Beiträge von Rediviva Helena

    Am nächsten Morgen erwachte ich endlich von allein, auch wenn ich kurzweilig sehr irritiert war, wo ich mich befand. Die Öllampe neben meinem Bett musste die Nacht ausgegangen sein. In ihrem Licht hatte das Zimmer noch völlig anders gewirkt. Die Wandmalerei konnte einmal nachgearbeitet werden, wirkte sie doch durch die starke Verblassung ein wenig schäbig. Doch ansonsten hatte das Zimmer nichts verloren. Ich stand auf und ließ nach einem Dienstmädchen rufen, welches so freundlich war und sich um ein Bad für mich kümmerte. So lag ich also bald in einem Zuber mit heißem Wasser und konnte mich, wie auch mein Haar, von allem Schmutz befreien. Ich fühlte mich in diesem Wasser unendlich wohl und schloss entspannt die Augen, während ich selig lächelte. Erst als es nur noch lauwarm war, konnte ich mich von dem Bad losreissen. Ich seufzte einmal tief, ehe ich mich in ein Handtuch einwickelte und einmal unziemlich durch die Gänge zu meinem Zimmer huschte. Hoffentlich ungesehen. Dort ließ ich das Tuch wieder zu Boden sinken und schob den Riegel meines Zimmers vor. Nun würde ich mich ordentlich frisch machen, auch wenn es sich ohne Hilfe als schwierig erweisen wird.


    Ich sah in den Spiegel und betrachtete mich. Ich musste feststellen, dass man mir kein bisschen von den Geburten anmerkte, was mir eigentlich recht gelegen kam. Es erfüllte mich ein klitzekleines Bisschen mit Stolz und Erleichterung. Ich hatte Kinder, doch eigentlich fühlte ich mich für eine typische Mutterrolle noch nicht bereit. Ich hatte sie als Maximus' Erben zur Welt gebracht und nun waren sie meine Kinder, einfach nur meine Kinder. Die ich niemals allein erziehen konnte. Ich wollte einfach noch viel vom Leben genießen und das war nicht sonderlich vorbildlich. Aber was sollte es. Mit 23 Jahren wollte ich mich nicht ausgelaugt und fertig wie manche mit 40 fühlen. Zum großen Teil hatte wohl Metellus damit zu tun. Ich griff nach dem Öl und begann vorsichtig dieses in meinem Brustbereich einzumassieren, ebenso wie den Hals. Ich trug allerdings keine Schminke in meinem Gesicht auf. Nur leicht, des Anstandes halber, leichte Linien unter meinen Augen. Mein Haar trug ich ebenfalls offen, band nur ein paar der vorderen Strähnen an meinem Hinterkopf zusammen, damit mein Gesicht ein wenig betont wurde, ich wenigstens etwas mit meinen Haaren gemacht hatte und vor Allem damit mir meine Haare nicht mehr im Gesicht herumhingen. Für die Bekleidung meines Körpers wählte ich selbstverständlich wieder Unterwäsche, eine grüne Tunika und goldene Armreife wie eine dünne goldene Kette. Zufrieden betrachtete ich mich, ehe ich mich ans Fenster setzte und hinaus sah. Gleich würde ich mich auf die Suche nach Metellus machen, auch wenn er sicher noch nicht hier war. Oder?

    Ich hatte recht lange gesucht bis ich ein recht freundlich aussehendes Gasthaus gefunden hatte, wo ich ein paar Nächte verweilen konnte. Ich bezahlte direkt und stieg die Treppen zu meinem Zimmer hinauf. Ich sah mich um. Es war ein sehr schönes Zimmer und ich warf mein Gepäck neben das Bett. Zum Glück war es nicht viel. Und ich war sehr dankbar, dass sie sich um mein Pferd kümmerten, denn ich war sehr müde und nun wirklich nicht mehr willig dies zu tun. Ich kleidete mich schnell aus um mich zu Bett zu legen. Morgen würde ich mcih erst einmal frisch machen.

    Gesunden Zustandes hatten wir endlich den Hafen von Carthago Nova erreicht. Mein Herz hatte heftig geklopft, als ich in der Ferne den Hafen erkennen konnte. Noch war es Sonnenuntergang und Carthago Nova lag in einem wunderschönen Dämmerlicht. Die restliche Fahrt hatte ich lange mit dem älteren Herrn gesprochen und auch einige Blicke von 'Jemandem' ertragen müssen. Nun wandte ich mich mit einem sanften Lächeln ab und verließ mit meiner Stute das Schifff. Ich war die letzte 'Fracht' die von Bord ging und ich sah dem Schiff hinterher. Dank des Sturmes legte es ein ordentliches Tempo vor. Als es langsam dunkler wurde, riss ich mich von dem Anblick los und betrat Carthago Nova.

    Dieses Mal schlief ich bis zum Morgengrauen und länger. Ich träumte wirre Dinge, doch sie sollten mir bis zum Erwachen völlig entfallen sein. Ich wurde durch ein sanftes Rütteln an der Schulter geweckt werden und als ich die Augen aufschlug, sah ich den Kapitän neben mir stehen. Ich streckte mich kurz und sah ihn dann lächelnd an.


    "Guten Morgen, Pontifex!"


    begrüßte er mich schmunzelnd. Ich rieb mir noch einmal schläfrig die Augen, ehe ich diesen Gruß erwiderte. Dann setzte ich mich aufrecht hin, gähnte noch einmal herzhaft.


    "Ist es schon lange hell?"
    "Naja, einige Stunden sicherlich. Bald ist schon Mittag angesagt!"
    "Mittag??"
    "Sehr wohl. Erweist du uns heute die Ehre mit uns zu speisen?"


    zwinkerte er mir zu, mir, die doch noch so entsetzt ob der Zeit war. Ich stand rasch auf und warf mir mein Schultertuch über - hier am heute recht stark schaukelnden Schiff würde es wenig Sinn machen, sich zurechtzumachen. Also ging ich nun so Seite an Seite mit ihm hinaus. Ich war erstaunt ob des starken Windes, welcher mich hier nun empfing. Ich schloss kurz die Augen.


    "Also?"
    "Was?"
    "Na, beehrst du uns heute?"
    "Oh... Ja sehr gern!"


    Doch kaum ausgesprochen bereute ich meine Zusage. Ich dachte an grauenhafte Geschichten die mir häufig erzählt wurden, doch nun ließ es sich nicht rückgängig machen. Er nickte mir zu und begab sich wieder zu seinem Steuermann, ehe ich mich wie am Vortag auch dem Bug zuwandte. Der Seegang war heftiger und manches Mal brach ich mit meinem Bein weg. Der Wind zerrte an meinem Haar und ich genoss es sehr. Es war ein Gefühl von Freiheit, welches ich selten empfand. Doch nun tat ich es. Ganz vorne stehend verschränkte ich meine Arme vor der Brust, denn mich fröstelte. Den Blick richtete ich nach vorn, auf die Wellen die das ganze Meer überzogen. Ich musste kurz an den Anblick des gräsernen Meeres mit Pentesilea und Minervina denken. Und ganz besonders an die nächste Zeit. Erst einmal würde ich Metellus dort hinten irgendwo antreffen können. Ich hoffte sehr, er würde sich über mich freuen und ich ihn nirgendwo stören. Ein leichtes, wenn auch trauriges, Lächeln lag in meinen Zügen. Ich musste an das Gespräch zwischen mir und Valeria zurückdenken. Sie war nicht mit Maximian verwandt und hatte trotzdem das Problem, dass sie nicht zu ihm stehen durfte. Alle mussten in dem Glauben bleiben, dass sie doch verwandt waren, durften sich dennoch nicht lieben. Und nun war sie schwanger. Diese Schwangerschaft trieb sie in eine Enge. Ich würde versuchen ihr dort zu helfen. Als ihre Freundin. Ich hatte sie schätzen gelernt und mochte sie sehr gerne. Ich dachte lächelnd an unsere künftige gemeinsame Zeit. Sie würde meine Schülerin sein. Ich durfte sie nicht bevorzugen, auch wenn sie meine Freundin war. Ich musste da klar zwischen Beruf und Privat trennen.


    "Liebster, auch für uns wird es einen Weg geben... So hoffe ich."


    flüsterte ich leise und schloss ein paar Augenblicke die Augen. Obwohl der kalte Wind durch meine Kleider pfiff, wurde mir wohlig warm ums Herz. Ich sah sein Lächeln vor mir, auch wenn ich es nicht tun sollte. Ich sollte mich eher an Maximus richten, wenn dieser Gedanke mich auch mit starkem Schmerz erfüllte. Doch ich konnte meine Gefühle nicht verleugnen. Sie machten mich aus, bestimmten mein Handeln. Musste es sein, ließ ich meinen Kopf und Verstand beurteilen, doch hier... Ich sollte es tun, doch er wurde stets niedergerungen, was mich auch froh stimmte. Es mochte ungerecht sein, doch ich war froh, dass mich etwas von meinem Kummer ablenkte, auch wenn Maximus' Verlust noch sehr schwer auf mir lastete. Doch sah ich ihn wirklich auch als mehr als nur 'Ablenkung' und 'sexuelle Befriedigung' an? Doch, es war auch Liebe da. Große Liebe, die allerdings von Angst beschattet war. Nicht jene Angst, dass wir es nicht ausleben durften. Jene Angst, dass ich allein in dieser Traumwelt lebte und er ganz anders empfand. Sein Brief hatte mir anderes gezeigt. Ich fühlte diesen an meiner Brust, wärmte er mein Herz? Ich musste weiterhoffen. Solange er meine Liebe erwiderte und ich diese innere Sicherheit hatte, brauchte ich nicht völlig trauern - die Liebe blieb uns, auch wenn wir sie nicht unbedingt ausleben durften. Doch vielleicht würde sich ja sogar das eines Tages ändern? Solange es nicht ein solches Ende wie bei meiner Vergleichsperson Helena von Troia nahm... Ich wollte meinen Metellus nicht verlieren, lieber starb ich.


    Ich öffnete meine Augen wieder, war selbst ein wenig über diesen Gedankengang überrascht - doch er stimmte. Ich würde mit dem Gedanken nicht leben können, ihn auch noch zu verlieren. Meine Liebe zu Maximus ließ sich nicht abstreiten, doch vermutlich musste ich wirklich lernen, nicht mehr auf ihn zu hoffen. Wie Meridius es sagte. Ich konnte nicht mein ganzes Leben in Trauer verbringen, auch wenn sein Tod nicht sicher war. Meine Kinder, meine Freunde und vor Allem Rom brauchte mich im Hier und Jetzt und auch nur so konnte ich den Göttern wirklich dienen. Den Göttern die ich liebte und verehrte. Selbstbewusst und vielleicht auch ein wenig stolz richtete sich mein Blick auf das Wasser. Ganz weit in der Ferne konnte ich Möwen kreischen hören und als ich in die Richtung sah, sah ich Küste. Ich musste meine Augen zusammenkneifen um Genaueres erkennen zu können, aber es war Küste. Ich wandte meinen Blick nun in die Gegenrichtung, in das weite offene Meer. Dort hinten, wo die schwarze Wolkenfront erkennbar war, musste der Sturm noch heftiger toben. Ich war sehr erleichtert, dass es nicht regnete. Und ich war erleichtert, dass ich nicht so leicht seekrank wurde. Ich musste an Pentesilea denken, mit welcher nahezu jede Schiffreise einer Katastrophe gleich kam. Leichtes Schmunzeln umspielte meine Lippen. Mit langsamen Schritten ging ich zu der Reling und lehnte mich an diese - furchtlos, dass es wegbrechen könnte. Ich vertraute Fortuna, sie würde mich schon nicht im Stich lassen. Da hörte ich auf einmal ein lautes Rufen und erschrocken wandte ich mich um.


    "Helena!!! Schau, dort!"


    Ich hatte es mir also nicht eingebildet. Der Kapitän deutete lachend vor das Schiff, worauf ich gar nicht mehr geachtet hatte. Mein Blick war wie so häufig in die Ferne gerichtet. Doch da konnte ich Delphine sehen. Ich versuchte sie zu zählen und schätzte sie auf 3 bis 4, doch da sie immer wieder untertauchten konnte ich mir nicht sicher sein. Zwei waren es zumindest. Ein warmes Lächeln erschien auf meinem Gesicht - war dies ein Zeichen Neptuns, dass er mein Opfer angenommen hatte? Ich wusste, dass Seeleute sehr gerne Delphine sahen und auch stets nach Nereiden Ausschau hielten. Mein Blick erkaltete leicht, als ich an die Geschehnisse des letzten Tages und der Nacht dachte. Ein kalter Schauer lief meinen Rücken hinunter und ich sah mich um - dort hinten stand er. Also hatte mich mein Gefühl nicht betrogen, ich wurde tatsächlich beobachtet. Er sah mich ein wenig traurig und doch nicht ohne Begierde an. Schaudernd wandte ich den Blick wieder ab. Ich mochte gar nicht daran denken, wie das alles ohne den Kapitän ausgegangen wäre. Was für eine Strafe er wohl erhalten hatte? Was hatte ihn überhaupt dazu veranlasst, dass er mich so überrumpelte? Meine Ablehnung während des Tages vielleicht? Ich schüttelte leicht den Kopf. Ich würde kein weiteres Wort mehr verlieren. Weder ihm noch dem Kapitän gegenüber.


    So stand ich noch eine ganze Weile mit meinem Blick in die Ferne gerichtet. Bis sich dann der Kapitän zu mir gesellte. Er sah mich nicht an und auch ich hatte nicht das Bedürfnis zu ihm zu schauen. In stillem Einverständnis standen wir eine Weile so und betrachteten die raue See. Ich hatte sie selten so aufgewühlt gesehen und zugleich gespürt. Doch das Gefühl sagte mir zu, wenn viele andere sich auch unwohl fühlen würden.


    "Du bist eine sehr ruhige und nachdenkliche, aber auch liebende Person."
    "Wie?"
    "Nun, das erkenne ich an deinem Blick. Es ist leicht das alles zu erkennen, so wie du deinen Blick in die Ferne richtest und dein junges Lächeln auf die Lippen legst. Du schaust gerne in die See?"
    "Ja, auch wenn ich nicht so häufig die Gelegenheit habe. Vielleicht liegt es daran, dass ich viel Zeit auch in Rom verbracht hab, wo mir diese Möglichkeit leider nicht geblieben war."
    "Das ist wohl wahr. Ich möchte mich noch einmal für meinen Mann entschuldigen. Es ist ungewöhnlich, dass er sich so verhält, denn eigentlich habe ich eine sehr saubere Mannschaft."
    "Nein, es ist schon gut. Es ist ja nichts passiert..."
    "Wollen wir essen?"


    Ich lächelte den brummigen Bärtigen an und nickte leicht. Dann folgte ich ihm, ich hatte Hunger. Auch wenn es nun höchstwahrscheinlich etwas gab, worauf ich es nicht besonders anlegte, doch ich ließ mich überraschen.

    Ich starrte auf meine Füße um schon ein wenig das gerade Gehen zu üben, als sie wieder sprach. Wir waren bereits wieder am 'Ausgang' und grinste sie an.


    "Jaa... Und Rom! Melde mich dann!! Bis bald..."


    lächelte ich, umarmte sie noch einmal kurz und schwankte nach Hause.

    "Und I denke, wenn i nicht in die Dunkelheit ger.. gerr.. geraten sollte, sollte ich auch langsam los!"


    grinste ich Valeria zu. Es hatte ein Lächeln werden sollen, doch der Alkohol tat sein übriges. Nun musste ich auch noch den ganzen Weg laufen - ob ich den Weg finden würde und vor Allem mich nicht bloßstellte? Trotzdem kicherte ich.

    "Da die beiden Kulte sich sehr ähneln ist das nicht wirklich ein Problem. Ich komme auch aus Griechenland, vielmehr, dort habe ich über die Götter gelernt und bin dort aufgewachsen. Als ich von dort zurückkehrte, beschloss ich, Priesterin zu werden."


    Ich musste bei dem Gedanken an die schöne und sehr unbeschwerte Zeit denken. Nein, ich durfte nicht in die Vergangenheit versinken, umso grauer erschiene mir die Gegenwart. Und die Zukunft....? Das würden die Götter entscheiden. Minervina schien diesen Mann sehr zu mögen. Also fasste ich kurzerhand einen Entschluss, vor Allem, da ich in der nächsten Zeit noch weniger Zeit haben würde.


    "Hast du sehr viel in der Gladiatorenschule zu tun? Oder direkter: Wäre Zeit vorhanden meine Tochter ein wenig zu unterrichten? Es ist sehr wichtig, dass sie mehr über die Götter lernt und besonders auch über alte Sagen, Griechisch... Noch nicht alles auf einmal, aber du scheinst mir ein geeigneter Mann zu sein..."

    Sie zu verstehen fiel mir immer schwerer und als ich verstanden hatte was sie gesagt hat, musste ich wieder kichern.


    "Neee du. Das geht nicht, zuhause würdense sich Sorgen machen. Bin doch das schwarze Rind.. Schaf in der Familie."


    Sprach ich langsam als wenn ich auf ein kleines Kind einsprechen würde, nur, um nicht zu lallen.

    "Wennnnsu schwanger bist... Kümmere ich mich um dich."


    antwortete ich bemüht klar zu sprechen und versuchte meinen Blick ein wenig zu konzentrieren, doch er driftete trotzdem ab und zu ab.


    "Wird schon gut gehn... Seids ja doch nicht verwandt..."


    Ich schwankte ein wenig als ich zu ihr hinüberging und ihr meine Hand auf die Wange legte.

    "So, du bist Medicus? Aber verzeih: Ich bin Helena Matinia, das mit dem Pontifex Hispania stimmte schon. Du bist Grieche, habe ich Recht?"


    Ich sah ihn interessiert an, ehe ich meinen Blick Minervina zuwandte und lächelte. Doch erst einmal würde ich Apollonius Antwort abwarten. Vielleicht ließe sich da wirklich etwas machen.

    Ich starrte mit einem entsetzten Blick in den Becher, bis ich beschloss, dass es urkomisch ist, wie da neuer Wein reingekommen ist. Ich fiel fast nach hinten weg, stellte aber gerade noch den Becher ab.


    "Wasss würn nurre Leudde sagen, wennse uns seihn würdn.."


    Der Gedanke an Metellus Gesicht war zu komisch und ich nahm doch glatt noch einen Schluck nach, goss aber sofort Wasser hinterher. Wovon ein beträchtlicher Schluck auf meine Tunika ging. Ich grinste Valeria an.


    "Vonne Thermen..."


    kicherte ich, ehe ich beschloss: Schluss Helena. Es kostete mich viel Überwindung, doch ich schaffte es, weniger, bzw. langsamer zu trinken. Kichernd beobachtete ich Valeria.

    Ich grinste amüsiert, als der Grieche mit meiner Tochter eintrat. Soso, Minervina war also ausgebüchst. Ich warf ihr einen kurzen, vielsagenden Blick zu und wandte mich dann an den Fremden.


    "Vielen Dank, dass Du dich um sie gekümmert hast! Ich hoffe sie war nicht allzu aufdringlich? Sie wickelt Erwachsene nur zu gerne um den kleinen Finger..."


    Nun musste ich doch wieder grinsen. Außerdem wirkte der Mann sehr freundlich, auch wenn Minervina leicht an jemand Falschen hätte geraten können.

    "Pfff"


    Ich konnte den Wein gerade noch so eben in meinen Hals befördern und müheslig runterschlucken ehe mich ein heftiger Lachanfall schüttelte. Ich musste ein paar Mal stark schlucken um wieder ruhiger zu werden, gluckste allerdings dennoch ein paar Mal. Am Meisten konnte ich mich über die wie ausgetauschte Valeria amüsieren: Dieses Gesicht sah verrückter aus als es ein fliegende Katze könnte. Bei der Vorstellung kicherte ich weiter und bemerkte kaum, dass langsam auch bei mir der Wein die Zunge beschwerte.


    "Jenau..s..sooo..."


    Grinste ich und lachte nochmal.


    "Nur etwas anders.."


    vervollständigte ich meine Meinung um noch sinnloser sprechen zu können. Ich konnte kaum mehr an mich halten und ich war froh, dass wír allein waren. Es war besser, dass niemand den Pontifex so sah.


    "Si...sissss witsssich..."


    lallte ich ebenso. Doch ich bekam rote Wangen und suchte nach dem Wasserkrug - furchtbar. Das zweite Mal in einer Woche.