Ich sah ihn mit einem gespielt ungläubigen Blick an. Hatte ich da grade richtig gehört, oder gaukelte mir der Alkohol etwas vor? Hm, er schien mich doch etwas schnell ‚aufgegeben’ zu haben. Mochte ich vielleicht schon äußerst lustig sein, bei Verstand war ich noch. Er schien anderer Meinung zu sein. Nun, sollte er ruhig.
„Naja, für gewöhnlich passiert mir das nicht. Wenn man allerdings versucht den Intrigen von jemand anderem zu entgehen, kann man schnell mal in die Grube fallen. Ich habe ganz klar gesehen, dass du die Krüge ausgetauscht hast! Auch wenn du meinst, es nicht getan zu haben. Vermutlich hast du es schon wieder vergessen, aber bei nahezu zwei Amphoren verwundert mich das gar nicht. Ich frage mich immer wieder, wie man soviel trinken kann. Ich finde es einfach unglaublich. Und dann auch noch mir einzureden versuchen, dass ich nicht mehr weiß was ich tue!“
Ich bemerkte gar nicht, dass ich begann zu schwafeln und mich mehrmals wiederhole. Ich setzte mich wieder auf. Zum Glück war der Weinbecher bereits leer, auch wenn ich es wahrscheinlich nicht bemerkt hätte, wenn er noch voll wäre. Ich setzt mich wieder zu ihm und strich meine Tunika glatt. Mein Blick blieb ein wenig missbilligend an dem Fleck hängen.
“Vermutlich hast du damals in Achaia geübt. Anders... Erzähle mir doch ein wenig, was du so getrieben hast. Hast sicherlich allerhand interessante Sachen zu erzählen!“
Daraus würde ich mehrere Vorteile ziehen: Ich würde nicht mehr sprechen müssen und mich nicht in die Gefahr bringen, zu lallen. Ich war erstaunt, aber auch froh, dass ich nach dem Wein noch recht gut bei Sinnen war. Außerdem würde er auch endlich auf andere Gedanken kommen, als zu versuchen mir noch mehr Wein einzuflößen...