Beiträge von Lucius Aelius Quarto

    Quarto nickte seinem Factio-Bruder Germanicus Avarus zu, aus Dank für dessen verbale Unterstützung.


    “Wie ich bereits vorhin erwähnte, habe ich sehr viel Gutes von einem jungen Griechen gehört, der Tolimedes heißt. Er ist bei noch keinem großen Rennen angetreten, sondern nur bei lokalen Veranstaltungen in seiner Heimat. Aber dabei hat er bereits erste Achtungserfolge erringen können und Aufmerksamkeit erregt, obwohl er noch sehr jung ist. Man spricht von einem der größten Talente der letzten Jahre.
    Mit eurer Zustimmung werde ich mich darum bemühen ihn zu uns zu holen, damit er Hermes ersetzen kann. Wir können ihm eine glorreiche und goldene Zukunft bieten. Aber wir müssen schnell sein. Es würde mich schmerzen, einen solchen Mann demnächst in grün sehen zu müssen.“











    [Blockierte Grafik: http://home.arcor.de/gensvaleria/venetaSig.gif]
    PRINCEPS FACTIONIS - FACTIO VENETA

    Tatsächlich wusste Aelius Quarto etwas, wenngleich auch nichts über den Aufenthaltsort dieses Mannes:
    “Lucius Artorius Avitus? Der befehligt die Garde nicht mehr. Er wurde vor ein paar Tagen von seinen Aufgaben als Praefectus Praetorio entbunden. Es gibt noch keinen Nachfolger für ihn, leider.“

    “Aber mein lieber Tiberius Prudentius ich empfange dich doch jederzeit gerne.“


    Ihm lag die Frage nach dem befinden seiner Nichte auf der Zunge, die mit dem Procurator verheiratet war.
    Doch dann bemerkte er dessen betonte Förmlichkeit. Scheinbar ging es um eine offizielle Sache.


    “Bitte, setz' dich doch.“, forderte er ihn deshalb auf, und: “Was führt dich zu mir?“

    “Nun, wie ich vorhin schon sagte, bin ich der Ansicht, dass wir ganz konsequent auf die Jugend setzen und hoffen sollten. Ich glaube, die Zeit dafür ist günstig und wir werden reiche Ernte einfahren, wenn wir es tun und uns dann in Geduld üben. Denn die werden wir aufbringen müssen, wenn wir diesen Weg beschreiten. Jedoch sehe ich nicht, dass wir momentan einen wirklich sicheren Siegfahrer in unserem Stall haben und dritte oder vierte Plätze sind für uns, für die Veneta, genau so schwer zu ertragen wie fünfte oder sechste.
    Also fürchte ich, müssen wir zumindest in diesem Jahr und vielleicht auch noch im nächsten, ohnehin eine schwere Zeit überstehen, auch wenn es schwer fällt und wir mich Recht glauben, dass die Veneta zum Siegen auserkoren ist.
    Doch geben wir jungen Fahrern die Möglichkeit, sich zu entwickeln. Sie werden uns später mit Siegen und neuem Ruhm belohnen.
    Darum sage ich: Lasst uns noch ein blutjunges Talent holen. Schenken wir ihm und den beiden Jungen, die wir schon haben, nämlich Mehaf und Casetorix Rennen, in denen sie sich beweisen können. Schicken wir Hermes in den Ruhestand. Er kann uns für die Zukunft nicht weiter helfen.
    Das ist mein Vorschlag.“










    [Blockierte Grafik: http://home.arcor.de/gensvaleria/venetaSig.gif]
    PRINCEPS FACTIONIS - FACTIO VENETA

    Aelius Quarto, dessen Gedanken eben scheinbar noch in weiter Ferne gewesen waren, sah auf.
    “Mmh? Germanicus? Germanicus Avarus?“


    Eine Pause.


    “Ach so! Ja... ähm... ja, ja, er... er möchte sich zu mir gesellen!“

    Leider hatte auch Aelius Quarto nur den Rat, der am nächsten lag:
    “Ich hoffe, ich sage nichts falsches, aber du entstammst doch einem wohlhabenden Geschlecht und ich habe immer angenommen, die Aurelier würden nicht zu den verarmten Patriziern gehören, die es bekanntlich auch gibt, was natürlich mehr als bedauerlich ist.
    Oder dein Patron, dass ist doch Marcus Vinicius Lucianus, wie ich weiß. Seine Statthalterschaft in Germanien ist gewiss einträglich und er sollte in der Lage sein, dir in dieser Sache zu helfen.“


    Er zögerte einen Augenblick. Dann fügte er hinzu:
    “Nun, ich will dich nicht beschämen, bitte denke das nicht. Aber wenn das von mir gesagte nicht möglich sein sollte, dann... Nun, am Grundbesitz darf deine Berufung nicht scheitern, dass könnte ich mir nicht verzeihen. Dann würde ich dir helfen, wenn du es erlaubst.“

    Aelius Quarto machte eine hilflose Geste.
    “Leider lässt sich Land nicht beliebig vermehren. Das liegt in seiner Natur und ich fürchte, die Zeiten, in denen das Imperium schnell wachsen konnte, die sind vorbei. Unsere Grenzen sind weit gespannt und es gibt kaum noch Länder, die sich mit einem vertretbaren Einsatz von Mensch und Geld dazu gewinnen lassen. Da ist es natürlich, dass die Preise für Land, zumal fruchtbares Land, ansteigen. Hier in Italia haben wir diese Situation doch schon seit ein-, ach, zweihundert Jahren, oder sogar noch länger.“




    Sim-Off:

    Oje! Entschuldige bitte. Jetzt habe ich Platz geschaffen.

    “Mir scheint, eine deutliche Mehrheit ist der Meinung, dass bisherige Gewerbeverbot sollte beibehalten werden.
    Ich schlage deshalb vor, den entsprechenden Absatz (3) des § 3 der lex Communitatis unangetastet zu lassen und das wir Senator Manius Tiberius Durus bitten, auf der Grundlage unserer bisherigen Diskussion lediglich eine Neufassung der Absätze (1) und (2) zu erarbeiten und dem Senat im Rahmen einer Anhörung vorzulegen.“

    “Da gibt es natürlich verschiedene Möglichkeiten.
    Die beschwerlichste und eine sehr langwierige, aber auch die am meisten Erfolg versprechende, ist, sich durch fleißige und verlässliche Arbeit in einem verantwortungsvollen Amt hervor zu tun. Allerdings gibt es natürlich Ämter, in denen man von der Öffentlichkeit und vor allem von den Senatoren mehr wahrgenommen wird, und solche, die weniger Aufmerksamkeit erregen, in manchen Fällen zu unrecht.
    Ein geradezu klassischer Weg führt über die Gerichte. Viele große Männer haben sich in der Vergangenheit einen Namen gemacht, in dem sie die Anklage oder die Verteidigung in einem spektakulären Prozess übernahmen. Dabei spielte es oft gar keine Rolle, ob sie ihn gewonnen haben, oder verloren. Viel wichtiger war, wie eloquent und wortgewandt, mutig und gewitzt sie auftraten. Allerdings lässt sich ein Gerichtsverfahren, dass Aufmerksamkeit erregt, kaum herbei zaubern. Zudem braucht man dafür natürlich die Zulassung als Advocatus.
    Man kann auch Spiele veranstalten, Gladiatorenspiele zum Beispiel. Auch damit kann man sich interessant machen. Jedoch ist das sehr kostspielig.
    Zu einer vierten Möglichkeit habe ich vor einiger Zeit einem anderen meiner Klienten geraten und er hatte Erfolg damit und wurde zum Vigintivir gewählt. Er hat seine Kandidatur dadurch vorbereitet, dass er rechtzeitig vor der Wahl eine Reihe einflussreicher Senatoren persönlich aufgesucht und mit ihnen gesprochen hat. Er hat für sich geworben, ihnen mit Geschenken geschmeichelt und es gelang ihm, sie in ausreichend großer Zahl von seinen Vorzügen zu überzeugen und ihre Unterstützung zu erlangen. Auch so geht es.“


    “In Misenum? Ach, dass wäre doch einmal ein vorzüglicher Anlass für mich, die Stadt endlich einmal zu besuchen. Der alte Praefectus wird also abgelöst? Annaeus Florus, nicht wahr? Wer soll denn sein Nachfolger werden? Ich muss gestehen wenig beschlagen zu sein, wenn es um Flottenkommandeure geht.“

    Zitat

    Original von Titus Aurelius Ursus
    Dankend nahm Ursus Platz. So herzlich empfangen zu werden, war natürlich erfreulich. "Das ist wirklich sehr freundlich von Dir. Ich möchte auch gleich zur Sache kommen. Und zwar mache ich mir einige Gedanken darüber, daß ich noch nicht in den Senat berufen wurde. Die nächsten Wahlen stehen schon bald wieder an, das Ende dieser Amtszeit ist schon wieder in Sicht. - Ich würde gerne von Dir wissen, ob meiner Berufung irgendetwas im Wege steht. Ob ich etwas versäumt habe, das von mir erwartet wird."


    “Ach ja, natürlich. Eigentlich sollte das schon längst erledigt sein. Ich kann mich genau an ein Gespräch erinnern, dass ich vor einiger Zeit, also noch während der vergangenen Amtsperiode, mit dem Imperator Caesar Augustus hatte. Darin hat er mir zugesagt, dass du in den Senat berufen wirst, sobald deine Amtszeit vorüber ist.
    Vielleicht ist deine Berufung von einem unachtsamen Notarius der Kanzlei lediglich in einem zu großen Stapel Schriftrollen zuunterst abgelegt worden. Unverzeihlich natürlich, aber das passiert leider immer wieder, bei der Menge an Papyri und Pergamente, die hier im Palast hin und her gehen.
    Ansonsten könnte ich mir nur noch vorstellen, dass... ähm, Senatoren müssen für ihre Berufung einen ausreichend großen Grundbesitz vorweisen können. Kannst du genügend Land dein Eigen nennen?“

    Sein Patron wiegte den Kopf hin und her. Dabei machte er ein etwas sauertöpfisches Gesicht.


    “Das wird nicht einfach, nein, einfach wird das nicht. Nach landläufigen Vorstellungen ließe dein neues Amt vermuten, du würdest eine ritterliche Karriere anstreben. Du bist, wie gesagt, noch sehr jung und weithin unbekannt. Was für dich spricht, ist deine Herkunft, doch dein Vater war, soweit ich weiß, ein Eques. Deine Berufung in den Ordo Senatorius wird deshalb nicht leicht zu bewerkstelligen sein, zumindest nicht zum jetzigen Zeitpunkt, denn die Begründung, weshalb der Imperator Caesar Augustus dir diese Ehre widerfahren lassen soll, ist etwas dürftig. Leichter wäre es, wenn du dir bereits einen Namen gemacht hättest. Ich kann es dennoch versuchen und meinen Einfluss nutzen. Versprechen aber, nein, versprechen kann ich es dir nicht.“

    Zitat

    Original von Titus Aurelius Ursus
    Ursus mußte innerlich grinsen, als er den Tonfall des Sklaven hörte. Es störte ihn nicht im Geringsten und so nickte er einfach und folgte Nakhti ins Atrium, wo sich der bisherige Consul auch gerade aufhielt. "Salve, Aelius", grüßte Ursus und trat auf ihn zu. "Hab Dank, daß Du mich empfängst, obwohl ich unangemeldet hier erscheine."


    “Aber, aber, mein lieber Titus Aurelius, du weißt doch, dass du mir niemals ungelegen kommst.
    Bitte, nimm doch Platz! Mein Ohr und meine ganze Aufmerksamkeit gehören dir.“


    “Oh nein, oh nein, gar nicht. Sei unbesorgt.


    Und ich freue mich, dass du die Sache mit Vernunft betrachtest. Du hast nämlich ganz Recht: Der Einstieg in die Politik will gut vorbereitet werden. Man muss sich bekannt machen, im positiven Sinne, versteht sich. Es hilft sehr, wenn die Senatoren einen Mann, den sie wählen sollen, nicht erst bei seiner Bewerbungsrede kurz vor der Wahl kennen lernen.
    Es ist gut, dass du dir in Misenum bereits einen Namen machst. Darauf wirst du auch hinweisen können, wenn du dich um dein erstes Amt im Cursus Honorum bemühst. Das solltest du sogar, und zwar mit angemessenem Stolz. Aber werde niemals leichtfertig. Glaube nie, dein Name wäre in Rom schon bekannt genug. Das gibt es nämlich nicht. Ein junger Politiker ist IMMER zu unbekannt.“

    Lange hatte Aelius Quarto geschwiegen. Die Wellen der teils heftig geführten Diskussion wogten hin und her und offenbarten unter anderem einmal mehr die offenkundige Gegnerschaft der Senatoren Germanicus Avarus und Tiberius Durus.
    Aber nachdem Claudius Menecrates bekundet hatte, dass er den von Avarus eingebrachten Änderungsantrag ablehnte, wurde es stiller.


    Aelius Quarto wartete noch ein wenig, dann erhob er sich und ergriff das Wort.


    “Senatoren, ich bin der Ansicht, dass es einen großen Unterschied gibt, zwischen den ordines Equester und Senatorius.


    Die Ritterschaft war und ist von jeher durch das Geld geprägt. In der alten Zeit war ein Eques ein Mann, der vermögend genug war, sich ein Pferd leisten zu können, so dass er in Roms Kavallerie kämpfen konnte. Es war vor allem sein Vermögen, dass ihn von den einfachen Plebejern unterschied, nicht seine Herkunft. Die Zeiten ändern sich, die Verhältnisse tun es ebenso und heute ist einiges anders. Aber am Kern und Ursprung ändert es nichts.


    Der Ordo Senatorius ist von ganz anderer Natur. Hier versammeln sich die edelsten und hervorragendsten Männer Roms, jene, die durch ihre Herkunft und ihre Ahnen seit Generationen mit Rom verbunden sind. Vermögen alleine reicht hier nicht! Das Fundament muss tiefer und stärker sein.


    Deshalb halte ich die jetzige Regelung für gerechtfertigt. Ein Ritter definiert sich über sein Vermögen. Ein verarmter Ritter ist seines Sinnes entleert. Darum muss er vor dem census immer ein ausreichendes Vermögen vorweisen können.


    Den Angehörigen des Ordo Senatorius qualifizieren andere Dinge. Ich halte es für richtig, dass unser Gesetz verhindert, dass Faulpelze in diesen Ordo berufen werden, die zu arm sind, um sich eine eigene Meinung leisten zu können. Aber es wäre unwürdig, wollte man einem verdienten Mitglied dieses Hauses seinen angestammten Platz streitig machen, des Landbesitzes wegen.
    Nein, dass hielte ich für schlecht!


    Deshalb stimme ich Senator Herius Claudius Menecrates zu. Ich bin ebenfalls gegen eine Änderung der augenblicklichen Rechtslage.“

    “Ich denke, jeder ernst zu nehmende Verein sollte in der Lage sein über sein Eigentum Rechenschaft abzulegen. Das ist keine übergroße und unerfüllbare Forderung.
    Ich spreche mich für diesen Vorschlag aus: Vereine sollte wieder gestattet werden, Vermögen zu besitzen, sie sollen es bei Bedarf offen legen können und sie sollen es versteuern, zu den selben Konditionen, wie ein jeder Römer, oder zumindest wie die, denen die Steuer nicht wegen ihrer besonderen Herkunft erlassen wird.


    Aber ich glaube, eine Frage haben wir noch nicht erörtert. Die lex Communitatis verbietet in ihrem Paragraphen 3 den Vereinen nämlich nicht nur Eigentum in jeglicher Form, sie verbietet auch Spenden anzunehmen, Gewinne zu erwirtschaften und Gewerbebetriebe zu betreiben.
    Gegen Spenden ist, denke ich, nichts einzuwenden, wenn wir den Vereinen wieder Vermögen zugestehen wollen. Aber wollen wir ihnen auch gestattet, wirtschaftlich tätig zu werden?“