Beiträge von Sextus Duccius Parfur

    Dort angekommen klopfte er und wartete auf das 'herein', welches auch recht bald kam. Dann öffnete er die Tür und winkte Venusia doch einzutreten. Sie anzuküdigen oder ähnliches zu tun, daran dachte er gar nicht. Er glaubte es wäre doch sicher eine nette Überraschung.


    Sextus saß indes an seinem Schreibtisch und las sich ein paar Berichte durch. Neugierig blickte er auf, als es klopfte, wunderte sich jedoch, dass zuerst niemand eintrat, sich aber die Tür öffnete. War das ein Streich? Mit gerunzelte Stirn wartete er ab, was da wohl jetzt kommen würde.

    "Danke.. tolle Idee", wandte Sextus sarkastisch ein und blickte leicht panisch auf sein nun wohl ruiniertes Hemd. "Wo bekomm ich jetzt so schnell saubere brauchbare Klamotten her? Ich muss sofort los..." Hilfesuchend blickte Sextus zu Farold. Vielleicht hätte dieser eine brauchbarere Idee, als Loki vor ihm.

    Sextus nickte Helius nochmal lächelnd zu und atmete dann erleichtert auf, als dieser aus dem Raum war.
    "Endlich", seufzte er und legte wieder die Füße auf das kleine Tischchen. Jetzt noch etwas entspannen. Sextus lies den Wein in seinem Becher kreisen und blickte dann versonnen in das Getränk. Hin und weider nahm er einen kleinen Schluck, bis der Becher leer war und er sich abermals seufzend aufraffte.
    "Die Arbeit ruft", murmelte er und setzte sich an de Schreibtisch und zog das erste Pergament und eine der Wachstafeln zu sich.

    Ein junger Mann kam vorbei und sah nur eine Frau wartend vor dem Büro des Scribas stehen. er ging zu dieser und blieb im gebührendem Abstand stehen.
    "Der Scriba ist nicht da.", wandte er hilfreich von hinten ein und verlagerte sein gewicht von einem Fuß auf den anderen. "Er ist im Auftrag des Duumvirs unterwegs. Kann ich Dir vielleicht weiterhelfen?"

    "Oh.... scheiße!", stieß Sextus aus, warf sein Hemd über die eine Boxentür und griff sich in die Haare um diese zu raufen. "Ich sollte heute Mittag nochmal in die Curia kommen und jetzt war ich die ganze Zeit hier! Mein Vater wird mir den Kopf abreißen!"
    Er hatte es wirklich vergessen gehabt,dass er eigentlich zur Curia gewollt hatte, als der Stallbursche zu ihm gekommen war, um ihn herzulotsen! Das gabs doch wirklich nicht!

    Sextus schüttelte grinsend den Kopf über Loki und Farold. Musste man die beiden nicht einfach mögen? Er wusste es selbst nicht, aber irgendwie benahm er sich wohl nicht so, wie es sich für den Sohn der Familie gehörte. Und seltsamerweise kümmerte ihn das nicht im geringsten. Aber irgendwas hatte er doch vergessen... Nachdenklich runzelte Sextus die Stirn und trocknete sich die Hände an seinem Hemd ab. Marga würde ihn wohl umbringen, da es schon wieder gewaschen werden musste, und dann auch noch sein gutes, das er für die Arbeit brauchte. Plötzlich wurden Sextus Augen rund und sein Mund klappte etwas auf.
    „Ähm, Leute, so gern ich mit euch was trinken würde... Wie spät haben wir es, was würdet ihr sagen?“
    Man konnte einen leicht panischen Unterton in seiner Stimme hören.

    „Ah, ich glaub du hast das falsch verstanden. Ich gebe dir die Briefe, wenn du mir die Deinen zum kurz durchlesen bringst.“, stellte Sextus richtig. „Ich muss sie erst schreiben“ Er grinste leicht und überlegte dann kurz, wie das noch mal mit der Bezahlung war. Er hatte nur sehr selten Briefe herumgetragen oder selbst verschickt, aber ... „So weit ich weiß hat die Stadt eine Wertkarte. Wenn du die Briefe abgibst sollen sie es einfach auf diese abbuchen.“ Er nickte noch mal, wie um sich selbst zu bestätigen und blickte dann Helius auffordernd an.

    Grinsend machte Sextus sich es bequem, nachdem er sich Loki zu gewand hatte, und schüttelte denn den Kopf. Er und Clara verwandt? Na das war ja mal eine nette Vorstellung. Aber er musste ehrlich sagen, dass er keinerlei Ahnung hatte.
    „Die Familie ist so groß, ich blick da nicht mehr durch. Vielleicht ist sie eine Cousine?“
    Der Blick von Sextus konnte nur mit den Worten gedeutet werden: Hoffentlich eine weit entfernte. Dann grinste er wieder.
    „Kannst ja mal meinen Vater fragen, wenn du Lust hast.“, fügte er an und lachte kurz.
    Er beobachtete Loki, wie er sich in Sextus Zimmer umsah und schaute sich selbst um. Es war nichts großartiges, eben ein bisschen unordentlich, aber mit guten Möbeln und groß genug für ihn. Mit angehobenen Augenbrauen schaute Sextus wieder zu Loki, grade so als wollte er fragen: ’Und?’

    "Das wäre mir sehr recht. Ich möchte gerne wissen, was in meinem Namen verschickt wird. Außerdem kannst du dann gleich noch ein zwei Briefe mitnehmen, die ich verfasst habe.", erwiderte Sextus und nickte. Außerdem würde er, wenn sich Helius jetzt gleich auf seine Aufgaben stürzte, den zweiten Becher mit hochgelegten Beinen genießen können, ehe er sich selbst an die Arbei machte. Und darauf freute er sich jetzt schon.

    "Wärst du ein völlig inkompetenter Schwachkopf, hätte sie das. Aber da ich mich eigentlich auf meine Verwandschaft verlassen kann und du mir nicht wie ein inkompetenter Schwachkopf vorkommst... Keinesfalls."
    Sextus lachte fröhlich.
    "Ich würde sogar sagen die beiden haben mir einen Gefallen getan. Einen wie großen wird die Zeit zeigen."
    Immer noch fröhlich lächelnd griff Sextus nach dem Weinkrug und füllte sich noch etwas nach. Nicht all zu viel, da er ja noch arbeiten wollte, aber der warme Wein tat zu gut nach der Reise.

    "Nein, momentan nicht", Sextus schmunzelte. Sein neuer Scriba schien ja ganz versessen auf Arbeit. Aber das konnte einem nur gut tun, wenn man sich so einen Job suchte. Aber Sextus hatte das Gefühl, dass sie zwei beide ganz gut miteinander auskommen würden. Aber eins belastete seine Neugierde noch: "Aufträge habe ich nicht, aber eine Frage: welche gute Seele hat dich eingestellt und wie es schein schon eingearbeitet?" Das fragte er sichw irklich, denn um ehrlich zu sein, konnte er sich niemanden vorstellen.

    Sextus trank grade wieder und langsam wurde sogar die letzte Kälte aus seinen Knochen vertrieben. Doch beinahe hätte er es bereuht grade in diesem Moment einen Schluck genommen zu haben. Er verschluckte sich fast und stellte grade noch rechtzeitig den becher auf den Tisch, ehe er ihm irgendwie aus der Hand gefallen wäre.
    Sich mit dem Handrücken der Linken über den Mund streichend versuchte Sextus einen völlig fehlplatzierten Lacher zu unterdrücken und schaffte es ihn auf ein mildes Schmunzeln herunter zu ringen.
    "Du.. du bist noch nicht lange hier, oder?", fragte er leicht belustigt. "Entschuldige bitte." Er rieb sich über den Mund, um das blöde Grinsen loszuwerden. Abermals entschuldigend lächelnd beantwortete er dann die eigentliche Frage: "Das ist recht unterschiedlich, aber meist schmilzt der Schnee Ende März [ich kenn mich mit den Römischen Monaten überhaupt nicht aus, deshalb jetzt mal die modernen 8)], aber der wirkliche Frühling, würde ich sagen beginnt Anfang Mai. Da brechen die Knospen auf und das Wetter ist auch nicht mehr so unberechenbar, wie im April. Beantwortet das deine Frage?"

    Sextus erwiderte das Nicken und fuhr dann fort:
    "Als nächstes einen Brief an die Classis. Das ist jetzt bezüglich des mit dem Frühling wieder auffrischenden Handels. Da die privaten Schiffe der Stadt nicht für unseren Bedarf ausreichen, die Frage, ob und in wie weit die Classis uns wieder, besonders für die ausserprovinziellen Aufgaben, entgegen kommen könnte."
    Nochmal sah Sextus auf, sprach jedoch fast gleich weiter:
    "Und zuletzt ein Schreiben an Augusta. Eine offizielle Einladung uns im Frühling wieder hier zu besuchen."

    "Also", Sextus nippte nochmal an seinem Becher, ehe er richtig begann:
    "Als erstes aufgrund des anstehenden Frühlings ein Schreiben an die Legio. Weis' möglichst neutral darauf hin, dass nach der Schneeschmelze wieder Renovierungs- und Straßenbauarbeiten anstehen, wie jedes Jahr, und frag', ob die Legio neben den Leuten, die sie schon für die Taverne abgestellt hat, uns auch noch weitere für diese Arbeiten ausleihen könnte."
    Er schaute auf, um zu prüfen, ob helius so weit war und trank nochmal aus seinem Becher.

    Als er den Becher mit dem heißen Wein gereicht bekam meinte Sextus kurz: "Danke", ehe er vorsichtig daran zu nippen begann. Das getränk war wirklichv erdammt heiß, aber irgendwie auch genau richtig und er nippte nochmal daran. Kurz bließ er darüber, dann nahm er einen richtigen Scluck und spürte fast sofort, wie die Wärme sich in ihm ausbreitete. Mit einem zufriedenem Lächeln lies er sich zurück in den Sessel sinken und meinte wie nebenbei:
    "Nimm dir gleich eine Wachstafel für Notizen, Helius, ich hab ein paar Aufträge für dich."

    Sextus überlegte kurz, ob es ihn arg in Verruf bringen würde, wenn ihn sein neuer Scriba mit den Füßen auf dem Tisch sehen würde. Seufzend entschied er sich, sich solche Macken erst später zu erlauben und nahm erst die Füße vom Tisch herunter, ehe er rief: "Herein"

    Sextus betrat sein Officium und fand es tatsächlich angenehm warm vor. Er legte seinen Umhang ab lies sich in einen der Sessel sinken udn legte die Füße auf den Tisch.
    Ein genieserisches "Ah", kam über seine Lippen und er bewegte die Zehen in seinen Schuhen, damit sie langsam wieder auftauten. Doch lange blieb sein Kopf nicht so schön leer und mit einem schiefen Grinsen dachte sich Sextus, dass Helius nun wohl einiges zu tun bekommen würde, sobald er hier im Officium auftauchte.

    Sextus lachte kurz über die Überraschung des Mannes und nickte dann freundlich lächelnd:
    "Eben dieser bin ich. Freut mich auch dich kennen zu lernen, Helius. Und kein Grund sich zu entschuldigen, woher hättest du denn wissen sollen wer ich bin? Du muss vielmehr mir das kleine Theater hier entschuldigen, aber ich weiß gerne, wie sich meine Scribas den Leuten gegenüber verhalten."
    Er grinste und nickte dann zu Helius weiteren Worten.
    "Das freut mich, und vergiss den Wein bitte nicht, bei dem Wetter da draußen, hält einen selbst ein flotter Ritt nicht warm."