Beiträge von Rediviva Helena

    Eine Frage der Zeit... ja, das geht vor Allem auch Reisedinge an. Ich staune bei manchen wirklich, dass sie an zwei Orten gleichzeitig posten. Habe ich seit ich im IR bin, häufiger beobachtet. Ich selber habe allerdings auch schon einmal gefrevelt und die Reise nicht ausgespielt. Aber das ist schon länger her und dafür hab ich auch Mecker bekommen :D


    Kann man sich da nicht was einfallen lassen?

    Ich wollte sagen, dass es für mich irgendwie seltsam war, doch ich konnte es auch wieder nicht. Ich verstärkte den Griff leicht, während ich zu ihm auflächelte. Wieder einmal musste ich an die Götter denken. Hoffentlich waren sie nicht gegen diese doch verbotene Liebe.


    "Ich hoffe und warte auf einen Weg, sofern es dir nicht zuviel wird."


    Ich wollte ihn nicht binden, auch mit seinem Gewissen nicht. Wobei... So groß war unser Antersunterschied nun auch wieder nicht. Dennoch hatte ich deutlich mehr Lebenserfahrung.


    "Ich denke nicht, dass ich meine Pflicht als Pontifex unbedingt vernachlässige. Immerhin habe ich auch jemand neues hinzugewonnen. Und seit ich wieder da bin, bin ich auch von Sonnenaufgang bis nach Sonnenuntergang im Officium."

    'Nichtsnutz' - ich musste grinsen. Er schien das aus dem gleichen Grund wie ich zu denken: Ihre Arbeit in Germania. Sie war dort angestellt, aber in Hispania, was ich nicht verstehen konnte. Aber es spielte auch keine Rolle. Schnell berichtigte ich mich:


    "Nein, also... Das war zugegebenermaßen ziemlich missverständlich. Ich sprach von meiner Freundin Decima Valeria. Ich habe sie vor einigen Tagen in den Thermen kennengelernt. Wir werden bald gemeinsam verreisen!"


    Ich biss mir auf die Lippen und ging schnell auf die anderen Sachen ein. Darüber wollte ich jetzt noch nicht sprechen. Es würde heißen, dass ich noch weiter von ihm fort sein werde. Leiser sprach ich weiter, ich bekam schlechtes Gewissen.


    "Dann weißt du ja, warum ich das alles getan habe. Du hast Recht damit, dass ich völlig verrückt bin. Aber ich konnte nicht anders handeln, ich habe mich so nach dir gesehnt. Jeden Moment habe ich mich gefragt, was du wohl gerade tust, ob es dir gut geht. Und ich weiß jetzt, dass ich für mich niemals aufhören werde so zu fühlen und ich mich nicht selbst verleugne, nicht meine Gefühle."


    Das alles kam wie von selbst über meine Lippen. So voller Liebe und voller Wärme. Ich umschloss beinahe unbewusst seine Hand und sah ihm in die Augen, ehe ich den Blick wieder beinahe schüchtern abwandte.

    Als er geendet hatte blickte ich gespielt schlechten Gewissens zu Boden und kurz aus den Augenwinkeln wieder zu ihm auf.


    "Naja, um Vertretung habe ich mich schon gekümmert... Ich habe einen Zettel für die Leute dort fertig gestellt dass ich in spätestens zwei Wochen zurück bin. Na und wer in der Zeit für alles zu sorgen hat. Hmmm... Und Agrippa...!"


    Ich setzte wieder ein normales Lächeln auf und sah ihn wieder an.


    "Der wird sicher gar nicht bemerken, dass ich fort bin. Die meiste Zeit bin ich ohnehin bei Valeria oder im Officium und den Abend bringt er dann ja meist mit... deiner.. Erbschleicherin zu."


    Mein Blick wurde wieder ein wenig ernster.


    "Ich muss sagen, dass ich prudentia auch nicht sonderlich schätze, aber dass eine Gefahr von ihr ausgeht bezweifle ich. Und wie du schon sagtest, zumindest um den richtigen Zeitpunkt abzupassen wird sie intelligent genug sein. Und bis dahin bin ich, genau wie du, lange wieder in Tarraco."


    Auf die Wunde würde ich erst später wieder eingehen. Erst einmal war einfach die Wiedersehensfreude zu groß, als dass ich mich groß über die dickköpfige Menschenart namens Mann aufzuregen. Was fiel ihm überhaupt ein mir so eine Standpauke zu halten? Schließlich war ich nur wegen seiner Person hier. Ich grinste.

    "Wenn du nichts dagegen hast würde ich sie mir später gerne einmal anschauen. Ich weiß, oder es scheint, als würdest du gern ein wenig drum herum reden und ... na sehen wir später!"


    lächelte ich zu ihm auf. Doch ich würde mir die Wunde ansehen, gleich ob er was dagegen hatte oder nicht. Ich machte mir Sorgen und in diesem Falle würde ich mich durchsetzen, ich duldete keine Widerrede. Dann meinte ich:


    "Wielange bleibst du denn in Carthago Nova? Mehr als 2 Tage solltest du dich schonen und da wird der Senat auch nichts sagen können. Schließlich wurdest du angegriffen und sie sollen lieber den Göttern danken dass sie dich erretteten. Sonst sähen sie sobald keinen Bericht."


    Er schien das Thema wechseln zu wollen, ich ging nur knapp darauf ein, wobei allerdings ein leicht zerknirschtes Lächeln auf meine Lippen trat.


    "Nein, mein Aufbruch war... sagen wir... sehr überstürzt und ich habe Pentesilea gebeten, dass sie dafür sorgt, dass es bekannt wird, dass ich hier bin um einmal wegen der Religion nach dem Rechten zu schauen."

    Ich nickte nur leicht, scheinbar wollte er nicht groß von seiner 'Heldentat' berichten und empfand ähnlich wie ich. Zumindest wie ich wenn ich in seiner Lage gewesen wäre. Und in diesem Moment fiel mir auf, dass mein Dolch noch auf dem Schiff war. Na, auch nicht so schlimm. Hatte dieser Irre noch ein Andenken.


    "Ist die Wunde sehr schlimm? Also, auch wegen der Heilung. Weil sollte es der Fall sein, solltest du eine etwas längere Rast einlegen um dich zu schonen."


    meinte ich leise, besorgt zu ihm aufsehend. Ich hoffte ich nervte nicht mit meiner Besorgnis, doch er würde mich schon verstehen... Oder? Lächelnd fügte ich also an:


    "Also bin ich zu deiner Rettung tatsächlich zu spät angekommen. Meine Albträume waren vermutlich ein Warnzeichen, welches ich ignoriert habe. Ich hätte es nicht tun sollen!"


    Ich zwinkerte zu ihm auf, doch es war kein vergmügtes Zwinkern. Dafür saß der Schock noch zu doll.

    Ich senkte kurz den Blick, seine Worte machten mich verlegen. Ich bekam sie nicht selten zu hören, aber bei ihm war es etwas Besonderes. Etwas schönes, was bei mir etwas weckte. Ich sah ihn lächelnd wieder an, doch bei seinen folgenden Worten erstarrte mein Lächeln. Etwas leiser fragte ich nur kurz, da ich großer Worte durch diesen Schrecken nicht mächtig war:


    "Wie kommt das...? Ich meine, wie konnte sie das?"


    Doch gleich dachte ich daran, dass es eigentlich das unwichtigste an dem Geschehen war. Sacht legte ich eine Hand auf die Seine und streichelte mit meinem Daumen über seinen Handrücken.

    Ich folgte ihm vom Forum in den Stadtpark. Na, folgen war der falsche Ausdruck, eher begleitete ich ihn, denn ich ging neben ihm her. Ich hatte nicht an die Jahreszeit gedacht. Es war zwar ein schöner Tag und es war sonnig, doch eisig kalt. Der Wind kam vom Meer recht frisch rüber, genauso, wie ich es mir beim Aufbruch gewünscht hatte. Er spielte leicht mit meinem Haar, doch auch hier hatte ich ja vorbeugen können, indem ich die vorderen Strähnen nach hinten gebunden hatte.


    "Wieso alles zu seiner Zeit? Was spricht denn dagegen, wenn du es mir jetzt verrätst? Es tut mir leid, dass ich so dränge, doch ich vermute du verstehst, dass ich mir Sorgen mache?"


    hatte ich ihn noch auf dem Weg hierher gefragt. Inzwischen saßen wir auf der Bank. Während wir hergekommen waren, hatte ich still seine Anwesenheit genossen. Ich hatte ihn nicht verfehlt. Im Gegenteil: Ich hatte ihn sogar früher als erwartet getroffen. Doch ob ich es als ein Zeichen einer Antwort auf meine Opferung hin deuten kann, zweifelte ich noch an. Nun da wir saßen, sah ich ihm in die Augen.


    "Es ist schön hier..."


    sagte ich leise um das Schweigen zu durchbrechen.

    Ich war ein wenig enttäuscht, doch ich ließ es mir nicht anmerken. Es stimmte schon, beides. Und es musste auch nicht jeder so... verrückt sein und einfach 'fortzulaufen', auch wenn bei mir zumindest Pentesilea Bescheid wusste.


    "Ja, du hast Recht. Aber damit hast du dich verraten. Nun sag schon, was geschehen ist."


    Am Meer wären wir allein gewesen, was im Park ziemlich unwahrscheinlich ist, aber bis zum Meer musste man wahrlich ein ganzes Stück laufen. Wo auch immer der Park war.


    "Und bitte keine Ausflüchte. Ich komme ohnehin dahinter."


    Auch wenn ich nicht wusste wie, doch das musste er ja nicht unbedingt erfahren.

    Ich musste schlucken und fuhr mir schnell mit dem Handrücken über die Augen, um potentielle Tränen sofort loszuwerden. Warum hatte ich nicht damit gerechnet? Ich war erleichtert, dass sich Hoffnungen anstelle von Ängsten erfüllt hatten.


    "Wir könnten ans Meer gehen."


    meinte ich also nur recht kurz. Er hatte Recht, gerade hier waren Gefühlsausbrüche wie sich bei mir einer anzukündigen drohte nicht angebracht. Viel zu viele würden dies sehen. Und war nicht auch Crassus hier irgendwo? Doch um wütend zu werden, wie sonst bei diesem Gedanken, war ich zu glücklich.


    "Schaut für mich anders aus. Ein Kratzer bedarf keines Verbandes und ich hoffe du hast dich selbst schon einmal gesehen? Du bist blass und siehst wirklich nicht gut aus. Und..."


    Ich hörte auf ihm jetzt seine Ausstrahlung vorzubeten, er würde schon selbst merken, dass man mich nicht anflunkern konnte. Besonders dann nicht, wenn die Wahrheit so offensichtlich vor meinen Augen war.

    "Sehr gern. Du bist jederzeit ein willkommener Gast in der Casa Matinia wie auch hier in meinem Officium."


    mehr sagte ich nicht, sondern überließ das weitere Gespräch Minervina, die ja wirklich einen Narren an dem Griechen gefressen hatte. Lächelnd beobachtete ich die beiden. Es war zu schade, dass er nicht als Lehrer dienen konnte, doch auch nicht weiter tragisch. Es gab genug andere welche sich ebenfalls hervorragend eigneten. Nur dass Minervina diese nicht mochte, bei ihnen nicht lernte oder ihnen ausriss.

    Ich sah ihn ein wenig bestürzt an und hob meine Hand um die Träne sanft wegzuwischen. Am liebsten hätte ich sie fortgeküsst, doch das ging wohl kaum. Mir wurde warm, diese Berührung löste viele Gefühle in mir aus. Ich hatte ihn wirklich wieder vor mir.


    "Sollte der Brief von deinem Herzen kommen, dann war es jenes welches mich hierher rief."


    lächelte ich leicht. Dann sah ich kurz an ihm hinunter und ihm wieder in die Augen. Meine Stimme hatte einen besorgten Klang angenommen, als ich weiter sprach:


    "Was ist geschehen...?"


    Das 'du siehst schlecht aus' ließ ich weg. Ich wollte keine negativen Worte fallen lassen, gleich wie freundlich die Bedeutung war.

    Ích war verblüfft und das sah man meinem Gesicht auch an. Dabei war ich doch bewusst hier, das alles war doch von mir geplant. Ich war doch hier, um ihn zu sehen. Und nun da er vor mir stand und da er mich gesehen hat, war ich genauso sprachlos wie er. Ich bedauerte jeden Gedanken der Hoffnungslosigkeit, jetzt wo ich ihn sah.


    "Ja..?"


    Doch nun musste ich lächeln. Die Geräusche um mich herum schienen zu verstummen und die Leute wurden unwichtig. Ich trat ebenfalls noch einen kleinen Schritt auf ihn zu. Ich wusste nicht, was ich jetzt tun sollte. In der letzten Woche hatte ich soviele Gedanken gehegt und alles war stärker statt schwächer geworden.

    Ich war bereits einige Schritte gegangen, ehe ich noch einmal stehenblieb und mich zu Metellus' umdrehte. Er sah zu mir, hatte mich gesehen. Ich wusste nicht ob froh oder missmutig sein, doch Erleichterung nahm mir diese Entscheidung ab. Ich drehte mich ganz zu ihm und hielt den Blickkontakt aufrecht.


    "..."


    Doch es schien mir wie ihm zu gehen. Ich konnte nicht sprechen. Völlig unerwartet fühlte ich, wie mir die Augen feucht wurden, doch ich unterdrückte die Tränen und sah ihn nur sprachlos an.

    Ich hätte ihn beinahe angerempelt, so abrupt war er stehen geblieben. Ein weiteres Mal in kürzester Zeit hatte er mir einen unglaublichen Schrecken eingejagt. Ich konnte mir nur mit Mühe den Schreckensruf verkneifen. Ich ging ein wenig auf Abstand, nicht, dass er mich sah. Ich beobachtete ihn genau, auch wenn ich bei dem Lärm nicht alles verstand was sie dort handelten, sodass ich etwas näher rangehen musste. Zu meinem Ärger stellte ich fest, dass ich einmal mehr lauschte. Vor Allem was ich da belauschte. Ich war sauer auf mich selbst, dass ich gezweifelt hatte. Ich senkte meinen Blick ob des schlechten Gewissens, auch wenn dies niemand sah. Kurz sah ich noch zu ihm. Mein Blick war entschuldigend aber auch mit einem warmen Lächeln versehen. Ich fühlte mich, als hätte mir jemand die Zukunft verraten und mir fiel wieder einmal das Sprichwort mit dem Lauschen ein. Ich wandte mich von ihm ab, als auch er sich wieder zum Gehen wandte. Ich wusste nicht, wie ich reagieren sollte, wusste nicht, ob ich ich es schaffen würde, überrascht dreinzuschauen. Eigentlich konnte ich nicht lügen.

    Ich schrak auf, obwohl ich ihn aufmerksam beobachtet hatte, musste ich irgendwie in Gedanken gewesen sein. Ich versuchte mir auszumalen, was geschehen war. Nun starrte ich auf seinen Hinterkopf, als hätte er mich in diesem Tonfall angesprochen. Ich musste grinsen und warf dem Händler der gerade mich anquatschen wollte einen abweisenden Blick zu. Der Blick, mit welchem ich auch Crassus bedacht hatte. Doch ich sagte nichts, ich wollte nicht dass Metellus mich hörte. Erst einmal beobachten, ob er komplett mit geschlossenen Augen hier durch ging und vor Allem wohin.

    Ich hatte noch eine ganze Weile so dagestanden, als ich mich endlich auf das Forum 'wagte'. Ich schlenderte an den Ständen der Händler vorbei, wusste aber nicht Recht was ich hier wollte. Vielleicht hätte ich doch zuerst wieder zum Hafen gehen sollen. Ich hob den Blick wieder von einem Töpferstand und sah ein wenig resigniert in die Menge. Und ich sah etwas, was ich hier und vor Allem heute nicht für möglich gehalten hätte. Ich wandte kurz den Blick ab und schloss die Augen, doch als ich wieder der Richtung folgte sah ich ihn wieder. Er sah irgendwie krank aus.


    Ich begann wieder etwas zu zweifeln, wollte er mich wirklich sehen? Vielleicht sah er auch meinetwegen so fertig aus, vielleicht schlief er nicht mehr richtig. Hatte er schlechtes Gewissen? Ich wusste nicht was ich tun sollte, obwohl ich doch nur seinetwegen hier war. Ich beschloss ihm zu folgen, ehe ich ihn aus den Augen verlor. Während des Laufens konnte ich dann immer noch überlegen. Doch diese Verfolgung erwies sich bei meiner Höhe nicht als sonderlich einfach, denn ich wurde nicht selten überragt. Einmal musste ich auch 'blind' durch die Menge laufen, da das 'Zielobjekt' aus der Sicht war. Doch ich hatte ihn bald wieder und er war weitaus näher als zu Beginn der Verfolgung. Ich musterte ihn und konnte nun den eventuellen Grund seiner Blässe erkennen: Er trug einen Verband. Was war geschehen? Ich spürte wie mein Magen sich bei dem Gedanken zusammenzog, dass er angegriffen worden sein könnte. Ich begann aufzuschließen und hielt mich nun sehr dicht hinter ihm.

    Ich war ein wenig durch den Wind, vor Allem seit ich meine Herberge verlassen hatte.. Die letzten Tage waren so überstürzt und chaotisch gewesen und nun hatte ich den ersten ruhigen Moment seit meinem hektischen Aufbruch. Und fand mich in einer völlig fremden Gegend wieder: Carthago Nova. Zum Glück war der Weg zum Forum nicht so schwer zu finden und diesen prägte ich mir zuerst ein. Hier waren auch recht viele Leute, aber womit rechnete ich auch? So klein war Carthago Nova nun wirklich nicht. Ich stand am Beginn des Forums und versuchte zuerst mir einen Überblick zu verschaffen, als mich jemand anrempelte. Ich schrak auf und sah der Gestalt hinterher, die allerdings nicht erkennbar war. Sie war völlig verhüllt. 'Gruslig' ging es mir durch den Kopf und darum schwieg ich. Wer wusste schon, was für seltsame Gestalten hier herumliefen? Ich wandte meine Aufmerksamkeit wieder dem Forum zu.