Beiträge von Rediviva Helena

    "Sofern du es möchtest! Du bist frei zu entscheiden wohin du gehen möchtest und was du tun wirst! Ich möchte dir nur ein wenig Hilfe geben, dich zurechtzufinden! Und dafür kann es nur gut sein zumindest lesen zu lernen!"


    Ich blieb bei dem Stand stehen.


    "Minervina, komm her!"

    "Ach komm. Wir holen dir jetzt noch Sandalen und dann gehen du und Minervina nach Haus. Dort könnt ihr dann Essen. Ich werde nicht mehr viel Zeit finden. Und dann werde ich dafür sorgen dass ihr zwei lesen und schreiben lernt!"


    Ich ging voran. Da hinten stand ein guter Händler, den ich sehr gerne mochte. Dort würde ich auch gleich für Minervina neue kaufen!

    Ich blieb allerdings auch stehen - es war langsam tatsächlich an der Zeit, dass Minervina lesen und schreiben lernte und nach Möglichkeit auch griechisch. Mich umdrehend sah ich, dass Pentesilea uns jetzt erst nacheilte. Da zwinkerte ich ihr zu und sagte leis:


    "Ich schätze, du möchtest auch gern lesen und schreiben lernen?"


    Es war schon lange her als sie erwähnte, dass sie es nicht konnte, doch ich erinnerte mich noch gut daran. Kurz darauf sagte ich dem ziemlich aufdringlichen Verkäufer:


    "2 Wachstafeln mit je einem Griffel, 10 Blatt Pergament und die angebotene Gedichterolle! Hast du auch noch eine Rolle mit welcher man gut das Lesen erlernen kann? Also mit nichzt allzu schwerem Text?"
    "Sehr wohl, schöne Frau! Hier, und sie kostet nur läppische 20 Sesterzen! INteresse?"


    Ich nickte einfach nur und gab ihm seufzend das verlangte Geld. Mein neues Officium würde ich auch noch einrichten müssen - eine verdammt teure Angelegenheit. Dann nahm ich die Dinge entgegen und wandte mich wieder der verdatterten Pentesilea zu.

    Ich griff die hellblaue heraus - sie würde nicht ganz so auffällig sein wie eine weiße, da sie in der Sonne nicht besonders herausstach.


    "Ich schätze Sandalen können wir für dich auch ein zweites Paar kaufen, meinst du nicht? Dann hast du immer welche in Reserve wenn diese erst einmal durchgelaufen sind. IN keinem Fall kann es schaden..."


    Während ich mit ihr sprach suchte ich ein paar Sesterzen zusammen um den verlangten Preis des Händlers zu zahlen und ging mit den beiden zum nächsten Stand.

    "Und jetzt verlange ich dass du noch etwas farbigeres nimmst, was deine Hautfarbe ein wenig betont!"


    zwinkerte ich ihr zu.


    "Schau, weiß würde nicht stark auffallen und gerade jene sind besonders hübsch wie ich finde. Oder ein helles blau?"

    "Na, auffällig würde ich rot nicht bezeichnen! Es mag sein dass sie auffälliger ist als deine bisherige Kleidung, aber es müsste auch wunderbar aussehen! Schau dich um, viele tragen diese Farbe und so wiederum wirst du nicht herausstechen! Aber natürlich überlasse ich dir die Wahl deiner Kleider selbst, solange es ein wenig Unterschiede gibt!"


    grinste ich.

    "Es können auch mehr als nur zwei sein!"


    grinste ich, doch dann meinte ich:


    "Ich könnte den Kreis ein wenig einschränken wenn ich dir dazu rate eher helle Töne zu tragen da du recht dunkle Haut hast! Farben wie rot oder helles blau dürften dir gut stehen!"

    Ich hob lächelnd eine Augenbraue. Irgendwie war es drollig wie verlegen sie mit einem Mal war. So reagierte Minervina auch immer, wenn eine völlig fremde Person mit ihr sprach. So also zog ich mit ihrer Genehmigung einen Beutel hinaus und ging mit ihr zu den Tuniken. Es war eine große Auswahl und ich selbst hatte hier auch so manche erworben. Es waren keine besonderen aus Seide oder ähnlichem, doch sie waren stabil und sehr bequem.

    "Jetzt suchen wir erst einmal einen Geldbeutel und noch ein paar Tuniken für dich, damit du eine etwas breitere Auswahl hast!"


    Ich ging voran und ließ die beiden hinter mir hertrotten. Ich blieb bei einem Händler stehen der sowohl das eine als auch das andere verkaufte. Ich deutete auf die Auswahl an Beuteln und meinte an Pente gewandt:


    "Welche gefällt dir denn dort am Besten?"

    Ich schüttelte über meine eigene Verwirrtheit den Kopf und lächelte.


    "Ja, natürlich."


    Ich drückte ihr einige Münzen in die Hand, die ohne weiteres ausreichen dürften. Auch wenn ich die Preise von derlei Ware kein bisschen kannte.

    Ich war sehr überrascht und musste doch glücklich lächeln - was zu meinen roten Ohren ziemlich im Kontrast stand. Ich kraulte sanft seine Schläfe, die mir so nah war...


    "Dann ist es ja gut.."


    murmelte ich, noch immer etwas verdattert. Dann jedoch, wieder mit einem etwas schelmischerem Gesichtsausdruck:


    "Kann ich sonst noch etwas für dich tun?"

    "Ich schon!"


    Ich grinste und zückte meinen Geldbeutel.


    "Bevor wir allerdings irgendetwas holen, besorgen wir dir erst einmal einen Geldbeutel! Den wirst du in der nächsten Zeit sicherlich häufiger gebrauchen. Schauen wir uns mal um..?"

    Ich schüttelte nur mit einem 'tststs' den Kopf, musste dann allerdings doch lachen und grinste:


    "Du bist so erfrischend ehrlich. Ich würde eine Ehrlichkeit ja gerne belohnen, wenn du schon eine genaue Vorstellung hast... Ich lasse dir freie Hand!"


    Ich war sehr gespannt was er nun tun würde, doch ich glaubte nicht daran, dass er so dreist sein würde. Auch wenn ich es irgendwie sehr hoffte.

    "Dürfen? Na, sieh zu dass du mit unter die Decke kommst!"


    Ich zwinkerte ihm fröhlich zu. Was konnte man schon gegen so einen... Nein, Helena. Ich wies mich zurecht. Und so fügte ich in einem spaßigen Tonfall hinzu:


    "Ich wäre dumm wenn ich es nicht gestatten würde!"

    "Ja, mir soll es recht sein! Erst einmal kommt es nicht so teuer, wir atmen frische Luft und müssen uns nicht den ganzen Blicken aussetzen. Zudem geht es schneller! gerne also!"


    Ich nickte Pentesilea zu.

    Ohje. Ich betrachtete das Bett und dann wanderte mein Blick zu Metellus, der nun mit freiem Oberkörper da saß. Dann wandte ich leicht errötend den Blick ab. Was sollte ich denn jetzt tun? Ich trug zwar Lendenbekleidung, jedoch nichts für meinen Oberkörper. Sicher, gesehen hatte er mich - dummerweise - vorhin schon, aber.. Hm, da blieb wohl nur eine Alternative wenn ich nicht in der dicken Wolltunika schlafen wollte. Ich trappelte auf die andere Seite des Bettes und drehte mich mit dem Rücken zu Metellus. In dieser Lage nun ließ ich meine Tunika mit ein paar Handgriffen zu Boden sinken. Dann tastete ich mit meiner Hand hinter mir nach der Decke und drückte mich schnell unter dieser. Irgendwie hatte ich die dumme Vermutung, dass er ein Vorhaben bei mir vermutete. Na, dem entgegenzusetzen hätte ich nicht allzuviel, doch... Nein.


    "Gerne können wir noch reden!"


    antwortete ich so also, mittlerweile in die Decke gekuschelt und mit einem Lächeln auf den Lippen. Ich war stolz auf meine Lösung.

    "Na und nun machen wir uns auf den Weg zu den Märkten!"


    Nach Minervinas Zupfen löste ich mich von Pentesilea und zwinkerte ihr noch einmal aufmunternd zu. Dann ergriff ich Minervinas Hand und wir gingen los.

    "Na da bin ich ja erleichtert!"


    Ich lächelte ihn an. Mein Lächeln war voller Erleichterung, voller Glück und.. voller Liebe. Ich wandte den Blick ab. Unglaublich wie schnell man sich wandeln konnte.


    "Was machen wir jetzt?"


    Langsam drehte ich mein Gesicht wieder zu ihm und betrachtete ihn aus den Augenwinkeln. Er sah gut aus, besonders sein markantes Gesicht gefiel mir sehr.

    "Oh Bitte..."


    Ich spürte wie sich meine Augenwinkel ebenfalls mit Tränen füllten. Und selbst ich konnte sie nach dem nächsten Blinzeln nicht mehr zurückhalten und umarmte sie erneut.


    "Ich bin so froh..."


    flüsterte ich leise. Endlich hatte ich es ihr gesagt.

    "Ich möchte es lieber 'unser' Reich für die Nacht nennen! Und nein, keine Angst. Die böse Fee fällt nicht über dich her und nimmt dir dein Augenlicht oder sonstiges."


    Ich zwinkerte ihm zu und setzte mich neben ihn.


    "Irgendjemand muss mich doch in der Nacht beschützen, oder? Und da bist du mir doch mit Abstand am Liebsten. Du kannst doch meine Bitte nicht ausschlagen!"


    Doch als ich nun wieder zu ihm sah, begann mein Herz wieder unnatürlich schnell zu pochen und ich konnte nichts dagegen tun. Sogleich veränderte sich meine Miene wieder.