Beiträge von Sextus Duccius Parfur

    Sextus lächelte und schüttelte den Kopf.
    Freundlich aber bestimmt, wer auch immer denneuen Scriba eingestellt hatte, hatte keine schlechte Wahl getroffen.
    Dann runzelte Sextus kurz die Stirn, als ob er überlegen würde, dann meinte er grinsend:
    "Du könntest heißen Wein besorgen lassen, nachprüfen, ob das Officum auch beheizt ist, und wenn nicht das schleunigst nachholen. Dann bräuchte ich noch eine Hand voll Wachstafeln und ein paar Pergamente, da ich vorhabe ein paar Briefe zu schreiben. Ja, ich denke das war es fürs erste. Natürlich müssen die Brife dann später noch abgeschickt werden, aber immer alles zu seiner Zeit."

    Dankbar nahm Sextus den Lappen entgegen und begann sich den Arm abzuwaschen. Zuerst verbrauchte er fast unnötig viel Wasser, aber als das Gröbste herunter war, rieb er sich normal die Haut ab und grinste auf Lokis Worte und meinte an Ancius gewandt: "Japp, und ich hoffe unsere Abmachung wird nicht vergessen, egal, was für ein Folen dabei herauskommt... Aber da wir uns ja so gut kennen, auch wenn ich mich nicht daran erinner, müsste das ja kein Problem sein."
    Es war das erste Mal, das Sextus wirklich locker über seinen Gedächnisverlust sprach, ohne sich großartig etwas dabei zu denken.

    Aufmerksam und höflich war der Mann schon mal, Sextus fragte sich nur, wer ihn eingestellt hatte. Aber das würde er sicher später noch erfahren, jetzt wollte er dieses Theater hier erstmal noch ein bisschen weiter treiben.
    "Nicht viel, ich wollte nur zum Officium des Duumvir."
    Meinte er deshalb mit einem Achselzucken und wollte an dem Scriba vorbeischlendern, um zu besagtem Raum zu gelangen.

    Sextus atmete noch mal tief durch und machte sich dann an die Arbeit. Den Lappen locker in der rechten Faust haltend begann er zuerst die Hand, dann den Unterarm immer tiefer in das Tier einzuführen. Langsam verstand er, warum die Hengste so groß waren, da ging es immer weiter und weiter hinein.
    Nach den ersten Zentimetern schloss Sextus die Augen, doch seltsamerweise nicht vor Ekel, wie er zuerst gedacht hätte, sondern, um sich besser auf den Weg konzentrieren zu können. Irgendwie kam ihm das alles einfach nur natürlich vor, jetzt, wo er es tat, und er war ganz in seine Aufgabe vertieft, wortwörtlich.
    Als er dann bis zur Hälfte des Oberarms in dem Tier drinnen steckte, und um besser ranzukommen halb in den Knien gebeugt dastand, drückte er den immer noch recht feuchten Lappen langsam aus. Dabei bat er die Götter diese Aktion möge von einem gesunden Fohlen gesegnet sein.
    Fast so langsam, wie beim Eindringen, zog Sextus seinen Arm wieder aus der Stute und meinte, nachdem er die Augen wieder aufgeschlagen hatte: "Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt für ein Bad! Aber da ich das auf die Schnelle wohl nicht bekommen werde wäre ich euch dankbar, wenn ihr mir eben mehr Wasser besorgt."

    Sextus musste grinsen, als Loki sich so entschuldigte, fast schon lachend winkte er schließlich ab und meinte: "Mach dir nichts draus. War ja keine große Sache.."
    Er legte die Rolle beiseite und gestikulierte einladend zu dem Stuhl auf dem Loki vorhin schon gesessen hatte.
    "Kannst ja nichts dafür, dass das Mädchen wohl keine Vorstellung bezüglich der Preise von so einem Wagen hat. Wahrscheinlich hat sie sich in den Kopf gesetzt so ein Gefährt haben zu wollen und ist sauer auf jeden der ihr keins beschafft."
    Sextus zuckte mit den Schultern und grinste.

    Sextus seufzte halblaut, nahm sich einen sauberen Lappen und tunkte ihn in das... Zeug, dort lies er ihn für einen Moment, damit er sich vollsaugte. Während dessen nahm er sich einen Wassereimer und begann die Stute dort zu renigen, wo er jetzt wohl arbeiten würde müssen. Dann zog Sextus sein Hemd aus, wusch sich auch noch seinen Arm und meitne dann zu Loki und Ancius: "Ich wäre euch sehr verbunden, wenn ihr sie GUT festhalten würdet."
    dann nahm er den inzwischen durch und durch getränkten Lappen auf und wartete, dass Loki und Ancius Position bezogen. "Loki, halt doch bitte noch den Schweif hoch." Dann atmete er nochmal tief durch und sah Ancius und Loki an.

    Sextus war grad in die Geschichte des Ödipus vertieft, als schon wieder so zartfühlend gegen seine Tür geklopft wurde. Die Augen verdrehend rief er: "Was gibts denn nun schon wieder Loki?" Er legte die Schriftrolle nicht aus der Hand, setzte sich aber etwas auf. Da er erwartete, dass Loki auch einfach so hereinkommen würde.

    Sextus lachte auf Lokis Worte und stimmte ihm zu. das war mit ein grund gewesen,w eshalb er das Mädel nicht hergebracht hatte. Aber vielleicht würde er das ja bei einem späteren Fest nachholen.
    Auf Lokis kleine Rede bei der Sextus die genuschelten Worte leider nicht verstanden hatte, aber dennoch in das Gelächter miteinstimmte, hob Sextus, wie viele andere seinen Becher und trank ihn Loki zu ehren in einem Zug aus.
    Dass das Essen freigegeben war brauchte Loki icht zweimal zu sagen und Sextus sah sich schonv erhungern, denn fast sofort waren die Tische belagert. Sextus hignegen stand immer nach da und starrte in den Himmel.
    Lokis Leben hatte eine krasse Wendung genommen, ähnlich wie sein eigenes, und auch wenn er sich wohl nie wieder erinnern würde, was früher passiert war, hier fühlte er sich geborgen. Hier war er eindeutig zuhause. Mit einem grinsen wandte er sich dann selbst den mit Essen beladenen Tischen zu und stürzte sich mal in die Schlacht am Buffet.

    "Wunderbar", erwiderte Sextus auf die Frage seines Vaters. "Vorallem in der Gesellschaft" Er zwinkerte verschwörerisch und lächelte dann zu Lucia hinüber, die leicht errötend zu Boden blickte, um kurz darauf mit einem fast spitzbübischen Lächeln wieder aufsah.
    Als Valentin dann noch die drei Nachzügler entdeckte musste Sextus grinsen: "Ist das nicht mit eine aufgabe dieser Feste? Die weit verstreuten Familien wieder zu vereinen?"

    Sextus war auf einer Steppvisite bei seinem Duumvir Kollegen in Borbetomagus gewesen und hatte mit diesem bezüglich der Handelsbeziehungen gesprochen. Reisen bei dem Wetter war alles andere als angenehm, und Sextus wäre am liebsten sofort nach Hause gegangen, aber er musste zuerst was er verhandelt hatte offiziell machen und seine Notizen ins Reine schreiben lassen.
    Also betrat er die Curia und war recht überrascht auf dem Stuhl seines Scribas ein unbekanntes Gesicht zu entdecken.
    Sich den Schnee von den Schultern klopfend ging er auf diesen zu und grüßte ihn. "Salve" Wollte er doch mal sehen, wie sich der Mann schlug.

    Sextus nickte und sah kurz nachdenklich drein, dann lächelte er wieder und sagte:
    "Also die Marktordnung sollte kein Problem sein. Natürlich sind Öffnungszeiten einzuhalten und entsprechende Gebüren und Seuern zu entrichten, und wenn du einen Marktstand möchtest, Senator, brauchst du die entsprechende Lizens."
    Fragend, ob denn ein Marktstand erwünscht wäre sah Sextus den Senator an und den Moment wählte der Scriba um den Wein zu bringen. Er schenkte zuerst dem Senator ein, dann dem Duumvir, verneigte sich angedeutet und machte sich wieder unsichtbar.
    Sextus lächelte und meinte: "Trinkt, ein sehr guter Tropfen." Er nahm selbst einen genüsslichen Schluck und dann fuhr er fort: "Was das Gebäude betrifft kommt es ganz darauf an, was dir für ein Geschäft vorschwebt. Welches Gewerbe, welche Größe und das alles."

    Ich setzte mich dem Senator gegenüber und winkte kurz ab, als dieser sagte, dass er gleich zur Sache kommen wollte. Das geplaudere mit höheren Kreisen lag mir so und so nicht wirklich.
    "Das hat er, aber genaueres nicht.", log ich ohne Zögern und nahm mir vor dem Burschen die Ohren lang zu ziehen. "Um was genau handelt es sich denn?"

    Ich nickte und lächelte freundlich.
    "Bitte, nimm doch Platz, im Sitzen spricht es sich um einiges besser."
    Ich bot ihm den bequemeren der beiden Sessel an dem kleinen Tischchen an und wartete höflich.
    "Mein Scriba sollte uns gleich etwas zu trinken bringen."

    Ich hatte es doch tatsächlich geschafft Lucia zu überreden zum Julfest herzukommen. Sogar nach den wenigen Gesprächen, die wir bisher erst gehabt hatten, war sie ganz versessen darauf dieses germanische Brauchtum kennen zu lernen. Das Julfest war zwar nicht so perfekt für Pärchen, wie die Maien im Frühjahr, aber ich war zufrieden, mit dem was sich mir grade bot.
    Der einzige dämpfer könnte ihr zwei Jahre jüngerer Bruder Marcus sein, ohne den sie nicht weg gedurft hätte, aber das Zwinkern, dass Lucia mir zugeworfen hatte... der Junge scheint kein all zu großes Problem zu werden.
    Während der ganzen Begrüßerei hielt ich mich mit den beiden im hinteren Teil des Raumes auf und unterhielt mich leise mit Lucia. Und da begann ich schon zu verstehen, warum ihr Bruder kein Problem werden würde. Marcus sprach dem Wein wirklich übermäßig zu, es würde mich wundern, wenn er nach den speziellen Julmet noch stehen konnte.
    Dann ging es hinaus und nur der scharfe Blick seitens Marcus hielt michd avon ab Lucia den Arm um die Schultern zu legen. ich würde wohl irklich warten müssen, bis dieser abgefüllt war. Doch all zu schwer würde das wohl kaum werden schon jetzt schien er Mühe zu haben grade aus und aufrecht zu gehen.
    Das Feuer wurde entzündet, und als das besondere Bier verteilt wurde winkte ich Lucia mir zu folgen, ihr bruder war vollends mit seinem Becher beschäftigt und tippte meinem Vater grinsend auf die Schulter.

    Ich versuchte nichts falsches zu asgen, weshalb meine Antworten knapper ausfielen als gewöhnlich, auch fühlte ich mich etwas gehemmt, da ich nicht so recht wusste, worüber ich reden sollte. Die Speisen waren köstlich, doch rührte ich sich nicht wie normalerweise mit übermäßigem Appetit an, sondern hielt ich zurück.
    Als dann die Frage nach den Plänen mit Mogontiacum kam lächelte ich fast erleichtert, denn jetzt hatte ich was zu erzählen.
    "Zunächst nur Kleinigkeiten. Wie immer müssen im Frühjahr die Straßen ausgebessert werden, da werde ich wohl beim Castellum nachfragen, ob deren Soldaten vielleicht unterbeschäftigt sind. Vielleicht werde ich auch veranlassen einige öffentliche Gebäude mal grund zu sanieren, ist zwar nicht zwingend notwendig, aber sie würden dann sicher einen noch besseren Eindruck machen.Natürlich möchte ich auch den Handel verstärken und hab da schon die eine oder andere Idee. Und zum Frühjahr möchte ich die Augusta wieder in unser schönes Städchen einladen. Mein Vater erzählte mir ihr letzter Besuch war ein voller Erfolg. Ich glaube sie wurde sogar schon unverbindlich eingeladen, ich finde wir sollten das offiziell machen."

    Der Scriba klopfte an der Tür, wartete auf das herein und kündigte den Senator Senator Prudentius Commodus an.


    Ich stand überrascht auf und meinte zu den Scriba: "Lass ihn herein und dann hol rasch einen guten Wein."


    Der Scriba nickte und hielt dem Senator dann die Tür auf.


    "Salve Senator! Duumvir Duccius Parfur. Was verschafft mir das Vergnügen deines unverhofften Besuches?"

    Ich war ausnahmsweise mal nicht mit der Arbeit, sondern mit den Werken von Catull beschäftigt. Allein schon der Anfang hatte mir sehr gut gefallen und wenn man mit den Gedichten kein Mädchen herumkriegte, womit dann?
    'Da mi basia mille, deinde centum, dein mille altera, dein secunda centum.'
    Bei so vielen Küssen musste ein Mädchen ja schwach werden! Ich grinste, während ich las und wurde von dem KLopfenbeinahe aufgeschreckt.
    Ich legte die Pergamentbögen rasch in einen Stapel, wo ich hoffte, dass sie nicht so auffielen und rief: "Ja? Herein!"