Beiträge von Rediviva Helena

    Ich grinste zurück. Sie schien noch weniger als ich zu vertragen.


    "Ich wüsste nur nicht in welche Familie du könntest, aber da wird Meridius dir sicherlich auch helfen können. Und sonst... Ich kann ja auch mal mit meinem Pater Familias sprechen."


    grinste ich eher im Scherz - wobei ich den Gedanken so schlecht gar nicht fand. Na, das lag sicherlich auch schon am Wein. Ich trank einen weiteren Schluck.


    "Ich stelle mir grade diesen Blick von Meridius vor.."


    kicherte ich und versuchte in etwa seine sanfte, aber auch oft gestrenge Miene nachzumachen und dann ungläubig dreinzuschauen.

    "Das könntest du tun ja. Persönlich in Germanien vorbeireisen - davon rate ich ab. Selbst wenn ich dort auch gern jemanden besuchen würde."


    zwinkerte ich ihr zu. Noch war es nicht voller Freude.


    "Schildere ihm einfach diesen Gedankengang. Aber erwähne besser nicht, sonst meint er noch, ich würde dir Flausen in den Kopf setzen. Grüßen könntest du ihn aber trotzdem. Oder Nein... Wir schreiben ihm gemeinsam einen Brief! Oder schicken ihn gemeinsam los!"


    Ich lächelte.

    Zitat

    Original von Marcus Annaeus Metellus
    *Fühl Dich gestreichelt* =) An deinem Ehrentag stelle ich Dir etwas ins WiSim :D


    Neuigkeit :D Quark ;)


    Und Doppelter Besuch: An beiden Tagen kommense und fressen, quatschen Mist... Zum Glück sind meine Großeltern diese Weihnachten im urlaub und der Rest wohnt eh zu weit weg :D (ist fies ich weiß, aber meine Großeltern sagen jedes Jahr das Gleiche :D "Bist du groß geworden, nein... Mein Stern lange nicht gesehen..." Ich mag die Zwei ja sehr gern aber... die Gespräche... sind meist die gleichen höflichen Sachen... :D


    Weißt scho: Schwiegertochter (mama) und schwiegereltern *gg*

    Ich nahm ihn dankend entgegen - auch wenn heute kein Metellus da war, der mich durch die Gegend schleppen konnte, falls es noch mehr wurde. So schlimm war Wein eigentlich gar nicht.


    "Ja, aber wenn man halt bekanntgeben würde, dass du es nicht bist? Es würde sich sicherlich jemand finden lassen, der dich aufnehmen würde. Ich denke, auch Meridius wird an eurem Wohl gelegen sein und ihm nicht grundsätzlich egal, was geschieht."

    Zitat

    Original von Marcus Annaeus Metellus
    Genau...und keiner liest die BILD.....ich übrigens auch nicht.


    Arme Matinia, dann weißt Du ja gar nicht, wie toll ein geburtstag im Sommer ist. Für mich geben die Franzosen immer eine Parade. oder ist am 14.7. noch was anderes los? *grübel*


    -.- Richtig, ich werd immer an 2 Tagen mit Geschenken überhäuft und muss dann, nachdem ich so wunderbar verwöhnt wurde, doch ein ganzes Jahr ohne alles auskommen :D

    "Ja, ich denke so gut wie wir einander verstehen werden wird es anderen nicht so bald gelingen. Wer hat schon solche... traurigen und fast aussichtlosen Sorgen?"


    Ich lächelte ein wenig müde.


    "Aber... du könntest die Familie doch einfach wechseln, indem du einer anderen Gens beitrittst, oder nicht? Ich meine... Meridius ist doch dagegen, weil du womöglich ohne alles dastehen würdest..."

    "Leider ist meine Mutter seine Tante, also würde sich auch dadurch nichts ändern wenn ich in meine alte Familie zurückginge. Er ist und bleibt mein Cousin!"


    Ich seufzte tief und sah sie an.


    "Du siehst, wir haben also so ziemlich das gleiche Problem."


    Ich lächelte matt.


    "Und darum ... habe ich Familienbande die ich nicht gebrauchen kann. Ich glaube auch nicht, dass ich das gleiche zweifelhafte Glück wie du haben werde... Aber ob ich in einer solchen Lage sein möchte, weiß ich genausowenig."


    Zudem war ich mir seiner Liebe nicht sicher, auch wenn ich das niemandem, nicht einmal ihm selbst, sagen würde. Ich seufzte abermals.


    "Also... ich habe ihm versprochen dass ich darüber mit niemandem sprechen werde, weil es einen Skandal geben würde und wir seinen... unseren Vater heraushalten wollen. Bitte versprich mir, dass du nur mit mir darüber sprechen wirst."

    "... der sich durch meine unbedachte Adoption nicht nur als mein Cousin sondern auch als mein Bruder herausstellt. Ich habe ihn erst wesentlich später kennengelernt, weil er erst aus Achaia zurückkehrte."


    Ich sah ein wenig resigniert drein und zu Valeria auf.

    "Ich kann doch ohnehin nichts tun. Ich bin keine Tiberia mehr und er wurde sicherlich schon für tot erklärt oder wird es bald. Wenn er gefunden wird, werde ich zu ihm zurückkehren. Doch... das ist ja das, was noch schlimmer als die Verwandtschaft ist... Ich fühle mich wie eine Betrügerin, weil ich Maximus hintergehe. Zugleich... liebe ich aber den anderen nunmal wirklich sehr, der sich jetzt .. Argh."


    Ich brach ab und starrte missmutig gegen die Wand.

    "Du tust es bereits"


    meinte ich mit einem leichten Schmunzeln ehe ich fortfuhr.


    "Ich habe wenige Monate vor Maximus Verlust, wie es scheint, meinen Vater verloren und zudem war ich krank und eine Geburt stand an. Lange Zeit habe ich nichts getan, bis ich mich entschloss, mich von der Gens Tiberia zu verabschieden um in die Gens Matinia einzutreten."


    Ich holte tief Luft - hoffentlich konnte sie mir folgen.


    "Ich bin in die Gens Octavia geboren. Mein Vater war Cicero Octavius Anton und meine Mutter Fannia Octavia. Sie ist die Schwester des hiesigen Proconsuls, von welchem ich mich nun adoptieren lassen habe. Ich habe es in meine alte Familie einfach nicht mehr zurück geschafft. Und in dieser Gens ... naja..."


    Ich stoppte und sah sie bedröppelt an.


    "... habe ich jemanden kennengelernt."

    "Wer sagt denn dass ich etwas habe?"


    Doch mein Lachen brach schnell ab und wurde durch einen lauten Seufzer unterbrochen. Mein Leid war nicht geringer, aber doch ein wenig anders aufgebaut.


    "Ich fühl mich grad wie eine uralte Frau die ihre Lebensgeschichte berichten will..."


    murmelte ich trocken.


    "Es beginnt .. bei meiner Geburt in der falschen oder richtigen Familie. Darum beneide ich dich. Na, jedenfalls..."


    Ich brach kurz ab und überlegte, ob ich wirklich alles erzählen musste und kam zum Schluss, dass es ab Maximus Verschwinden reichen würde. Wieder dieser Zwiespalt: Maximus - Metellus. Ich sah sie an.


    "Nun, mein Mann... Publius Tiberius Maximus... ist vor einigen Monaten verschollen. Er hat die Legio IX Hispania anstelle von Meridius nach Germanien geführt. Und ich hab bis heute nichts gehört, die Meisten wähnen ihn tot..."

    "Mir wäre einfach damit geholfen, wenn ich anderes Blut in mir hätte."


    erwiderte ich trocken und seufzte. Ich konnte es ihr nicht sagen, oder? Mit einem Grinsen sah ich sie an, ehe ich ergänzte:


    "Und haben wir beide unser Leid geteilt ist es wieder verdoppelt!"

    "Es gibt nunmal manche Familienmitglieder, mit denen ich lieber nicht verwandt wäre. Seit Vater tot ist hält mich nur noch mein Onkel an der alten Familie!"


    wich ich geschickt aus und seufzte schwer. Selbst wenn ich es wollte und nach einer 'Lösung' suchte, Vater und Mutter waren tot. Niemand von den beiden konnte mir eine 'gute' Botschaft überbringen. Ich merkte kaum, wie mein Blick melancholisch wurde.

    "Dann würde ich gerne erst einmal eine Wertkarte von 100 Sesterzen beantragen. Wenn ich sehe dass der Bedarf groß ist, werde ich den Betrag aufstocken."


    Ich sah ihn meinen Beutel und untersuchte den Inhalt. Es war genug darin und so schüttete ich den Inhalt auf dem Tisch aus.


    "Dann bedanke ich mich hiermit ganz herzlich! Das dürfte dann alles gewesen sein!"

    Ich sah ihr hinterher, als sie zur Tür lief. Ich verstand ihre Angst. Ein wenig leiser entgegnete ich:


    "Ich weiß nicht ob ich gern in deiner Lage wäre. Einerseits schon, denn ich habe Familienbande, die ich lieber nicht hätte. Andererseits ist deine Lage gesamtgesehen furchtbar!"


    Ich seufzte tief.


    "Aber du musst dir wirklich keine Sorgen machen. Jetzt wo ich weiß worum es geht, erzähle ich es erst Recht nicht weiter. Wobei es durch meinen Schwur ausgeschlossen wurde."

    Ich sah sie ein wenig bestürzt an. Das waren Neuigkeiten. Ich stand sofort auf und gng auf sie zu, um ihr sanft meinen Arm um die Schulter zu legen. Ich wusste nicht, ob ich an ihrer Stelle froh wäre oder nicht. Aber sie konnte schlecht Meridius' Rat in den Wind fegen. Denn er war gar nicht unsinnig. Und dann noch die Schwangerschaft... Mein Atem stockte kurz, ehe ich langsam weiter atmete. Auch ich würde in der nächsten Zeit auf meinen Körper achten müssen...


    "Deine Mutter sagte also nur, dass Praetorianus nicht dein Vater sei, aber nicht, wer dein wirklicher Vater ist? Das ist... ungünstig..."


    Ich strich der Jüngeren sanft durchs Haar und versuchte sie zu trösten - doch ich wusste nicht wie ich das tun konnte. Das alles musste wirklich sehr schwer auf ihr lasten. Sie konnte nicht hierhin, aber auch das dorthin war ihr versperrt.