Hiermit rufe ich alle Frauen zur vollkommenen Emanzipation auf - so gehts nicht weiter!
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Beiträge von Rediviva Helena
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In ein Handtuch gehüllt betrat ich die Thermen. Ich brauchte ein wenig Ablenkung und was konnte da besser sein als ein heisses Bad? Ich stieg die Stufen hinab ins warme Wasser und setzte mich hinein. Müde lehnte ich mich zurück und starrte an die Decke. Der Tag war nicht sehr anstrengend gewesen, die Nacht hingegen schon. Sie war voller Angst, Einsamkeit und Trauer gewesen. Jetzt, da ich Metellus näher gekommen war, sank mein Schutzwall wieder. Erst durch ihn hatte ich ihn unter anderem errichten können, doch genauso schnell riss derselbige jede Mauern wieder ein.
Ich seufzte tief.
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"Nur der Wille der Götter wird uns großteils leiten und wohl oder übel werde ich mich diesem fügen müssen. Auch mit gesenktem Kopf."
Ich verbannte die Bitterkeit aus meiner Stimme, ehe ich weitersprach.
"Ja, zurück ins Leben."
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Auch ich stand nun auf dem Forum um meine Kandidatur an das Volk von Tarraco zu verkünden. Ich hatte eigentlich gehofft, keine Reden mehr zu halten, doch hier, in Tarraco, war das etwas anderes. Ich hob meine Arme, wie schon damals im Cursus Honorum um meine Rede zu beginnen.
"Hört mich an, Volk von Hispania, aber wohl zumeist Tarraco!
Ich trete vor euch, um mir eure Stimme für die Curia Provincialis zu erbitten! In nicht allzu weiter Ferne stehen erneute Wahlen für die Zusammensetzung von dieser an.
Ich habe bereits im Cursus Honorum dem römischen Imperium gedient. Nun nach langer Krankheit habe ich erkannt, dass ich lieber auf der provinzialen Ebene arbeiten möchte. Ich bin wieder in das Amt des Pontifex getreten und diene dem Cultus Deorum so wie euch! Doch ich möchte mich noch weiter für Tarraco einsetzen, für den Bau eines weiteren Tempels! Ich möchte einen Platz für den Cultus Deorum in der Provinzcurie um auch diese Interessen dort zu vertreten!
Solltet ihr mir eure Stimme geben, solltet ihr mir diese Möglichkeit geben, noch mehr tun zu können, werde ich euch nicht enttäuschen. Meine Rede ist nicht lang, doch was soll ich euch groß von Dingen erzählen, die ihr schon vielfach gehört habt? Ich werde zu jeder Frage Antwort geben. Ich danke euch!"
Ich trat wieder hinunter und wartete.
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Zitat
Original von Appius Terentius Cyprianus
Weil sie sonst keine Frauen wären
*schnell wegrenn**ihn zurecht wegrennen sieht und mit einem Teppichklopfer hinterherrennt*
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Ich nickte nur leicht, musste erst die Tränen hinunterdrücken, damit sie nicht über meine Wangen liefen.
"Ja, Marcus. Ich weiß."
Ich zweifelte, dass er es tun würde und ich konnte nichts dagegen tun. Na, immerhin versuchte er mir das Gefühl zu geben ich sei nicht allein. Ich sah auf meine Hände. Dann lächelte ich wieder, während ich sie fortzog.
"Der Wille der Götter."
Ich konnte ebensowenig etwas gegen die Zynik in meiner Stimme tun, doch scheinbar wollten sie nichts von meinem Glück in der Liebe wissen. Und ich wusste nicht, wie er empfand. Seine Worte klangen so ehrlich, doch die Zeit lehrte mich Misstrauen. Was auch viele andere Menschen schon unberechtigt spüren mussten.
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Ich wischte schnell den Ansatz einer Träne aus meinen Augenwinkeln. Ich wusste nicht was ich denken, was ich fühlen sollte. Wusste nicht was die Zukunft mir bringen sollte. Wieder würde mir nichts anderes bleiben als in den Tag hineinzuleben und alles zu verdrängen, was mit der Liebe zu tun hatte. Ich hätte Vestalin werden sollen.
"Wollen wir besser los?"
Ich drehte mich zu ihm um. Ich lächelte. Lächelte meine Gedanken von dem Fehler fort, ließ mir nichts anmerken, wollte mir nichts anmerken lassen.
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"In Ordnung!"
Auch ich stand wieder auf und nickte.
"Ich danke dir, Claudia. Möge dir Mercurius auf deiner Reise wohlwollend zur Seite stehen! Viel Glück in Rom und gib gut auf dich Acht! Vale!"
Ich sah ihr nach, bis die Tür wieder verschlossen war und begab mich auf meinen Platz um weiterzuarbeiten.
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Ich beobachtete Metellus und lauschte seinen Worten, auch wenn ich sie ohnehin schon kannte. Auch ich applaudierte.
"Ich bin mir sicher, dass du sehr geeignet bist. Meiner Stimme sei dir gewiss!"
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"Also werde ich sie erst einmal nicht eintragen!"
schloss ich ein wenig unsicher daraus und sah sie fragend an. Ich kannte Livilla nur sehr ungenau und wusste nicht, was sie vorhatte.
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Ich lauschte ihren Ausführungen.
"Auch wenn ich es sehr schade finde. Ist aber durchaus verständlich, immerhin gehörst du zum Collegium Pontificium. Ich weiß nicht, ob das was für mich wäre - ich habe einen zu großen Narren an Hispania gefressen."
Ich musste ebenfalls lächeln.
"Wegen der Liste der Mitglieder habe ich noch eine Frage. Bei Sabbatia Livilla bin ich mir nicht sicher gewesen, ob ich sie für Tarraco eintragen soll. Wie sieht es aus? Wird sie später wieder hierher zurückkehren oder in Rom bleiben? Hinter deinen Namen werde ich dann schreiben, dass du dich in Rom aufhältst."
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IN NOMINE IMPERII ROMANI
ET IMPERATORIS CAESARIS AUGUSTIERNENNE ICH
AMULIUS PLINIUS BALBILLUS

ZUM
SACERDOS MERCURIS
- DCCCLV AB URBE CONDITA -

i.A. Helena Matinia
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"Salve Claudia!"
Ich stand erfreut auf und lud sie ein, sich zu setzen.
"Ja, im Gröbsten habe ich mich wieder eingelebt. Aber ich vermute du bist nicht deshalb gekommen?"
Ich zwinkerte ihr zu.
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Ich klopfte vorsichtig am Officium an. Meistens habe ich bislang immer eigene Bedienstete losgeschickt, mittlerweile war mir das zu riskant. Ich würde meine Post lieber in die Hände von 'Profis' geben.
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"Ich würde sagen, wir machen es über einen Aushang, allerdings mit einer Liste wo sich dann jeder Bürger eintragen kann. Dann haben wir schon einmal einen Überblick über potentielle Kandidaten!"
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Ich wollte natürlich auf jeden Fall dabei sein, damit ich den Cultus Deorum in die Provinzcurie einbringen konnte.
Anmeldung der Wahlen in die Curia Provincialis am 4/5 .12
Helena Matinia
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"Lieber Vitamalacus,
wir haben schon sehr lange nichts mehr voneinander gehört und seit dem letzten Kontakt hat sich auch sehr vieles verändert. Ich wollte mich einmal nach deinem Befinden erkunden - wie geht es dir?
Ich wende mich an dich, als einen Freund. Es war ein Fehler von mir, ich habe dir und Nova viel zu wenig Verständnis entgegengebracht und fühle mich schuldig für Geschehenes. Ich möchte dir mein Beileid aussprechen, denn ich weiß wie du dich fühlen musst. Unerfüllte Liebe schmerzt, ebenso der Verlust einer geliebten Person. Ich bitte dich, weißt du etwas über den Ausbleib von Maximus? Ich habe die Hoffnungen an einer Rückkehr längst verloren, doch es ist... schlimm, nichts zu haben weshalb man trauern kann. Es schmerzt, dass er einfach verschwunden ist. Ich hoffe du verstehst meine Angst, doch ich liebe ihn und.. Ach, ich höre auf damit."
Ich wandte den Blick von dem Brief ab, denn die Tränen kehrten zurück und nicht wenige liefen mir die Wangen hinab und auf das Pergament. Maximus. Oh geliebter Maximus. Was ist nur los? Ich setze meinen Brief fort...
"Ich brauche einen Rat von dir. Was glaubst du wäre sein Wunsch, wenn er noch irgendwo da draußen ist? Was würde er sich wünschen, was ich tue? Nach ihm suchen, stets an seine Rückker glauben? Einen Neuanfang machen? Das habe ich. Ich bin in eine andere Familie eingekehrt, die Familie meiner Mutter. Der Proconsul Publius Matinius Agrippa hat mich aufgenommen und es ist eine schöne Zeit. Doch für einen Neuanfang reicht es nicht. Ich komme nicht von der Vergangenheit los, meine Liebe ist zu tief. Ich brauche deinen Rat. Und ich brauche deinen Rat noch woanders. Meine Freundin... Sie.."
Ich strich es durch und überlegte eine kurze Weile. Ich wollte ihn nicht anlügen, doch ich wollte mich und vorallem Metellus und Agrippa nicht in Schwierigkeiten bringen.
"Meine Freundin.. Sie ist in der gleichen Situation wie du einst. Sie liebt jemanden den sie nicht lieben darf und síe ist am Boden zerstört. Sie wartet ebenso wie ich auf die Rückkehr ihres Mannes, welcher schon solange weg ist und darum kann ich ihr nicht helfen. Was soll sie tun? Warten, so wie ich es tue? Alles vergessen, was zwischen ihnen war, denn eigentlich besteht ja keine Hoffnung?
Oh Quintus, ich hoffe du verzeihst mir, wenn ich dir wehtue, doch ich brauche Antworten und du warst mir immer sehr nah. Aus diesem Grund ersuche ich dich um diese zu geben.
Antworte bitte so schnell es geht. Du kannst die Antwort meinem Boten mitgeben. Und berichte doch was es bei dir für Neuigkeiten gibt. Erzähl von dir.
Liebe Grüße,
Helena" -
Ich hob meinen Blick zur Tür. Ich war erst seit wenigen Stunden in meinem Officium, hatte vorhin noch einen Brief für einen Freund aufgesetzt. Und vor Allem war ich erstaunt gewesen, wie ruhig es momentan zuging.
"Herein!"
rief ich laut.
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Ich denke schon, dass Wahlen auch für die Stadtämter nett wären, denn Hispania ist so voll dass andere auch Mal eine Chance kriegen sollten

Gut dass ich Pontifex bin

Na ich denke aus der Entscheidung sollt ich mich raushalten. Das da oben ist zwar meine Meinung, aber.. naja.. Da ich nicht Stadtverwaltung bin sollte die nicht so gewichtet werden
Wär ich Magistrat wär ich wohl dagegen.. -
Ich fuhr mit meiner Hand zu meinem Herzen, es fühlte sich so leer an. So leer, wenn er nicht hier war und genau das war es, was nicht sein durfte. Ich musste zurückstecken. Ich würde so gern um ihn kämpfen, wo immer er jetzt auch war, was immer er auch versprach. Doch es war hoffnungslos. Würde ein Gebet helfen die Blutsbande zu überwinden? Ob Venus mein Gebet erhört hatte? Er und ich sind der beste Beweis für die Unerträglichkeit der Wartenden auf eine bessere Zeit, egal wann und egal wo.
Ich weinte. Ich musste schon lange weinen, den an meinem Armen liefen die Tränen bereits hinunter, meine Augen brannten und das Schluchzen war nicht sehr leise. Warum war Liebe so schmerzhaft? Und warum war Maximus fort? Das alles hätte niemals geschehen können, wenn diese verfluchten Germanen ihn mir nicht genommen hätten. Maximus.. Ich schloss unter den Tränen die Augen und versuchte mir sein Gesicht ins Gedächtnis zu rufen, sein warmes Lächeln und seine sicheren Züge. Wie er Minervina hochhob, das Strahlen der beiden.
Als ich die Augen öffnete wurde mir schwindlig. Ich hatte Maximus belogen und betrogen. Unsere erste Begegnung damals in Germanien, die Hochzeit, die vielen Gespräche, alle Bilder wirbelten durcheinander bis die absolute Stille das Bild seines Rückens zeigte, wie er davonritt. Wie er davonritt und niemals wiederkehren sollte. Niemals mehr in meine Arme zurück. Was war nur geschehen? Ich hatte nicht einmal einen Leichnam, den ich betrauern konnte. Er war einfach verschwunden, niemand wusste genaueres. Und da kam mir wieder Vitamalacus in den Sinn und ich beschloss, ihm einen Brief zu schreiben...