Beiträge von Marcus Iulius Dives

    :wink:


    Hallo Lucius Iulius Antoninus !! Dein Postfach ist voll !!


    Ich weiß, dass ihr Praetis jetzt in die Schlacht zieht und vorher sicherlich noch von allen möglichen Verwandten, Freunden und Bekannten etliche bedrückende Briefe bekommt mit besten Wünschen für das Kommende. Aber ich bin doch auch SimOn-Verwandtschaft!


    Also: Bitte schmeiß einfach mal ein paar von den weniger wichtigen Nachrichten weg und mach Platz für MEINE Post !! :D :D :D

    | Cito


    Auf flinken Sohlen (langsam taten ihm diese echt weh!) kam der Bote angelaufen und gab eine Tabula mit dem relativ monotonen Hinweis "Vom Duumvir Iulius." ab, wobei er einmal mehr auf das iulische Siegel verwies...



    Ad MANUS
    Scriba Ostiensis
    Titus Helvetius Ocella
    Casa Helvetia
    Ostia, Italia



    Salve Helveti,


    Es freut mich in der Tat sehr, dass du einen dir derartig geeignet erscheinenden Candidatus für die Magistratur des Aedilis operum publicorum bereits hast finden können. Ich habe mich im Anschluss an deine Nachricht auch sogleich an einige entsprechende Stellen gewandt und Informationen über ihn eingeholt. Dabei hörte ich nicht uninteressiert, dass bereits sein Vater ein passionierter Architectus gewesen sei, ihm folglich also ein gewisses Talent auf diesem Gebiet bereits in die Wiege gelegt wurde.


    Natürlich ist es folglich nur in meinem Interesse, wenn du auch an Hortensius Vaticanus eine Einladung in meinem Namen weiterleitest. Mach ihn jedoch auch bitte darauf aufmerksam, dass auch er zu einer wirksamen Bewerbung zum Aedil einen bestandenen Cursus de rebus vulgaribus benötigt. Äußere dich in diesem Punkt jedoch bitte eher unterschwellig, da die letzten, endgültigen Ergebnisse meiner dahin gehenden Erkundigungen noch ausstehen.


    Mögen die Götter dich und die Deinen schützen!
    Vale bene!


    http://imperiumromanum.net/ima…gel_gens_Iulia_Tabula.png


    SCITUM PER SIGNUM DUUMVIRI:

    MARCUS IULIUS DIVES
    DUUMVIR - OSTIA


    ... und so schnell wie er gekommen war, verschwand Cito auch sogleich wieder. Es gab auch für ihn nämlich noch viel zu tun vor Beginn der Feierlichkeiten der Villa Iuliana.




    CURSOR - MARCUS IULIUS DIVES

    Salve!


    Ich wollte nur mal sagen, dass es zumindest bei mir so ist, dass ungelesene Beiträge in der Principia der Castra Praetoria mir lediglich in ebenjenem Board als ungelesen angezeigt werden. Sowohl im Roma-Board, als auch im Italia-Board, als auch eine Ebene darüber ist diese nette Schriftrolle weiß, wenn nicht sonst irgendwo noch etwas ungelesen ist.


    Passiert mir nur dort, (wahrscheinlich - denn ich geh oftmals direkt auf "Neue Beiträge") ständig und ich wollt es jetzt, da es mir gerade wieder passiert ist, einfach mal erwähnen... :)

    | Tasius


    Einmal Aufatmen! Punkt eins... oder besser: Punkt vier... war geschafft! Das hielt der Sklave sogleich auch schriftlich fest, während er sich in Multitasking übend gleichzeitig anhörte, was zu dem Vertauschungsproblem gesprochen wurde.


    IV


    Die SOCIETAS CLAUDIANA ET IULIANA wird von einem Magister geleitet. Dieser wird durch einfache Mehrheit aller Sodales nach Erklärung seiner Kandidatur gewählt und muss im Regelfall aus dem Geschlecht der IULIER oder aus dem der CLAUDIER stammen. Sollte sich kein Mitglied einer der beiden zuvor genannten Gentes zu einer solchen Wahl stellen, so steht es jedem Sodalis der Societas frei selbst für das Magisterium zu kandidieren. Der Magister hat außerdem einen Vicarius Magistris zu ernennen, der ihn in Abwesenheit vertritt und die Geschäfte der Societas stellvertretend leitet.



    "Nun bin ich bei Weitem kein Jurist...", begann er dann und sah sich nun auf einmal auf der Seite des Einzelkämpfers. "..., doch scheint es mir dennoch recht eindeutig hier vorrangig um ein juristische Angelegenheit zu gehen und erst nachgeordnet um eine kultische. So wird hier mit dem Magister ja schließlich die juristische Vertretung des Kultvereins geklärt, während die Satzung abgesehen vom Ziel dieser Vereinigung nicht eine einzige kultische Angelegenheit vorgibt.", stellte Tasius erstmal fest. Oder sah das jemand anders? Wollte gar jemand etwas Kultisches in die Satzung aufnehmen, das man wohl aber lieber gesondert und satzungsunabhängig klärte?
    "So stimme ich auch vollkommen zu, dass Sodales, Vicarius und Magister kultisch absolut gleichrangig sind und beispielsweise niemand ein Vorrecht darauf haben sollte Opferherr bei einer gemeinsamen Veranstaltung sein zu dürfen oder ähnliches. Rechtlich hingegen sehe ich sehr wohl eine besondere, eine... ja auch wichtigere Rolle beim Magister, die zweifelsfrei dazu veranlassen sollte, dass man diesen Punkt vor dem der Sodales aufführt. Wie in der Lex geschrieben steht, sind die vereinsinternen Regelungen dem Gesetzgeber doch relativ gleich. Wichtig ist für diesen nur, dass es einen Vorsitzenden, hier: den Magister, gibt, der die Verantwortung über den Verein, eventuelle Verstöße et cetera übernimmt. Damit kann man aus meiner Sicht nur zu dem Schluss kommen, zu dem auch der Schöpfer der bisherigen Satzung gekommen: Erst die Definition des Magisters, dann jene Festlegungen zu den Sodales.", erklärte der Rhodier und versuchte sich mit seinem Bezug auf den Patrizier, der diese Form der Satzung einst zu Papyrus gebracht hatte, noch eine zusätzliche Autorität ins Boot zu holen... wenngleich er fest der Meinung war, dass es rein argumentativ nicht nötig wäre. Aber allein gegen zwei zu stehen machte sich eben nicht so einfach - gerade als Sklave gegen zwei Bürger.


    "Für den Fall jedoch, dass wir uns später noch Gedanken zu einem kultischen Reglement machen sollten... Da wäre ich ganz auf eurer Seite und würde sogar soweit gehen zu sagen, dass es dort keinerlei Unterscheidung zwischen Magister, Vicarius und Sodales geben sollte, womit folglich auch deren Nennung in verschiedenen Punkten absolut unnötig wäre.", stellte er nicht nur klar, sondern auch in Aussicht. Ob die beiden Anwesenden dazu Lust hätten und falls ja, wann sie dafür Zeit hätten, stand dabei natürlich auf einem anderen Blatt...




    TABULARIUS - SOCIETAS CLAUDIANA ET IULIANA
    SCRIBA PERSONALIS - MARCUS IULIUS DIVES

    Ein Glück, dass diese Tempeldiener - ob nun tatsächlich von einem Templum oder aber einem Sacellum - immer so blickig waren! Mit einem Lächeln der Erleichtung registrierte Dives also, dass er angesprochen wurde und erwiderte sodann freundlich:
    "Salve! Mein Name ist Iulius Dives, Duumvir von Ostia, ...", fügte er mehr beiläufig hinzu, denn er ging mal davon aus, dass ihn mittlerweile jemand, der nicht nur auf der Durchreise hier war, schon zumindest dem Namen nach kannte und wusste, wer er war. "... und ich würde gerne mit dem Verantwortlichen des Sacellums sprechen.", der wohl gerade vor ihm stand. So, worum ging es also?
    "Es geht darum, dass ich den Gott Iuppiter Serapis gern um den Beistand für einen Anverwandten und guten Freund der Familie bitten möchte.", flunkerte der Iulier ein wenig. So gut gesonnen waren sich die Iulii und Decimi schließlich so ganz allgemein gesprochen nicht. Und anverwandt waren Serapio und er wohl auch nur im wirklich entferntesten Sinne. Aber das sollte wohl nichts sein, was er seinem Gegenüber jetzt auf die Nase binden müsste.


    "Der Mann zieht wohl nämlich bald in den Krieg und da dachte ich, dass sein Namenspatron diesem Serapio vielleicht zur Seite stehen könnte.", erklärte er seine Intention und plötzlich ging ihm auf, dass er doch tatsächlich mit einem - wennauch mittlerweile verstorbenen - Pompeius Serapio, einem Sohn seiner Tante Paula, verwandt war. Er wusste nicht warum, aber das gab ihm irgendwie für den Moment ein besseres Gefühl bei der Sache.
    "Nun wollte ich mich einerseits erkundigen, inwiefern es möglich wäre hier einen Termin für ein ungestörtes Opfer zu machen. Und andererseits, da ich mich nicht so hundertprozentig auskenne mit der Serapis-Isis-Religion, wäre es wohl hilfreich, wenn du mir vielleicht sagen könntest, ob es irgendetwas besonderes zu beachten gibt. Ich meine etwas, das ein Opfer an Iuppiter Serapis unterscheidet von einem beispielsweise an Iuppiter Optimus Maximus...", konkretisierte Dives. Die Opfer an den gingen ihm schließlich mittlerweile recht gut von der Hand, wie er fand. Mit fremden Kulten, wenngleich leicht romanisiert, hatte er da leider bisher weit weniger Erfahrung...

    | Tasius


    Zunächst erst einmal stellte der Tiberius also klar, wie genau er seinen Vorschlag meinte, was zweifellos dem Sklaven zusätzliche Zeit gab über jenen weiter nachzudenken. Und auch die anschließende Zuwortmeldung des Iulius brachte nicht uninteressante Aspekte und Ideen ins Spiel. Nur bei dessen letztem Punkt rang sich Tasius ein lediglich etwas schiefes Lächeln ab. Er hatte schließlich nicht von der relativen Nähe zweier, wenn man so wollte, Definitionen gesprochen, sondern von der absoluten Stellung ebenjener. Ein passendes Bild wollte dem Rhodier hierzu nicht so recht einfallen, weshalb er sich einen entsprechenden Kommentar sparte. Oder kam da ihm doch noch ein Einfall? - Pflanzte man einen Baum vor ein Haus, so befand sich der Baum nunmal vor dem Haus - unabhängig davon, ob er nun eine Meile, einen Schritt oder auch nur einen Digitus vor dem Haus gepflanzt wurde... Naja, auch egal.
    Lepidus schien, das fiel ihm bei dieser Bemerkung außerdem auf, wohl ebenfalls eine logische Reihenfolge der Definitionen zu bevorzugen, in der nicht erst gesagt würde, was ein Magister tat und machte und erst dann wer oder was überhaupt ein Magister wäre oder ähnliche Verdrehungen. Darauf zumindest deutete, davon ging der Sklave erstmal aus, die ausgebliebene Bemerkung zu diesem Vertauschungsvorschlag hin.


    "Dann würde sich das also in etwa so anhören..?", begann der Rhodier, wobei er sehr gerne auf den neuen Einwurf des Iuliers aufsprang. "... Punkt IV: Die SOCIETAS CLAUDIANA ET IULIANA wird von einem Magister geleitet. Dieser wird durch einfache Mehrheit aller Sodales... nach Erklärung seiner Kandidatur... bestimmt - oder man könnte vielleicht besser sagen: 'gewählt' - und muss... im Regelfall... aus dem Geschlecht der IULIER oder aus dem der CLAUDIER stammen. Sollte sich kein Mitglied einer der beiden zuvor genannten Gentes zu einer solchen Wahl stellen, so steht es jedem Sodalis der Societas frei selbst für das Magisterium zu kandidieren. Der Magister hat außerdem einen Vicarius Magistris zu ernennen, der ihn in Abwesenheit vertritt und die Geschäfte der Societas stellvertretend leitet.", versuchte Tasius alles irgendwie zusammenzubringen. Dabei sprach er bewusst erst einmal recht langsam, denn man musste natürlich solche Dinge bedenken, wie die Festschreibung, dass nur erklärte Kandidaten für die Ausfüllung des Postens in Frage kämen. Das stand zuvor in dieser Deutlichkeit nicht in der Satzung, war wohl aber sinnvoll und vereinfachte das Verständnis des Nachfolgenden. An der erneuten leichten Anpassung des letzten Satzes würde wohl keiner der beiden Anstoß nehmen. Nachdem der Rhodier sich dies noch einmal kurz durch den Kopf gehen ließ, wobei dieses laute Aussprechen der eigenen Gedanken natürlich sehr half, nickte er kurz und sagte es noch einmal etwas bündiger:


    "Gut, also: Punkt IV. Die SOCIETAS CLAUDIANA ET IULIANA wird von einem Magister geleitet. Dieser wird durch einfache Mehrheit aller Sodales nach Erklärung seiner Kandidatur gewählt und muss im Regelfall aus dem Geschlecht der IULIER oder aus dem der CLAUDIER stammen. Sollte sich kein Mitglied einer der beiden zuvor genannten Gentes zu einer solchen Wahl stellen, so steht es jedem Sodalis der Societas frei selbst für das Magisterium zu kandidieren. Der Magister hat außerdem einen Vicarius Magistris zu ernennen, der ihn in Abwesenheit vertritt und die Geschäfte der Societas stellvertretend leitet.", wiederholte der Sklave also und blickte dann fragend in die Runde. Zugegebenermaßen blähte sich dieser Punkt so langsam etwas auf, doch wenn man damit letztlich eine eindeutige Regelung hätte, die alle Seiten irgendwie einigermaßen zufrieden stellen würde, dann wäre dies wohl mehr als gerechtfertigt.
    "Könntest du einer solchen Variante zustimmen, Tiberius?", fragte der Rhodier und war durchaus gespannt. Zwar war auch die Zustimmung des Iuliers hierzu ja noch nicht da - und ein paar Worte hatte der alte Greis ja schon hin und her geschoben -, doch schien ihm dennoch, dass genau dies die entscheidende Frage wäre. Auf Lepidus' ursprünglichen Vorschlag ging er, einmal mehr, nicht ein. Immerhin war dies doch, so wollte auch ihm scheinen, durchaus eine Variante, die die Sorgen des Patriziers zur Genüge berücksichtigte.. oder?




    TABULARIUS - SOCIETAS CLAUDIANA ET IULIANA
    SCRIBA PERSONALIS - MARCUS IULIUS DIVES

    Aus einer Gruppe von Leuten, die sich auf dem Sklavenmarkt umsahen, rief ein auf den ersten Blick nicht näher zu identifizierender Mann mit kräftiger Stimme:


    "Versteht der überhaupt unsere Sprache?!"


    Immerhin hatte dieser schlitzohrige Händler nichts dergleichen bisher gesagt, noch hatte der Nubier selbst bisher irgendetwas Brauchbares von sich gegeben. Und man müsste ja wohl wissen, ob man nach dem Kauf dieses einen Sklaven gleich noch einen zweiten bräuchte, der die eigenen Anweisungen sodann in die richtige Sprache - welche auch immer das dann wäre - übersetzen könnte...

    >> Gesagt, getan. Scheinbar hatten die Götter auf Dives, den Glücklichen, auch hin und wieder ein Auge - mochte bei den vielen Opfern an jene ja irgendwie auch bitteschön so sein. Während der Iulier also vom republikanischen Tempelbezirk mit seinem Templum Herculis als größtem der Heiligtümer dort, wieder zurück auf die große Straße Richtung Portus Tiberis bog, um dort nun abermals jenem Tiberhafen etwas näher zu kommen, bevor er dann in die nach dem dortigen Sacellum Serapis benannte via Serpiensis nach links einbog, hatte er genug Zeit zum Nachdenken. Ja, was hatte ihn eigentlich geritten, dass er überhaupt so kompliziert gedacht hatte?! Die Lösung war doch eigentlich so viel einfacher und naheliegender, als sein um drei Ecken gedachtes Konstrukt! Es brauchte keinen Mars, keine Minerva und keinen Hercules, um um Schutz für Serapio zu bitten! Es reichte doch wohl schon aus, wenn man sich schlicht an den Namenspatron des Decimers wandte und diesen darauf aufmerksam machte, dass sein Schützling sich schon sehr bald in größter Gefahr befinden würde. Mit ziemlicher Sicherheit würde der Gott sich dem auf Lebenszeit mit ihm verbundenen Menschen annehmen, davon zumindest ging der Duumvir mal aus. Doch selbst für den Fall der Fälle hatte er sich bereits ein Gelübde überlegt, welches diesen großen Gott, der in dieser großen Civitas nur dieses kleine Sacellum hatte, hoffentlich überzeugen würde...


    Am Schrein angelangt, mittlerweile war es auch nicht mehr ganz so früh, hoffte der Iulier nun einen Veranwortlichen für diesen zu treffen. Denn schließlich kümmerte sich wohl auch jemand gesondert um so ein Sacellum, wie es schließlich auch Leute gab, die für die Templa sorgten. So blickte sich Dives für den Moment einfach erstmal etwas suchend um, denn zwar mochte der Verantwortliche des Schreins sich vergleichsweise schlechter dort 'verstecken' können als ein Aedituus eines Tempels dies vermochte, doch ohne passenden Namen und/oder Gesicht - denn der Duumvir hatte sich ja nicht unbedingt hierauf vorbereitet - war es schon nicht mehr ganz so leicht die richtige Person auszumachen...

    | Cito


    Auf flinken Sohlen kam der Bote angelaufen und gab eine Tabula mit dem Hinweis "Vom Duumvir Iulius." ab, wobei er wieder mal auf das iulische Siegel verwies...



    Ad MANUS
    Scriba Ostiensis
    Titus Helvetius Ocella
    Casa Helvetia
    Ostia, Italia



    Salve Helveti,


    Ich hoffe, deine Vorbereitungen für die Jubiläumsfeier in der Villa Iuliana laufen deinen Vorstellungen entsprechend gut und deine Rede macht Fortschritte oder ist gar schon fertig ausgearbeitet und muss nur gelernt werden.


    Der eigentliche Anlass meines Schreibens gilt jedoch weniger meiner Sorge darum, dass du nicht rechtzeitig die richtigen Worte finden und diese nicht mit den passenden Gesten zu einem ansprechenden Gesamtpaket verpacken könntest, sondern vielmehr einem Nachtrag zu unserem letzten Gespräch in den vier Wänden des Officium Duumvirorum. In der Tat nämlich habe ich dort einen mitnichten unwichtigen Punkt wohl aufgrund der vielen zusätzlichen Aufgaben, denen ich derzeit in Vorbereitung auf die anstehenden Feierlichkeiten nachkommen muss, vergessen.


    So möchte ich dich hiermit also bitten mir mitzuteilen, ob und falls ja, wen du eventuell für einen geeigneten künftigen Aedilis operum publicorum vorschlägst. Ich bin mir sicher, dass jener bereits unter den vielen Namen der Gästeliste zu finden sein wird, doch wäre es natürlich mehr als hilfreich, wenn ich mir auch selbst zuvor noch eigene Informationen zu diesem Candidatus einholen könnte und mir folglich ein eigenes Bild von ihm mache, bevor er im Rahmen der Jubiläumsfeier das Wort zu einer bewerbenden Rede ergreift. Ich hoffe, du verstehst diesen Wunsch nicht als Kritik, denn ich vertraue durchaus auf dein Gespühr für das Richtige. Doch als Gastgeber möchte ich selbstredend gerade auf die besonderen Gäste bestmöglich vorbereitet sein!


    Mögen die Götter dich und die Deinen schützen!
    Vale bene!


    http://imperiumromanum.net/ima…gel_gens_Iulia_Tabula.png


    SCITUM PER SIGNUM DUUMVIRI:

    MARCUS IULIUS DIVES
    DUUMVIR - OSTIA


    ... und so schnell wie er gekommen war, verschwand Cito auch sogleich wieder. Neuerdings spannte der Duumvir ihn nämlich auch für diverse andere Aufgaben ein, die im Zusammenhang mit der Jubiläumsfeier der Villa Iuliana standen.




    CURSOR - MARCUS IULIUS DIVES

    Zitat

    Original von Paullus Germanicus Aculeo


    Ohne sich über dieses etwas respektlose Verhalten des Decimers zu ärgern blickte er zu Dives der versuchte die Lage etwas zu entschärfen. Er setzte sich mit leichtem Lächeln und wartete bis sein Freund, Duumvir Iulius Dives, geendet hatte. Dann begann Aculeo mit der Antwort um die Frage des Decimers nicht im Raum stehen zu lassen.


    Ich denke nicht dass es wichtig ist was du denkst, Decimus. Irgendwie klingt es so als würdest du dich über mehrere Personen erheben....was doch etwas anmassend wirkt. Der Imperator wird sicher bereits wichtige Anweisungen ausgegeben haben welche den Praefectus Annonae erreicht haben werden. Und von diesem werde ich über diese Anweisungen, unseres Imperator, unterrichtet. Ich bin mir sicher dass der Kaiser weiß was er tut. Und er wird sicher nicht darauf angewiesen sein was ein kleiner Schreiber in seiner Kanzlei denkt und meint.
    Aber nun sollten wir fortfahren.
    Als Mitglied des Ordo Decurio Ostiensis sehe ich es als nötig diverse Unstimmigkeiten zu klären und als Procurator Annonae habe ich mich um dringende Dinge zu kümmern.


    Und so langsam hatte Dives das Gefühl, dass ihm dieses Gespräch so leicht aus dem Ruder lief. Erst zog der eine dem anderen verbal an den Haaren, damit nun der andere dem einen zurück zog... wie zwei kleine Jungs. Dabei hatte Aculeo natürlich in dem Punkt eindeutig Recht, dass er ein Eques war und damit wohl deutlich über dem Decimus stand. Andererseits war der Beamte natürlich mitnichten ein einfacher, kleiner Notarius. Als Primicerius, so rechnete Dives, müsste man wohl eher von einer Art rechter Hand des Procurators sprechen.


    Den Duumvir beschlich ein wenig die Ahnung, dass dies alles auf einer gewissen Vorgeschichte beruhte - zumindest zwischen Aculeo und Varenus. Inwiefern auch Cassius und der Decimus irgendeinen Konflikt miteinander hatten, ließ sich weniger gut erkennen. Fakt war: Wenn das so weiter ging, dann sähe sich der Iulier wohl eindeutig zu drastischeren Maßnahmen genötigt - und diese würden wohl heißen: Er müsste einen von beiden des Raumes verweisen und sich dann allein mit einem unterhalten, während Cassius den anderen übernehmen würde. Noch aber hoffte Dives, dass es soweit gar nicht kam. Andererseits... schien Varenus wohl selbst schon zu überlegen, ob er lieber antworten oder das Officium verlassen sollte..? Gespannt erwartete der iulische Duumvir Varenus' Entscheidung...


    SCHREIN DES IUPPITER SERAPIS



    http://upload.wikimedia.org/wi…-Clementino_Inv689_n2.jpgIm Westen der Stadt Ostia befand sich an der Stelle, an welcher sich eventuell eines Tages ein Tempel für die hellenistisch-ägyptische Gottheit Serapis erheben würde, bisher lediglich ein kleiner Schrein für ebenjenen Gott. Man verehrte ihn hier in Form des Iuppiter Serapis, das heißt als Verschmelzung des ptolemaeischen Serapis mit dem römischen Pendant zu Zeus, Iuppiter. Über den imperiumsweiten Handel Ostias - darunter eben auch jenem mit Aegytus - fand die Serapis-Isis-Religion, Teil dessen die hier verehrte Gottheit war, ihren Weg in die Hafenstadt.


    Eine typische Serapis-Büste, auffällig ähnlich jener des alexandrinischen Serapeums, bildete das Zentrum der hiesigen Verehrung des Gottes: Sie glich stark der Darstellung eines bärtigen Zeus, der in seiner Verschmelzung mit Serapis auch ein Gott der Fruchtbarkeit war und in seiner Bedeutung der Getreideversorgung einen von Ähren umwundenen Kalathos, einen griechischen Erntekorb, auf dem Kopf trug.

    "Gut.", meinte Dives mit flüchtigem Blick auf die Tafeln und schob diese sogleich zurück. Dann dachte er noch einmal kurz hin und her, doch ihm wollte erst einmal auch nichts weiter einfallen, das es im Moment zu besprechen gäbe. So nickte er schließlich.
    "Damit sollten wir dann wohl alles Nötige geklärt haben, wie mir scheint. Ich nehme an, dass ich dich im Zweifelsfall in der Casa Helvetia erreichen kann?", versicherte er sich. Ganz offensichtlich hatte dies ja bereits einmal geklappt. Warum also sollte es nicht eventuell auch erneut klappen, so dem Duumvir wirklich noch etwas Vergessenes einfallen sollte? Noch glaubte er ja nicht daran und hoffte stark, dass sich dieser Glaube nicht als Irrglaube herausstellen würde. Doch völlig sicher sein konnte man sich ja bekanntlich nie...


    "Dann also... wünsche ich dir eine gute Vorbereitung deiner Rede, so wir uns unwahrscheinlicherweise nicht mehr vor den Feierlichkeiten sehen oder sprechen sollten.", meinte der Iulier anschließend, denn bis zu jenem Termin blieb ja noch ein wenig Zeit, in der man sich bestimmt mindestens auf den Gängen der Curia mal sah.
    "Vale bene!", verabschiedete er den Helvetier dann und würde sich im nächsten unbeobachteten Augenblick nach dieser langen Unterhaltung erst einmal kräftig recken und strecken...

    | Tasius


    Auf den Tauschvorschlag des Crassus hin warf der Rhodier noch einmal einen Blick auf die Satzung.
    "Ah... naja, also deinen Vorschlag zum Tausch der Punkte IV und V halte ich für schwierig. Ich denke, dass zuerst klar werden sollte, wer oder was der Magister der Societas ist, bevor man festlegt, dass jener für die Ernennung neuer Mitglieder verantwortlich sein soll.", wandte er sich nach der Rede des Tiberiers erst einmal an den Iulius. Er wusste nicht, was ein (angehender) Advocatus dazu sagen würde (denn dieser äußerste sich ja bisher nicht dazu), doch erschien es Tasius sinnvoller erst ein Rechteck zu definieren, bevor man festlegen würde, dass ein Quadrat ein Reckteck mit vier gleich langen Seiten war. Aber das war nur so ein Gedanke...


    Dann blickte er zu Lepidus. Nur weil er selbst ein Sklave war, war er noch lange nicht auf den Kopf gefallen, dachte er sich. Natürlich hatte der Tiberius von absoluter Exklusivität gesprochen. Wenn er behauptete, dass etwas den Eindruck absoluter Exklusivität suggerieren würde, das mitnichten absolut exklusiv war - was wohl auch jedermann nach Auffassung des Griechen klar erkennen müsste -, dann war das letztlich nichts anderes als die verdeckte Behauptung der absoluten Exklusivität selbst. Einem Barbaren könnte der Patrizier das vielleicht so verkaufen, aber nicht jemandem aus dem Land, in dem die Rhetorik geboren wurde! Doch der Sklave schluckte die Kritik - hauptsächlich, weil er eben ein Sklave war und der Tiberier ihn auch so unmissverständlich daran erinnert hatte.
    Was Lepidus mit seiner seltsamen Andeutung uneindeutiger göttlicher Zeichen meinte, erschloss sich Tasius nicht wirklich. Wollte er damit etwa durch die Blume sagen, dass sein Opfer doch gar nicht so ausgegangen war, wie er es verkündet hatte? Aber das müsste doch nicht zwangsläufig an der Satzung der Societas Claudiana et Iuliana liegen! Es könnte daran liegen, dass die Götter seine Mitgliedschaft hier vielleicht nicht gut hießen. Immerhin gab es außer ihm nur noch eine patrizische Person in diesem Kultverein... und die ward schon sehr lange nicht mehr hier gesehen, wie Tasius bereits gehört hatte. Und zumindest theoretisch, wenngleich der Rhodier dies niemals wagen würde offen zu behaupten, könnte es ja auch am Opfernden selbst gelegen haben, an dessen Worten und/oder Taten.


    "Nun zu deinem Vorschlag, Tiberius... Erst einmal beinhaltet der Anfang genau das gleiche Problem, wie die bisherige Satzung und ähnelt in gewisser Weise gar dem, was ich eben zu Iulius sagte. Es steht nirgendwo zuvor etwas von einem Magister des Vereins geschrieben. Trotzdem heißt es in diesem Punkt Zitat: 'vom Magister des Vereins', also in Langform 'von dem Magister des Vereins'. Das schlage ich also zunächst vor zu ändern in 'von einem Magister' ohne diesen Vereins-Zusatz.", der ja zudem eh klar wäre, wenn die Societas von diesem Magister geleitet werden soll. Tasius sah einmal kurz zu Crassus, bevor er sich wieder zu Lepidus wandte. Dessen eigentlichen Vorschlag hatte er ja damit noch nicht kommentiert.
    "Weiterhin bin ich dafür die Vollmitglieder konkret als 'Sodales' zu bezeichnen, denn als Sodalis wird hier schließlich auch jedes Mitglied geführt - und nicht als 'Vollmitglied'.", erklärte er sodann und stimmte damit dem Iulier bedingt zu. Natürlich könnte man nicht einfach einen Pluralbegriff mit einem Singularbegriff ersetzen, doch die Idee an sich ging in die aus Tasius' Sicht richtige Richtung. Jetzt müsste er sich nun wohl aber wirklich dem eigentlichen Vorschlag zuwenden...


    "Bei deiner Idee... habe ich erst einmal eine Frage. Ist dein Oder ein inklusives oder ein exklusives Oder? Heißt: Würde dein Vorschlag beispielsweise die jetzige Situation beinhalten, in der eben sowohl der Magister, als auch sein Vicarius - den ich im Übrigen auch als seinen Vicarius bezeichnen würde - aus der Gens Iulia stammen? Oder meinst du ein klares Entweder-oder?", erkundigte er sich etwas ausweichend. Selbst mit der Erklärung war dies für den Sklaven nicht wirklich deutlicher geworden. '...umgekehrt muss der gewählte Iulier oder Claudier einen anderen als seinen Stellvertreter ernennen.' sagte schließlich nichts über die Gens des 'anderen' aus. Aus schmalen Augen blickte der Rhodier den Patrizier forschend an. Ob der vielleicht gar absichtlich sein Beispiel so schwammig formuliert hatte? Und was sagte Crassus zu dieser Idee?, schenkte er mit seinem Blick zu ebenjenem und war gespannt wer als nächstes das Wort ergreifen würde... und was er sagte...




    TABULARIUS - SOCIETAS CLAUDIANA ET IULIANA
    SCRIBA PERSONALIS - MARCUS IULIUS DIVES

    | Tasius


    Versuch eins den Punkt zu übergehen... gescheitert. Das gefiel dem Rhodier natürlich überaus wenig und so schaute er wieder etwas grimmiger drein... und noch grimiger... und noch grimmiger, während Lepidus von Obst, dem Durchblick und irgendwelchen Zwängen sprach...
    "Ach, Steuerdekret hin oder her...", wischte er mit einer Handbewegung durch die Luft, nachdem der Tiberius fertig schien. "... Es geht hier nicht um irgendwelche Steuern. Es geht hier um einen Kultverein! Nehmen wir doch die Salii - und mir ist dabei egal welche - zum Vergleich: Zwei Kultvereine. Das sind beides Äpfel oder beides Birnen, ganz wie du willst. Und über Jahre hat es den Göttern gefallen, dass bei den Saliern der Magister ein Patrizier ist - genauso, wie es ihnen gefallen hat, dass der Magister dieser Societas aus einer der Gentes Iulia oder Claudia stammt.", stellte der Sklave fest. Im Klartext hieß das schließlich nichts anderes, als dass die Societas Claudiana et Iuliana ihren Magister eben beschränkt aus einer von zwei Gentes auszuwählen hatte, während den Salii gemessen an der Zahl der existierenden Gentes nur geringfügig mehr Auswahl zuließen - die sonstigen, überaus strengen Aufnahmekriterien natürlich noch unberücksichtigt!


    "Und mit Verlaub, aber nur weil der Posten des Magister Societatis Claudianae et Iulianae von einem Claudier oder Iulier besetzt werden soll, ist sie noch lange nicht exklusiv und ausschließlich für die Mitglieder jener beiden Gentes da. Im Gegenteil sag, mit welcher Intention tritt jemand im Optimalfall - und von diesem sollten wir hier absolut ausgehen - in diese Societas ein?! Nun, schauen wir in die Satzung...", meinte er auffordernd mit großen Augen. Er nahm jene zur Hand, während seine Augen wieder zu schmalen Schlitzen wurden.
    "Mitglied werden kann jeder, dem es ernst ist um die Ziele der Societas. Und diese sind? Auch das verrät uns die bisherige Satzung: Ziel ist die Verehrung aller großen Mitglieder der iulisch-claudischen Dynastie. So, und nun sage mir doch, Tiberius, ob du der Meinung bist, dass ein Magister oder dessen Vicarius da jetzt in irgendeiner Weise einen Vorteil in der Verehrung haben. Können sie oder kann einer von ihnen jene iulisch-claudische Dynastie mehr oder besser verehren, nur weil er oder sie Führungspositionen inne haben?? - Ich glaube ja wohl nicht. Was meinst du dazu, Iulius?!", forderte Tasius nicht ganz uneigennützig auch Crassus auf. Der würde, davon ging der Rhodier mal aus, als stolzer Iulier ebenso für die Beibehaltung dieser Beschränkungsregel sein, die sich ja bereits über Jahre bewährt hatte. Oder hatten sich der Divus Caesar, der Divus Augustus oder der Divus Claudius etwa in irgendeiner Weise beklagt? Das wäre dem Sklaven neu (wenngleich er sich natürlich bisher nie so wahnsinnig für die Verehrung dieser Divi interessiert hatte).


    "Und was dein tolles Zwangargument anbelangt...", schlich sich ganz kurz ein böses Lächeln in Tasius' Gesicht, "... so zeige mir doch bitte die Stelle der Satzung, in der geschrieben steht, dass der Magister ein Sodalis dieser Societas sein muss! ... Zweifellos wird bei einem Conventus mit Neuwahl eines Magisters wohl stets jeder für ein bereits aktiv in der Societas Claudiana et Iuliana wirkendes Mitglied stimmen. Doch wage ich sehr wohl zu behaupten, dass auch von außerhalb jederzeit Iulier und/oder Claudier gefunden werden könnten, die dazu bereit und dazu in der Lage wären, diesem Kultverein als Magister zu dienen.", hielt er fest. In diesem Fall würden sich nämlich sicher auch einige Claudier, wennauch wohl bei weitem nicht alle, wieder mehr für die Societas Claudiana et Iuliana interessieren, nahm der Rhodier mal stark an.
    "Sollten darüber hinaus die Götter tatsächlich wirklich einmal dafür sorgen, dass es weder Iulier noch Claudier im Imperium gibt, so wäre es wohl die Aufgabe des Vicarius mit den verbliebenen Sodales darüber zu befinden, inwiefern man die Satzung dann erneut ändern sollte oder... oder diese Societas auflöst. Denn welches größere Zeichen könnte es schließlich geben die iulisch-claudische Dynastie nicht mehr zu verehren, als wenn jene Gentes vom Erdboden verschwinden würden? - Aber das ist wohl ein überaus hypotetischer Fall.", beendete er diesen Gedanken. Wenn er sich recht besann, dann waren doch vor allem die Stammbäume des Iulius Caepio und des Claudius Verborum alles andere als schmal und vom Aussterben bedroht.


    "Damit sollten wir nun also hoffentlich alle zu dem Schluss gekommen sein, dass die Scietas Claudiana et Iuliana weder ein Kultverein mit absoluter Exklusivität ist, wie du uns beibringen wolltest, Tiberius, noch die Gefahr besteht, dass uns die beschränkende Regelung, die sich über Jahre bewährt hat und die Götter glücklich gestimmt hat, in irgendeiner Weise die Existenz dieses Kultvereins bedroht." Mit einer Mischung aus fragendem und aufforderndem Blick sah er die beiden jungen Männer an. Wäre der Punkt damit abgehakt oder müsste er zu einem dritten Schlag ausholen? Zur Not, legte sich Tasius schonmal gedanklich bereit, wäre wohl eine Abstimmung in dieser Runde nicht schlecht. Es würde wohl eins zu eins ausgehen, da der Sklave sich letztlich lieber nicht anmaßte die Stimme für Iulius Dives abzugeben. Doch war er sich recht sicher, dass jener, wie auch dessen Cousin, der Magister Centho, als Iulii bestimmt ebenfall für die Beibehaltung dieser Regelung stimmen würden. Überhaupt würde wohl auch eine allgemeine Abstimmung aller Sodales ein ähnliches Ergebnis zu Tage fördern. Mann müsste ja nur mal die Iulii plus den centhonischen Klient Verginius zählen - und alle anderen. Das gekürzte Verhältnis dürfte wohl so etwa bei sieben zu fünf liegen, wennnicht gar noch deutlicher...




    TABULARIUS - SOCIETAS CLAUDIANA ET IULIANA
    SCRIBA PERSONALIS - MARCUS IULIUS DIVES

    Boar..! Unterstellte er Dives jetzt auch noch, dass er den guten Freund erfunden hatte, der ihm das Gedicht hatte zukommen lassen?! Unterstellte er ihm, dass er selbst Gedichte verfasste?! Der Iulier, der sich tatsächlich schon ab und an mal still und heimlich im eigenen Kämmerlein ein wenig daran probierte und sehr wohl wusste, dass er darin alles andere als übermäßig talentiert war, war jetzt echt sauer. Er wusste nicht, ob diese Unterstellung des Verfassens solcher als mittelmäßig bezeichneten Prosa nun schlecht oder weniger schlecht wäre, doch blieb da dieser Punkt, dass Caldus eine Erfindung sei, die der aber nunmal einfach nicht war! Und dann auch noch die Kritik an ihm... beziehungsweise an Caldus... beziehungsweise an dem, der es wirklich geschrieben hatte, denn so ganz glaubte der Duumvir ja nicht, dass Caldus wirklich alles selber schrieb. Immerhin würde der dann wohl nicht in einer Bibliotheca als Scriba Logei arbeiten, sondern wäre ein freier Schreiber, ein Verfasser von Büchern... eben irgendwie auch ein Künstler.


    Nein, das wurde dem blonden Iulier jetzt alles ein wenig zu bunt. Mit einer wegwerfenden Handbewegung wandte er sich wortlos von Sabinus ab - sollte der doch ruhig das Officium vorübergehend okkupieren, pah! Der Duumvir würde sich jetzt zu Caldus begeben - das hieß: offiziell natürlich in die Curia Ostiensis. Darauf achtend, dass ihm niemand außer seinem Custos Corporis Antinoos folgte, setzte er sodann diesen Plan in die Tat um...

    Ach, verheiratet! Da ging dem Duumvir ein Lichtlein auf. Natürlich, das hatte er ja auch wissen wollen. Das war schließlich nicht unwichtig, wenn es um die Mengen von Speis und Trank ging beispielsweise. Er nickte verstehend, jetzt, wo er sich des Wunsches das zu wissen wieder gewahr wurde. Schön, dass es noch Leute hier in der Curia gab, die einen an die eigenen Forderungen und Anforderungen erinnerten! Damit konnte er also gleich zum nächsten Punkt kommen:
    "Nun, dann gleich diese Liste am besten noch mit der 'Personalabteilung' des Tabulariums ab. Wie viele andere Civitates verfolgen auch wir hier in Ostia die Karrieren unserer Decuriones nämlich stets bestmöglich.", was natürlich nicht hieß, dass man immer alles wusste. Aber so jemand Ritter oder Senator wurde und/oder irgendwelche anderen höheren Posten bekleidete, war die Curia selbstredend früher oder später auch darüber informiert... zumindest in friedlichen Zeiten.
    "Jeder, der danach ein Amt oder einen Posten ausübt, der eine Anreise wohl nicht mehr rechtfertigen würde, den kannst du getrost streichen. Bei den Einladungen, die nach Roma gehen, achte bitte daruf, dass sie an keine Senatoren oder Equites gehen. Meines Wissens nach wurde die Ausgangssperre nämlich noch nicht wieder aufgehoben und für ein solches Fest wird der Vescularius dies auch sicherlich nicht tun." Sogesehen war es beispielsweise auch ein Glück, dass Aculeo hier in Ostia als Procurator Annonae und Decurio Ostiensis zu tun hatte und damit eindeutig unter die Ausnahmen dieser Ausgangssperre fiel...


    "Einen Lutatius Frugi..?", überlegte der Iulier kurz. Er hatte kein Gesicht zu dem Namen... und wenn er das Gesicht gerade vor sich gesehen hätte, wüsste er sogar warum.
    "Ja, kann sein, dass ich ihn kenne. Schreib ihn meintewegen mit drauf...", meinte er sodann lapidar. Auf einen Gast mehr oder weniger kam es letztlich auch nicht mehr an. Dann schaute er noch einmal auf die Tabulae, die ihm Ocella wieder zuschob. Das förmliche Schreiben war in Ordnung. Er schob es mit leichten Nicken zurück. An der Einladung an Freunde war ebenfalls nichts mehr auszusetzen. Und dann blieben nur noch zwei Kleinigkeiten:
    "Das 'statt' muss hier direkt hinter das Datum. Ich weiß, das lässt sich da jetzt nicht so dazwischen quetschen, aber wir haben hier auch einige Peregrini unter den Schreibern, die das mitunter einfach so schreiben würden. Und hier bei der Gästeliste: Cassius Hemina Maior, das hab ich eben wohl übersehen, müsste natürlich mit unter die Decuriones. Der sitzt schließlich als ehemaliger Duumvir auch ebendort. Ansonsten ist alles so, wie ich es haben wollte.", schob er dann auch die beiden letzten Tafeln zurück. Er erwartete nicht, dass diese nun nochmal in veränderter Form vorgelegt werden würden, denn immerhin waren die Verbesserungen praktisch minimal. Da vertraute Dives dem Helvetier voll und ganz, dass der das auch ohne Kontrolle locker machte. Dann atmete er einmal tief durch. "Müssen wir sonst noch etwas besprechen?"

    Der Narrator Italiae hat soeben Post bekommen - ein weitergeleiteter Löschauftrag, den ich (auch als Forenmod) nicht ausführen kann.
    Würd mich also freuen, wenn jmd mit entsprechenden Rechten da mal rein schaut und sich der Sache annimmt... Danke. :dafuer:

    Pah! Von wegen mittelmäßiges Zeug! Dives fand es total nett von Caldus, dass der ihm hin und wieder so ganz ohne jede Gegenleistung ein paar Gedichte zukommen ließ. Nur weil das vielleicht kein Homer war, musste man das ja nicht gleich als mittelmäßig deklassieren. Und selbst wenn es das wäre, so gefiel es dem blonden Iulius, der sich jetzt natürlich schon ein wenig beleidigt fühlte, sehr, dass sich jemand überhaupt so um ihn bemühte. Als er dann noch für einen Fehler ausgelacht wurde, den eigentlich sein Cousin und nicht er begangen hatte - denn wenn man schon die Götter als Personifikationen für andere Dinge herzitierte, dann doch bitte richtig -, nahm er äußerst unsanft die Schriftrolle wieder an sich, ging zurück zum Schrank und packte sie wieder weg - diesmal aber unter 'A', damit er sie beim nächsten Mal nicht mehr so lange suchen müsste.
    Dass er sich anschließend durch Sabinus' Kommentar zum Sex zwischen zwei römischen Männern (wie auch immer der darauf gekommen sein mochte), dann auch noch ein drittes Mal beleidigt sah, konnte sein Verwandter natürlich in der Form nicht wissen. Doch reichten sicherlich auch die ersten beiden Schüsse gegen Dives aus, damit jener nun mit Recht kurz angebunden sein könnte:


    "Ich glaube, ich muss noch mal zur Curia.", spielte er seine Duumvir-Karte aus.
    "Wenn du mir helfen wilst, dann kannst du das gerne machen; ansonsten gib mir bitte nochmal Bescheid, dass ich wen anders frage.", meinte er sodann trocken auf dem Weg zur Tür. Dives war bei weitem noch nicht soweit, dass er deswegen nun einen offenen Streit mit seinem Cousin riskieren würde, da er eigentlich auch eher die Ansicht vertrat, dass man mit der eigenen Verwandtschaft besser nicht so schnell brach. Dennoch war er nun zumindest gereizt. Sollte Sabinus doch zu seinem ach-so-tollen Sklaven gehen! Der liebte ihn bestimmt auch nur, weil er sich davon eine bessere Behandlung versprach!
    "Wenn es sonst also nichts mehr gibt?", fragte er spitz und drehte sich in der Tür noch einmal um. Während er eine Reaktion seines Cousins dort nun erst einmal abwartete, überlegte er sich, dass er wohl doch nicht in die Curia, sondern lieber zu Caldus gehen würde! Wo könnte man schließlich besser Trost finden, als bei Gleichgesinnten - zumal wenn diese offenbar etwas von einem wollten und folglich eh die meisten Dinge einfach abnickten...


    Sim-Off:

    Edit: Ich schreib dir jetzt keine extra Einladung für die Jubiläumsfeier - aber du bist, nur um das auch nochmal deutlich zu sagen, selbstverständlich eingeladen. ;)

    Axilla hieß sie also, Iunia Axilla. Das sagte dem Iulier jetzt nicht gerade die Welt. Damit könnten ihr Mann und ihr Ex noch immer zu den Auguren gehören oder zu den Aeliern oder der Pompeius Imperiosus sein, mit dem Dives bisher wohl nicht mehr als ein einfaches Salve gewechselt hatte, geschweige denn eine Vorstellung davon hatte, mit wem der eventuell verheiratet sein mochte. Diesbezüglich blieb die Schwangere also nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln.
    "Dann darf ich euch ins Triclinium führen?", meinte der Iulier also noch immer freundlich reserviert und beendete damit auch schon den Empfang. Er hatte schließlich mit dem Cassius bereits allerlei besprochen in den vergangenen... es war bestimmt nicht nur eine Stunde gewesen. Und mit der Iunia konnte er einfach nichts anfangen. Jede verheiratete Frau war doch sicherlich auch irgendwie stolz auf ihren Mann! Sie aber hielt erst ihren Namen zurück am Capitolium und brachte jetzt zur Vorstellung nicht mehr als gerade diesen heraus?! Dabei hatte sie doch noch erzählt, dass ihr Gatte ein Eques wäre und damit wohl kaum jemand, für den frau sich schämen müsste! Nein, die Schwangere war dem Iulier irgendwie suspekt.


    "Ich danke dir, Iunia, wenngleich das Vergnügen hier ganz auf meiner Seite ist. Darf ich dir meinen Arm anbieten?", gab sich Hemina weiterhin äußerst charmant. Sein Collega hingegen musste sich ein Augenrollen verkneifen. Der Cassier konnte wohl kaum mehr mit dem Namen anfangen als er. Wann war der schließlich schon mal aus Ostia raus gekommen?! Axillas Mann kannte der folglich sicher auch nicht näher. Hatte er sonst irgendeine Information, die Dives entgangen sein könnte? Was könnte an einer verheirateten Schwangeren sonst noch interessant sein? Hatte sie eine unverheiratete Schwester oder Tochter? Zumindest anzusehen wäre ihr beides nicht... Nein, er konnte den Cassier nicht verstehen. Maximal das Kleid war... naja, es sah ganz nett aus. Aber auch da hatte Dives schon Beeindruckenderes gesehen.
    "Nimmst du Platz auf einer Cathedra oder..?", stellte der iulische Duumvir im Gehen eine halbe Frage, die Platz ließ für allerlei weitere Optionen. Wann hatte er sich bisher jemals darüber Gedanken machen müssen, wie eine Schwangere zu Tisch saß?! Aber mit seinen gerade 21 Jahren würde sie ihm das hoffentlich nochmal verzeihen.


    Sodann breitete sich vor ihnen das große Wintertriclinium mit Tür zum Peristylium aus. Es war typisch ostiensisch mit ausschließlich schwarz-weißem Mosaikboden ausgestattet, der teils irgendwelche bacchiden Szenen darstellte, teils aber auch Bezug zu Neptun und dem Meer hatte. Die Wände waren mit großen Marmorplatten verkleidet und in den Ecken hängende Fakeln würden zu gegebener Zeit dafür sorgen, dass es im Raum trotz des sich stetig verringernden Lichteinfalls durch die Fenster nicht dunkel würde.

    Letztlich gelangte dieses Schreiben aus Roma am Abend desselben Tages in die Hände des Duumvir Iulius. Er las es einmal... las es zweimal... und las es noch ein drittes Mal, um bei jedem Durchgang dem Kern des Geschriebenen wieder ein Stück näher zu kommen. Unterm Strich ließ sich wohl alles zusammenfassen in dem Satz: Senator Purgitius weiß nichts darüber, will nichts darüber wissen oder will nichts darüber sagen. Punctum. Das war für Dives ein kleiner Rückschlag, denn er hätte sich durchaus mehr von diesem Gespräch erhofft, doch für den Moment konnte er daran nichts ändern.


    Mit einem Schulterzucken rollte er den Brief wieder zusammen und packte ihn anschließend gut weg. Diese Nachricht konnte er schließlich nicht einfach so verbrennen, da sie zweifellos noch einer Antwort bedurfte. Diese jedoch würde der Tiberius weder schriftlich noch über irgendeinen Boten bekommen. Er stand immerhin auf der Gästeliste zur Jubiläumsfeier der Villa Iuliana und da Dives durchaus davon ausging, dass Lepidus dort auch erscheinen würde, vertagte er diese Angelegenheit schlicht.