Und wie immer sah ich einen Moment zur Seite. Armer Balbillus, seine Tunika war hinüber. Sogar ich hatte einige Spritzer abbekommen, doch das hinderte meine gute Laune keineswegs.
Das Blut wurde in einer Schale aufgefangen, so gut es ging. Als endlich der Blutstrom abnahm trat ich langsam und anmutigen Schrittes auf das verstorbene Tier zu und schnitt mit meinem Messer das Tier auf.
Nun kam der etwas heiklere Teil der Opferung und ich seufzte in mich hinein. Nicht etwa weil mich das anwiederte - war ja nicht das erste Mal - sondern weil ich Angst hatte, dass das Opfer nicht angenommen wurde.
Leicht glitt das Messer durch das makellose, weiße Fell des anmutigen Stieres und warm wurde es um meine Hände. Gekonnt griff ich in den toten und noch warmen Leib um die Eingeweide freizulegen. Klopfenden Herzens sah ich sie an, prüfte sie eingehend.
Und erleichtert atmete ich auf. Sie waren in einem tadellosen Zustand. Leise murmelte ich ein "Litatio" und wandte mich dem Volke zu. Ich war wieder ganz in der Rolle einer Priesterin und stellte mich auf den Podest, nachdem ich mir dürftig das Blut von meinen Händen gewaschen hatte.
Mit großer Freude darf ich verkünden, dass die große Minerva das Opfer angenommen hat und zufrieden ist mit dem Schrein wie auch mit der Huldigung!
Während ich sprach wurde das Fleisch vom Tier abgeschnitten und gebraten. Das Feuer war schon bereit gewesen. Es würde gleich dem Volk ausgeteilt werden. Ebenso wie Wein. Ein Karren mit Weinfässern ist vor einigen Minuten angekommen und nun wurde alles ausgeteilt. Ich war sehr glücklich ob dieses schönen Tages.
Und nun lasst es euch schmecken! Vielen Dank das ihr so zahlreich erschienen seid!