Beiträge von Susina Alpina


    Neman war sichtlich froh, dass der Helvetier ihr das zappelnde Kind aus den Armen nahm. Kaum war die kleine Ursicina auf dem Arm ihres Onkels, wandelte sich das kindliche Zetern in ein niedliches Grinsen. Ursi entblößte die ersten Mausezähnchen und schenkte Curio ein strahlendes Kleinkinderlächeln.


    Die Kinderfrau beeilte sich, dem Hausherrn die notwendigen Informationen zu liefern. "Mitten in der Nacht erschien der Praefectus Castrorum der Legio II, Iulius Licinus, mit einem kleinen Mädchen auf dem Arm. Die Kleine heißt Esquilina und ist sein Mündel, wenn ich es richtige verstanden habe. Zumindest ist das Mädchen schwer krank, sie fiebert und Alpina hat eine Lungenentzündung diagnostiziert. Essen darf sie nichts und sie könnte es auch nicht. Allerdings bin ich sicher, dass sie wenn das Fieber sinkt eine kräftigende Suppe vertragen könnte. Doch daran ist zumindest heute nicht zu denken."
    Der Miene der Gallierin war zu entnehmen, dass sie sich Sorgen um die kleine Patientin machte. "Was uns angeht, könnte ihr uns ja was aufheben. Ich bin nicht sicher, wann Alpina und ich Zeit finden werden, etwas zu essen. Dann komme ich in die Küche und hole es uns. Aber besten Dank für das Angebot. Ich muss jetzt wieder los."


    Völlig entnervt betrat Neman mit einer lautstark quengelnden Ursicina Triclinium. Die Kleine bog sich auf dem Arm der Kinderfrau gefährlich weit nach hinten und schien sich nicht beruhigen lassen zu wollen.
    "Entschuldige bitte, Helvetius. Ich hätte da mal eine Frage, also vielmehr eine Bitte." Sie musste eine Pause machen, weil Ursi wütend aufheulte. Weder mit Strenge noch mit Kitzeln ließ sich das Kind beruhigen.
    "Ich müsste dringend Alpina helfen einen Einlauf bei der fiebernden kleinen Esquilina zu machen, doch Ursicina beschwert sich, weil ich mich nicht andauernd um sie kümmern kann. Sie braucht momentan besonders viel Aufmerksamkeit..."
    Die Stimme der Sklavin klang erschöpft. Ihr Blick ruhte mit einer unausgesprochenen Bitte auf dem Hausherrn.

    Als Alpina zurückkam sah sie Licinus bei der kleinen Esquilina am Bett sitzen und mit dem Schwamm die Stirn abtupfen. Er murmelte etwas vor sich hin. Der Anblick war rührend und Alpina, die ja selbst noch nicht so lang Mutter war bekam feuchte Augen.
    Sie trat an das Bett heran, hob die Decke hoch und befühlte die Waden. Die Wickel, die der Praefectus in seiner Unerfahrenheit etwas zu nass gelassen hatte, waren erneut warm geworden. Alpina machte sich daran sie zu erneuern. Als sie damit fertig war trat sie näher an Esquilinas Kopf. Die Zähne der Kleinen schlugen noch immer hart aufeinander. Sie hatte Schüttelfrost.


    Wärend Alpina den Puls fühlte klopfte es. Neman brauchte einen Topf und stellte ihn auf einem Untersetzer ab. Die Hebamme nickte der Sklavin zu und dankte ihr leise.
    "Für das Klystier ist es zu früh. Der Kräutersud dafür muss zunächst auf Körpertemperatur abkühlen, aber ich habe einen Brustwickel vorbereiten lassen."


    Sie stand auf und lüftete den Deckel des Topfes. Über dem siedendheißen Wasser hing ein Stoffsack. Der Duft, der sich im Raum ausbreitete machte klar was er enthielt.
    "Zwiebeln und Thymian", erklärte die Kräuterfrau und legte den dampfenden Sack nach kurzer Verträglichkeitsprobe auf die Brust des Mädchens. Dann wickelte sie den Körper der Kleinen erneut in eine Wolldecke, doch ließ sie den oberen Teil des Brustkorbs frei, damit sich die Dämfe ungehindert in die sich rhythmisch weitenden Nasenlöcher Esquilinas ausbreiten konnten.


    Der Morgen graute bereits und Aurora streckte ihre Rosenfinger nach der blassen Esquilina aus. Alpina sah den Praefectus lange an.
    "Du wirst jetzt bald ins Lager zurückkehren müssen. Im Augenblick kannst du nichts weiter für Esquilina tun. Ich werde mich um die Kleine kümmern. Wenn du aber möchtest, dann kannst du dir die kommende Nacht mit mir teilen. Denn ich erwarte nicht, dass sie diesen Kampf so schnell gewinnen wird... wenn überhaupt."
    Die Raeterin verstummte und strich der Kleinen über die blassen Wangen. Ihr Blick wanderte wieder zu dem Mann, der sich so sehr um das kleine Mädchen sorgte.

    Nun Rückenschmerzen waren im fortgeschrittenen Stadium einer Schwangerschaft nicht ungewöhnlich. Alpina nickte deshalb.
    "Das Gewicht des Kindes zieht vorne und gerade wenn du viel stehen musst, kompensierst du sicherlich durch ein Hohlkreuz oder die städige Anspannung der Rückenmuskeln. Wenn möglich lehne dich an. Versuche den Rücken an eine Wand zu lehnen, wenn du nicht aus anderen Gründen frei stehen musst. Das hilft oft."


    Sie lächelte als Runa vermutete, dass der helvetische Nachwuchs gerne durch die Gegend geschaukelt wurde. "Ja, das mag der Grund sein. Aber es ist ja auch beruhigend, wenn man die Bewegungen spürt. Lass mich wissen, wenn es Veränderungen gibt, wenn die Rückenschmerzen sich verändern, wellenartig kommen oder in den Bauch ausstrahlen oder auch falls die Tritte nachlassen oder aussetzen. Solange alles so bleibt, bin ich zufrieden. Bei Gelegenheit würde ich dich gerne körperlich untersuchen, um die Lage des Kindes zu überprüfen. Nicht dass sich alle Helvetier mit dem Hinterteil zuerst in die Welt schieben wollen...."


    Mit einem bitteren Lächeln streichelte sie der Freundin über die Hand. Die Erinnerung an Ursicinas Geburt war noch sehr lebendig.
    "Zwischen dir und Curio ist alles in Ordnung? Oder gibt es etwas, das du deiner Freundin erzählen möchtest?"

    Alpina ging mit Runa in das kleine Atrium des Wohntraktes den Corvinus und Alpina bewohnten. Zunächst erzählte sie von ihrer Mutter, die körperlich deutlich abbaute, und von ihrer Schwester und deren Kindern. Dann aber kam sie zum Hauptthema: Runas Schwangerschaft.
    "Erzähl mir, wie geht es dir? Hast du Beschwerden? Sodbrennen, Rückenschmerzen? Tritt er dich schon sehr?"


    Ganz nebenbei nahm Alpina die Hand der Freundin und überprüfte den Puls. Zufrieden lächelte sie.

    Neman hatte das kleine Cubiculum neben der Taberna Medica für die kranke Esquilina hergerichtet. Das Zimmer wurde durch einen Vorraum betreten. Alpina führte den Iulischen Praefecus mit dem fiebernden Kind auf dem Arm in den Raum und ließ ihn das Mädchen auf dem bereiteten Lager ablegen. Dann gab sie Neman Anweisungen einen Trank aus Kamillenblüten zu kochen und auf Körpertemperatur abkühlen zu lassen. Außerdem sollte die Sklavin eine Schüssel mit Salzwasser und leinene sowie wollene Tücher für Wadenwickel herrichten.


    Esquilina hitziges Schwitzen war einer starken Blässe und einem heftigen Schüttelfrost gewichen. Mit sorgenvoller Miene fühlte die Hebamme den Puls. Als Neman mit dem Salzwasser erschien tauchte Alpina die Leinentücher ein und drückte sie wieder aus. Dann schlug sie die Decke zurück, umwickelte die Waden des Mädchens mit den Tüchern und schlug die Wolltücher darum. Anschließend deckte sie die Kleine gut zu. Die Raeterin tauchte einen Schwamm in die Schüssel, drückte den Schwamm aus und tupfte sanft über die Stirn des zarten Mädchens. Die Pupillen unter den geschlossenen Lidern zuckten hin und her, die kleinen Zähne schlugen in einem hektischen Rhythmus hart aufeinander.


    Alpina sah zu Marcus Iulius Licinus auf, der unschlüssig neben dem Bett stand und auf Esquilina starrte. "Du könntest mir helfen. Ich möchte einen Einlauf vorbereiten. Wenn du bitte die Stirn immer wieder feucht abtupfst und die Wadenwickel erneuerst, wenn sie warm geworden sind. Das dürfte nicht mehr lang dauern, so heiß wie sie ist. Wie man es macht hast du ja gesehen. Ich bin gleich wieder da."


    Eigentlich war die Bitte der Raeterin eher ein Befehl. Sie erwartete auch keine Widerrede sondern stand auf. Alpina hielt dem Soldaten den Schwamm hin.

    Man konnte sehen, dass dem Sodaten, dessen nach außen hin spröde Art sie so sehr an Corvinus erinnerte, die schwere Erkrankung des kleinen Mädchens nahe ging. Selbstvorwürfe schwangen in der Feststellung mit, dass er nicht da gewesen war, als sie erkrankte. Unruhig verfolgte er ihre Untersuchung. Die Male durch die Aderlässe an Armen und Beinen waren zu sehen. Alpina versuchte sich nicht anmerken zu lassen wie sehr sie mit den Methoden der Legionsmedici haderte. Ja, Fieber war eine Indikation für einen Aderlass, wenn es nach den Lehrbüchern ging, aber nur wenn die Konstitution des Patienten dies zuließ. Spätestens nach dem zweiten Versuch hätte man sehen müssen, dass diese Maßnahmen das Kind noch mehr schwächten. Dazu heißen Wein! Kein Wunder dass die Kleine so apathisch und somnolent war.


    Alpina beobachtete das blasse Gesicht der Kleinen genau. Die Nasenflügel weiteten sich bei jedem Atemzug. Sanft legte die Hebamme ihr Ohr auf die Brust des Mädchens. Die Atemgeräusche ließen ihre Vermutung Gewissheit werden. Eine Lungenentzündung.


    Mit ernster Miene sah Alpina zu dem Praefekten hoch. Sie bemühte sich, die Sorge nicht in der Stimme hören zu lassen.
    "Ich lasse ein Zimmer neben meiner Taberna Medica herrichten. Sie braucht viel Ruhe und zugleich rund um die Uhr Betreuung. Ich werde versuchen mit Wickeln, Waschungen und Tränken das Fieber zu senken. Dazu müssen wir hoffen, dass sich die Lungenentzündung, die sich noch in einem frühen Stadium befindet nicht weiter verschlimmert. Ich werde Auflagen und Kräuterpackungen machen müssen. Kannst du sie hinübertragen? Ich zeige dir den Weg."


    Mit sanfter Stimme wande sich Alpina an das kleine Mädchen auch wenn sie sich nicht sicher war, dass das Kind sie verstand. "Esquilina? Wir müssen dich in ein anderes Zimmer bringen. Dort hast du ein warmes und weiches Bett und wir können dich besser versorgen. Einer von uns wird immer bei dir sein, keine Angst."


    Ihr Blick ging wieder zu dem Soldaten. Er hatte Dienstpläne, würde kaum in der Lage sein, seine Zeit am Krankenbett zu verbringen. Doch Alpina wusste, dass Esquilinas Genesung auch davon abhing, dass gerade dieser Mann an ihrer Seite war.

    Schon kurze Zeit später erschien Alpina, sichtlich direkt aus dem Bett kommend. Sie trug ein Schultertuch über der Nachttunika, das rote Haar fiel offen über ihre Schultern hinab. Mit einem Blick schätzte sie die Situation ein.
    "Roderiq, wecke bitte Neman und lass sie die Kammer neben der Taberna Medica herrichten. Ich werde ihre Hilfe benötigen."


    Dann widmete sich die Kräuterfrau dem nächtlichen Besuch. SIe erkannte den Mann als den neuen Praefectus Castrorum von Corvinus Legio, der Legio II.
    "Salve", grüßte sie sparsam und wandte sich sofort dem Mädchen zu, das apathisch in einen Mantel gehüllt auf der Kline lag. Sie setzte sich dazu und griff nach dem Handgelenk der Kleinen. Das Kind dampfte förmlich. Es strahlte eine unglaubliche Hitze ab. Der Puls war oberflächlich und raste. Alpina fühlte mit der anderen Hand die Stirn des Mädchens. Sie war heiß, schweißig. Dann legte die Hebamme ihre Hand auf die kleine Brust. Diese hob und senkte sich in hektischem Rhythmus, der Atem war flach.
    Mit sanfter Stimme fragte sie die Kleine "Wie heißt du, kleine Nymphe?"


    Als keine Antwort von dem somnolenten Kind kam, sah sie den Praefekten fragend an. Sie hoffte auf seine Hilfe und bohrte gleich noch nach. "Was kannst du mir über den Verlauf der Erkrankung sagen? Seit wann ist sie krank? Wie finge es an?"

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    Roderiq auch "Bestia" genannt, der ehemalige Kohortensoldat öffnete die Tür. Er war derjenige, dem es oblag nachts die Bewohner zu schützen und der donnernde Ausruf vor der Porta der Casa Helvetia rief den von Einsätzen gestählten Mann auf den Plan. Breitbeinig mit strengem Blick knurrte er zwischen den Zähnen hervor.
    "Siehst mir nicht wie der Imperator aus, Mann!"


    Dann fiel Roderiqs Blick auf das in den Mantel gehüllte Bündel auf dem Arm des nächtlichen Störenfrieds. Er ahnte, wem der Besuch galt.


    "Warum in des Imperators Namen, weckst du alle Hausbewohner? Du willst Susina Alpina sprechen, nehme ich an..."

    Die Parentalia kamen und Alpina nahm mit Ursicina auf dem Arm an dem Opfer im Familienkreise teil. Curio sprach das Gebet am Lararium der Helvetii. Und auch wenn Alpina offiziell keine Helvetia war, fühlte sie sich durch Ursicina und das bedingungslose Akzeptieren ihrer Lebensgemeinschaft durch Corvinus und seine Familie als Mitglied der Helvetii.


    Die Anrede an die Manen riefen bei Alpina eine Gänsehaut hervor. Wie gut erinnerte sie sich an die Alpträume, die ihr die Unterirdischen geschickt hatte, als sie aus Verzweiflung ihr erstes Kind abgetrieben hatte. Es waren zwar nicht die Manen der Helvetii, die sie für ihre tadelnswerte Tat fürchten musste, doch aber die Unterweltsgötter.
    Dazu kam, dass sie seit seiner Abreise keine Nachricht von Corvinus erhalten hatte. Sie konnte nur hoffen und beten, dass er lebte. Umso mehr wünschte sie sich das Wohlwollen der Manes, für den Fall, dass er nicht lebend wiederkehren würde. Als Curio beseite trat, um den Frauen ihr Gebet zu gestatten, trat Alpina demnach vor. Sie hatte Ursi der bereitstehenden Neman in den Arm gelegt. Den Schleier über das Haupt gezogen breitete sie die Arme zum Gebet aus.


    "Manes der Gens Helvetia und Manes der Gens Susina,
    Hört die Bitte der Mutter eines helvetischen Nachkommen und Tochter der Gens Susina. Ich bitte im Namen unserer Tochter, Susina Ursicina, und in meinem Namen für meinen Gefährten, Lucius Helvetius Corvinus. Nehmt den von uns Frauen geknüpften Kranz als Geschenk an und werft euren gnädigen Blick auch auf den auf einer gefahrvollen Mission reitenden Sohn dieses Hauses. Seid ihm gewogen, dann wollen wir euch auch weiterhin ehren und beschenken."


    Alpina wandte den Blick nach rechts und ließ die Arme sinken. Sie trat zurück, nahm Ursicina wieder aus den Armen der Kinderfrau entgegen uns sah Runa erwartungsvoll an, ob auch sie noch ein Gebet sprechen wollte.

    Kaum hatte Alpina das Gefährt verlassen, als Runa schon auf sie zugeflogen kam. Alpina strahlte, als sie sah, wie sehr sich die Freundin über ihre Rückkehr freute. Nachdem Runa schließlich Neman und vor allem die kleine Ursi begrüßt hatte, fand endlich auch Alpina die Gelegenheit die Freundin aufmerksam zu mustern. Die Schwangerschaft stand ihr gut!
    "Du siehst aus wie das blühende Leben. Es scheint alles gut zu sein, oder? Ich nehme an, Curio behandelt dich wie ein rohes Ei und trägt dich auf Händen?"


    Alpina wusste, wie sehr ihr Schwager seine Frau liebte und auch dass er sie vermutlich mehr behütete, als es die freiheitsliebende Germanin schätzte.
    "Jetzt bin ich wieder da um dich auf die Zielgerade zu begleiten. Ich freue mich darauf, dass unser Haus bald von Kindergelächter erfüllt sein wird."
    Dann vergesse ich momöglich leichter, wie einsam ich bin, dachte Alpina bei sich, sprach es aber nicht aus.


    Liam öffnete die Tür. Ein Lächeln huschte über sein Gesicht. "Salvete!", grüßte er die drei Frauen. Dann hielt er ihnen die Tür auf. Während Alpina und Neman mit der kleinen Ursicina auf dem Arm eintraten, beeilte sich der Ianator gemeinsam mit dem Kutscher die Habseligkeiten der Frauen ins Haus zu bringen.

    Der Reisewagen kam rumpelnd zum Stehen. Der Kutscher stieg ab und half zunächst Neman aus dem Gefährt, die sogleich die kleine Ursicina in den Arm gedrückt bekam. Das Mädchen war inzwischen 9 Monate alt und hatte schon ein ordentliches Gewicht. Zudem wollte sie nicht stillhalten und zappelte auf dem Arm der Kinderfrau herum.
    "Hältst du wohl still jetzt?", kam sogleich die Schelte Nemans.


    Die zweite Frau, die aus dem Wagen geklettert kam, war Alpina. Sie sah erschöpft aber zufrieden aus. Mit einem langen Blick bedachte sie das Haus, dass Corvinus mit seinem Bruder gemeinsam für die helvetische Familie eingerichtet hatte. Sie vermisste Corvinus. Noch nicht einmal schreiben konnte sie ihm, war er doch unterwegs und nicht fest irgendwo im Imperium stationiert. Mit einem Seufzen machte sich Alpina daran an die Haustüre zu klopfen, als ihr bereits geöffnet wurde.

    Selbstverständlich erschien auch Alpina um Fusa die letzte Ehre zu erweisen. In Begleitung der Amme, die den Sohn von Decimus Duccius Verus und Fusa auf dem Arm hielt, betrat sie den Ort der Trauerfeier. In dunkle Trauerkleiung gehüllt, das Haar auf ungewohnte Weise offen, schritt sie der Reihe nach die bereits Anwesenden ab und grüßte jeden mit stillem Handschlag und Kopfnicken. Zuletzt kondulierte sie leise dem trauernden Duccier.
    "Wir haben es nicht in der Hand ob Iuno Lucina die Fackel hebt oder senkt. Doch sieh hier ist der Kreis geschlossen. Während eine Fackel gelöscht wurde, erhielt eine neue Fackel ein helles Licht. Sieh in deinem Sohn die Züge deiner Gattin und liebe ihn ebenso, wie du sie geliebt hast. So hätte Fusa es gewollt, glaub mir!"


    Mit ernster Miene sah sie den Trauernden an. Sie hoffte, dass er sich seiner Verantwortung bewußt wurde und das neue Leben endlich mit der Dankbarkeit begrüßte, die ihm gebührte.

    Die Zeit verging. Die Saturnalien waren vorüber gegangen und auch wenn es Alpina schwer fiel, Mutter und Schwester zu verlassen, so musste der Abschied doch sein. Ihre Heimat war inzwischen Mogontiacum. Um ihre Rückkehr anzukündigen, schickte Alpina einen Brief an Runa und Curio.


    Ad Aeditui
    Iullus Helvetius Curio et Duccia Silvana
    Casa Helvetia
    Vicus Canabae | Mogontiacum


    Salvete Runa und Curio,


    es freut mich sehr, euch mitteilen zu können, dass morgen meine Heimreise nach Mogontiacum beginnt. Es ist also anzunehmen, dass ich euch, wenn die Wetterbedingungen gut sind, bald wieder in die Arme schließen kann. Nachdem kein Hilferuf eurerseits kam, gehe ich davon aus, dass es Runa gut geht mit ihrer Schwangerschaft. Sie kann also nun bald wieder fest mit ihrer persönlichen Hebamme rechnen.


    Valete,
    Alpina

    Zurück aus Down Under


    In meinen Augen sind die 6 Wochen sehr schnell vergangen. Siw waren so erlebnisriech und dazu oft fern ab jeder Kommunikationsmöglichkeit, so dass ich weder viel mitlesen noch posten konnte.
    Gebt mir das Wochenende Zeit um mich ein wenig einzulesen, dann starte ich spätestens am Montag wieder durch.

    Gleich nach ihrer Ankunft in Raetia setzte sich Alpina hin und verfasste einen Brief an Runa und Curio. Die beiden sollten doch wissen, dass sie gut angekommen war.


    Ad Aedituus
    Iullus Helvetius Curio et Duccia Silvana
    Casa Helvetia
    Vicus Canabae | Mogontiacum





    Salvete Runa und Curio,


    ich wollte euch nur mitteilen, dass ich gut in Raetia angekommen bin. Meine Mutter und meine Schwester nebst Kindern haben sich sehr gefreut mich und Ursicina sehen zu können. Wir stecken nun in den Vorbereitungen für ein geselliges Saturnalienfest. Ich hoffe ihr feiert auch schön und es geht Runa den Umständen entsprechend gut.


    Io Saturnalia! Et valete bene,
    Alpina

    So, nun aber endgültig. Ich verabschiede mich mal von allen hier und hoffe, dass ich ab und zu bei euch reingucken und mitschreiben kann. Auf jeden Fall lesen wir wieder voneinander wenn ich in 6 Wochen aus "down under" zurück bin.
    G´day! :D