Zeichen und die Worte "Favete linguis!" ertönten. Augenblicklich wurde es unter den vergleichsweise wenigen Anwesenden zumindest etwas stiller auf dem Vorplatz des Sacellums. Unterdessen wurde dem Iulier eine Schüssel gereicht, in der er nun auch seine Hände nochmals wusch. Anschließend trocknete er sie sich mit einem weißen Tuch, dem mallium latum, ab.
    Dann trat er zwischen die beiden parallel verlaufenden Reihen der mit ihrer Front zum Sacellum stehenden Sklaven, drehte sich um und blickte zum kleinen Heiligtum des Iuppiter Serapis. Kurz noch einmal den Lorbeerkranz zurecht gerückt, erhob er seine Hände mit zum Himmel zeigenden Handflächen und sprach:


    "Iuppiter Serapis, Gott der Ewigkeit und König unter den Göttern, der alle Welt und alle Gottheit in sich umfasst!
    Orakelgott, von dem für die Seele Weisheit, legendärer Heilgott, von dem für den Leib Gesundheit und in allen Dingen alles Gute kommt; Namenspatron so vieler Sterblicher!
    Ich, Marcus Iulius Dives, Sohn des Caius Iulius Constantius, danke dir nochmals für deinen bisherigen Beistand für meinen guten Freund Serapio!
    Daher möchte ich dir nun diese zehn (!) mit Argusaugen ausgesuchten, schneeweißen Gänseriche zum Geschenk machen!
    Und damit möchte ich dich auch bitten, gerade jetzt mit wachsamem Auge und behütender Hand ebenjenem Serapio, deinem Günstling, schützend zur Seite zu stehen! Als Orakelgott wirst du am besten wissen, in welcher Gefahr er sich befindet und was auf ihn zukommt!
    Dann will ich geloben dafür zu sorgen, dass dir an dieser Stelle, an der sich aktuell nur dieses vergleichsweise kleine Sacellum befindet, schon bald ein Serapeum erhebt, das deiner wahrhaft würdig ist! Das Kultbild, so gelobe ich weiter, will ich persönlich dir zu Ehren fertigen lassen! Do ut des."


    Mit einer Wendung nach rechts symbolisierte Dives, dass er sein Gebet gesprochen hatte und sogleich wurde damit begonnen, den Opfertieren den wenigen Schmuck, den man Gänsen nunmal nur an- und/oder umhängen konnte, abzunehmen. Während sie dann mit mola salsa bestrichen wurden, bekam der Duumvir ein Opfermesser gereicht, mit welchem er zunächst dem ersten Gänserich von Kopf bis Schwanz strich. Er übergab das Messer dem Sklaven, der gleichsam als Schlächter fungierte, und jener stellte die Frage der Fragen: "Agone?" - "Age!", antwortete Dives mit fester Stimme.


    ZACK!


    So wurde mit einem gekonnten Schnitt der Kopf des Vogels von dessen restlichem Körper getrennt und ein Sklave, der noch zuvor unblutige Opfergaben getragen hatte, eilte sogleich mit einer patera herbei, um einen Teil des reichlich aus dem toten Gänserich austretenden Blutes aufzufangen. Das erste Tier - das erste gute Omen. So folgten nacheinander auch die übrigen Gänseriche dem ersten in den Tod, sodass nach wenig besonderen Vorkommnissen letztlich die zehn Gänse tragenden Sklaven, einjeder von ihnen vom Blut der gehaltenen Gans besudelt, die Innereien der gefederten Tiere entnahmen und sie zur Eingeweideschau auf einzelne paterae legten. Der letzte Akt der Opferzeremonie könnte beginnen und der in Opfern nach griechischem Ritus noch nicht ganz so erfahrene Iulier war sehr gespannt, ob der mächtige Iuppiter Serapis seiner Bitte, die lediglich vom Schutz, nicht aber vom Sieg Serapios sprach, dennoch nachkommen würde...


    Sim-Off:

    Einmal Iuppiter Serapis bitte! =)

    Die Eier standen auf dem Tisch, aber niemand griff danach. Verdünnter Wein befand sich in den Bechern, doch niemand trank. Während Axilla also von der Luftqualität und der Herkunft ihrer ihrer grünen Augen erzählte, wurde dem Iulier klar, dass er als Gastgeber wohl einen Toast sprechen müsste, etwas auf das sie anstoßen könnten.
    "Ich denke, wir sollten zunächst erst einmal unsere Becher erheben.", stellte Dives nett und freundlich, aber auch ein kleines bisschen auffordernd fest. Dass die Iunia seine eigentlich weniger wörtlich gemeinte Frage, dennoch so wörtlich beantwortet hatte, gefiel ihm irgendwie. Da taute er doch glatt ein wenig auf und fand die Auswahl der Kette zwar noch immer nicht grandios, doch... naja... zumindest einigermaßen passabel.
    "Auf Hispania, das, wie ich vom Hören-Sagen weiß, wunderschön ein soll, und es immer wieder vermag seine Schönheit auch auf seine Kinder zu übertragen!", erhob der Iulier seinen Becher, verschüttete einen Anstandstropfen für Bacchus und noch ein kleines bisschen mehr für Serapis, bevor er einen Schluck trank. Ja, er dachte hier wirklich nur beiläufig an die Schwangere, die auf ihn nämlich keinesfalls in irgendeiner Weise anziehend wirkte. Vielmehr musste er an Serapio denken, dessen Ahnen, soweit er wusste, ja auch irgendwo in Hispanien ihre Wurzeln hatten. Während Dives seinen Becher anschließend wieder abstellte, ein halbes Ei in eine gelb-orange Paste tunkte und es sodann verspeiste, ergriff Cassius, der zuvor mit einem einfach 'Auf Hispania!' den Trinkspruch unterstützt hatte, das Wort:


    "Um auf deine Frage zurückzukommen: Ja, ich... also wir... haben durchaus so einige Pläne. Ein Freund von Iulius hat vor einiger Zeit eine beträchliche Summe für das Theatrum Ostiensis gespendet. Wie hieß der gleich?" - "Germanicus Aculeo. Er ist...", begann der Iulier seine Antwort, kam aber nicht sehr weit.
    "Er ist Eques, derzeit Procurator Annonae und überdies auch Mitglied des Ordo Decurionum von Ostia. Auf jeden Fall will... wollen wir keine Zeit vergeuden und dieses Projekt schon bald in Angriff nehmen. Die kaiserliche Administration hat nämlich schon vor einer ganzen Weile den Besuch eines Beamten oder wahrscheinlich gar einer ganzen Abordnung von Beamten angekündigt. Nachdem der alte Curator Rei Publicae, dieser... äh..." - "Vinicius Lucianus, der..." - "... der des Kaisermordes bezichtigt im Kerker der Praetorianer Rede und Antwort stehen muss..." - "... wenn..." - "... ja, wenn er nicht gar schon für immer schweigt. Nachdem der also inhaftiert wurde, will man die Finanzen der Civitas, über die er ja auch Aufsicht zu führen hatte, genaustens überprüfen. Und eh jemand auf dumme Gedanken kommt... führen wir dieses ohnehin zweckgebundene Geld also möglichst zügig seiner Bestimmung zu.", erklärte der Cassier stolz, nahm sich nun auch ein halbes Ei, tauchte es kurz in die hübsche rote Sauce und verschlang es. Anschließend griff er bemüht um keine allzu auffällige Hast zu seinem Becher... 'Schaaarf!'


    "Ein Stück weiter oben auf unserer Liste steht aber natürlich die Sorge um die Civitas in dieser schweren Krisenzeit. Nicht erst seit den Wahlen stehen wir deshalb mit der Führung der Classis Misenensis in Kontakt, die wohl vollständig hierher versetzt werden wird und über meine persönliche Freundschaft mit dem Procurator Annonae versuchen wir natürlich auch die Situation für die Bevölkerung wenigstens einigermaßen ertragbar zu halten.", versuchte Dives die Äußerungen des Cassiers wieder etwas zu relativieren, denn gerade in Zeiten eines Bürgerkrieges waren doch die städtische Sicherheit und die Versorgung der Einwohner weit wichtiger als irgendwelche Neubauten oder Renovierungen. Die Ausnahme wären natürlich Neubauten für diverse Gottheiten, von denen man sich Schutz versprechen würde, doch daran dachte bisher keiner der beiden Duumviri.
    "Und was macht dein Mann..?", schob der Iulier nach und der Nachsatz 'oder ist das streng geheim?' schwang doch hörbar in seiner Frage mit. Der auffordernde Unterton wurde dabei von einem positiv-freundlichen Grundton umgeben und war auch keinesfalls als Angriff gemeint. Immerhin wusste Dives ja auch noch immer nicht, wer ihr Mann nun eigentlich war. Derzeit am wahrscheinlichsten erschien ihm wohl die Auguren-Option und daran hatte der Cousin eines Augurs natürlich absolut nichts auszusetzen...

    Zitat

    Original von Lucius Tiberius Lepidus


    Auch der amtierende Aedilis Mercatuum Herennius hatte es sich leider, leider nicht nehmen lassen heute hier aufzuschlagen und die Höflichkeit gebot es nun natürlich auch diesen zumindest kurz mit ein paar Floskeln zu begrüßen. In seinem leicht verwaschenen Blaugrün passte er farblich absolut nicht zum Duumvir und auch die Kombination mit der hellroten Tunica war einfach nur geschmacklos, wie Dives fand. Keine Frage: Dieses Outfit war eine unterschwellige Provokation, davon war der Iulier fest überzeugt. Was für ein Glück, dass der Duumvir nach der oberflächlichen Begrüßung den Tiberier erspähte und damit Grund genug hatte einem kurzen Small-Talk mit dem Herennier zu entgehen. Zwei, drei Worte des Abschieds und schon flüchtete sich Dives zu Lepidus und man konnte ihm an der Nasenspitze ansehen, dass er sich wirklich freute jenen genau jetzt hier anzutreffen.


    "Salve, Tiberius! Ich freue mich dich zu sehen und in diesen vier Wänden als Gast begrüßen zu dürfen!", hieß er den wohl einzigen Patrizier auf der Feier etwas überschwänglicher willkommen. Immerhin erhöhte der Mann ja auch in nicht gerade geringem Maße auch den Glanz der Veranstaltung, wenngleich er wohl an den Glanz der iulischen Toga nicht so leicht heran kam, wie Dives selbst fand.
    "Schön, dass du es einrichten konntest heute hier zu sein. Ich hoffe, die Fahrt hierher war nicht allzu anstrengend?", erkundigte er sich sodann, denn zwar war der Tiberier noch jung und hielt folglich bestimmt auch so einiges aus, doch war er eben auch ein Patrizier... und die hatten nach Meinung des Duumvirs doch hin und wieder diverse, besondere Befindlichkeiten...

    Zitat

    Original von Paullus Germanicus Aculeo, Petronia Romana und Appius Decimus Massa


    Der Iulier verstand selbst nicht so ganz, weshalb das jetzt so an ihm nagte, dass Massa hier in weiblicher Begleitung erschien, doch fakt war: Es nagte eben an ihm. Nachdem sie sich etwas zögerlich einen Efeukranz genommen hatte und dem Decimer schlicht einfach einer auf den Kopf gesetzt worden war, blickte sie auch noch in Dives' Richtung. Für einen kurzen Moment verfing sich sein Blick in ihrem und schlagartig ging dem Duumvir zumindest ein kleines Lichtlein auf: Serapio hatte blaue Augen... er selbst hatte blaue Augen... diese Frau dort an Massas Seite hatte blaue Augen... Trotzdem missfiel es dem Iulier sehr, dass der Mann, der noch vor gar nicht so langer Zeit im Balneum nicht unversucht war sich einem gemeinsamen Abenteuer mit Dives hinzugeben, nun so einfach mit einer Frau hier auftauchte. Mistkerl!


    "Gut, gut.", antwortete der Duumvir Aculeo dann etwas abwesend, bevor er sich wieder mehr konzentrierte.
    "So viele Gäste heute... und ich bin ihr Gastgeber. Ich hoffe, du verzeihst, wenn ich dich daher auf später vertröste und mich nun erst einmal den nächsten Besuchern der Villa zuwende.", entschuldigte sich Dives mit einem freundlichen Lächeln und wagte sich sodann in die Höhle des Löwen... das hieß: genaugenommen war dies hier ja eher sein Terrain und folglich er selbst der Löwe! Ja, dieses Bild gefiel dem Iulier schon besser.


    "Salvete und seid willkommen in der Villa Iuliana!", begrüßte der Duumvir sodann also Massa und seine Begleitung mit dem freudigsten Gesicht, das er aufsetzen konnte, wenngleich er sich hinter seiner Fassade - vor allem über den decimischen Besucher - alles andere als freute.
    "Welch Freude, dass du die Zeit finden konntest, Decimus... und dazu noch diese reizende Begleitung mitgebracht hast...", wandte er sich zunächst an den Centurio, bevor er erneut die Frau an dessen Seite ins Visier nahm. Äußerlich überglücklich ging ihm innerlich nur ein Gedanke durch den Kopf: Wer bei Pluto war sie?!?

    Zitat

    Original von Titus Helvetius Ocella


    Schnell wurden mehr oder minder kurze Begrüßungsfloskeln ausgetauscht, während der Iulier gedanklich seinen Kandidaten-Plan durchging: Cassius Hemina Minor - anwesend; Asinius Celer - anwesend; Helvetius Ocella - anwesend; Hortensius Vaticanus - ebenfalls anwesend. Alle waren da. Gut, der Cassius stand gerade nicht in dieser Runde, doch dem würde sein werter Papa schon den nötigen Mut zusprechen - oder ihm gehörig Feuer unterm Hintern machen.
    "Es freut mich eure Bekanntschaft zu machen, Hortensius, ... Lutatius.", nickte Dives beiden freundlich zu und freute sich innerlich, dass die Götter ihn wohl erhört hatten. Natürlich konnten sie das eigentlich gar nicht, da er ja nichtmal geflüstert hatte, doch erschien es ihm zumindest ein gutes Omen für den Abend zu sein.


    "Ich hoffe, ihr seid alle gut vorbereitet...", sprach er auch in Celers Richtung. "... auf dass dieser Abend uns allen zum Erfolg gereiche! Ich werde nach dem Empfang der Gäste noch einmal ein paar Worte an alle richten, bevor die ersten Gänge aufgetragen werden. Vor dem zweiten Hauptgang, das heißt vor den Fleischgerichten, werden Cassius und ich unseren gemeinsamen.. Plan verkünden. Vor den Wildgerichten dann, wäre es an euch dreien kurz etwas zu sagen. Entweder ihr findet selbst bis dahin eine passende Reihenfolge... Ansonsten würde ich sagen, dass ihr einfach alphabetisch vorgeht: Asinius, Helvetius, Hortensius. * ", stellte der Duumvir seinen Ablaufplan vor. Der Cassier war selbstredend bereits mit diesem vertraut gemacht worden, wobei es bei ihm und Dives natürlich letzterer war, der als Gastgeber das Recht des ersten Wortes haben würde.
    "Ab morgen wird es dann auch offizielle Aushänge geben und für die Verwaltung sollte einjeder von euch dann auch noch einen kurzen, förmlichen Brief an der Poststelle der Curia abgeben. Sind soweit noch Fragen?", erkundigte er sich zum Abschluss und der Asinier schüttelte spontan und ohne großes Überlegen den Kopf.


    Sim-Off:

    * Um niemanden zu langweilen sollte es wohl absolut ausreichen, wenn Reden der Spieler-IDs ausgespielt werden. Nicht, dass du dir jetzt einen Kopf auch um Hortensius machst. :D

    Der Ianitor öffnete die Porta, nachdem es geklopft hatte, und sah nach draußen. Zu dieser Stunde allerdings handelte es sich bei dem Sklaven nicht mehr um den Mann, der tagsüber die Besucher einließ oder abwimmelte, sondern um denjenigen, der die für gewöhnlich deutlich ruhigere Nachtschicht übernahm. Er war zu Abschreckungszwecken deutlich größer und muskulöser gebaut, während er dafür ein stark defizitäres Einfühlungsvermögen besaß.


    "Salve! Du willst..?!", sprach er folglich sehr direkt, nicht übermäßig freundlich und nicht mehr als drei Worte. Als er auf die groß gewachsene Statur des Mannes aufmerksam wurde, verfinsterte sich sein Gesicht noch etwas mehr und innerlich stellte er sich auf Ärger ein...


    Unterdessen drang nicht nur Licht aus dem Atrium des Hauses bis an die Porta, sondern es waren auch Stimmen zu hören:
    "NEIN! ... Nein, nein, nein! Du musst flüssiger sprechen und die Hand erst in der zweiten Satzhälfte sooo raus nehmen. Und denk dran gerade zu stehen... und stolz! Du bist Duumvir von Ostia und Gastgeber an diesem Abend und das musst du auch ausstrahlen!", erklang es in ziemlich forderndem Tonfall.
    "Können wir nicht für heute Schluss machen und ...", war ein zweiter Mann schon deutlich niedergeschlagener.
    "... und was? Ich dachte, du hast deinen großen Auftritt schon in sechs Tagen * ? Und ich könnte mir nur einen guten Grund vorstellen, weshalb wir jetzt an dieser Stelle schon Schluss für heute machen sollten...", bekam der fordernde Ton einen leicht verspielten Unterton...


    Sim-Off:

    * gerechnet ab diesem Datum, sofern du/ihr damit d'accord geht



    IANITOR - VILLA RUSTICA IULIANA OSTIENSIS

    [Blockierte Grafik: http://i1294.photobucket.com/a…IR/Home/Avas/STsuniro.jpg| Tsuniro


    Hm..? War der ein wenig schüchtern oder weshalb griff der nicht zu? Die ägyptische Sklavin verstand diesen Mann hier genauso wenig wie die vielen anderen Männer des Hauses. Auch dieses komische Blinzeln... Hier im Atrium wehte doch nun wirklich kein Wind und auch irgendwelches Viehzeug flog viel mehr im Hortus rum als hier. Um sich selbst also nicht allzu sehr verunsichern zu lassen, tat sie das, was sie besonders sicher und gut konnte: sich verführerisch geben!


    "Hier...", hauchte Tsuniro ihm sanft zu und drückte dem Iulier mit dem charmantesten und süßesten Lächeln, das sie beherrschte, den Becher mit verdünntem Wein in die Hand und berührte ihn dabei natürlich auch nur gaaanz zufällig. Doch just in diesem Augenblick unterbrach ein kleiner Sklavenjunge die Atmosphäre. Immer diese kleinen Kinder, die nichts hiervon verstanden, ging es der Ägypterin ärgerlich durch den Kopf.


    "Der Herr Iulius Proximus empfängt dich in seinem Officium. Ich darf dich bitten mir zu folgen...", erklärte der Junge an Antoninus gewand und wies ihm den weiteren Weg. Damit war Tsuniro nach Crassus auch bei diesem Iulier gescheitert. Zwar konnte man hier von keiner Eskalation der Situation sprechen, womit sie sich also schon deutlich verbessert hatte, doch erfolgreich war das auch keineswegs gewesen. Sie würde Antoninus noch nachsehen, bis jener aus ihrem Blickfeld verschwunden wäre. Die Iulier waren eindeutig eine komische Sippschaft... das hieß: eigentlich nur die iulischen Männer... das hieß: vermutlich wohl nicht nur die, sondern alle Männer...




    SKLAVE - CASA IULIA

    Der junge Sklave hielt den Atem an vor Schreck. Er hatte den Tribun noch nicht einmal erspäht, da bekam er von diesem schon den militärisch kurzen Befehl den Gast hierher zu führen. Es dauerte einen kleinen Augenblick, bis sich der Junge wieder bewegen konnte... was er dann umso schneller tat.


    "Gerne, Dominus ...", antwortete er auf den Wunsch seines Herrn hin, während er schon drauf und dran war wieder zurück ins Atrium zu flitzen...


    ~~~


    Nicht viel später klopfte es erneut und erneut trat der Sklaven junge kurz darauf ins Zimmer.
    "Iulius Anoninus, Herr.", kündigte er noch auf der Türschwelle stehend an, drehte sich zu dem Gast und bedeutete ihm mit einer kurzen Geste einzutreten. Er selbst würde nicht noch einmal so weit in dieses Officium gehen... nicht heute und nicht nach diesem Schreck vorhin.




    SKLAVE - CASA IULIA

    Ein kleiner Sklavenjunge kam von der Porta ins Officium des Iulius Proximus geeilt. Wenn der im Hause war, dann wäre er um diese Tageszeit wohl am ehesten hier anzutreffen... wenn er nicht gar in seinem Officium in der Castra wäre. Der Junge klopfte an die Tür und trat kurz darauf ins Zimmer.


    "Dominus Proximus? Ein Iulius Antoninus möchte dich sprechen. Er wartet derzeit im Atrium. Ich könnte ihn aber auch hierher bringen.", sprach er sodann sein Anliegen aus und schaute sich dabei vorsichtig um. War überhaupt jemand hier, der seine Worte hörte?




    SKLAVE - CASA IULIA

    [Blockierte Grafik: http://i1294.photobucket.com/a…IR/Home/Avas/STsuniro.jpg| Tsuniro


    Bei Gästen der Casa Iulia war die ägyptische Sklavin nie weit. Heute allerdings durfte sie nicht einfach nur gucken und beobachten, sondern hatte für Erfrischungen zu sorgen. So kam sie mit einem silbernen Tablett elegant ins Atrium geschritten und trat auf Antoninus zu:


    "Salve, Herr! Darf ich dir einen guten Landwein anbieten und vielleicht auch etwas frisches Obst?", erkundigte sie sich mit verführerischem Lächeln und hielt dem Iulier das Tablett mit dem Becher verdünnten Weines und der kleinen, aber gut gefüllten Obstschale hin.




    SKLAVE - CASA IULIA

    Sim-Off:

    ... und ich hatte ein stressiges WE. Sry.


    Sodann wurde dem Wunsch der Schwangeren mit einem kleinen Wink zu einem der Sklaven entsprochen. Ein einfacher Korbsessel stellte für einen senatorischen Haushalt schließlich absolut kein Problem dar, wenngleich das 'einfache' Möbelstück deshalb noch lange nicht schlicht war. Im Gegenteil fand Dives selbst die weiße, aufstrebende iulische Taube, die in die Rückenlehne eingearbeitet war, durchaus recht kunstvoll.
    "Vielen Dank. Leider gibt es nur viel zu selten Gelegenheit, um in angemessen großer Runde hier zu speisen.", lächelte der Iulier sodann ein wenig ehrlicher und versuchte sogar das Kompliment zurückzugeben: "Doch obsiegt nicht eh die Qualität die Quantität? - In diesem Fall sollte deine Erscheinung den Räumlichkeiten wohl durchaus... mehr als gerecht werden." Tat sie das? Konnte die Qualität ihrer Erscheinung die geringe Quantität der kleinen Gruppe wettmachen? Das war eine interessante Frage, die sich der Iulier da stellte, während er sich auf dem summus in imo niederließ. Bei der Gelegenheit fielen ihm die dunkelgrünen Augen der Iunia auf. Wie konnte frau nur einen blauen Stein - vermutlich sogar ein echter Lapislazuli, sollte sie denn tatsächlich eine Rittersfrau sein - zu zwei... mehr oder weniger Smaragden im Gesicht tragen?! Für Dives' Geschmack ein modischer Faux-Pas nach dem Motto: 'Mode kann man kaufen; Stil muss man haben!' In anderen Worten: Er empfand den Schmuck, der nur die Oberfläche einer Person, die Kleidung, schmückte und hervorhob, lediglich als oberflächlichen Schmuck. Da hätte sie die Kette aus seiner Sicht, die natürlich von einer gewissen Fehlersuche bei der Iunia geprägt war, besser ganz weggelassen...


    "Ich nehme an, soeine Schönheit kann nur dem Nabel der Welt entsprungen sein. Sag also, was führt dich hierher, nach Ostia? Die frische Seeluft?", erkundigte sich Cassius, nachdem er Axilla zu ihrem Platz geführt hatte, an dem normalerweise der Lectus Summus stand. Sodann ließ auch er sich nieder, verzichtete zur lockereren Atmosphäre freiwillig auf den locus consularis und machte es sich auf dem mittleren Platz des Lectus Medius bequem. Ohne erneutes Zeichen wurde, als die Gäste saßen, eine Platte mit halbierten gekochten Eiern aufgetragen. Dazu gab es Weißbrot und verschiedene Saucen, die sich nicht nur in Geschmack und Schärfe unterschieden, sondern auch in ihrer Farbe: von rot über orange, gelb, oliv- bis hin zu dunkelgrün war vieles dabei. Eine Ägypterin kümmerte sich, bemüht um eine nur geringe Störung der Runde, um den Ausschank. Dives trank, wie so oft, eher Wasser mit Geschmack, während Hemina schon deutlich mehr in Feierlaune schien.
    "Genau: Wo kommen diese... außergewöhnlichen grünen Augen eigentlich her?", schob der iulische Duumvir gleich nach, wobei er mit den 'grünen Augen' natürlich die Iunia selbst meinte. Er bemühte sich um eine herzliche Freundlichkeit in seinen Worten, doch ein gewisser kritischer Unterton war nicht ganz zu verheimlichen.

    [Blockierte Grafik: http://img442.imageshack.us/img442/5370/wonga6yp.jpg] | Wonga


    Iulius Antoninus, natürlich! Jetzt erinnerte er sich wieder so langsam!
    "Dann treten erstmal ein, Herr Iulius!", öffnete Wonga die Porta noch etwas weiter und wies Richtung Atrium...
    "Hausherr Iulius Centho derzeit keinen empfangen können. Ich können gucken, ob Herr Proximus sein da? Oder können auch anbieten mit Maiordomus zu sprechen?", machte der Sklave erst einmal zwei Vorschläge. Ob Proximus da war und falls ja, ob der auch Zeit erübrigen könnte, wusste Wonga nicht ganz sicher. Der Maiordomus hingegen würde sich im Zweifelsfall einfach die Zeit nehmen müssen. Oder hätte Antoninus gar schon eine genaue Vorstellung davon, wen er sonst treffen wollte? Der alte Potitus zum Beispiel wäre ja auch noch da... Letztlich lag diese Entscheidung jedoch beim Iulius und jeder Wunsch wäre dem Sklaven Befehl.




    IANITOR - CASA IULIA

    [Blockierte Grafik: http://img442.imageshack.us/img442/5370/wonga6yp.jpg] | Wonga


    Vorsichtig öffnete der Ianitor die Porta und blickte nach draußen. Irgendwie kam ihm dabei das Gesicht seines Gegenübers ziemlich bekannt vor. Doch zu wem gehörte es? Er konnte sich nicht mehr so ganz an den dazugehörigen Besuch des Mannes erinnern. Folglich musste er ganz normal fragen:


    "Salve! Wie ich dir helfen? Du ein Freund oder Verwandter von Hausherr der Casa Iulia?", erkundigte er sich etwas freundlicher als normal, denn er meinte sich ganz entfernt an soetwas zu erinnern...


    Sim-Off:

    POSTEINGANG ;)



    IANITOR - CASA IULIA

    Das Argument war natürlich nicht schlecht, ...
    "Aber meinst du nicht auch, dass gerade auch ein solcher Bau dazu beitragen könnte den Kult des Iuppiter Serapis weiter zu verbreiten?", antwortete Dives mit einer Gegenfrage. Ein solcher Tempelbau hatte mit Sicherheit auch einen gewissen Rückkopplungseffekt, der hier in Ostia, einem großen Schmelztiegel verschiedener Kulte, auch bestimmt nicht klein wäre. Das zumindest musste der Iulier wohl wirklich hoffen, da dieses Projekt andernfalls mitunter schnell den Stempel einer Fehlinvestition tragen würde und wenig karrierefördernd wäre...


    "Doch ich werde gerne noch einmal etwas gründlicher darüber nachdenken über diese spontane Idee.", gab der Iulier dann jedoch scheinbar etwas nach. Sein Gegenüber sollte sich schließilch auch ernst genommen fühlen.
    "Ich werde das einfach mal mit meinem Stab durchsprechen.", wurde er sogar noch expliziter. Doch würde ebenjener treuer Stab aus scribae, lictores, viatores, praecones und öffentlichen Sklaven und Libertini dem Duumvir selbstredend zustimmen, sobald sie merkten, dass er sich seiner Sache bereits ziemlich sicher war. Aber das musste der Sacellumsverantwortliche ja nicht wissen. Hauptsache wäre doch, dass dessen Worte scheinbar Gehör fanden.


    "Ansonsten gibt es von meiner Seite aus erst einmal nichts weiter zu besprechen...", deutete er abschließend eine Verabschiedung an.

    Sim-Off:

    Kein Problem. ;)


    | Tasius


    "Nun, also das Hauptziel der Verehrung der 'großen Mitglieder' der iulisch-claudischen Dynastie auch in der Satzung festzuhalten erachte ich schon als sinnvoll und nötig. Das genau stellt doch die Rechtfertigung dafür dar, dass sich dieser Verein 'Kultverein' nennen darf.", meinte er. Dabei zeigte er kurz auf die Tafel mit der Lex Communitatis, wo unter §1 Absatz 3 die Voraussetzungen für Kultvereine festgeschrieben standen. Insofern nämlich war wohl ebenjenes Hauptziel, der Sinn und Zweck der Vereinigung also, sowohl kultisch als auch rechtlich von Belang.


    "Und die Regelungen würde ich weniger kompliziert machen. Diese Abwesenheitsvertretung durch den Vicarius beispielsweise haben wir ja schon festgeschrieben.", führte er in Kürze aus. Dann überlegte er einen Moment und machte einen eigenen Vorschlag.
    "Also vielleicht so? Punkt V: 'Sodalis der SOCIETAS CLAUDIANA ET IULIANA kann jeder ehrenhafte römische Bürger werden, dem es ernst um die Ziele des Vereins ist. Ausnahmen hiervon kann nur die Mitgliederversammlung auf Antrag des Magisters beschließen. Ansonsten entscheidet der Magister allein über die Aufnahme.' Und Punkt VI: 'Ein Sodalis kann aus der SOCIETAS CLAUDIANA ET IULIANA wieder ausgeschlossen werden, wenn er sich ungebührlich verhält. Über den Ausschluss entscheidet die Mitgliederversammlung auf Antrag des Magisters.'", schlug Tasius vor, bevor er dazu kam sich mit der allgemeinen Kritik auseinanderzusetzen:


    "Zu deinen Zweifeln, Tiberius. Ich würde nicht unbedingt sagen, dass die Sachen nicht feststellbar sind. Vielmehr ist es vielleicht nicht ganz eindeutig und daher streitbar, weshalb ja auch die Entscheidungen über eventuelle Ausnahmefälle nicht in der Hand einer einzigen Person liegen sollten, sondern in der der Gemeinschaft.", fügte der Sklave abschließend hinzu und hoffte, damit die Bedenken des Tiberiers etwas zu zerstreuen.




    TABULARIUS - SOCIETAS CLAUDIANA ET IULIANA
    SCRIBA PERSONALIS - MARCUS IULIUS DIVES