Beiträge von Rediviva Helena

    Zitat

    Original von Flavius Duccius Germanicus
    "Nun, es könnte Probleme wegen ihres Bruders geben. Und dafür muss zunächst eine Lösung gefunden werden."
    So, er wähnte die Klippe gut umschifft und sah sie, nun nicht mehr so rot offen an.


    "Ah, ich schätze also ihr Bruder ist ein Querulant und mag dich nicht sonderlich, hm? Kann ich nicht verstehen..."


    Ich lächelte ihn an. Ich wusste, irgendetws stimmte da nicht und doch vertraute ich ihm. Und im Gegensatz zu Nova war er ihr nicht verpflichtet alles zu sagen.

    Mein Rücken begann zu schmerzen und ich lächelte dankbar zu Quintus, als er mich auf das Bett legte. Es war schön weich und tat gut. Ich registrierte wie ich zugedeckt wurde und schloss kurz die Augen. Doch sobald sie zu waren begann sich alles zu drehen. Ich vernahm wie er Anweisungen gab.


    ___


    Der Sklave nickte nervös und machte sich eilends aus dem Staub um Maximus zu finden. Er hoffte sehr, dass er noch nicht wieder im Castellum war. Bemüht niemandem vor die Füße zu laufen schlich er durch Umwege durch die Villa. Wo nur war sein Herr? Und wo diese Chryseis? Ein Medicus? Pentesilea! Sie verstand sich auf Heilung und all diesem Kräuerkram. Er beschloss also zuerst bei ihr vorbeizusehen.

    Nur hinter einem Vorhang bemerkte ich, wie Vitamalacus zu mir sprach, doch was er sagte drang nicht bis in mein Bewusstsein vor. Ich gab ein leises Stöhnen von mir, was war nur los?


    "Was ist passiert...?"


    Er hob mich auf, ich ließ es geschehen. Verwirrt sah ich mich um. Doch da ich nicht fand was ich suchte - wovon ich nicht einmal wusste was es war - lehnte ich meinen Kopf an seine Schulter.


    Nur dumpf bemerkte ich, wie ein Sklave uns in mein Cubiculum führte.

    Ich bemerkte schon, dass er mich mit Nova vertauschte und stand mühsam auf, mich an einer Säule stützend. Vielleicht war es auch einfach nur zuviel Wein gewesen.


    "Ich bin nicht Nova..."


    kam es mir schwach über die Lippen bevor ich einen Schritt vorwärts schwankte. Es gefiel mir nicht, dass er mich mit ihr verwechselte. Ich mochte es nicht, mit anderen Frauen vertauscht zu werden und sei es meine eigene Schwester.


    "...Helena...! Also lass mich bitte..."


    Mühsam erreichte ich das Haus und stützte mich am Eingang ab. Als ich hindurch geschritten war lehnte ich mich an die Mauer und sank erschöpft zu Boden. Hier sah er mich nicht mehr. Das Atmen fiel mir schwer.

    Ich biss mir auf die Lippen, hörte seine Worte nur sehr verschwommen. Etwas verwirrt sah ich zu ihm auf und stellte entsetzt fest, dass ich ihn kaum noch erkannte. Leise nur war meine Antwort:


    "Ich weiß es nicht, aber es geht gewiss wieder vorbei. Du brauchst dich wirklich nicht sorgen, ich schätze ich bin wirklich nur müde...!"


    Ich lehnte meinen Kopf an seine Schulter, ohne dass ich es wirklich realisierte. Meine Stirn glühte, doch das bekam ich ebenso kaum mit.

    Ich schloss meine Augen während ich mich mit seiner Hilfe setzte. Ich spürte nicht, dass meine Hände zitterten. Ich versuchte mich auf volle Selbstbeherrschung zu bewahren. Ich sah ihn an, doch mein Blick wirkte stumpf.


    "Bitte mach dir keine Gedanken, das kommt schon in Ordnung... Ich bin einfach nur überanstrengt!"


    Ich hielt seine Hand fest und das mit starkem Nachdruck, da ich Angst hatte ohne ihn umzufallen.

    Vater... Ich drehte mich weg und starrte gegen eine Wand. Dass ich langsam wieder unansprechbar wurde und überreagierte verdrängte ich. Ich wollte zu ihm. Ich wollte sein Lächeln sehen. Sein 'Helena' hören. Ich seufzte schwer und wischte eine Träne fort. Ich war momentan derart nah am Wasser gebaut. Angestrengt versuchte ich auf ihn einzugehen.


    "...deinem Ziel..?"

    "Ach richtig, du bist ja der derzeitige Quaestor Principi!"


    Ich nickte und dachte kurz nach.


    "Bald hast du es ja geschafft. Wobei doch die südlicheren Ländereien auch nicht schlecht sind? Ich muss zugeben, ein bisschen vermisse ich Germanien allerdings auch!"


    Lächelnd nippte ich an meinem Wein.


    "Mir geht es ganz gut, bin nur ein bisschen übermüdet. Ich schlafe nicht mehr besonders gut!"

    Ich war dankbar, für seine Hilfe, auch wenn ich es nicht zeigte.


    "Es ist wirklich alles in Ordnung..."


    beteuerte ich. Doch ich war mir nicht mehr sicher, ob er mir das überhaupt noch abnehmen würde. Zeigte ich so deutlich, dass mir schwindlig war? Ich wollte nicht, dass er sich sorgte.


    "Aber dennoch danke, dass du dich um mich sorgst... Mach dir keine Gedanken..."


    Ich lächelte, wobei mir ein Schweißtropfen die Stirn hinunterrann. Einen Moment lang drehte sich alles und unsicher tastete ich nach Halt, bis sich alles wieder etwas aufklarte.

    Ich wog den Kopf andächtig hin und her.


    "Dass es tatsächlich schon solange her sein soll... ",


    meinte ich gedankenversunken.


    "Aber ich freue mich doch über Gesellschaft! Ich brauche nur ein paar Minuten fern von der ganzen Aufregung, es ist mir dort drinnen zu warm. Wir hätten doch im Garten feiern sollen..."


    brummelte ich leise vor mich hin und lächelte dann.


    "Na, egal. Wie geht es dir, Germanicus?"

    Ich sah die Wand vor mir verschwommen und schloss kurz die Augen. Als ich sie wieder öffnete war sie kurz wieder klar um dann nach wieder zu verschwimmen.


    "Nein, es ist alles in Ordnung!",


    log ich. Ich tat es nicht gern, doch er hatte schon genug Sorgen und vermutlich war es nur wieder, dass ich mich zu sehr aufregte. Dann hatte ich gerne mal diesen Aussetzer, versuchte ich mir einzureden. Langsam drehte ich mich wieder zu ihm und lächelte stark.