Amytis hatte Hunger und aß daher recht schnell, auch wenn sie sich bemühte, dabei nicht ungeschickt zu sein und zu kleckern. Daher war sie sogar vor dem Mann fertig, und als der Aurelier ihr dann einen Befehl erteilte, nickte sie rasch, nahm die Schüsseln mit in die Küche. Sie hatte auch den Befehl an Tiro gehört, der die kurze Illusion der Ruhe zerriss. Was hatte man nur vor mit ihnen?
Es dauerte nicht lange, die Schüsseln abzuliefern und eine Waschschüssel zu besorgen, daher war sie recht schnell wieder da, und konnte noch zusehen, wie der Sklave sich die Tunika über den Kopf zog. Tatsächlich hatte sie noch nicht allzuviele nackte Männer gesehen, erst seit ihrer Gefangenschaft war sie nicht darum herum gekommen, und auch jetzt konnte sie gar nicht anders, als neugierig zu starren. Aber sie wusste sich auch zu beherrschen, denn die Aufgabe, die sie hatte, sollte erledigt werden.
Also stellte sie sich mit der Schüssel in der Hand neben die Szene und wartete schweigend, während ihre Wangen ein sanftes dunkelrot annahmen.