Beiträge von Sextus Duccius Parfur

    "Sag das nicht mir, sondern den Menschen dort hinten!", entgegnete Sextus kühl auf die harsche Anfuhr durch den Soldaten und wandte sich dann mit einem Lächeln an Sorana.
    "Salve... Du bist schon aus Rom zurück? Tut mir leid die rüpelhafte Begrüßung eben," Er meinte den unabsichtlichen Stoß, den er ihr verpasst hatte. "aber hier kann nur ein Baum ruhig stehen blieben." Er schüttelte den Kopf und blickte sich einmal um, wie um die Größe der Menge einzuschätzen. "Die Menschenmenge übertrifft bei weitem meine Erwartungen. Loki und Ancius werden sich freuen!"


    Da hörte er die Worte des Soldaten über germanen und sein Blick verfinsterte sich zusehends. "Nette Gesellschaft hast du da, Sorana!"



    "Loki...", mehr schaffte es Sextus nicht zu sagen, da wurde ihm schon ein halb weggetretener, verflucht stark nach Alkohol müffelnder, Bursche in die Arme gedrückt. "Loki!", konnte er noch mal sagen, diesmal vorwurfsvoller, doch dieser war schon wieder verschwunden.
    "Verfluchter Loki, was soll ich denn jetzt bitte mit dem anfangen?!", murmelte Sextus abwesend und hielt sich den Burschen möglichst weit vom Leib. "Entschuldigt mich bitte!", meinte er zu den zwei Scribas, mit denen er eben noch gesprochen hatte und zerrte den Mann zu der nächsten Wachen, die herumstand und die Augen nach Dieben und ähnlichem offen hielten.
    "Meine Herren, wenn ihr so freundlich wärt...", er bugsierte den Trunkenbold in deren Arme. "Ich wäre euch beiden sehr verbunden, wenn ihr ihn irgendwo hin schaffen könntet, wo er ohne zu stören seinen Rausch ausschlafen kann..."
    Der Mann wurde ihm abgenommen und eine der Wache schaffte ihn fort, um ihn wohl über nacht einzusperren. Sextus wischte sich seine Hände an seiner Kleidung ab und ging wieder zu der Auktion.
    Dieser Loki konnte etwas erleben!
    Als er sich wieder durch die Menge drängte, wurde er unvermittelt von hinten gestoßen und stolperte, ehe er sich wieder fangen konnte gegen eine junge Frau, die sich grade mit einem Soldaten unterhielt. Es war nur noch ein kleiner Stoß seinerseits, doch er drehte sich auf der Stelle um und entschuldigte sich.
    "Tut mir leid, das Gedränge... Sorana?"



    /edit Rechtschreibfehler gefunden und sie behalten

    Sextus hörte aufmerksam zu und nickte hin und wieder nachdenklich, doch, als Avarus fertig war musste er verneinen:
    "Da muss vor meiner Zeit in der Curia gewesen sein. Du musste wissen, Senator, dass ich er vor kurzem berufen wurde."
    Er schaute kurz nachdenklich.
    "Vielleicht solltest du mit meinem Vater reden, vermutlich war er da noch im Dienst."

    „Ich werde es ihm ausrichten, Senator.“, versprach Sextus und trank seinerseits einen Schluck, während der Senator seine Gedanken zu sammeln schien. Doch die folgenden Worte ergaben für Sextus keinen Sinn. Er runzelte die Stirn und schüttelte den Kopf.
    „Tut mir leid, Senator, doch ich fürchte, ich habe keine Ahnung, worauf du hinaus willst...“

    In seiner Aufgabe als Duumvir war Sextus ja schon zum einen verpflichtet sich zumindest kurz bei der Auktion blicken zu lassen. Doch seine Verpflichtung als Freund wog ohnehin viel schwerer. Es war die Auktion von Loki und Ancius und diese durfte er auf keinen Fall verpassen! Und doch musste er zugleich die Stadt repräsentieren, und war dementsprechend gekleidet. Zwar nicht zu pompös aber er machte schon etwas her. So schritt er die Reihen der normalen Stände entlang und begutachtete die Waren, die feilgeboten wurden. Es erschien ihm alles etwas größer und etwas lauter als sonst. Das hier musste ein Paradies für Taschendiebe sein!, dachte Sextus und grinste in sich hinein.
    Wie die meisten, zog es Sextus zu den Pferden und der Auktionsfläche. Dort sah er sich suchend, um ob er ein bekanntes Gesicht entdeckte, oder schon eins der Tiere auftauchte.

    Sextus war knapp hinter Loki und der jungen Frau durch das Tor getreten und hatte belustigt dessen Ausführungen gelauscht. Wer diese junge Frau wohl war? Eine neue Flamme oder die unbekannte Schwester? Aus Lokis verhalten ihr gegenüber konnte Sextus das nicht so ganz erkennen. Als dieser dann jedoch mit so einer Begeisterung den Holzschuppen ankündigte, konnte Sextus nicht anders. Er trat vollständig zu den beiden hinzu und lies verlauten: „Unser Loki hier war schon immer leicht zu begeistern gewesen, nicht wahr?“ Er grinste ebenfalls, ähnlich wie Loki und schüttelte zugleich den Kopf. „Hier gibt es doch viel interessanteres zu sehen, als einen öden Holzschuppen!“

    Sextus schmunzelte und nickte.
    „Das mit den Baumaterialien und der Arbeiterschar sollte kein Problem darstellen und für gutes Wetter werde ich den Göttern ein Opfer darbringen, der Rest liegt in ihrer Hand. Und in der Tat freut sich Ancius schon auf die fertige Taverne. Er hat einige Pläne damit.“

    „Bestens, danke der Nachfrage, ich glaube nur, er fühlt sich etwas unterfordert. Ihm fehlt die Arbeit.“ Sextus zuckte grinsend mit den Schultern „Darf ich etwas zu trinken anbieten, Senator?“
    Auf die direkte Nachfrage nach dem Tavernenbau musste Sextus schmunzeln. Da tat er alles, um die Etikette und die Umgangsformen zu lernen, um nicht immer, wie er es gewohnt war drauf los zu preschen, und jetzt wurde er so direkt gefragt. Ihm sollte es nur recht sein.
    „Ich habe die Baustelle wieder in Stand setzten lassen und auch die Materialien wurden überprüft, ob sie die Winterlagerung unbeschadet überstanden haben. Des weiteren hab ich den Arbeitern vom Vorjahr bescheid gegeben, dass die Arbeiten bald wieder aufgenommen werden und einige von ihnen, gleich mit den schon erwähnten Aufgaben betraut. Mit vollkommenen Wiederaufnahme der Arbeit wollte ich warten, bis du eintriffst, Senator.“

    Sextus stand auf und ging um seinen Schreibtisch herum, um den Senator zu begrüßen.
    "Salve Senator Medicus Germanicus Avarus!", entgegnete er. "Es freut mich ebenfalls dich wieder in Germanien begrüßen zu dürfen!" Ein Grinsen huschte über sein Gesicht. "Ich sollte das Schild an der Tür wahrlich ändern lassen... Willst du dich nicht setzten?"
    Er machte eine einladende Geste zu der kleinen Sitzgruppe mit den bequemen Sesseln.

    Darauf wusste Sextus nichts zu sagen, und er gab einen unbestimmten Laut von sich, der in etwa mit „Mrrrp“, zu beschreiben wäre. Er trank sein Bier langsamer als Loki und seine Augen schweiften hin und wieder zu seinem Freund, ehe sie sich wieder der Menge zuwandten und die Leute musterten.

    „Ich habe nie behauptet, dass es nur die Germanen wären, die sich ändern müssten!“, entgegnete Sextus, beinahe das Gefühl habend sich verteidigen zu müssen. „Doch wenn so was geschieht? Wieso bringt es niemand zur Anklage?“ Sextus nahm einen Schluck und schüttelte den Kopf. „Das wäre sie sicher, doch eine Legion würde sich doch nie damit begnügen nur zu rächen, sie würde auch Unschuldige angreifen....“

    „Heilsa Farold, aber nein, wie könntet du stören? Setz dich!“ Sextus deutete auf die Sitzgruppe und erhob sich ebenfalls, um sich dort nieder zu lassen und kurz fragend auf den Weinkrug zu deuten. Währenddessen sprach er: „Der Senator hat mir vor kurzem Bescheid gegeben, dass er bald wieder nach Germanien kommen wolle, um die Arbeiten zu begutachten. Ich habe schon veranlasst, dass wieder Arbeiter eingestellt werden und die Baustelle wieder hergerichtet wird, damit weiter gemacht werden kann, wenn es so weit ist.“
    Er lächelte schief, nie hätte er gedacht, dass er sich um so viele verschiedene Dinge kümmern musst.
    „Wieso fragst du?“

    Sextus nahm den Becher entgegen und schüttelte den Kopf.
    "Ich bin es gewohnt. Ich habe das Gefühl mich seid jeher zwischen den Welten zu bewegen und hab mich inzwischen damit abgefunden."
    Er zuckte mit den Schultern und grinste etwas. "So ist das hier in der Casa einfach. Beinahe alles wird vermischt und es funktioniert trotzdem." Er drehte den Becher leicht in seiner Hand und betrachtete, wie der Inhalt sich mitdrehte. "Manchmal glaube ich, dass es in ganz Germanien so funktionieren könnte, wenn nur alle ihre Schauergeschichten und ihre Vorurteile vergessen könnten." e schaute zu Loki auf und verzog den Mund abermals zu einem Grinsen. "Es ist spät und ich schwafle..."

    Sextus saß interessiert in seinem Stuhl und folgte den Worten von Venusia, so wie des Legaten. Beide empfand er als gute Redner und er nahm sich fest vor irgendwann auch einmal die Kunst der Rethorik zu erlernen. Bisher hatte er dazu ja nie große Gelegenheit gehabt, sondern meist nach Gefühl, Intuition und mit Hilfe von anderen bei der Vorbereitung gesprochen. Das sollte er wohl besser mal ändern!
    Doch jetzt wollte er sich erst mal möglichst viel von den hier Anwesenden abschauen, weshalb er sich vorgenommen hatte sich hier zurück zu halten.