Beiträge von Lucius Aelius Quarto

    “Ich habe von diesem Sklavenhändler hier meine Sklavin Saldir verkaufen lassen. Ich habe es nicht selbst getan. Aber ich kann dir versichern, dass nicht mein Vetter, sondern Germanica Aelia die Käuferin ist.“


    Quarto bemühte sich um Fassung, doch innerlich bebte er vor Zorn.


    “Hadrianus, dein Verhalten ist unwürdig und deine Wortwahl mir gegenüber nicht hinnehmbar. Du wirst die Domus Aeliana noch binnen dieses Tages verlassen. Suche dir eine eigene Unterkunft. Du hattest es ohnehin vor. Geh’, pack deine Habseligkeiten…. und komm mir so bald nicht mehr unter die Augen.“


    Er wandte sich zum gehen.
    “Werde ich hier noch gebraucht?“

    Quarto hatte im hinteren Teil des Verkaufsstandes zwischenzeitlich das Finanzielle mit dem Händler geregelt und kam nun auch wieder nach vorne.
    “Gibt es Unstimmigkeiten? Was ist los, Hadrianus?“

    “Ah, Hadrianus, mein lieber Vetter. Natürlich verkaufe ich überhaupt keine Sklaven. Das macht der gute Mann hier, der meine Sklavin für mich in Kommission genommen hat. Aber sie ist schon verkauft.“
    Er wandte sich der Käuferin zu.
    “Meinen herzlichen Glückwunsch, Aelia Germanica. Ich bin mir sicher, dass Saldir es bei dir gut haben wird.“

    “DIEBSTAHL?“, heulte der Händler auf.
    “DIEBSTAHL? Ihr bestiehlt mich!“
    Schniefend wischte er sich über die Nase.
    “Nagut, Abgemacht. Siebenhundert, aber kein Ass weniger! VERKAUFT!“

    “Sechshundertfuffzig? Meine Dame, dass ist ja lachhaft. Dafür bekommt man noch nicht einmal einen lahmen, stummen und blinden Ianitor! Aber weil ich ein so weiches Herz habe: Siebenhundertfuffzig! Ihr nutzt meine Gutmütigkeit aus.“

    “Fünfhundert? Da komme ich ja nicht mal auf meine Unkosten!“, brummte der Händler.
    “Achthundert!“


    In diesem Moment nahm ihn Quarto beiseite und murmelte ihm was ins Ohr.
    “WAS? Sie soll selbst…? Wo kommen wir denn da hin, wenn Sklaven sich ihren Herrn selbst…!“
    Wieder murmelte Quarto etwas, diesmal etwas energischer. Sichtlich verärgert schnaufte der Händler schließlich:
    “Na, von mir aus. Aber das geht mir gegen die Ehre. Ja, schon gut…“


    Grollend wandte er sich wieder der Kundschaft zu:
    “Also… Verkaufsbedingung ist, dass die Ware mit ihrem neuen Herrn einverstanden ist. Für den Vorbesitzer hat sie einen gewissen Liebhaberwert und er wüsste sie gerne in guten Händen.“
    Er grunzte, spie aus und wiederholte noch mal: “Achthundert!“

    Domus Aeliana - Servitriciuum Saldir >>>


    Auf dem Markt angekommen, suchte Quarto sich einen Sklavenhändler, der seine Sklavin in Kommission nehmen würde.
    Bald war einer gefunden und nachdem er ihm eine kurze Beschreibung von Saldirs Fähigkeiten gegeben hatte, malte der Händler ein Schild:


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    GERMANISCHE ZIERSKLAVIN
    DEKORATIV, FÜR DEN, DER SCHON ALLES HAT
    ZUM PRAKTISCHEN GEBRAUCH UNGEEIGNET
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    Das hängte er dem rothaarigen Mädchen um den Hals und sie warteten auf zahlungskräftige Kundschaft.

    “Jaja, du bist ein gehorsames, liebes Mädchen, aber… Es geht nicht anders! Packe deine Sachen, wir brechen gleich auf. Ich… ich werde schon dafür sorgen, dass es dir nicht schlecht ergeht.“
    Ach, sie war zwar fast vollkommen nutzlos, aber dennoch trennte Quarto sich nur höchst ungern von dieser wirklich ansehnlichen Sklavin. Er seufzte leise.

    Quarto fand seine Sklavin in ihrer Kammer.
    “Saldir, ich… ähm… also… die Domus Aeliana wird bald eine neue Herrin bekommen und ich halte es für unangemessen, wenn sie dann ein so… hübsches Kind wie dich im Hauspersonal … äh…vorfindet. Das könnte… Schwierigkeiten…“, er kratzte sich etwas hilflos am Hals.
    “Na, um es kurz zu machen: Du wirst einen neuen Herrn oder eine neue Herrin bekommen! Du kannst nicht länger hier bleiben.“

    Unendlich viele Schriftrollen breiteten sich auf Quartos Tisch aus und ließen kaum noch einen Blick auf das Holz zu. Angestrengt schrieb er in einem Dokument, das direkt vor ihm lag. Immer wieder blickte er auf und begann wühlend in dem Berg aus Pergament und Papyrus zu suchen, bis er sich endlich zufrieden zurücklehnte.


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    R E V I S I O N
    ZU ÄNDERNDE EINTRAGUNGEN
    UND ZU ÜBERPRÜFENDE BESITZVERHÄLTNISSE

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    IN DEN AKTEN ZU ÄNDERNDE BESITZERNAMEN:


    Claudia Germanica Gratia > Germanica Claudia


    Gratiana Duccia Rhenusia > Rhenusia Gratiana


    Lucius Sergius Validus > Lucius Aelius Validus


    Tib. Cadior > Tiberius Corvius Cadior




    VERSTORBENE ODER VERMISSTE BESITZER:


    Gaius Cornelius Decius, verst. 28.5.855
    Betrieb Pistrina Corneliae


    Marcus Octavius Nauticus, verst. 1.7.855
    Betriebe Divitiae Maris Germanici und Aurum Germanicum


    Annaea Kassandra (ehem. Soror K.), verst. 18.7.855
    Betrieb Sorror Kassandra Socitas Medizinal Wein


    Iulia Cupida, vermisst seit 14.4.855
    Lupaner Cupidas Gewerbe


    gez. Lucius Aelius Quarto


    Zitat

    Original von Gaius Didius Sevycius
    Ich möchte gerne mein Geflügelhof freigeschaltet. Ich warte schon 2 Tage. Wie lange dauert denn so etwas normalerweise.


    Es ist immer ganz gut hier etwas zu sagen, dann geht es im Zweifelsfall schneller.
    Dein Betrieb ‚Zur glücklichen Henne’ ist jetzt freigeschaltet.