Beiträge von Tiberius Prudentius Balbus

    Balbus sah, dass dem Atier das Thema scheinbar etwas unangenehm war, daher versuchte er einen möglichst aufmunternden Gesichtsaufdruck aufzusetzen. Als es dann raus war, nickte er nach kurzem Nachdenken.


    "Da ich mir sicher bin, dass du noch eine grosse Zukunft vor dir hast, werde ich deine Antwort mit einem Ja beantworten. Denn ich möchte nicht sehen, dass deine Zukunft daran scheitert, dass dich niemand unterstützen will. Aber es gibt einige wenige Bedingungen die ich daran knüpfen muss."

    Balbus überlegte einen kurzen Moment lang, dann nickte er. "Du kannst das übernehmen, aber du gehst nicht allein. Drei oder vier Equites der Turma IIII sollen dich begleiten. Such dir welche aus und informiere Tubero." sagte er. Dann fügte er nach einem kurzen Moment hinzu: "Einer der Männer sollte Duccius Eburnus sein, ich bin sicher, das er sich in deine Wahl einbeziehen lässt."

    "Mein Vater diente als Magister Scriniorum und Comes in der Regio Belgica, später dann als Comes in Germania Inferior. Zwischenzeitlich war er Quaestor Urbanus und wurde in dieser Funktion in Germania Inferior eingesetzt um dort den Wiederaufbau der Infrastruktur nach dem Krieg vorranzutreiben." sagte Balbus.
    "Ausserdem diente er auch lange Zeit als Princeps dieser Curia und selbst nachdem er nicht mehr für den provinzialen Verwaltungsapparat arbeitete, war er Beisitzer der Curia."

    Balbus nahm den Bericht entgegen und überflog ihn ein erstes Mal. Der Vexillarius war ganz offensichtlich weder ein geübter, noch ein sehr talentierter Schreiber. Aber solange ein Soldat kämpfen konnte, war es nicht notwendig, dass er,schreiben konnte.


    "Sag dem Vexillarius, dass du mir den Bericht gegeben hast und dass ich ihn gegebenenfalls bei aufkommenden Fragen noch ansprechen werde."

    Da dem offensichtlich scheinbar nicht so war, ging Balbus also zum nächsten Punkt über.


    "Wie sicherlich jeder Anwesende hier weiss, lebte und arbeitete mein verstorbener Vater viele Jahre in dieser Provinz. Sein Wirken hier ist sicherlich vielen Bewohnern Germanias im Gedächtnis geblieben und doch sehe ich, mit leichter Enttäuschung, kein wirkliches Zeichen dafür, dass die Provinz ihm dies dankt. Kein ihm gewidmetes Gebäude, keine kleine Statue, nicht einmal die winzigste Inschrift zeugt davon, dass Germania diesem Mann dankt.
    Daher möchte ich dieses Gremium bitten, darüber zu entscheiden, ob die Provinz Germania diese Situation so stehen lassen will."

    Ein Bote aus Confluentes erreichte das Officium des Postdienstes und gab dort mehrere EilBriefe auf, die von der Familienwertkarte der Gens Prudentia abgebucht werden sollten.



    Germanica Aelia
    Regia Praefecti
    Alexandria
    Provincia Alexandria et Aegyptus


    Salve Aelia,


    ich entsende dir die besten Grüße aus dem wunderschönen Norden unseres grossen Reiches. Eigentlich wollte ich dir etwas Schnee vom Exerzierplatz mitschicken, doch der minder freundliche Beamte des Cursus Publicus bestand darauf, dass der Schnee spätestens dann schmelzen würde, wenn das Transportschiff Hispania umsegelt und in das Mare Internum gelangt. Und da ich dir in dein sandiges Wüstenexil keinen Eimer voll Wasser schicken wollte, habe ich diese Idee vorerst verworfen.
    Zumindest so lange, bis mir etwas einfällt, wie der Schnee die Reise übersteht.


    Doch genug vom Schnee, immerhin gibt es wichtige Dinge, die ich dir erzählen muss. Zumindest hoffe ich, dass es sich dabei für dich noch um Neuigkeiten handelt und du es nicht schon von anderen Quellen erfahren hast. Falls doch, so hoffe ich du nennst mir deine Quellen, damit ich einige alte Freunde darauf ansetzen kann die undichten Stellen zu verschliessen. ;)
    Nun aber zu meiner Neuigkeit. Du wirst es nicht glauben, aber ich werde tatsächlich heiraten. Ich weiss zwar noch nicht wann, aber zumindest weiss ich schon wen. Und zwar Aelia Vespa, die bezaubernde Nichte von Aelius Quarto.
    Es tut mir leid, dass ich dir das nicht schon viel eher mitgeteilt habe, aber die Verlobung fand kurz vor dem Tod meines Vaters statt und in dieser Angelegenheit ist das ganze ein wenig untergegangen. Und da Vespa mich damals von Rom aus hierher zurück begleitet hat, hatte ich in der folgenden Zeit auch irgendwie sehr wenig Zeit dir zu schreiben, denn es kann sehr zeitaufwändig sein, sich wirklich näher kennenzulernen. Und nebenbei hab ich hier ja auch noch ein Bisschen Arbeit zu erledigen.
    Wenn du näheres wissen willst, kannst du ja Duccia Venusia fragen, sie hat sie bereits ein klein wenig kennengelernt und informiert dich sicherlich gern. Falls sie dies nicht längst getan hat...


    Nun ja, da ich hier oben im Norden im Gegensatz zu dir ja noch etwas zu tun habe, werde ich diesen Brief nun vorerst mal beenden. Ich hoffe sehr auf eine Antwort von dir.
    Ich wünsche dir alles Gute und richte deinem Gatten meine Grüsse aus.


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    PRIDIE KAL FEB DCCCLVIII A.U.C.
    (31.1.2008/105 n.Chr.)
    Castellum der Ala II Numidia, Confluentes
    Germania Superior



    Lucius Flavius Furianus
    Regia Proconsularis
    Tarraco
    Provincia Hlispania



    Salve Flavius,


    sei mir gegrüsst. Etwas spät möchte ich dir zu deiner Einsetzung als Statthalter Hispanias gratulieren. Bisher hatte ich leider keine Gelegenheit dazu und daher wollte ich es nun, wenn auch verspätet, auf diesem Wege tun.
    Ich bin sicher, du erfüllst deine Aufgaben in Hispania so gewissenhaft wie es die Aufgaben verdienen und mit dem selben Enthusiasmus den ich an dir bisher stets sehen durfte.


    Doch wie du dir sicherlich denken kannst, schreibe ich dir nicht nur um dir zu gratulieren. Es gibt einen weiteren, recht persönlichen, Grund für mein Schreiben. Es geht dabei um meinen Vater, oder viel mehr um sein Andenken. Um nicht um den heissen Brei herumzutänzeln, werde ich mein Anliegen nun einfach und direkt vorbringen.
    Wie du sicherlich schon einmal gehört hast, diente mein Vater vor langer Zeit der Verwaltung Hispanias. Oder um genauer zu sein, der Verwaltung der Stadt Tarraco. Er füllte dort Amtszeiten als Magistratus und als Duumvir und war stets ein gewissenhafter Diener jener Stadt, die er zu dieser Zeit gern als sein Zuhause bezeichnete.
    Zu meinem großen Bedauern habe ich jedoch bemerkt, dass die Stadt Tarraco jene aufopferungsvolle Arbeit meines Vaters nie wirklich öffentlich würdigte. Nirgends in Tarraco findet man auch nur die kleinste Inschrift die von ihm und seinen Diensten spricht, nirgends einen Brunnen oder Park, der ihm gewidmet ist. Sicherlich weisst du bereits, worauf ich hinaus will, und daher formuliere ich es nun einfach.
    Ich persönlich würde mich sehr freuen und meine Familie wäre voller Dankbarkeit, wenn du als Statthalter Hispanias dazu beitragen könntest, das Andenken meines so brutal aus dem Leben gerissenen Vaters zu erhalten indem du in Tarraco ein wenig deines Einflusses spielen lässt, damit diese Stadt die Arbeit meines Vaters angemessen würdigt.


    Ich hoffe, dass meine Bitte dir nicht zu dreist erscheint, oder dass sie gar völlig unangebracht ist. Doch ich denke, dass du dem Andenken meines Vaters, deines alten Freundes, mit Freude dienen wirst.
    Ich verbleibe in der Hoffnung auf eine positive Antwort deinerseits.


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    PRIDIE KAL FEB DCCCLVIII A.U.C.
    (31.1.2008/105 n.Chr.)
    Castellum der Ala II Numidia, Confluentes
    Germania Superior

    Zitat

    Original von Quintus Duccius Eburnus
    Nun, Herr, wenn du jetzt nicht soviel essen kannst, solltest du dir vielleicht ein paar Sachen einpacken lassen. Dann kannst du sie später essen, auf dem Rückweg nach Confluentes als Wegzehrung zum Beispiel. Ich könnte das für dich arrangieren.


    Balbus schüttelte leicht den Kopf. "Das wird nicht notwendig sein, aber danke für das Angebot." sagte er und schob sich dann mehr oder minder demonstrativ eine der Köstlichkeiten in den Mund um diese zu verspeisen.

    Zitat

    Original von Quintus Duccius Eburnus
    Du übertreibst, Herr, an deinen Stand an Wissen und Fertigkeiten werde ich wohl kaum in den nächsten Jahren herankommen. Außerdem denke ich, dass ich noch viel lernen muss, wenn es darum geht, im Kampf mein Temperament zu zügeln.


    Quintus warf einen Blick auf den Teller seines Gegenübers.


    Warum isst du so zögerlich, Herr? Schmeckt es dir nicht?


    "Sicherlich habe ich einen gewissen Vorsprung bezüglich der Technik, doch muss man dabei bedenken, dass ich im Gegensatz zu dir in einer Legion ausgebildet wurde und da der direkte Kampf Mann gegen Mann das ist, was wirklich zählt. Ich denke mal, auf einem Pferd würdest du mich sicherlich besiegen." sagte er.
    Sein Blick fiel ebenfalls auf seinen Teller und er merkte erst jetzt, wie langsam er wirklich aß.
    "Es schmeckt mir." sagte er beschwichtigend. "Ich habe nur nicht all zuviel hunger."

    Es war früh am Morgen. Sehr früh am Morgen. So früh, dass die Principia, abgesehen von einigen Sklaven die die Korridore kehrten, völlig leer war. Nur in einem Officium brannte schon einem Öllampe deren Schein unter der Tür durchschimmerte.
    Balbus sass in eben jenem Officium an seinem Tisch. Vor sich lagen mehrere Stapel mit Papyri und Tabulae. Er hatte sich viel vorgenommen für diesen Morgen und war daher schon vor längerer Zeit aufgestanden. Durch seine Arbeit wollte er die Gedanken verjagen, die ihm seit einigen Tagen ständig durch den Kopf geisterten. Gedanken an Vespa, die mittlerweile sicherlich heil in Rom angekommen war. Gedanken an Aquilia, seine junge Verwandte die ohne eine Nachricht einfach verschwunden war. Und Gedanken an den Feldzug in Parthia. Er wünschte sich er wäre dabei und könnte zum Ruhme Roms gegen den Feind kämpfen, statt hier in Germania zu sitzen und auf eine fast perfekt gesicherte Grenze aufzupassen.
    Doch all diese Gedanken waren für den Moment davon geschoben. Immerhin hatte er genug zu tun. Zuerst kümmerte er sich um die Verwaltungsaufgaben die er an diesem Morgen zu erledigen hatte. Abgesehen davon musste er sich noch entscheiden, welcher Duplicarius bereit war, den Posten als Decurio der Turma II zu übernehmen, immerhin konnte die ja nicht auf Dauer von einem Duplicarius geleitet werden. Und dann musste natürlich ein Ersatz als Duplicarius gefunden werden.


    Irgendwann, mittlerweile strahlte bereits die Sonne durch das Fenster und vor der Tür waren Stimmen zu hören, legte er die Verwaltungsaufgaben auf die Seite und machten sich an einige etwas angenehmere Aufgaben, wie das Schreiben einiger privater Briefe.
    Nachdem dies erledigt war, rief er nach einem Boten, der sie zum Cursus Publicus bringen sollte und machte sich dann wieder an die notwendigen Verwaltungsaufgaben.

    Dienstplan




    TURMA I


    TURMA II


    TURMA III


    TURMA IV


    TURMA V - XVI



    Ausbildungsturma


    Anmerkungen:


    Bei Rückfragen ist der Dienstweg einzuhalten und somit der direkte Vorgesetzte aufzusuchen.
    Bei Verlassen und Betreten des Castellums ist der Wache am Tor Meldung zu machen.


    Alle Angehörige der Einheit haben selbstständig tägliches Training durchzuführen!


    Der Dienstplan ist gültig, bis neue Befehle erfolgen!



    Sim-Off:

    Die WACHE an der PORTA kann UND SOLL, von jedem Soldaten, abe dem Rang des EQUES, gesimmt werden!

    Zitat

    Hier sind die Unterkünfte der Ala II Numidia
    Turma IIII


    Eine Turma von 32 Mann zerfällt in der Unterkunft in 4 Contubernia (Zimmergemeinschaften), in der sie untergebracht sind.
    Jeweils 2 Turmae bewohnen eine Baracke, wobei sich an den beiden Kopfenden die Unterbringungen für die Decuriones befanden.
    Diese hatten ungefähr diesselbe Wohnfläche zur Verfügung, wie 2,5 Contubernia, also das 20-fache eines einfachen Reiters.

    Zitat

    Original von Quintus Duccius Eburnus
    Ich muss dir übrigens noch für die Lektion auf dem Übungsplatz danken, Herr. Sie hat mir gezeigt, dass man nie genug aufpassen kann und sich nie zu sicher sein sollte.


    Dass Essen auf Balbus' Teller wurde sehr langsam weniger, denn er aß es nur sehr zögerlich. Wenn sein Koch ihn dabei sehen würde, wie er germanische Speisen aß, würde er ihn sicherlich hinterher vergiften.


    "Du hast dich dabei trotzdem gut gehalten und ich bin sicher, beim nächsten Mal werde ich es um einiges schwerer haben."

    Balbus liess die Männer eine Weile jubeln und nickte dann einem der Decurionen zu. Dessen Stimme übertönte einige Sekunden später dann das Gejohle der Männer und rief sie zur Ruhe auf.
    Nachdem alle zur Ruhe gekommen waren, erhob Balbus wieder seine Stimme.


    "ZUR FEIER DER BEFÖRDERUNGEN ERHÄLT JEDER BEFÖRDERTE SOLDAT EIN KLEINES FASS BIER SOWIE EINE KANNE WEIN! DIESE KÖNNT IHR EUCH HEUTE ABEND IM MAGAZIN ABHOLEN! UND JETZT KÖNNT IHR WEGTRETEN!"


    Nachdem er das Wegtreten befohlen hatte, verliess er das Podest gefolgt von seinem Adjutanten, der bereits dabei war ihm die nächsten Punkte des Tagesplanes vorzulesen, und ging auf die Principia zu.

    Zitat

    Original von Quintus Duccius Eburnus
    Quintus und Balbus gingen zum Büffet herüber und betrachteten all die Köstlichkeiten, die von der Köchin Marga zubereitet worden waren. Da gab es Gerichte mit Südfrüchten, traditionelle germanische Küche, typisch römische Speisen und allerlei Beilagen und Naschwerk. natürlich waren jetzt, nach dem ersten Ansturm, bereits einige Platten fast völlig geleert, aber es gab immer noch von allem genug, um es wenigstens probieren zu können.
    Der Probatus reichte seinem Präfekten einen Teller.


    Nun denn, Herr, lass es dir schmecken.


    Und der Praefect nahm den Teller entgegen und beschaute sich ersteinmal die dargebotenen Speisen. Das meiste kannte er und lediglich jene Dinge, die der germanischen Küche entstammten waren ihm fast gänzlich unbekannt. Seine Familie verliess sich schon seit seiner Kindheit auf gallische Köche und die empfanden die germanische Küche stets als 'zu vernachlässigen'.


    Doch mutig wie er war, liess er sich darauf ein, einiges davon zu probieren. Er hatte zwar nicht allzuviel Hunger, doch nahm er sich von vielen, delikat aussehenden, Dingen etwas zum probieren.