Nach diesem anstrengenden Tag war ich sehr froh, endlich allein zu sein. Den Vormittag hatte ich den Sklaven kurze Einweisungen gegeben wie sie sich besser organisierten und den Rest des Tages hatte ich mit Pentesilea und Minervina zugebracht - was nicht minder anstrengend war.
Doch nun konnte ich endlich mit meinen Gedanken allein sein. Ich stand kurz wieder auf um mich meiner Tunika zu entledigen und meine Haare zu öffnen und dann wieder zu einem lockeren Zopf zu flechten. Rasch schminkte ich mich grob ab, zog mir ein leichtes Gewand über und verschwand in meinem Bett. Draußen war die Dämmerung schon vorbei und darum es hier drinnen finster. Und doch war es ungewöhnlich früh, wie ich zu Bett ging.
Jetzt, da ich mich fest in meine Decke gekuschelt hatte, drifteten meine Gedanken zu Metellus ab. Was er wohl gerade tat? Hoffentlich war auch er inzwischen sicher in seiner Herberge. Es dürfte nun schon die zweite Etappe sein. Ob er auch an mich dachte? Ich konnte das Lächeln nicht aus meinem Gesicht bannen und sogleich war dieses Lächeln doch ein wenig traurig. Ja, ich liebte ihn, doch ich durfte es eigentlich nicht. Nicht wegen unserer Familienbande und nicht wegen Maximus. Und doch... Dieses warme Gefühl wenn ich ihn sah und diese Angst wenn er nicht da war - was konnte es anderes sein?
Ich strich kurz über meine Hüften, welche er vor nicht allzu langer Zeit gestreichelt hatte. Es war erst zwei Tage her. Gestern noch ist er fortgeritten und vorgestern hatten wir die Zeit gemeinsam verbracht. Es war eine so schöne Zeit. Hoffentlich käme er bald wieder. Vor meiner Brust faltete ich die Hände wieder und mit einem Lächeln, wenngleich es auch ängstlich war, schlief ich ein.