Beiträge von Terpander

    "Die Blutsuppe ist sehr gut", empfahl Terpander. "Viel ist nicht mehr da, ich würde den domini empfehlen, zuzuschlagen." Da die Namen von Persaeus und Theopompus ihm griechisch vorkamen, fügte er hinzu: "Sie ist nach traditionellem spartanischen Rezept zubereitet. Die Spartiaten zehren täglich von ihr und ihre Schlagkraft ist legendär. Dazu empfehle ich einen Landwein aus der Region, wir haben einen hervorragenden Lieferanten."


    Welcher das war, wusste er nicht, man konnte die alte Krähe Helvetius Archias nicht mehr fragen. Aber dass der Wein gut war, hatten alle Kunden verlauten lassen, selbst wenn Terpander vom Alkohol nichts verstand.

    "Das Hier und Jetzt ist nicht das, was es sein könnte und sein sollte", fand Terpander, der sich untröstlich fühlte. "Lieben ... nein. Besser nicht."


    Aber die Massage nahm er dankbar an, neigte den Kopf nach vorn und schloss die Augen. Irgendwann fand er, dass die Tunika störte und zerrte sie sich über den Kopf. Er faltete sie zusammen und legte sie beiseite, ehe er die Lider wieder schloss. Charislaus machte das sehr gut.


    "Es scheint in deinem Leben nichts zu geben, was du vermisst oder deinen Frohsinn trübt."

    Terpander verneigte sich leicht vor seinem Herrn zum Zeichen, dass er den Befehl verstanden hatte, ehe er sich an den Petronier wandte.


    "Bitte folge mir. Ich führe dich in dein Zimmer."


    RE: [Casa Leonis] Die zwei Zimmer des Lucius Petronius Crispus >>


    Sim-Off:

    Um die Handlung im Zimmer nicht durcheinander zu bringen, verzichte ich darauf, dort die Ankunft zu schildern. Möge der Tribun sich wohlfühlen und so lange bleiben, wie es ihm beliebt. Bei Bedarf kann er sich jederzeit an die Sklaven des Hauses wenden.

    Terpander war im Stress, aber es war guter Stress. Die kleine Taberna war brechend voll und die Kunden rissen sich ausgerechnet um seine Blutsuppe. Die drei Neuankömmlinge hatten Glück. Gerade stand eine kleine Gruppe von vollgestopften Kunden auf, bezahlte und drängelte sich an ihnen vorbei nach draußen. Terpander wischte ihren Tisch ab und arrangierte die Dekoration darauf wieder neu. Da er keinerlei Gespür für die Ästhetik lebloser Gegenstände hatte, kopierte er die Anordnung von Charislaus 1:1.


    "Salve die Herren, nehmt Platz." Er rückte die Stühle so, dass die Gäste sich bequem niederlassen konnten. "Schon einen Wunsch?"

    << RE: ~ Porta ~ | Casa Leonis


    Als Charislaus mit einer Gästeschar anrückte, staunte Terpander nicht schlecht. Das war doch Onkel Stilo! Wieso war der nicht mehr in Hispania? Lächelnd legte Terpander die Hand aufs Herz und verneigte sich. Er mochte den Mann.


    "Salvete, Domini. Wenn ihr erlaubt, führe ich euch zur Sitzgruppe, wo ihr die Abendsonne genießen könnt, bis die Hausherren heimkehren."

    Ich hätte mit dieser ID kein Problem dabei, in die Dienste eines Herrn zu treten, der mich töten dürfte. Warum auch? Tatsächlich ist meine ID ist aufgrund ihrer Biografie so konzipiert, dass ein fatales Ende für sie einkalkuliert ist. Momentan verfüttert Terpander einige Mordopfer an den Vorgesetzten seines Herrn (und an den Herrn auch). Es wäre eher verwunderlich, würde er auf Dauer ungeschoren davonkommen.


    Im Gegensatz zu einem Gladiator (oder dem Beispiel des Soldaten, dessen Schicksal ausgewürfelt wird) würde kein Würfel entscheiden, sondern ein Mensch. Das halte ich für einen Unterschied, der erwähnt werden sollte. Wenn eine Sklaven-ID gut spielt, überlegen die Mitspieler es sich auch bei deren Fehlverhalten gut, ob sie diese wirklich ins Elysium schicken möchten.


    Ich möchte damit aufzeigen, dass es auch unter den Sklavenspielern durchaus solche und solche gibt. Mich muss niemand in Watte packen.

    << Auf dunklen Pfaden III


    Terpander brachte Briseis bis an die Porta. Er nahm seine Rolle als Mann ernst und freute sich, wenn er aufpassen durfte. Die Nacht hatte ihre dunkelste Stunde erreicht, als er seiner Gespielin einen Abschiedskuss auf die Lippen drückte.


    "Schlaf gut, Briseis", sprach er zärtlich.


    Der schwarze Panther, der das Silber seiner Jahre im Pelz trug, hatte die Krallen nicht ausgefahren bei diesem Spiel. Terpander wandte sich geschmeidig ab, trat aus dem Licht und verschwand in der Nacht, als sei er nur ein finsterer Traum gewesen, bittersüß und schmerzlich, dem Briseis auf wundersame Weise heil entronnen war.


    Casa Leonis >>

    Terpander hatte nicht vor, auszuweichen. Er blieb so nah bei ihr, wie es der Akt erlaubte. Zufrieden, sehr zufrieden beobachtete er sein Werk, ohne innezuhualten. Er hatte nichts verlernt.


    "Schöne Briseis", raunte er, nahm ihre Beine von seinen Schultern, um sie umarmen zu können. Er verbiss sich sanft in ihren Hals, als er sich über sie beugte. Wenig später ging sein Atem stoßweise, sein Körper spannte sich an und die letzten Stöße kamen hart und schnell. Briseis spürte, wie flüssige Hitze sich in ihrem Körper ausbreitete - das Geschenk des Lebens, das in ihrem Fall jedoch niemals Frucht tragen konnte. Es war ein Spiel, ein Schauspiel, dem sie sich hingegeben hatten und das sie beide bis zum letzten Augenblick genossen, bis es vorüber sein würde.


    Terpander wartete noch einige Zeit, in der er Briseis mit sanften Küssen verwöhnte, ehe er sich aus ihr zurückzog. Er lächelte entspannt. Sie war tief von ihm gezeichnet ... zwei oder drei Tage würde sie sich an ihn erinnern, dafür war gesorgt. Falls ihr Herz nicht an ihn dachte, ihr Körper würde es. Er hatte auch schon Erinnerungen mit auf den Weg gegeben, die deutlich länger weilten, doch Briseis war zart. Er wollte sie nicht verletzen.


    Schließlich half er ihr, sich wieder vernünftig anzukleiden.


    Das Ritual erledigte Terpander hingegen lieblos, fast fahrig. Er war noch immer im Rausch und genoss den süßen Nachhall. Seine Prioritäten hatten sich etwas verschoben im Vergleich zu vor einigen Stunden. Sieben Jahre Sicherheit erwarteten ihn nun, sieben weitere Jahre, die er erkauft hatte, und die Götter hatten ihm obendrein diese köstliche Besiegelung des Zaubers zugespielt. Wenn das kein gutes Zeichen war.


    Er schenkte Briseis ein Lächeln und bot ihr seinen Arm an, um sie heimzubringen.


    Casa Furia >>

    Das Geheimnis war, sie dazu zu bringen, dass sie gar nicht anders konnte, als sich nach seinem Körper zu verzehren, sie so lange anzuheizen, bis sie sich vor Verlangen unter ihm wand und mit jeder Faser nach ihm lechzte. Das Alter brachte den Vorteil der Erfahrung. Seine Zunge, seine Lippen und sein Rachen verwöhnten sie nach allen Regeln der Kunst. So viel Zeit nahm Terpander sich, wobei er an diesem Punkt nicht auf seine eigenen Bedürfnisse achtete, sondern in scheinbarer Selbstlosigkeit nur gab, bis sie schon fast so weit war. Er würde es um ein Vielfaches zurückbekommen. Dann war seine Zeit gekommen. Er legte sich ihre Beine über die Schultern und drang fast widerstandslos ein. Briseis konnte spüren, dass er lange gedarbt hatte, er war sehr hart und zuckte vor Ungeduld. Doch Terpander beherrschte sich noch immer. Er nahm sie fast quälend langsam und schob sich so tief in sie hinein, dass sie es im ganzen Körper spürte. Als er sicher war, dass er sie am Haken hatte, wechselte er fast übergangslos in ein höheres Tempo. Nun zeigte er, was er wirklich konnte, mit dem Ziel, Briseis dem Höhepunkt entgegen zu jagen.

    << Garten


    Terpander hatte es eilig, darum instruierte er Charislaus nur kurz.


    "Charislaus, bitte kümmere dich darum, dass der Tribun und seine beiden Sklaven gut untergebracht werden. Zwei Räume, die nebeneinander liegen. Der Gast soll den alten Falerner der Krähe serviert bekommen, er scheint wichtig zu sein. Geputzt ist hier schon alles, sorg nur dafür, dass passendes Mobiliar reinkommt und mach es ein wenig hübsch."


    Damit holte Terpander zügig die besagte Amphore und schleppte sie samt einem Tablett voll guten Gläsern in den Garten, um nicht noch mehr Unmut auf sich zu ziehen.

    Der Blickkontakt offenbarte die emotionale Verstimmtheit seines Herrn. Was Scato gerade nicht recht war, konnte Terpander nur vermuten, aber sicher würde er es später erfahren. Er verneigte sich leicht, als er entsandt wurde, den Wein zu holen. Unterwegs bat er Charislaus, rasch zwei Zimmer herzurichten mit den Möbeln aus dem Blinden Esel und was sich sonst auf die Schnelle auftreiben ließ. Als Terpander wiederkam, trug er ein weiteres Beutegut bei sich in Gestalt einer Amphore, während er auf der anderen Hand ein Tablett mit Gläsern balancierte. Keine Becher - Gläser. Denn augenscheinlich sollte der Gast besonders zuvorkommend behandelt werden. Terpander verteilte alles.


    "Falerner, 49 Jahre gereift. Er hat noch die Zeiten von Kaiser Nero erlebt und stammt aus dessen Privatvorräten."


    Zumindest behauptete das die eingekratzte Beschriftung im Wachs der Amphore. Die Amphore selbst stammte aus den Privatbeständen von Helvetius Archias. Zum einjährigen Bestehen der Casa Leonis im kommenden Sommer wäre dieser Wein genau 50 Jahre alt gewesen. Terpander entfernte das Wachssiegel mit einem Messer und schenkte jedem ein halbes Glas des bernsteinfarbenen Weines ein. Einen edlen Tropfen wie diesen verdünnte man nicht mit Wasser, aber falls irgendjemand es dennoch zu tun gedachte, war im Glas noch genügend Platz und das notwendige Wasser stand auf dem Tisch.

    "Briseis verreist zusammen mit Tiberios. Ich bin ein alter Mann, ich werde ihre Rückkehr nicht erleben." Er nahm den Brief wieder an sich, um ihn zusammenzufalten und auf das Kopfende seiner Schilfmatte zu werfen. Er sah Charislaus an. "Ich habe Heimweh. Aber selbst, wenn ich zurückkehren könnte, würde mich dort nichts und niemand mehr erwarten. Meine ehemalige Herrin wollte mich freilassen und ich bat darum, in den Besitz von Scato übergehen zu dürfen. Mein Leben ist vorbei. Wir haben nur diese eine Chance und ich habe sie nicht genutzt, nun ist es zu spät. Du kannst mir nicht helfen, Charislaus. Kümmere dich nur darum, dass du es besser machst."

    "Das Opfer ist hier", erklärte Terpander ruhig. Er genoss die Doppeldeutigkeit seiner Worte, fühlte sich poetisch in dieser Nacht. Für Briseis war er schon einmal zum Dichter mutiert.


    In Sichtweite zu den Soldaten, die sich bei einem Würfelspiel die Zeit vertrieben, erspähte Terpander ein ebenes Stück Wiese ohne Steine oder Wurzeln. Dorthin führte er seine Begleiterin. Terpanders Begehren war drängend, er hatte lange gedarbt und einladend war seine Liebste mit ihrem schönen Kleid und dem geschminkten Gesicht. So schob er Briseis nieder auf das Graspolster, um sich sogleich auf sie zu legen und mit Küssen einzudecken, während er mit einer Hand ihr Kleid nach oben zerrte. Briseis würde mit gespreizten Beinen auf dem Rücken liegen, so wie es einer Frauen geziemt. Da sie kein Öl dabei hatten - wer brauchte das schon - würde Speichel es tun. Von unten griff er in Briseis´ Kniekehlen, bog ihre Beine nach oben und fixierte sie in dieser Haltung. Er schloss kurz die Augen. Das Gesicht von Terpander zeigte tiefe Zufriedenheit, während seine Nasenflügel sich ein paar Mal weiteten. Dann spürte Briseis eine lange und bewegliche Zunge, die ihren Körper erkundete, umrahmt von einem kratzenden Bart. Und Feuchtigkeit, die nach einer Weile ihren Steiß hinablief, als die Zunge zudringlicher wurde.

    << Taberna "Zum lallenden Löwen"


    Die Hausherren hatten angekündigt, dass sie heute Nachmittag im Garten sein würden. Da sie nicht mit Besuch rechneten, bat Terpander den Gast, kurz am Durchgang zum hinteren Innenhof zu warten, während er schauen ging, dass die Hausherren nicht gerade in einer Situation waren, bei der sie wenig erfreut auf eine Störung reagiert hätten. Da das nicht der Fall war, brachte er den Gast zur Sitzgruppe am Gartentisch, ehe er sich in den Schatten der Mauer zurückzog und so tat, als wäre er gar nicht da. Sobald sein Herr ihm ein Zeichen gab, würde er verschwinden und die Zimmer vorbereiten. Wenn nicht, musste er hoffen, dass Charislaus und Cassivellaunus mitdachten.

    Essen schmeckte auch kalt. Zudem war es besser, wenn die Hausherren über den neuen Gast von diesem selbst informiert wurden, damit sie wussten, wie er aussah. Es könnte sonst zu Missverständnissen kommen, wenn ein Fremder in ihren Räumlichkeiten herumspazierte. Bislang hatte es hier keine Schlafgäste gegeben. Während der Petronius mit den Hausherren reden würde, könnten Terpander und Cassivellaunus schnell die beiden Räume für ihn und seine Sklaven herrichten.


    "Wenn du mir bitte folgen würdest", sprach Terpander und gab den Weg in den Garten vor.


    Garten der Casa Leonis >>

    Casa Leonis
    - der Garten -


    Der hintere Innenhof der Casa Leonis erblüht in einem leicht verwilderten Charme. Natursteine begrenzen das zentrale Beet. Das Herzstück bildet ein kleiner Granatapfelbaum, der erst dieses Jahr gepflanzt wurde. Blumen und Ziergehölze findet man hier kaum, dafür blühende und duftende Kräuter, zu denen man über Trittsteine gelangt. Moosige Tonkübel mit Jungpflanzen stehen geschützt in den Ecken. Die Bienen sorgen für ein gleichmäßiges leises Summen, das ein aufgewühltes Gemüt zu beruhigen vermag, wenn man sich die Zeit nimmt, zu lauschen. Der würzige Duft ist eine Wohltat für die großstadtgeplagte Nase. Vogeltränke und Futterstelle erfreuen nicht nur den Pfau, der zum Anwesen gehört, sondern auch allerlei Singvögel, die zwitschern und unter den Dachschindeln ihre Nester bauen. Eine holzerne Sitzgruppe von Gartenmöbeln lädt zum Verweilen ein. Auf dem Tisch ist den ganzen Tag eine Karaffe mit kühlem Brunnenwasser zu finden, auch Becher stehen bereit.

    Da war ja der zahlenkundige Sklave. Charislaus improvisierte auch sogleich einen Preis. Damit half er Terpander, der zwar sprachlich sicher war, aber mit Zahlen seine liebe Not hatte, aus der Klemme. Der alte Grieche nickte ruhig, als wäre die Information von Charislaus selbstverständlich. Irgendwo musste er die mal aufschreiben ...


    "Die Hausherren sitzen im Garten. Sie nehmen sich bei Bedarf sicher gern Zeit für dich." Wer würde das nicht, wenn ein Eques sich in den eigenen vier Wänden einzuquartieren gedachte? "Liegt kein Bedarf vor, führe ich dich nach dem Essen auf direktem Weg zu deinem Zimmer."


    Das Terpander schleunigst noch einrichten musste. Zum Glück hatten sie haufenweise Mobiliar, das aus dem Blinden Esel irgendwie seinen Weg hierher gefunden hatte, zusammen mit den Vorräten und all den übrigen Wertgegenständen.


    "Wo schlafen deine Begleiter?"


    Da der Petronier ihnen das Essen vorschrieb, waren das wohl seine Sklaven, doch sicher wissen konnte das Terpander nicht, so dass er die Formulierung neutral wählte.

    Terpander begab sich in sein fast leeres Zimmer, um den Brief in Ruhe zu lesen. Im Schneidersitz nahm er platz auf der Schilfmatte, die auf dem Boden lag. Er erwartete nichts Bestimmtes in dem Schreiben. Doch bei der Lektüre wich sein sonst neutraler Gesichtsausdruck. Am Ende sank dem alten Mann die Hand nieder und das Papyrus rutschte aus den Fingern. Briseis starb. Dies war das Ende ihres Spiels und ihr Abschiedsbrief.


    Die Götter hatten Furia Stella zur Henkerin auserkoren. Alexandria lag in noch größerer Ferne als Sparta.


    Terpander war es gewohnt, seinen täglichen Aufgaben nachzugehen, als wäre nie etwas geschehen - doch es standen keine an. Sie wurden fast alle von Charislaus und neuerdings Cassivellaunus erledigt. Er könnte vielleicht einige Leibesübungen machen oder ein zweites Mal nach den Kräutern sehen. Sicher gab es etwas einzukaufen, selbst wenn die Speisekammer übervoll war. Irgendeinen Nutzen würde der alte Terpander schon haben, selbst wenn Tiberios sich in die Reihen derer einreihte, die ihn nicht länger brauchten. Er sah ihn vor sich, leichten Mutes, den Seewind im Lockenhaar, lächelnd in die Zukunft blickend.


    Terpander aber war ein alter Mann. Sein Leben war vorbei und er hatte es in den Sand gesetzt. Alt und allein, ohne Frau und Kinder, ohne Gefährten und ohne Kameraden würde er sterben. Tiberios würde das Versprechen, ihm einen Grabstein zu schenken, nicht einhalten können, da er niemals erfahren würde, wenn der alte Krieger nicht mehr war. Vermutlich war es ihm auch in spätestens ein, zwei Monaten gleichgültig.


    Terpander rührte sich nicht. Sein Körper saß da wie festgefroren und sein Geist war nicht in der Lage, ihn dazu zu zwingen, auch nur eine Bewegung zu vollziehen. Wie versteinert saß er auf seiner Schilfmatte und starrte schweigend ins Nichts.

    Langsam wünschte Terpander sich, dass die beiden Hausherren die Taberna endlich offiziell eröffnen würden. Aber immer war etwas anderes wichtiger und Terpander, der zuvor als Lehrer von Scato und dessen Brüdern gearbeitet hatte, war mit der neuen Aufgabe etwas überfordert. Sie war zu themenfremd. Es gab noch nicht einmal eine Speisekarte oder Preisliste. Er wäre jedoch nicht Terpander, würde er sich das anmerken lassen.


    "Salve, Herr", grüßte der alte Grieche den Gast freundlich. Ein Eques war das also, den musste er besonders verhätscheln. "Tritt ein und mache es dir bequem."


    Terpander wies auf den besten Tisch mit den wenigsten Brandflecken, den frischesten Blumen und dem hübschesten Deckchen. Außerdem war dieser Tisch direkt am Tresen, so dass der Gast einerseits zum Fenster hinausschauen und andererseits auch bei vollen Tischen bequem mit dem Wirt plaudern und Bestellungen aufgeben konnte, ohne sich zu erheben.


    "Wir haben heute Blutsuppe, frische Lukanerwürste und Braten. Puls gibt es ebenso jeden Tag, oder frisches Obst, Eier ... aber die Blutsuppe ist besonders gut."


    Der Vorratsraum war frisch gefüllt und Terpander würde heute nicht geizen. Egal, was der Mann verlangte, Terpander würde nicht - wie er das bei anderen Gästen mitunter aus Bequemlichkeit tat - behaupten, das wäre gerade aus. Bei der Frage nach der Übernachtungsmöglichkeit kratzte er nachdenklich seinen Bart.


    "Wir haben sehr viele freie Räume. Die Casa Leonis wird momentan nur von drei Sklaven und gelegentlich den beiden Hausherren bewohnt. So lange du den Pfau nicht störst, wird sich ein Raum für dich finden lassen."


    Wenn Terpander den Gast nicht auf das sensible Gemüt des Pfaus hinwies, würde es Ärger für ihn geben. Terpander machte sich daran, den besten Wein mit frischem Brunnenwasser zu mixen und stellte dem Gast einen Becher hin. Er schenkte großzügig aus dem Tonkrug ein, den er anschließend gleich auf dem Tisch stehen ließ.