Beiträge von Rediviva Helena

    Ich sah ihn gespielt enttäuscht an und knuffte ihn in die Seite. Nun verschränkte ich die Arme vor der Brust und sah stur woanders hin. Doch als ich die Blumen in meinen Armen betrachtete musste ich lächeln und tat als ob ich milde gestimmt sei. Zwinkernd sagte ich:


    "Hm, braucht es einen Schwur damit du mir glaubst? Aber gerne, Iupiter soll mein Zeuge sein dass ich die Wahrheit spreche! Hättest du einmal wieder eine Nacht bei mir verbracht, dann hättest du es selber sehen können!"


    Ich grinste und schnupperte an den Blumen.


    "Das möchte ich aber auch schwer hoffen, dass du bei diesem Kampf dabei bist. Ihr Männer wisst doch gar nicht wie ermüdend das ist. Ich denke dass das führen eines Gladius leicher ist!"


    Und wieder zwinkerte ich, eine spaßige Standpauke erwartend.

    Ich bemerkte wie mir das Blut in die Ohren schoss und sah zur Seite, immer aus den Augenwinkeln zu ihm aufblickend. Ich lächelte, mein Lächeln entwickelte zu einem leichten Dauergrinsen. Ich drückte seine Hand.


    "Minervina... sie...!"


    Ich zögerte es ein wenig hinaus und sah ihm mit einem herausfordernden Blick an, der Blick verriet allerdings nicht was ich gleich sagen würde.


    "... bekommt ein Geschwisterchen...!"

    Wieder einmal war ich, obwohl in Gesellschaft, in toller Gesellschaft, völlig in meinen Gedanken versunken. Ich dachte nicht nur an den Tod meines Vaters, nein ich dachte auch an den Nachwuchs in meinem Bauch. Ich hatte es bemerkt als mein Zyklus ausgeblieben war und nun konnte ich es im Bad sogar sehen. Wenn auch nur ganz wenig, doch ich erwartete wieder Nachwuchs. Ob dieses Kind es genausogut schaffen würde wie Minervina? Ich hatte mit ihr unglaubliches Glück gehabt und Iuno L. schien mir wohlgesonnen gewesen zu sein. Dieses Gefühl wieder ein Kind zu erwarten schenkte mir ein wenig neue Hoffnung. Da plötzlich erschien eine bunte Blumenpracht vor meinem Gesicht und ich erschrak. Verwirrt sah ich Maximus an, doch dann stahl sich ein warmes Lächeln in mein Gesicht. Ich stellte mich auf die Zehenspitzen um es ihm mit einem Kuss zu danken.


    "Ich danke dir, liebster. Aber erschrick mich doch nicht so!"


    Ich zwinkerte. Langsam aber sicher wurde mein Kummer geringer. Durch viele verschiedene Leute die für mich da waren, durch den Nachwuchs und auch durch die Arbeit. Hier erkannte ich wieder, wie liebevoll Maximus doch war.

    Ich hätte beinahe mit großen Augen zu ihm gesehen, doch ich verkniff es mir. Ich wollte ihn nicht unnötig in Verlegenheit bringen, er war vermutlich noch ein wenig verwirrt durch all die neuen Eindrücke. Ich seufzte und nickte.


    "In Ordnung. Es geht beides in Ordnung. Sowohl das Kompliment wie auch die Entschuldigung wegen des Du zum Ihr. Es ist nur so, dass wir in einer Familie sind und da braucht es wirklich nicht zu sein. Auch wenn wir uns noch fremd sind, so sind wir beide Tiberia!"


    Ein weiteres seufzen und ein Lächeln von denen die mich einfach überkamen. Ich wusste jetzt warum ich mich niemals unter Menschen getraut hatte, es war ein Teufelskreis gewesen. Ich hatte jedes Mal gebangt mich unter andere zu begeben und wollte es nicht. Und umso länger ich es so gehalten hatte umso schlimmer wurde diese Angst. Vielleicht gut, dass ich endlich rausgekommen bin. Gerade ich als Matrone und Patrizierin sollte mich nach draußen wagen können. Ich suchte verzweifelt nach einem Gesprächsthema.


    "Und du gehst also jetzt zur Legio IX. Da wirst du viele deiner, unserer Verwandten antreffen. Meinen Gemahl, dessen Bruder und noch ein relativ neuer Neuankömmling, dessen Bekanntschaft ich noch nicht machen konnte. Gedenkst du auch später in den Cursus Honorum einzusteigen?"

    Wenn ich noch eine Stelle frei hätte würd ich zupacken. Wenn in Hispania wieder mehr los wäre und da 4, 5 Priester mehr wären würden er und Balbillus evtl in ein provinziales Collegium Pontificium kommen... ;)

    Ich legte meine Hände ineinander und betrachtete sie. Die Gespräche mit dem eigentlich Fremden und scheinbar doch so Vertrauten stimmten mich nachdenklich. Er schien zu den Menschen zu gehören denen ich mein Leben anvertrauen würde.


    "Nicht 'Ihr' sondern 'Du', hm? Das war doch eine kleine Vereinbarung von uns. Was das lostürmen betrifft bin ich ziemlich beruhigt. Mir scheint dein Vater ist ein weiser Mann und du eiferst ihm - vielleicht bewusst, vielleicht unbewusst - sichtlich nach."


    Mit einem sanften Lächeln sah ich von meinen Händen zu ihm auf. Und mir wurde immer klarer, dass ich ihn von Beginn an richtig eingeschätzt hatte. Ich mochte die Gens Tiberia und auch ihn hatte ich bereits in mein Herz geschlossen.


    "Ich bin froh, dass du die Rache nicht bei einer ganzen Sippe suchst. Allerdings... du glaubst es war ein Römer? Hast du denn schon einen Verdacht? Und bist du dir sicher?"


    Eine absolut dumme Frage. Ich schwieg sofort und sah ihn entschuldigend an. Wie konnte er sich sicher sein, wenn er doch noch im gleichen Atemzug berichtete, dass er sich doch nicht mehr recht erinnerte.


    "Verzeih, lieber Quintus. Meine Worte waren unbedacht..."

    Ich beobachtete ihn. Er schien sehr besonnen zu sein, zwar emotional aber nicht unbedacht. Ich sah zu einem Brunnen. Noch waren wir innerhalb der Stadt und ich deutete dorthin.

    "Wollen wir uns nicht ein wenig setzen? Ich unterbreche Gespräche nur sehr ungern und lange ist es nicht mehr bis zum Castellum!"


    Ohne eine Antwort abzuwarten schlenderte ich zum Brunnen und setzte mich auf dessen Rand. Meine Oberschenkel presste ich fest aneinander, ebenso umschlang ich mit meinen Armen meinen Bauch. Mir war ein wenig kalt.


    "Weißt du, ich habe viel über Rache nachgesonnen. Es sind jetzt die Worte einer Frau und einer Zivilistin. Vielleicht auch nicht besonders römisch, doch ich vertraue dir. Meistens erwischt die Rache die falschen Leute. Vielleicht sollte man den Göttern lieber danken, dass nicht mehr geschehen ist. Schau, wie stellst du dir das vor? Möchtest du gegen das ganze Volk vorgehen? Vielleicht sind die Menschen, die dir dies angetan haben bereits tot und geraten in Vergessenheit."

    Ich sah während wir liefen auf meine Füße und versank die ersten Schritte ein wenig in Gedanken, bis er wieder die Stimme erhob um mir zu antworten. Ich sah zu ihm auf.


    "Aber das ist ja wenigsten ein Anfang! Worte sind ohnehin bedeutender als Bilder, denn an den Worten erkennst du meistens wie man es mit dir meint. Zumindest am Tonfall. Augen können abgewandt werden und Szenen vorgetäuscht. Gibt es noch mehr was zurück gekehrt ist?"

    Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Wenn ich an Claudia, Livia und Maximus dachte kam mir der Gedanke: Der Dickschädel schien wohl in der Familie zu liegen.


    "Wie schön, du kannst dich wieder an deinen Vater erinnern? Möchtest du ein wenig darüber sprechen? Ach und wegen dem Castellum: Mach dir da keine Sorgen. Niemand würde es wagen mich anzugreifen, dafür bin ich zu bekannt. Und ich wüsste auch nicht, dass ich Feinde habe. Im Gegenteil: Ich werde mir die Zeit nehmen und in Ruhe über alles nachdenken..."


    Ich merkte nur kurz an, dass er kurz warten solle und eilte dann los um mir ein Schultertuch zu holen. Schnell legte ich es mir um und kehrte dann zurück.


    "Gehen wir?"


    Ich freute mich nun doch ein wenig wieder rauszukommen. Mit einem Blick nach oben bemerkte ich, dass der Himmel feuerrot war. Diese Tageszeit mochte ich am Meisten.


    Sim-Off:

    Machst du den nächsten Thread in Tarraco auf?

    Sim-Off:

    Hier werden nach und nach die Ahnen der Gens Tiberia eingetragen.




    Lucius Tiberius Alexander war ein Vigiles und wurde zu Ehren seines mutigen Einsatzes, nach seinem Tode, zum Princeps Prior befördert: Dem Toten zu Ehren.


    Er starb bei den Cohortes Vigiles, als er einen Verbrecher verfolgte mit einem Stich in den Bauch, als er Schätze des Imperiums verteidigte.




    Titus Tiberius Egnatius wurde in einem Anflug von jugendlichem Leichtsinn von der Familie getrennt. In seiner Kindheit lief er einst zu weit von daheim fort, er hatte es satt immer nur das Gleiche zu sehen. Doch bald schon fand er nicht mehr allein zurück und schlug sich alleine durch. Währen der langen Zeit allein lernte er Eigenverantwortund und wurde wesentlich pflichtbewusster. Er war froh als er seine Familie endlich in Rom wiederfand, wo er auch den Dienst bei den Cohortes Vigiles aufnahm. Derzeit ist er Probatus.


    Er starb bei einem mutigen Einsatz der Vigiles und konnte viele Leben retten.


    Ich musste nun lächeln und es war eines der wenigen ehrlichen Lächeln seit dem Tode meines Vaters. Er war wirklich ein guter Gesprächspartner und ich mochte ihn.


    "Soll ich mir die Wunde einmal ansehen oder hat das im Castellum bereits jemand getan?"


    Besorgnis war in meinem Blick. Hoffentlich war die Wunde nicht wieder sehr aufgerissen worden, es konnte sich schnell entzünden.


    "Wir werden die Zeit schon zu nutzen wissen! Vielleicht ein kleiner Spaziergang in Richtung Castellum? So hätten wir noch ein wenig Zeit und du hättest gleich die richtige Richtung... Ich könnte gut ein wenig Freskenwechsel gebrauchen!"


    Ich lächelte noch immer, wie ich erstaunt feststellte. Ich überlegte, ob ich nicht Minervina mitnehmen sollte, doch ich entschied mich dagegen. Das würde ich die Tage nachholen, aber jetzt ar ich zu erschöpft.

    Ich hustete nochmals. Seltsam, es war mir wirklich noch nicht aufgefallen. Ich sollte wieder mehr unter die Menschen aber außer zuhause und in meinem Officium zu sitzen.. Nein, da war mir absolut nicht nach.


    "Wie waren die Stunden? Sicher hart, nicht? Schläfst du denn gar nicht im Castellum?"


    Irgendwie war ich froh, nicht mehr allein zu sein. Maximus hatte viel aufzuarbeiten durch seinen Neueinstieg als Praefectus Castrorum, da er zuvor auch im Cursus Honorum war.


    "Bleiben wir doch beim "Du", das wäre schonmal eine schöne Sache. Und über ein wenig Gesellschaft deinerseits würde ich mich auch sehr freuen!"

    Ich schrak aus meinen Gedanken auf und sah anfangs ein wenig verblüfft zu Vitamalacus. Wo kam er denn plötzlich her? Fast hätte ich diese Frage laut gestellt, doch ich schob es dann auf meine Unachtsamkeit. Ich lächelte leicht.


    "Salve Quintus. Wie geht es dir heute? Gibt es Neuigkeiten?"


    Meine Frage war ziemlich leise gestellt und am Ende hüstelte ich kurz. Ich hatte den ganzen Tag kaum gesprochen, sodass ich gar nciht bemerkt hatte dass ich heiser war.

    Nachem ich in der Bibliothek versucht hatte mich mit lektüre zu beschäftigen war ich auf dem Weg ins Perystil, wobei ich das Atrium durchqueren musste. Zuviele Gedanken gingen mir durch den Kopf alsdass ich jetzt vernünftig lesen konnte. Ich war ruhelos, auch die Nacht hatte ich kaum schlafen können...

    "Über die Sache mit Hadrianus sollte sich ohnehin das Collegium Pontificium beschäftigen, da er ohnehin derzeitig zwangsläufig wieder nach Rom gebracht wurde. Und wegen der Synode: Ich werde sehr gern kommen! Wäre es in Ordnung wenn ich noch heute mit der Bestattung beginne? Ist bereits alles vorbereitet? Ansonsten würde ich mich direkt für morgen früh zur Verfügung stellen!"


    Ich sah resigniert zur Tür - wer da wohl noch alles eine Audienz erwartete?


    Sim-Off:

    Sorry, dass ich das jetzt alles so massiv abhandle, aber ich werd belagert :D

    In Gedanken versunken machte ich mich auf in die Bibliothek. Ich wollte ein wenig abschalten, gegebenenfalls lesen. Das unruhige hin und her der Sklaven machte mich nervös und selbst im Perystil blieb man nicht verschont. Ich setzte mich und hing meinen Gedanken nach.

    Ein wenig enttäuscht sah ich ihn an, doch ich nickte leicht.


    "Ja, ist in Ordnung. Ich hoffe wir sprechen uns baldigst nochmal, denn im Castellum wirst du sicher erst einmal festgehalten werden! Es war schön sich mit dir zu unterhalten...!"


    Ich sah kurz auf das Essen und seufzte. Wieder hatte ich nichts gegessen, oder zumindest kaum etwas. Dann lächelte ich warm zu Quintus.


    "Es scheinen wirklich alle Tiberier Wurzeln in Germania zu haben. Maximus' Vater ist dort ums Leben gekommen. Ich bin einmal gespannt wie es bei dir laufen wird...!"


    Dann stand auch ich auf. Er hatte Recht, es war ziemlich spät geworden und auch ich wollte mich nun ins Bett begeben.


    "Wegen dem Cursus Honorum: Ich habe mich hervorragend durch den Quaestor durchschlagen können. Unangenehme Fragen sind auf mich gar nicht erst zugekommen. Ich habe keine Feinde...!"


    Ich ging hinter ihm her und vor dem Raum sah ich zu ihm auf.


    "Ich wünsche dir eine erholsame Nacht und morgen viel Glück bei den Legionen!"


    Ich lächelte und wandte mich ab um mich ins Cubiculum zu begeben. Oh ihr Götter ich miusste unbedingt wieder mehr essen, musste zunehmen bevor die Kinder größer wurden. Es war zu gefärhlich wenn ich so mager war.

    Bei seinen Worten huschte doch kurz der Schleier der Traurigkeit in meinen Blick, doch ich nahm mich zusammen. Ich dachte an Vaters Gesicht. Es war ein simpler UNfall gewesen der ihn von mir genommen hatte, mehr nicht. Und doch war er mir nun für eine sehr lange Zeitspanne fern, war ich doch nur 22 Jahre alt. Ich schloss kurz die Augen um mich zu besinnen und sah dann meinem Gesprächspartner in die Augen.


    "Nein, Quintus, das macht nichts. Ich werde ohnehin lernen müssen damit zu leben. Das würde auch mein Vater so wollen und.. Es war ja nichts beleidigendes und normal sprechen werden wir ja wohl noch übr alles können...!"


    Ich lächelte leicht und trank von dem Wein. Da ich derzeitig so wenig gegessen hatte und ohnehin sehr mager war, schlug er mir ein wenig vor den Kopf und ich war beim Sprechen leicht blockiert.


    "Ich zweifle nicht an deiner Herkunft. Du bist sehr sittsam, gebildet und... redegewandt. Ganz wie ein Patrizier der gute Ausbildung und Bildung genoss. Wie wäre es wenn du wie der Pater Familias auch zur Legio IX gehen würdest und dort aushilfst? Die Legionen brauchen jeden Mann! Wobei auch der Cultus Deorum Zuwachs gebrauchen könnte. Ich selbst bin ja Pontifex Hispania. Du könntest dir auch erst einmal einen Namen machen und dem Cursus Honorum beitreten! Allerdings geht es dort auf der politischen Bühne verdammt hart zu!"

    Mitleidig sah ich ihn an... Ich nagte lustlos an einer der Datteln, die ich importieren lassen hatte.


    "Schlimme Sache. Wenn ich dir irgendwie helfen kann, dann lass es mich wissen. Dir geht e ssoweit aber wieder besser? Auch innen drin? Die Rebellen sind manchmal wirklich schlimm... Vandalen!"


    Ja, ich empfand wirklich so wie ich sprach. Langsam aber sicher übernahm ich das patrizische Gedankengut. Jetzt hielt mich sowieso nicht mehr viel an meinem plebejischen Teil, seit Vater tot ist.


    "Weißt du ob dir immer noch Bruchteile der Erinnerung fehlen? Kommt dir irgendetwas unklar vor, meine ich damit? Das Pferd kannst du der Legion im Übrigen zurückgeben, wir stellen dir gerne eines für den Eigenbedarf!"