Beiträge von Rediviva Helena

    Ich schaffte es kaum den Blick von ihm abzuwenden und versuchte es auch gar nicht mehr, bis wir am Ziel angelangten. Genauso versuchte ich auch die aufkommenden Gefühle für Metellus zu unterdrücken. Vermutlich würde er nachdem all dies hier vorbei war nur noch aus dem Grund zurückdenken, dass ich seine Schwester war. Der Gedanke schmeckte bitter und ich sah zu Boden.


    Dann ließ ich seine Hand los um die Leiter hinaufzuklettern.

    Ich hielt mit ihm Schritt, seine Hand in der Meinen fühlte sich so warm an, alles war so richtig obwohl es verboten war. Warum fühlte ich mich nicht als wäre ich dabei, einen Fehler zu begehen? Es war eher das Gegenteil, denn ich fühlte es sei richtig. Und doch würde es nicht weitergehen können? Na, man würde sehen.


    Hatte ich ihn etwas gefragt? Er blickte mich fragend an, als ich mich wieder entsann. Doch ich brachte meine Frage nicht über mich.


    "Es ist sehr schön bei dir..."


    Lautete darum meine Antwort. Ich wusste nicht warum ich errötete, doch meine Antwort hörte sich so seltsam, beinahe kindlich an und war doch ernst und ohne Spiel gemeint.

    "Das einzige was ich möchte ist noch ein wenig Zeit mit dir allein verbringen. Wer weiß schon, wann wir noch dazu Gelegenheit haben werden?"


    antwortete ich wahrheitsgemäß. Ich wollte seine Nähe nicht mehr missen, doch da es sich kaum vermeiden ließ, wenigstens noch ein wenig Zeit in dieser verbringen.

    Beinahe wäre ich gestolpert, als er aufhörte, denn ich hatte mich völlig diesen mich überflutenden Gefühlen hingegeben. Einen Moment lang sah ich ihm noch verträumt in die Augen, ehe auch ich mich aufraffen konnte, wieder zu Verstand zu kommen.


    "Ich fürchte du hast Recht..."


    Ich griff nach seiner Hand - dagegen würde wohl niemand etwas sagen können. Ich lächelte ihn verschmitzt an.


    "Du führst, ich folge... Bedingungslos."


    fügte ich beinahe gehaucht hinten an.

    Das Lächeln erneuerte sich und noch ehe er meine Lippen berührte kam ein verspätetes "Ja" von mir. Es tat gut, in seinen Armen zu liegen und ich empfand Neid gegenüber anderen Frauen die es bereits genießen konnten oder genießen würden. Doch ich schob ihn beiseite: Jetzt nicht.


    "Völlig bedingungslos..."


    Ich schloss meine Augen jedoch nicht, ich wollte weiter in diese Augen blicken, die sich erdreistet hatten mein Herz zu stehlen.

    "Mich ergeben."


    lächelte ich zu ihm auf. Ich war überrascht, wie er das geschafft hatte, doch irgendwie auch erleichtert. Ich lag gern in seinen Armen. Doch langsam schwächte mein Lächeln ab, als ich mich in seinen Augen verlor.

    Ich sah ihm hinterher - nanu? Auch so bemerkte er mich nicht? Ich schlich mich langsam von hinten an und sprang von hinten auf seinen Rücken, verschränkte meine Arme vor seiner Brust und hielt mich fest.


    "Überrumpelt."


    murmelte ich leise in sein Ohr und grinste.

    "Hör auf mich so zu nennen."


    Ich zwinkerte ihm zu und trat aus dem Raum hinaus, und lehnte mich draußen angekommen an die Wand. Was würde er jetzt unternehmen? Am liebsten würde ich um die Ecke lucken, doch dann würde er mich zu früh entdecken..

    Schauer liefen mir meinen Rücken hinab und am liebsten wäre ich hier geblieben. Doch ich verdrängte mein Zögern und stand wieder auf. Ich selbst musste hart gegen die Lust in mir ankämpfen und recht wollte es mir nicht gelingen.


    "Zu Schade..."


    Ich richtete mich wieder auf und sah ihn lächelnd an. Ich wusste nicht ob ich enttäuscht, traurig oder gleichgültig sein sollte, doch ich wollte nicht dass es aufhörte. Wer wusste schon ob es uns jemals wieder möglich sein würde?

    Ich fuhr ihm sanft über die Schläfe.


    "Na, zieh doch nicht so ein Gesicht... So ists besser."


    Fügte grinsend an, als er wieder vergnügter dreinsah. Ich pflückte wieder eine Weintraube ab und hielt sie ihm hin, eine kurze Weile immer wieder ein Stückchen wegziehend, bis ich ihn 'gewinnen' ließ. Mit meiner freien Hand fuhr ich seine Brust entlang.


    "Also ich wäre gesättigt, wollen wir hinaus?"

    Ich drehte mein Gesicht kurz seiner Hand zu, die meine Hüfte hinaufstrich und im gleichen Moment schon war die Traube weg. Ich sah ihn entrüstet an und grinste:


    "Böse! Du hättest mir beinahe meine Finger abgebissen. Jetzt werde ich mir eine Strafe überlegen müssen, da du so ungezogen warst!"


    Ich schob mir eine weitere Traube in den Mund und hielt sie kurz zwischen den Lippen, ehe ich sie in meinem Mund verschwinden ließ.


    "Ich schätze ich werde dich einfach hungern lassen!"


    zwinkerte ich.

    Ich pflückte eine der Trauben ab und hielt sie ihm an die Lippen.


    "Du hast immer Hunger...? Na und trotz des Hungergefühls stets so gute Laune? Oder fürchtest du, anders nicht mehr an Köstlichkeiten heranzukommen?"


    Dieses Spiel begann mir immer mehr Spaß zu machen. Ehe er sich die Traube greifen konnte hatte ich sie mir in den Mund geschoben. Ich pflückte eine weitere ab und hielt sie gleichermaßen zwischen uns und betrachtete sie, während ich hin und wieder zu Marcus lugte.

    Ich war ein klein wenig irritiert, als er liegen blieb und vielleicht auch verunsichert. Sollte ich wirklich...? Lächelnd ging ich auf seine Clinie zu, hatte, während ich am Tisch vorbeigegangen war, eine Traubenrebe ergriffen und setzte mich neben ihn.


    "Hast du Hunger?"


    fragte ich, ihn aus braven Augen ansehend.

    Er überraschte mich sehr und ich wurde mir meines Gefühls immer sicherer, dass er beileibe kein unbeschriebenes Blatt war. Wollte er mehr als nur Spaß haben? Ich wusste es nicht. Doch wie gestern auch spielte es keine große Rolle. Ich stand langsam auf, langsam und mit anzüglichen Bewegungen.


    "Ich hätte nichts einzuwenden."


    antwortete ich nur grinsend.