Beiträge von Valentin Duccius Germanicus

    Er sah die junge Frau an und sie tat ihm leid. Genauso wie es ihm leid tat, dass sie ihre Tat nicht vollendet hatte. "Ich weiss es nicht," sagte er deshalb nur und erhob sich. "Wirklich ausgerastet ist sie erst, als noch jemand dazu kam. Vorher war alles soweit in Ordnung." Er musste ihr nicht erzählen, dass sie versuchen wollte ihn umzubringen und schon gar nicht, dass er sie sogar förmlich angefleht hatte. "Lassen wir sie sich etwas erholen und dann sehen wir weiter. Ich denke nicht, das hier ein Rgionarius oder sonst wer gebraucht wird. Aber sei so gut und sieh mal nach nebenan, ob das Essen für sie schon da ist. Ich möchte nicht, das Marcia das auch noch mitbekommt."

    Er sah zu Venusia und nickte kurz, ging dann zu einem der Krüge, hob ihn versuchsweise an und nahm ein Tuch, welches dabei lag, lies Wasser darüber laufen udn reichte ihr das. "Für die Wange." Dann sah er zu der Frau runter und nahm das zweite Tuch und befeuchtete es ebenfalls, ehe er es ihr vorsichtig auf den Hals legte, der garantiert blau werden würde an einigen Stellen. "Ich bin ihr auf der Straße begegnet. Hatte ihr angeboten, wenn sie eine Arbeit sucht, sie soll es bei Ancius in der Taberna versuchen und wenn sie nicht dort arbeiten möchte, sie solle vorbeikommen und wir würden schon was für sie finden." Er musterte sie genau und untersuchte vorsichtig ihr Handgelenk, aber das würde wohl auch nur blau werden. Er sah sich nach einerm weiteren Tuch um und fand eines am Ende der Kline. Er fragte sich, ob er auch irgendwo was finden konnte, womit er ihr eine Schlinge basteln konnte, aber er wusste, dass da wohl nichts hier war und er wollte nicht auch noch Marcia in das Ganze hineinziehen. Also befeuchtete er auch dieses und schlang es, da es viel größer als die beiden serviettengroßen Tücher war, da sein Handtuch, mehrmals um ihr Handgelenk, so dass es gut gekühlt wurde.

    Als sie Venusia los ließ, ließ auch er los und fing sie gerade noch auf. Dann hob er sie hoch. "Bist Du in Ordnung, Venusia?" fragte er in ihre Richtung. Sein Blick zeigte Sorge, aber auch noch andere Dinge. Dann trug er die junge Frau zu der Kline, die hinter seinem Schreibtisch in einer ruhigen Ecke stand, wenn er wieder einmal zu lange gearbeitet hatte, schlief er meist darauf. Sein Blick bliebeinen Augenblick bedauernd auf ihr liegen, ehe er sich Venusia wieder zuwandte. "Noch alles dran?"

    "Du hattest Deine Möglichkeit," sagte er und in seinen Augen blitzte es plötzlich eiskalt auf. Wenn es nur um ihn gegangen wäre, wäre es ihm egal gewesen, aber hier ging es um einen Menschen, den er liebte und der ihm, trotz allem, etwas bedeutete. Und er hatte genug Menschen verloren, die er liebte. Es reichte! Seine Hand um ihr Handgelenk schloß sich noch fester und auch die um ihren Hals drückte weiter zu. "Lass sie los!" sagte er und die Stimme hätte dem kältesten Winter Konkurrenz gemacht. Immer fester drückte er zu. "Lass... sie... los!" betonte er jede Silbe.

    Der Schlag kam überraschend und er konnte auch nicht eingreifen, als sie in Venusias Haare griff, aber dann griff er zu. Mit einem halben Schritt war er an Venusia vorbei und hatte eine Hand eisern um das Handgelenk liegen, welches den Dolch hielt. Die andere Hand lag um ihren Hals. Leise flüsterte er ihr ins Ohr: "Ich sagte, Du sollst sie da raus lassen!"

    "Vielleicht solltest Du das," sagte er leise. "Ich wäre Dir sogar unendlich dankbar dafür," sagte er weiter. "Doch sie halte daraus. Sie hat nichts mit der Stadt und somit mit dem, was Du mir vorwirfst zu tun." Er trat einen Schritt auf sie zu. "Tu es! Ich bitte Dich!" Er sah ihr einmal mehr in die Augen und darin lag die Bitte, das förmliche Flehen.

    Zitat

    Original von Valentin Duccius Germanicus
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    So began der junge Germane die Geschichte von Thors Fahrt gegen Geirröduri zu erzählen und die anderen spielten die Erzählung nach.


    Loki, der Thor oft begleitete, wurde von dem Eisriesen Geirrödur gefangen genommen. Er versprach, um sich zu retten, Thor unbewaffnet in die Hände der Riesen zu spielen. Weil Thor Loki vertraute, ließ er sich von ihm ohne den Schutz von seinen Hammer in Geirrödurs Halle führen. Auf dem Weg dorthin suchten sie Grid auf, eine weise Frau vom Stamm der Jöten, Von Grid erhielt Thor einen Kraftgürtel, den Stab Gridarvölur und Eisenhandschuhe.
    So lernte Thor, der die Riesen (Thursen) sonst als Feinde bekämpfte, zum einen die positive Seite ihres Wesens als Urkräfte kennen, zum anderen aber auch die Magie der weisen Frauen, d.h. die weibliche Seite der Göttlichkeit.
    Nur dadurch gelang es ihm, der "anderen Seite" der weiblichen Magie zu widerstehen, dem Zauber, den Geirröds Töchter ausübten.
    Sie ließen den Fluß Vimur anschwellen, den Thor durchwaten mußte, doch er konnte sich mit dem Stab Gridarvölur retten. In Geirröds Halle schließlich stemmten sich beide unter den Stuhl, auf dem Thor Platz nahm, und versuchten, ihn an der Decke zu erdrücken, doch er stemmte den Stab dagegen und brach beiden den Rücken.
    Nun warf Geirrödur selbst ein glühendes Eisenstück nach Thor, das er aber mit den Eisenhandschuhen, die er von Gridur hatte, auffing und zurückschleuderte.
    Es fuhr durch eine eiserne Säule, durchbohrte Geirrödur und drang tief in die Erde ein.

    Er beobachtete sie und zuckte einmal mehr mit den Schultern. "Es bleibt Dir überlassen, ob Du hier bleiben möchtest, oder lieber gehst. Du bist frei! In Deinen Entscheidungen und in Deinem Handeln. Ich werde Dich nicht aufhalten und Dich auch nicht aufhalten lassen."

    Er nickte und ging noch einmal zur Tür. "Und Marcia," sagte er freundlich. "Bitte sei so lieb und lass für zwei Personen Essen kommen. Danke." Er schenkte ihr ein Lächen, welches ihn Überwindung kostete und wandte sich dann wieder, als er die Tür geschlossen hatte zu dem Tisch und lehnte sich dagegen. Als sie ihn fragte, sah er sie an und zuckte die Schultern. "Ich weiss es nicht!" antwortete er ehrlich.

    Er nickte nur leicht. "In Ordnung," sagte er müde und erhob sich wieder. Er ging zu seiner Bürotür und machte sie auf. "Marcia? Ah da bist Du. Tu mir einen Gefallen, schick einen Boten ins Theater und sag, dass ich den Termin nicht schaffe. Ich werde am Abend noch einmal vorbeisehen. Wenn es etwas wichtiges ist, soll er dem Boten das sagen und ich sehe dann, ob ich es einrichten kann. Danke Dir!" Dann schloß er die Tür wieder und lehnte sich gegen seinen Schreibtisch. Er wusste nicht, warum er das tat, was er tat, aber vielleicht war es die stille Hoffnung auf Erlösung. "Hast Du Hunger?"

    Als sie geklopft hatte, hatte er einen Moment verstreichen lassen, ehe er herein gerufen hatte. Er hatte ale Dinge gelesen, die von Julia und Flavius geschrieben worden waren und war in einer anderen Welt gewesen. Dafür hatte er dann ein wenig gebraucht, um nicht zu sehr zu zeigen, was los war. Ausser Venusia wusste noch niemand, was geschehen war. Man hatte ihnen angesehen, das was passiert war, aber er konnte nicht darüber reden. Wollte nicht und ob Venusia es tat, war ihm egal. "Ja, danke Diantha," sagte er und versuchte zu lächeln. "Ich werde gleich zu ihm gehen. Bringst Du uns bitte etwas zu Trinken? Met wenn noch welcher oben ist. Sonst soll Hergen welchen holen." Er stand auf und straffte die Schultern, aber so ganz wollte ihm auch das nicht gelingen und überhaupt, dennoch riß er sich einmal mehr zusammen und schritt dann aus dem Zimmer um wenig später im Kaminzimmer anzukommen.
    "Heilsa Pictor," grüßte er ihn. "Lange nicht gesehen! Wie geht es Dir?"

    Also sagen wir so, ich habe auch schon die Rolle des anderen Geschlechts gespielt und tue es noch (ein paar wissen auch, welches mein Richtiges ist :P ;)). Die wenigsten haben gesagt: Du bist das und das real, sondern gingen davon aus, dass ich auch das bin, was ich in den betreffenden Figuren auch spiele.
    Und das witzigste Beispiel war bisher aber mein sim-on Bruder. Bei dem haben alle, ich glaube bis auf einer, meinte er mal, da hat er sich wohl im ICQ bissel verplappert, und eben jene, denen er es sagte, monatelang (ich glaub 8? 9?) Stein und Bein geschworen, dass er ein er ist. Naja, im Chat kam es dann irgendwann raus, dass er eine sie ist und hat erst einmal für einige sprachlose Momente gesorgt. :D (Ich fands schade in dem Moment nicht dabei gewesen zu sein. Hätte ich gerne mitbekommen :D :D :D)

    Er hatte nicht mal mit der Wimper gezuckt, als es geschehen war und war nur so stehen geblieben. Als sie aber so langsam an der Wand entlangrutschte, sanken seine Schultern weiter nach unten und er drehte sich nach einer Weile um, um zu dem Dolch zu gehen. Er hob ihn auf und näherte sich ihr damit, die Hand um die Scheide gelegt. Als er bei ihr ankam, hockte er sich vor sie und reichte ihn ihr, mit dem Griff zuerst. "Es tut mir leid, dass ich Dir Deine Pläne durchkreuzt habe," sagte er ehrlich. Sein Blick musterte sie und ganz langsam wich die Traurigkeit aus ihm, auch wenn immer noch ein Hauch drin blieb, aber er setzte seine Maske wieder auf, so gut er noch konnte. Doch er spürte, dass er kaum noch die Kraft dazu hatte. Dennoch riß er sich zusammen und meinte nach einem längeren Moment: "Wenn ich etwas für Dich tun kann...." Er ließ den Rest offen, aber sein Tonfall sagte alles.

    Das Essen schien allen zu schmecken, denn die Sklaven und Diener durften hier und da schon bald einzelne Platten austauschen und auch jene fanden großen Anklang. Der Abend schritt immer weiter fort und so kam auch die Zeit der Nachspeise näher. Doch hier und da musste man sagen, das der ein oder andere schon zu schwächeln begann: zu viel Alkohol? Oder einfach nicht genug durchhaltekraft? Jedenfalls sah man den Comes der Regio Belgica schon ein wenig vor sich hindösen und den Duumvir der CAT schien es auch schon ein wenig sehr warm zu sein. Dennoch hielten alle tapfer durch und es gab sogar ein paar begeisterte Aufrufe, als die Bediensteten Dvlcia Domestica, verschiedene Obstsorten, Globvli, Nüsse, Patina Versatilis Vice Dvulcis, Äpfel in Honig eingelegt und gebraten, Pepones et Melones, ein aus gesüßter Gerste bestehender Brei und Svavillvm auftrugen. Auch die Nachspeisen waren somit wieder eine Mischung aus beiden Kulturen und für jeden fand sich etwas dabei.
    Auch vor den Kaiser wurden, nach Durchgang beim Vorkoster, einige dieser Platten und Schüsseln gestellt.

    Er sah sie an und suchte ihren Blick und als er ihn fand, konnte sie in seinen Augen einen unendlich tiefen Schmerz, Einsamkeit und Trauer erkennen. Etwas was ihr sagte, dass sie nicht mal so unrecht hatte, etwas, was ihr sagte, dass irgendwas war. "Wahrscheinlich habe ich das," erwiederte er leise, kaum hörbar, immer noch so stehend. "Ich hatte gehofft, die Nornen hätten ein Einsehen." Er schwieg einen Moment. "Aber ich soll sie wohl nicht so bald wiedersehen," sagte er fast schon resignierend.

    Einen Moment stand er noch so da, dann lies er langsam das Hemd sinken. In diesem Augenblick schienen die Nornen ihm scheinbar nicht den Lebensfaden durchschneiden zu wollen. Vielleicht später, aber nicht in diesem Moment. Fast schon wieder sanft sagte er zu ihr, ohne sich von der Stelle zu rühren und locker dabei die Hände an den Seiten hängend zu haben. "Es ist nicht einfach einen Menschen zu töten. Ich weiss! Man malt es sich tausende Male aus, weiss genau wo man zustechen muss, weiss oder meint zu wissen was man selber spüren wird und wie es sein wird. Aber dann, wenn es hart auf hart kommt ist alles anders. Wenn es nur ums eigene überleben geht, wird es einem erst später bewusst. Aber wenn man töten will um des töten willen und es wird einem bewusst... es muss ähnlich schrecklich sein, vielleicht schlimmer." Eine gewisse Trauer war in seinen Worten verborgen und man hörte genau heraus, dass er wusste, wovon er redete. "Wenn Du es beenden willst, tu es ruhig, ich werde mich nicht wehren. Viel ist es eh nicht, was mich noch hält." Er dachte an Marcia und Venusia und bat beide um Verzeihung, einmal mehr. Viel zu oft seit den Briefen, aber er konnte nicht anders.