Für einen Moment hielt ich den Becher nachdenklich in meinen Händen, bevor ich einen Schluck nahm. Ja, der Tee war gewöhnungsbedürftig, aber nur, weil ich den Geschmack nicht gewohnt war. Unangenehm schmeckte der Tee jedenfalls nicht.
"Ich habe auf dem Markt eine Karte gefunden. Eine Karte der Wege vom östlichen Mittelmeer bis Alexandria Eschate."
Nach einem weiteren Schluck Tee fuhr ich fort.
"Das ist aber nicht das Besondere. Besonders ist, dass die Karte kommentiert ist. Mit Notizen in Latein und in Griechisch. Notizen zu Land und Leuten. Zu Wetter, Pflanzen und Bräuchen. Weißt du, was das heißt?"
Das Leuchten in meinen Augen verbarg ich nicht. Ich hätte es auch gar nicht verbergen können. So lehnte ich mich nach vorne und sprach mit leiser, fast flüsternder Stimme.
"Die Kommentatoren waren dort! Es sind echte Aufzeichnungen von echten Reisenden. Und dann, hinter Alexandria Eschate, ist ein Gebirge eingezeichnet. Dort steht auch ein Kommentar. Dort steht: 'Dahinter das Land der Serer?' Da steht eine Frage. Man weiß es nicht. Niemand weiß es, niemand war je da. Scato, Minerva hat mir damit ein Zeichen geschickt."
Ich lächelte nun auch, aber es war ein verklärtes Lächeln.
"Das könnte mein Beitrag zur Forschung des Museions sein. Ich habe das Geld, um eine solche Reise zu wagen. Ich bin ungebunden, ohne Ehefrau. Ich glaube, Minerva will, dass ich das Unbekannte, die Erzählungen, das Hörensagen, mit Fakten fülle. Scato, ich werde nach Osten reisen. Meine Sachen sind schon fast komplett gepackt."
Nun zeigte mein Gesicht Entschlossenheit.