Aelius Quarto ergriff seinen Becher, verschüttete einen kleinen Schluck als Trankopfer an die Götter und prostete seinem Gast anschließend zu.
“Auf dein Wohl, Titus Decimus Verus! Mögen die Götter die hold sein und mögest du dein Ziel erreichen!“
Aelius Quarto ergriff seinen Becher, verschüttete einen kleinen Schluck als Trankopfer an die Götter und prostete seinem Gast anschließend zu.
“Auf dein Wohl, Titus Decimus Verus! Mögen die Götter die hold sein und mögest du dein Ziel erreichen!“
“Curator kalendarii in Italia? Mmh...“
Quarto vergegenwärtigte sich, welche Aufgaben ein Curator kalendarii hatte, welche Befugnisse und wo er innerhalb der Hierarchie der Beamtenschaft Italias einzuordnen wäre. Während er überlegte, fuhr er sich in der für ihn so typischen Geste nachdenklich über den Bart.
“Ja“, meinte er schließlich, “das scheint mir ein sinnvoller Schritt zu sein. Als Curator kalendarii wärst du der Stellvertreter des Curators rei publicae, dem wichtigsten Beamten innerhalb Italias und du wärst bereits mit der Finanzverwaltung beschäftigt. Wenn du mit Geld und Zahlen gut umgehen kannst, und wenn es dein Ziel ist, einmal als Procurator a rationibus hier auf dem Palatin tätig zu sein, dann hat dir mein Freund Prudentius Balbus einen guten Rat geben, denke ich.“
“Wir können sie doch hierher, in die Curia Iulia laden, damit sie uns berichten und das Dankesopfer an die Götter auf danach verschieben.“
“Ah ja, mmmh, dass glaube ich gerne. Der Dienst zur See ist gewiss nicht immer leicht. Das Meer ist voller Tücken und Gefahren, selbst wenn keine Feinde darauf lauern, so sagt man wohl.“
Er fuhr sich über den Bart.
“Hast du denn schon Pläne für die Zukunft gemacht, wenn ich fragen darf?“
“Gut, dann sind wir uns einig. Mögen die Götter dir gewogen sein!“, brachte Aelius Quarto die Verhandlungen zum Ende.
Er plauderte noch kurz mit Germanicus Sedulus und Samius Musa, bevor er es an der Zeit sah, sich zu verabschieden.
“Oh, ja, eine gute Idee. Eine Hand auf dem Griff des Schwertes, bereit es zu ziehen um das Imperium mit der Waffe in der Hand gegen seine Feinde zu verteidigen. Die andere aber... vielleicht eine Schriftrolle, als Symbol für die Macht des Wortes und der festgeschriebenen römischen Gesetze?“
Aelius Quarto sah kurz zu dem Sklaven, der noch immer abwartend etwas abseits der beiden stand.
“Nakhti, sorge dafür; Wein.“
Danach lehnte er sich zurück und fasste seinen Gast ins Auge.
“Nun, also, mein verehrter Decimus Verus, du dienst also bei der Flotte in Misenum?“
“Nun, die Ehrungen in Form von Auszeichnungen, so denke ich, verdienen seine Befreier. Aber diese Entscheidung muss der Imperator Caesar Augustus treffen. Der Senat kann sie aber offiziell Empfangen und ihre Tat würdigen.
Senator Decimus sollten wir meiner Meinung nach in aller Öffentlichkeit ehrenvoll und gebührend empfangen. Vor der Curia Iulia, im Rahmen einer offiziellen Begrüßungsfeier. Das wird auch dem Volk gut gefallen.
Den Göttern müssen wir danken. Welchem Gott, oder welchen Göttern konkret und in welcher Form, diese Entscheidung würde ich gerne dem Collegium Pontificium überlassen.“
“Sehr gerne. Bitte, machen wir es uns bequem.“
Quarto bot seinem Gast einen Platz am Impluvium an.
“Darf ich dir etwas anbieten, vielleicht einen Wein und auch eine Kleinigkeit zur Stärkung?“
“Salve Titus Decimus Verus!“, begrüßte ihn der Senator mit einem freundlichen Lächeln.
“Es freut mich sehr dich persönlich kennen zu lernen.“
Aelius Quarto sah auf.
“Oh ja, Decimus Verus, ja tatsächlich, den hat er. Bring ihn zu mir!“
Der Hausherr erhob sich und strich die Falten seiner Toga zurecht, um seinen Gast gebührend zu empfangen.
“Nein, stehend und in die Ferne blickend, dass fände ich angemessen. Wichtig ist: das Standbild muss von allen Seiten gleichmaßen gut gearbeitet sein, weil es frei stehen soll. Was mich eher ratlos macht, ist die Frage, ob er etwas in Händen halten soll. Eine Schriftrolle vielleicht? Aber wird ihm das gerecht, wo er doch ein sehr kriegerischer Mann war und ein leidenschaftlicher Soldat? Muss er bekränzt dargestellt werden, oder lieber nicht? Und wie sieht es mit der Bemalung aus?“
Er sah den König an, und auch Aurelius Ursus, der ja vielleicht eine gute Idee hatte.
“Du weißt doch, dass die Veneta keine verarmte Factio ist und ebenso, dass wir noch nie kleinlich waren. Wenn du uns behilflich bist, dann wirst du es nicht bereuen.
Das gilt auch für den Jungen. Er hätte ganz ausgezeichnete Bedingungen bei uns: die besten Pferde, dass beste Material und die besten Trainer, mit Dareios an der Spitze. Er könnte es nicht besser treffen.“
Das weckte wiederum Quartos Misstrauen.
“Du führst wegen ihm doch nicht etwa schon Verhandlungen, am Ende vielleicht sogar im Auftrag der Praesina?“
Das hätte Samius Musa in dieser Angelegenheit natürlich diskreditiert und außerdem bedeutet, dass diese Verpflichtung sehr teuer werden konnte, oder gar zu scheitern drohte. Ob aber Musa überhaupt zugeben würde, wenn er bereits für die Grünen an Tolimedes dran war, oder für eine der anderen Factiones?
“Die Zeit soll er bekommen. Wir wollen sie ihm geben. Wir möchten, dass er zu uns kommt und du sollst das für uns bewerkstelligen. Wir würden uns großzügig zeigen, wenn du ihn an uns vermitteln kannst.“
“Nein, hier ist er auch noch nicht an den Start gegangen. Aber in Alexandria und da hat er sich ganz überzeugend geschlagen. Sechster war er immerhin.“
Aelius Quarto tat noch einen Schritt auf Samius Musa zu und sprach in gedämpftem Tonfall weiter, so, als würde er jetzt über ein Geheimnis reden.
“Aber sag mal, hast du schon von dem Griechen Tolimedes gehört? Ist der bei dem Olympischen Wagenrennen des vergangenen Jahres nicht auch angetreten?“
“Hakor? Das ist doch ein Aegypter. Nein, nein, wir haben schon einen Aegypter: Mehaf.“
“Mmh, ja, mach das. Vielleicht hast du Erfolg und das wäre bestimmt das Beste. Leicht wird es sicher nicht, wenn ich daran denke, wie sehr die beiden in letzter Zeit aneinander geraten sind. Aber ein Versuch kann kaum schaden.“
“Das allerwichtigste ist natürlich das Standbild von Iulianus selbst, das in der Mitte der zentralen Halle aufgestellt werden soll. Es wird der Dreh- und Angelpunkt des ganzen Hauses sein und es muss ganz besonders kunstfertig und lebensecht werden. Ich stelle es mir zwar überlenbensgroß und auf einem Podest vor, so das man zu ihm aufblicken muss, aber dennoch soll der Eindruck entstehen, man würde ihm leibhaftig gegenübertreten.
Ich denke mir das so, dass der Besucher sich ihm gleich gegenüber sieht, wenn er die Halle betritt. Iulianus, also sein Bildnis, sollte kraftvoll wirken, aber nicht kriegerisch, außerdem gütig und man muss auch seiner Vergöttlichung Rechnung tragen... ähm... du verstehst, was ich meine?“
“Juristisch gesehen doch jede Tätigkeit, die das Führen eines genehmigungspflichtigen Betriebes gemäß der lex Mercatus erfordert. Verbieten wir den Vereinen weiterhin, Betriebe ihr Eigen zu nennen, hätten wir eine simple und bewährte Lösung. Eine Definition wie von dir angeregt, Senator Tiberius Durus, fände ich als Bestandteil in der lex Mercatus besser aufgehoben, als im Vereinsrecht.“