Beiträge von Rediviva Helena

    Es dauerte dennoch eine Weile bis ich endlich einschlafen konnte. Viele Gedanken kamen mir noch in den Sinn, auch wenn das sachte auf und ab des Schiffes sehr zu meiner Müdigkeit beitrug. Meine Gedanken waren bei Metellus. Wir hatten bereits in Valentia angelegt, die letzten Kisten gingen momentan von Bord und sicher ginge es bald wieder weiter. Morgen würde ich ihn endlich sehen können. Ich war mir sehr sicher, dass ich ihn nicht verpassen würde. Ich fühlte den Brief an meiner Brust und lächelte sanft. Eine Liebe die nicht gestattet war und eine Frau in dieser, die ständig als Helena von Troia bezeichnet wurde. Vielleicht hatten die Götter doch etwas Anderes als nur unser Leid im Sinne. Ich sah in Richtung der Tür, doch dort war nirgendwo auch nur der Hauch von Röte zu sehen. Es schien draußen schon vollkommen dunkel zu sein. Und ich fühlte die bleierne Schwere meiner Augenlider und schloss sie. Es dauerte nicht lange, ehe ich einschlief. Das leise Rauschen der Wellen, die knarrenden Holzbalken und die gute Luft tat ihr übriges.


    Doch die Ruhe währte nicht lange. Es erwies sich als weise, dass ich mit meinem Dolch in der Hand schlafen gegangen war. Das einzig Dumme an der ganzen Sache war nur, dass ich ihn nicht so schnell griffbereit hatte, als ich ihn dringend brauchte...


    Mit einem merkwürdigem Gefühl wachte ich auf. Ich brauchte kurz, ehe ich mich orientieren konnte und feststellen konnte, ob ich wachte oder träumte. Doch das Gefühl von fremden Lippen auf den Meinen war definitiv nicht geträumt. Ich tastete vorsichtig nach meinem Dolch, brauchte ihn dringend. Doch durch mein schnelleres Atmen hatte ich mich verraten und noch ehe ich ihn finden konnte, wurden meine Arme hinuntergedrück. Ich versuchte ihn abzuschütteln, doch es gelang mir nicht, denn er war zu stark. Ich war mir sicher, dass es ein 'er' war, denn ich war die einzige Frau auf dem Schiff. Außerdem hatte ich schon einen ganz bestimmten Verdacht, wer das sein konnte. Da endlich lösten sich diese fremden Lippen von mir und sofort begann er zu sprechen.


    "Na meine Schöne..."


    Ich erkannte die Stimme sofort und Abscheu regte sich in mir. Doch zugleich wusste ich ziemlich sicher, dass mir nichts geschehen würde. Er konnte meinen Tod nicht riskieren.


    "Ich hoffe du hast gut geschlafen."
    "Ich hoffte es wäre ein angenehmeres Erwachen!"
    "Aber, aber... Du musst dich doch nicht sträuben. Ich tu dir doch nichts, meine schöne Nereide..."
    "Wenn du mich nicht sofort in Ruhe lässt werde ich schreien!"
    "Sei doch ehrlich, du findest mich doch mindestens genauso attraktiv wie ich dich, nicht wahr?"
    "Wenn du das sagst..."


    Doch ich ließ diesem von sich selbst sehr eingenommenen Menschen gar nicht die Möglichkeit zu antworten sondern schnellte hoch und bis ihm hart in die Schulter. Er gab einen leisen Schmerzensschrei von sich, der aber wohl nicht für Alarmierung reichen würde. Doch schnell hielt er mir den Mund zu, damit ich nicht schreien konnte.


    "Wie kannst du nur, verleugne doch deine Lust nicht..."
    "Hrmpf!"
    "Wie kommt es nur dass eine so schöne junge Frau alleine durch die Welt zieht?"


    Als würde ich das tun. Ich biss ihm hart in die Hand und rechnete schon beinahe mit einer Ohrfeige, als ich einen Ruck spürte. Er war plötzlich nicht mehr auf mir drauf und ich saß sofort aufrecht im Bett, als ich eine brummige, ältere Stimme vernahm.


    "Schlafe beruhigt weiter. Um den hier werden wir uns schon noch kümmern!"
    "Danke, Herr Kapitän!"


    Ich war sehr verwirrt, doch ich vernahm wie der werte Marcellus unter lautem Gepolter aus meiner Kabine herausgeschleift wurde. Ein wenig verängstigt ließ ich mich zurücksinken und tastete nach dem Brief. Er war noch da. Sacht begann ich wieder einzuschlafen, doch es war nur ein sehr oberflächlicher und unruhiger Schlaf, da ich Angst hatte ein weiteres Mal überrumpelt werden zu können.

    Ein wenig verwirrt lauschte ich ihren Worten. Es kam mir alles so vertraut vor, beinahe schmerzhaft vertraut. Ich musterte genau ihre Züge, während sie sprach. Maximian war ihr Cousin, so wie es bei mir Metellus war. Ich verwarf diesen Gedanken, um ihr wieder meine ganze Aufmerksamkeit zuwenden zu können.


    "Da kann ich verstehen, warum Meridius wütend war. Wären vermutlich die meisten Patres Familiae."


    meinte ich, einfach nur um ihr zu zeigen, dass ich aufmerksam zuhörte. Doch nun fragte ich mit weitaus mehr Interesse als meine Feststellung war:


    "So? Wer war es denn wirklich?"

    "Aber gerne!"


    ich setzte mich lächelnd auf einen der Korbsessel - wartete nicht auf eine weitere Aufforderung, da ich mich ja wie zuhause benehmen sollte. Ich blickte sie aufmerksam an.


    "Dann rück raus mit der Sprache. Meinen Schwur habe ich geleistet und solange du noch immer willig bist, mir die Wahrheit zu berichten..."

    "Ich danke sehr für diese Einladung! Wenn es mir dann möglich sein wird, werde ich sie sehr gerne wahrnehmen! Ich werde mich bei dir melden!"


    lächelte ich sie freundlich an.


    Sim-Off:

    Kleiner Hinweis ;) Der Zettel da wird erst nach Helenas Abreise aufgehangen :) Das heißt eigentlich kann man sie jetzt nicht drauf ansprechen. Also gehe ich einfach davon aus, dass man von meiner Reise nach Rom spricht, die allerdings erst wesentlich später stattfindet! Da sind jetzt zwei RPG's ein wenig durcheinander geraten - bitte um Verzeihung =)

    Zitat

    Original von Marcus Postumius Vortex


    "Ich danke dir! Der Brief wird heute noch auf den Weg gebracht." Ich nahm Brief und Sesterzen entgegen. "Oh, ich sehe gerade, dass der Empfänger noch fehlt. Wir müssen doch wissen, wo der Brief überhaupt hin soll."


    Ich sah ihn ein bisschen erschrocken an.


    "Oh, Verzeihung. Darf ich eben?"


    Ich nahm lächelnd die Feder entgegen und korrigierte meinen Fehler, schrieb noch schnell den Absender hinzu:


    Quintius Tiberius Vitamalacus
    Germania
    Legio IX Hispania,
    Castellum Colonia Claudia Ara Agrippinensium


    Sim-Off:

    Uff ich hoffe doch dass das mit der CCAA stimmt :D

    "Selbstverständlich darfst du das! Ich begrüße solches Engagement sogar, denn wir brauchen wirklich dringend mehr Priester. Nun, da auch noch die ehrenwerte Flaminca Minervae nach Rom gegangen ist, um dem Collegium Pontificium beizuwohnen, ist es noch ruhiger geworden."


    Ich nickte ihr lächelnd und sogar dankbar zu.


    "Was eine Möglichkeit wäre... Hast du schon einmal in deinem Bekanntenkreis nachgefragt, ob da Interesse besteht?"


    Da unterbrach ich mich selbst:


    "Ach, lass mich dir erst einmal zu deiner Ernennung gratulieren. Ich bin froh, eine weitere voll ausgebildete Priesterin hier zu haben, die ein wenig für Bewegung sorgt!"


    zwinkerte ich.

    Der restliche Tag verlier relativ ruhig - wenn man davon absah, dass dieser Marcellus mir kaum eine Stunde ohne Komplimente gönnte. Nun langsam begann es zu dämmern und wir näherten uns immer mehr Valentia. Vielleicht war er ja sogar dort? Doch ich würde nach Carthago Nova reisen. Es war sicherer. Die Sonne versank dort ganz weit hinten und das Meer schimmerte in warmen Farben. Diesen Moment nutzte ich und hielt eine kleine Amphore geöffnet und kopfüber ins Wasser, sodass der kostbare Falerner in dieses floss.


    "Neptun erhöre meine Bitte! Ich habe mir als Ziel Carthago Nova gesetzt und wünsche mir eine sichere und rasche Ankunft in dieser Stadt! Ich bringe dir dieses Opfer direkt in dein Reich dar, um mir dies zu erbitten!"


    sagte ich in normalem Tonfall und erhob meine Arme während der letzten Worte gen Himmel. Und ich hoffte sehr, dass ihn dieses Opfer gnädig stimmen würde. Ich hatte ihm schon viele Opfer für Nauticus beigebracht und trotzdem hatte Neptun ihn in sein Reich geholt und ins Elysium geschickt.


    "Wir erreichen bald Valentia!"


    hörte ich eine Stimme hinter mir und schrak zusammen. Ich hatte ihn wieder nicht gehört und verdrehte die Augen gen Himmel. Doch lächelnd stand ich wieder von meinen Knien auf und sah ihn an.


    "Legen wir in der Nacht eine Rast dort ein, oder reisen wir weiter?"
    "Wir werden weiter reisen, meine Liebe, damit wir Carthago Nova noch am nächsten Abend erreichen können!"
    "Und wir schaffen das sicher?"
    "Warum machst du dir solche Sorgen? Ich bin über jede Minute deiner Anwesenheit froh!"
    "Weil dort jemand auf mich wartet!"


    antwortete ich in mittlerweile leicht gereiztem Tonfall. Ich sah Eifersucht in seinen Augen aufblitzen, die ich kein bisschen nachvollziehen konnte. Eigentlich musste er doch sogar damit rechnen, dass ich verheiratet war. Ich seufzte tief.


    "Ich muss mich beeilen Carthago zu erreichen um wieder schnell zurückkehren zu können. Ich bin Pontifex und kann Tarraco nicht so lange allein lassen, da die Möglichkeit eines Vorfalls besteht."
    "Also steckt unter diesem göttergleichen Haupt noch ein gescheites Wesen!"


    Ich warf ihm nach diesen Worten nur einen leicht spöttischen Blick zu und ging wortlos an ihm vorbei. Ich würde mich nun schlafen legen. Meinen Gedanken an Metellus hatte ich bei diesem schönen Sonnenuntergang nicht nachhängen können. In meiner Kabine angekommen, die eigentlich für mehrere Männer ausgelegt war, legte ich mich auf meine Kabine. Ich hatte einen Dolch in meiner Hand, als ich mich schlafen legte...

    "So du darüber sprechen möchtest, gebe ich dir gerne mein Wort. Ich schwöre auf Iuppiter, dem höchsten unserer Götter, dass ich niemanden ein Wort verraten werde. Möge er als der Gott der über die Wahrheit wacht mein Zeuge sein!"


    lächelte ich sie offen an. Sicher, ich konnte auch auf Fortuna schwören, doch war Iuppiter der Schwurgott und so schwor ich auf ihn. Ich machte mir ein wenig sorgen, es schien eine recht heikle Angelegenheit zu sein.


    "Wollen wir uns lieber sein stilleres Örtchen suchen? Nicht, dass uns jemand belauscht. Ich bin ohnehin ziemlich... bedient."


    brachte ich zwei Punkte auf einen.

    So, sie konnte es mir nicht erzählen. Für mich hatte sich damit die Antwort schon beinahe gefunden, obwohl meine Beweise nicht ausreichten. Es musste an meiner eigenen unguten Lage liegen.


    "Können wirst du es wohl, ob du möchtest ist die entscheidende Frage. Rede dich nicht mit dem 'nicht können' heraus. Wenn du nicht darüber sprechen möchtest, reicht das völlig aus!"


    lächelte ich.

    "Ahm. Nur ein wenig Hunger.. Ja, die Didier sind ein lustiges Familchen, aber auch zum großen Teil sehr freundlich."


    Langsam wurde mir gewahr, wessen Familie jene neue von Crassus war und ich schüttelte mich demonstrativ. Gut, dass ich mich der Praesina und dem Großteil der Politik abgewandt hatte.


    "Stehengeblieben..."


    Ich musste ein kurzes Weilchen grübeln ehe ich grinste:


    "Bei der lieben Liebe!"

    Ich wurde von dem leichten Geschaukel langsam aber sicher ein wenig schläfrig und blinzelte öfters gegen die helle, aber kalte Novembersonne. Eigentlich keine besonders geeignete Jahreszeit um mit dem Schiff zu reisen, doch es bot sich an. Mein Blick hing selten an der fernen Küste, ich sah hauptsächlich auf das unglaublich weite Meer. Kalte Schauer liefen mir bei dem wunderschönen Anblick den Rücken hinunter. Ich versank völlig in diesem Anblick, als ich bemerkte, dass neben mir jemand stand. Ich schrak zusammen und sah den Mann an, der mich anlächelte.


    "Na, Hübsche!"


    Bei der Ansprache musste ich stark an mich halten um nicht die Stirn zu runzeln. Doch ich ließ mir nichts anmerken und lächelte sanft zurück. Ich war zu glücklich um jetzt sauer zu sein.


    "Salve! Ein wunderschöner Tag, nicht wahr?"


    antwortete ich mit einem Lachen in der Stimme. Ich könnte wie ein kleines Kind auf dem Schiff herumtollen um einfach mein Glück zum Ausdruck bringen zu können. Er betrachtete mich eine kurze Weile und mir war nicht ganz geheuer dabei, sodass ich den Blick wieder abwandte. Er durfte auch nur ein paar Jahre älter sein als ich.


    "Ja schöne Frau, da hast du Recht. Die Weite des Meeres fasziniert dich sehr, nicht wahr? Sie hat mich zu dem Schluss gebracht, dass ich Seemann werden möchte. Doch bei der Aussicht so schöne Wesen durch die Gegend zu fahren, könnte ich mich zu einem Dienst bis ans Ende meines Lebens entscheiden!"


    Das Gespräch gefiel mir immer weniger. Doch ich ließ mir wieder nichts anmerken, sondern stand lieber auf. Ich lehnte mich gegen die Reeling und sah ihn wieder an.


    "Ja, ich fahre zu gerne zur See. Auch wenn es nicht sehr häufig ist. Oder gerade deshalb?"
    "Ich schätze gerade deshalb, wunderschöne Nereide!"


    Er hielt den Blick und darum wandte ich ihn wieder ab. Die Sonne war mittlerweile über Mittag hinweg und bald würden wir sicherlich in Valentia angelangen. Gegessen hatte ich nicht an Bord, dafür war mir die Gesellschaft zu rauh und das Essen zu schlecht.


    "Verzeih, aber ich würde gerne ein wenig ausruhen."
    "Solange es mir gestattet ist dich weiterhin zu bewundern."
    "Tu was du nicht lassen kannst!"


    erwiderte ich trocken und setzte mich wieder. Ich ließ den Blick wieder über die leichten Wellen gehen, während er mich weiterhin ansah. Es gefiel mir immer weniger und als er endlich fortgerufen war, seufzte ich vor Erleichterung.

    Zitat

    Original von Appius Terentius Cyprianus
    Nunja jeder spielt hier so wie er will. Wenn er nunmal der meinung ist nur Leute die Arbeiten steigen bei ihm auf ist das doch ok. Ich denke auch in ROm gab es solche;)


    Metellus hat doch nie was anderes gesagt, als dass es ok geht :D