Beiträge von Lucius Annaeus Florus Minor

    Ich schaute zu Vindex hinüber, doch als im Moment höchstrangiges Familienmitglied und zudem als nächster verbliebener Verwandter von Crispina, war es eigentlich meine eigene Entscheidung.


    Dann darfst du natürlich erst einmal hier bleiben.


    Zweimal Klatschen und schon erschienen zwei Sklaven, welche nicht der Küche zugeteilt waren. Bereitet für Domina Crispina bitte ein Cubiculum vor. Ihre Dienerin wird euch sicherlich sagen, was vom Gepäck wohin gehört. Und stellt sicher, dass die Dienerin auch verpflegt und versorgt wird!


    Dann wandte ich mich wieder Crispina zu: Ich denke, nach der Reise uns allem Erlebten wirst du sicher müde sein. Schlaf dich aus und wenn du morgen Nachmittag reden möchtest, dann findest du mich in meinem Officum. Da können wir dann alles Weitere besprechen. Falls du noch ein Bad nehmen möchtest, das Wasser ist bestimmt schon heiss, die Sklaven werden dir gerne alles zeigen.

    Als Annaea war Crispina sicherlich gewöhnt, dass der Umgang mit Sklaven höflich aber bestimmt am besten funktionierte. Klare Anweisungen und hier oder da einmal ein "Bitte" und "Danke". Das zeigte, dass man die Arbeit schätzte, wenn sie richtig erledigt wurde.

    Das war dann also schon eine knifflige Sache, aber gleichzeitig war auch alles ziemlich klar.


    Naja, das tönt jetzt sehr schwierig, ist es aber eigentlich gar nicht. Nachdem dein Bruder für tot erklärt war, was nun doch schon einige Jahre her ist, und dein Vater verstorben ist, geht sein ganzer Besitz an dich über, sofern er nicht ein Testament bei den Vestalinnen hier in Rom hinterlegt hatte. Da ich seit dem Tode des Accianus nichts dergleichen gehört habe, wird es kein Testament geben und die Villa gehört also dir. Der Vilicus (Verwalter eines Landgutes, ähnlich dem Maiordomus in der Stadt) wird in deiner Abwesenheit bestimmt gut auf alles achten. Ich meine in Erinnerung zu haben, dass Accianus immer sehr gut von ihm sprach. Zur Sicherheit werde ich in den nächsten Tagen einen meiner Verwalter bitten, einmal nach Misenum zu reiten und alles zu regeln.


    Ein Becher wurde geleert und wieder gefüllt.


    Ich glaube, das hat keine besondere Eile. Und was hast du nun in Rom vor? Möchtest du hier bleiben und dich unter meinen Schutz begeben, oder planst du wieder nach Misenum zu fahren und dort die Dinge selbst in die Hände zu nehmen? Pferde haben wir hier in der Stadt leider keine, dafür müsstest du nach Mantua in meine Geburtsvilla fahren. Da haben wir eine ganze Zucht.

    Auch ich langte, nachdem Vindex sich vorgestellt hatte, herzhaft zu. Das Abendessen war für mich immer wichtig. Wenn ich auf die Nacht nichts oder nur wenig ass, dann wachte ich garantiert in der Nacht wieder mit Heisshunger auf.


    Also Crispina, möchtest du uns nun vielleicht sagen, wie du die Zukunft siehst, was du dir vorstellst oder wie wir dir helfen können?


    Ich wusste nicht, ob die Kunde vom Tode der Misenischen Annaei bis nach Pergamum gedrungen war und hoffte einfach, Crispina würde uns nun, angekommen und mit gestilltem Hunger und Durst, etwas mehr und detaillierter erzählen, warum sie Misenum verlassen hatte. Natürlich interessierte mich auch, welche Anweisungen sie dort hinterlassen hatte, denn ich war sicher, dass sie die Villa nicht verkauft hatte. Das zumindest hätte ich erfahren.

    Familie macht keine Überfälle. Sie besucht uns. Ausserdem ist in diesem riesigen Domus immer genug Platz. Früher lebten hier gleichzeitig 2 Senatoren und ein Ritter, welche jeden Morgen ihre Klienten empfingen und auch das ging ohne Durcheinander. Heute ist es viel ruhiger, wobei ich hoffe, dass sich das bald wieder ändert.


    Doch jetzt sprachen wir nicht über mich oder Vindex, sondern über Crispina.


    Komm, lass uns etwas essen. Ich ging voran in eines der angrenzenden Speisezimmer.

    Das war nun natürlich etwas übertrieben. Das Anwesen in Misenum war nicht gerade klein und verfügte über eine Menge Sklaven sowie genügend Land, um sich selbst versorgen zu können. Da sie durch den Tod ihres Vaters rein rechtlich sui iuris wurde und da der Bruder auch für tot erklärt worden war, gehörte eigentlich alles in Misenum ihr. Sie war die neue Herrin des Hauses und alle würden ihre Befehle befolgen, wenn sie diese gab. Doch es war ebenso klar, dass eine junge Frau, die sich urplötzlich in dieser Situation wiederfand, damit leicht überfordert sein konnte.


    Nanana, die Villa in Misenum passt nicht gerade in 2 Kisten, dafür braucht es schon 3. versuchte ich zu scherzen.

    Nein, im Ernst. Durch das Fehlen eines Pater Familias bist du ja emanzipiert worden hast das Recht die Villa nach deinen Vorstellungen zu leiten. Doch ich kann mir vorstellen, dass dies vielleicht nicht ganz das ist, wovon du in deinem Alter träumst, alleine in einer riesigen Landvilla?


    Das konnte ich mir in der Tat sehr gut vorstellen. Die Annaei waren immer traditionsbewusst gewesen, auch Onkel Accianuns und Cousin Trabea. Crispina war daher sicherlich nicht zufrieden damit, wie ihr Leben gerade aussah. Sie musste jetzt anfangs 20 sein, wenn ich mich richtig erinnerte, ein Alter in welchem sich eine Dame bereits gewisse Sorgen machte.


    Ich bin sicher, du hast nach der Reise auch Hunger. Lass uns einen Platz in einem Speisezimmer einnehmen und dort weiter reden. Ich hoffe auch, dass Annaeus Vindex sich dann bald zu uns gesellen wird. Er kommt aus Pergamum, von einem weit entfernten Zweig der Familie. Dann können wir sehen, wie wir dir weiterhelfen können.

    Als ich Cousine Crispina im Atrium sah, öffnete ich unwillkürlich die Arme, damit sie mich, falls sie dies wollte, umarmen konnte. Immerhin waren Cousinen nicht gerade entfernte Verwandte. Im Vergleich zu Vindex schon einmal ganz sicher nicht.


    Mir geht es gut, danke, aber wie geht es dir? Ich meine, es ist ja noch keine Ewigkeit seit dem Tode deiner Eltern und deines Bruders vergangen. Kommst du gut zurecht? Oder bist du hergekommen, weil es in Misenum eben Probleme gab? Bei den Göttern, erlaube mir, du siehst nicht so gut aus, erzähl, was ist los?


    Gleichzeitig winkte ich Ursus weg, damit er wieder seinen Dienst an der Porta versehen konnte und ein weiterer Wink in Richtung Küche liess klar machen, dass wir Speis und Trank erwarteten, wenn wir aus dem Atrium in Richtung eines der diversen Speisezimmer gehen würden.


    Ausserdem war durch meine familiäre Behandlung des Gastes auch klar, dass Vindex über die Ankunft eines Familienmitglieds informiert werden würde und sich hoffentlich zum Essen zu uns gesellen würde.

    Einer der vielen Sklaven der Domus, welcher heute vom Maiordomus anscheinend dem Pförtner Ursus zugewiesen worden war, meldete mir in meinem Officium die Ankunft von Annaea Crispina. Das wunderte mich zum Einen, denn sie war mir nicht als Gast gemeldet worden, aber dann auch wieder nicht, denn erst vor noch nicht zu langer Zeit waren Eltern und Bruder verstorben, so dass es durchaus verständlich war, dass sie nun auch einmal die Nähe der etwas weiteren Verwandtschaft suchte. Ich war bloss etwa 10 Jahre älter als Crispina, aber das reichte aus. An ihren Vater konnte ich mich noch von einem Besuch in Misenum erinnern, an sie etwas weniger. Sie war damals noch arg jung gewesen. Bei allen Göttern, das war nun auch schon ein halbes Leben her.


    Schnell verliess ich das Officium und suchte sie im Atrium auf, denn ich wollte sehen, wie es ihr ging.


    Crispina! Willkommen in Rom! Ich hoffe die Reise war nicht zu beschwerlich? Misenum ist ja zwar nicht weit, aber man weiss bei diesem Wetter zu Beginn der Reisezeit ja nie. Wie geht es dir?


    Fast schon überschwemmt hatte ich sie nun mit Fragen, aber eben, so war ich halt. Immer für die Familie und das Imperium da, meine grosse Schwäche.

    Ich stand in meinem Officium, nein, falsch, das war nicht mehr mein Officium, ab heute gehörte es meinem Nachfolger, oder besser meinen Nachfolgern. Es waren gute Männer, soweit ich dies in der kurzen Zeit beurteilen konnte, welche wir gemeinsam damit verbracht hatten, die Angelegenheiten des Kaisers möglichst geordnet und kontrolliert zu übergeben.


    Ein letzter Blick, ja, alles war wie vorgesehen und abgemacht gebündelt und geordnet.


    Dann drehte ich mich um und verliess das Officium der Quaestores Principis als Civis Romanus.

    Damit war eigentlich alles besprochen und es blieb mir nur noch, mich vom Kaiser zu verabschieden.


    Nein mein Kaiser, keine weiteren Namen, welche mir zugetragen wurden. Ich danke dir für die Chance, welche du mir mit dem Angebot für dieses verkürzte Amt gegeben hast. Es freut mich sehr, dass du meine Arbeit geschätzt hast und ich werde natürlich auch mit dem Ende meiner Amtszeit nicht aufhören dir und dem Volk Roms zu dienen. Wenn Rom ruft, dann wird Florus antworten.


    Damit endete eigentlich mein Dienst als Quaestor Principis. Meine weitere Karriere lag nun in den Händen der Senatoren und des Kaisers. Ab den Kalenden des Martius war ich zuerst einmal einfach bloss ein Bürger Roms, wenn auch einer, der ein höheres Amt bekleidet hatte, aber bis zur Ernennung als Senator war ich doch bloss ein Civis.

    Gut, dann werde ich das später so für die Anpassung des Stammbaumes beantragen.


    Da eine römische Frau bis zum Erwerb des 3-Kinderrechtes immer einen Vormund hatte, selbst wenn sie rein rechtlich sui iuris war, müsste dann wohl ich dein Vormund sein. Das ist nur dann relevant, wenn du geschäftliche oder gesellschaftliche Verpflichtungen eingehen wirst/willst und ist reine Formsache, dass du dann halt fragst und ich kurz ein Schreiben aufsetze, wo ich erkläre damit einverstanden zu sein.

    Aber in meinen Augen wäre es schön, wenn das eben auch einmal jemand aktiv ausspielen würde, denn das war ganz einfach der Alltag.


    Herzlich willkommen im IR und der Gens Annaea!

    Beide Varianten in Bezug auf den Stammbaum sind möglich. Allerdings ist da ringsum dann eben niemand aus der näheren Verwandtschaft mehr vorhanden. Auch die Brüder wären alle bereits verstorben.


    Ich nehme an, du würdest zuerst in der Domus Annaea in Rom zu Hause sein wollen?

    Das freut mich natürlich!


    Dann müssen wir noch einen Platz im Stammbaum finden und eine entsprechende Geschichte dazu.


    Hier findest du den Stammbaum der Annaea. Annaeus Vindex steht da noch nicht drin. Er entstammt einem anderen Zweig (mit Herkunft in Pergamon) der bisher noch in Erarbeitung ist und später einen eigenen Stammbaum erhalten wird. Solltest du dich dort irgendwo einbringen wollen, dann müsstest du das mit Vindex klären, da er dabei ist, diesen Zweig zu definieren und einen Stammbaum zu erstellen.


    Schau dir doch in Ruhe einmal den Stammbaum an und mache mir einen Vorschlag, wo du dich einbetten möchtest, dann kann ich dir sagen, was ich darüber denke.

    Ich freute mich sehr darüber, dass der Kaiser offen war für eine Ernennung in der Zukunft.


    Ich werde ihn gerne mitbringen, sobald ich kann. Ich nehme an, dass wir uns auch in Zukunft austauschen können über den Bau des Aquaeductes? Da meine Amtszeit ja bald endet, werde ich dieser Arbeitsgruppe ja nicht mehr als Quaestor Principis angehören können. Gibt es eine andere Position, in welcher dies vielleicht möglich wäre? Für eine Berufung als Curator fehlt es mir ja im Moment noch an der nötigen senatorischen Erfahrung. Im Normalfall stehen diese Positionen ja erst nach einem Amt als Aedil oder Volkstribun offen.


    Es wäre in der Tat schade, wenn ich an diesem Projekt nicht länger mitarbeiten könnte, doch sollte es keine Position geben, welche ich mit meinem derzeitigen Stand erhalten könnte, dann wäre es so und ich würde mich entsprechend an anderen Orten mehr engagieren.

    Hallo Crispina,


    Herzlich willkommen zurück im IR. Die Gens Annaea ist eine traditionelle Familie. Allerdings ist sie im Moment sehr klein und kann dir vermutlich kein gemachtes Nest bieten. Solltest du jedoch ernsthaft die römischen Traditionen befolgen wollen und dich auf keinen Fall dem christlichen Glauben zuwenden wollen. Dann könnte es im Stammbaum sehr wohl einen Platz für dich geben, wir müssten ihn einfach nur finden.


    Wir legen Wert auf möglichst historisches Spiel und sind daher natürlich auch an Frauen interessiert, welche sich auch als Frau in Rom verhalten wollen.

    Manipulierte Waagen, gefälschte Münzen, etc. waren sicherlich häufigere Delikte.


    Würde mich freuen, wenn sich da Leute finden. Florus kommt dafür als Geschädigter in Frage, aber er brennt jetzt nicht unbedingt darauf.


    Ihm wäre wichtiger, dass der Aquädukt des Kaisers gebaut wird. Auch da bieten sich sicherlich diverse Möglichkeiten, schlechte Bausubstanz, Betrug bei der Rechnungstellung, etc.

    Keine Angst, Furius, soweit ich unseren Kaiser kennengelernt habe, hat er nichts gegen Menschen, welche ihm ihre Meinung wohl fundiert präsentieren. Also selbst wenn wir hier über ein reales Thema sprechen würden, so gäbe es keinen Grund sich vor der Reaktion unseres Augustus zu fürchten. Zumindest meine Erfahrung sagt mir, dass er sehr wohl bereit wäre, sich verschiedene Meinungen anzuhören, falls er jemals einen Expansionskrieg in Betracht ziehen würde.

    Aber da es sich ja bloss um eine Spekulation handelt, bin ich eigentlich ziemlich gespannt auf das Resultat. Ich werde also wirklich sehen, was sich arrangieren lässt.


    Dass Vindex auch teilnehmen würde, das freute mich natürlich, denn es gab ihm die Möglichkeit weitere Personen von Interesse und Einfluss kennen zu lernen. Vielleicht war es wirklich gut, wenn ich anwesend wäre.


    Gerne grüsse ich Stella von dir.