Die ALA kam von Raetia zurück, der Grossteil der Männer sollten ins Lager reiten, lediglich die I. Turma sollte im Hof der Regia auf mich warten.
Ich selbst begab mich zum Officium des LAPP....
Die ALA kam von Raetia zurück, der Grossteil der Männer sollten ins Lager reiten, lediglich die I. Turma sollte im Hof der Regia auf mich warten.
Ich selbst begab mich zum Officium des LAPP....
Ein Meldereiter der ALA kam ins Lager galloppiert und meldete dem Tribun Maximus, dass die ALA bald in Mogontiacum sei und der Tribun so nett sein möchte und sich im Officum des LAPP mit Decurio Magnus treffen möchte.
Im Gallopp geht es über die Strassen nach Mogontiacum.
Mit kleinen Pausen versuchen wir die Anstrengung für Pferde und Reiter so gering, als möglich zu halten.
Eine Stunde vor Mogontiacum schickte ich einen Meldereiter ins Lager der IX, um Tribun Maximus zu informieren: er möchte sich bitte mit mir gleich beim LAPP in Mogontiacum treffen. Die Informationen waren wichtig und ich wollte keine Zeit verlieren.....
Etwa 2 Stunden später kam auch schon die V. ins Lager und Decurio Crassus zu mir.
Tief bedrückt stand er vor mir und berichtete mir in allen Einzelheiten von den schlimmen Bildern, den Toten und den Informationen, die er von flüchtenden Bürgern bekommen hatte.
Ich lauschte aufmerksam und als er fertig war, sagte ich "Danke Decurio, dass muss sofort zum LAPP! Crassus, du bleibts mit 5 Turmae hier! Hältst die Stellung hier und lässt kleine Erkundungstrupps ausreiten. Vermeidet aber jegliche Art von Kampfhandlungen. Ich werde, mit dem Rest nach Mogontiacum zurückreiten!"
Crassus nickte und verliess mein Zelt, ich liess nach Severus schicken....
"Vexillarius, lass die ALA antreten und zwar fertig zum Abmarsch! Wir reiten zurück! Lediglich die Turmae X bis XIV bleiben hier. Der Rest fertig machen. So schnell, als möglich!"
Severus nickt, salutierte und machte sich ans Werk......
Kurze Zeit später sassen wir auf den Pferden und waren am Rückweg....
Wir hatten die Nacht hier gelagert und den halben Tag, als ein Meldereiter der V. Turma in mein Zelt kam...
"Salve Decurio! Decurio Crassus schickt mich! Die V hat es geschafft, sich bis kurz vor Castra Regina durchzuschlagen und ist nun am Rückweg. Er hat mich losgeschickt um die ALA zu suchen"
Ich stand auf und ging zu ihm, reichte ihm einen Becher Wasser und sagte "Hier, trink einmal. Wie sieht es aus, wie ist die Lage?"
Der Eques nahm das Wasser dankend an
"Danke! Schlimmer als wir befürchtet haben, aber Decurio Crassus wird dir das sicher lieber selbst erzählen. Wenn du erlaubst, reite ich zurück und sage ihm, wo die ALA lagert"
Ich nickte "Gut, lass dir ein frisches Pferd geben und reite los"
Der Eques salutierte und verschwand wieder....
Ich sah dem Vexillarius nach, stand dann auf und begann mir das Blut und den Dreck abzuwaschen.....
Plötzlich kam ein Decurio zu mir, jener der nach Überlebenden suchen sollte. Mit gebeugtem Haupt berichtete er mir
"Wir haben gewartet, bis die Germanen abgezogen waren, dann sind wir hin geritten und haben gesucht, aber es war zwecklos.
Wer noch nciht Tod war, war es spätestens, nachdem die Germanen ihre Toten geholt hatten. Unsere Kameraden liessen sie einfach liegen. Und wir konnten sie nicht einmal mitnehmen, denn ein Trupp Germanen kam zurück"
Ich ging auf ihn zu und fasste ihn an der Schulter "Du alles getan, was möglich war, mach dir keine Gedanken. Unsere Soldaten haben tapfer gekämpft und sie werden ihren Platz im Elysium finden."
Ich nickte ihm zu "Geh jetzt, wasch dich und ruh dich aus und hab ein Auge auf deine Männer"
Der Decurio nickte zaghaft und verliess dann mein Zelt.
Ich setzte mich..... 47 Tote also..... bei einer Einheit von mehr als 500 Mann nicht viel, wollte man denken, aber für mich war jeder Tote Soldat ein Verlust und jeder verlorene Kamerad war einer zuviel.....
Ich lauschte den Ausführungen "47 sagst du? Das sind die, die nicht mit uns zurückgekommen sind? Vielleicht bringt der Decurio noch ein paar Verletzte zurück...... ich hoffe es...... Danke Severus! Ruht euch aus, esst und trinkt und schlaft, aber vergesst die Wache nicht!"
Nachdem die ALA formiert war drehte ich mich zu Severus um "Vexillarius, wenn wir unser Lager aufgeschlagen haben, möchte ich, dass du mir Meldung über unsere Verluste machst!"
Nachdem unsere Nachhut festgestellt hatte, dass uns die Germanen nicht mehr folgten, schlossen sie zu uns auf und machten Meldung.
Ich liess die Männer wieder langsamer werden und rief die Decuriones zu mir.
"Decuriones, wir werden zurück reiten, bei dem Städtchen Losodica werden wir ein kleines Lager aufschlagen und auf die V. Turma warten. Decurio Crassus hat den Befehl, die Lage bei Abusins und Castra Regina zu erkunden und dieses kleine Gefecht diente im Grunde nur dazu, ihr Vorrücken zu sichern."
Dann wandte ich mich an einen Decurio der Nachhut "Decurio, nimm deine Turmae und reite langsam zurück und sie nach, ob du Verletzte der ALA bergen kannst, aber sei vorsichtig!"
Soviel zu den nächsten Befehlen.... die ALA nahm nun wieder eine geordnete Formation an und ritt Richtung Losodica.....
ZitatOriginal von Lucius Decimus Martinus
Aber nur wenn ma auf die Schachertortn verzichtn, die kann von uns glaub ich eh keiner mehr sehn.
Danke, Martinus!
Wenigstens einer, der mich versteht!
Ich erblickte die Verstärkung die ankam, sah kurz durchs Getümmel..... nur Infanterie, dachte ich und gab sofort das Zeichen zum Rückzug....
"Rückzug" schallte es durch unsere Reihen und die Decuriones wiederholten sofort, obwohl mich einige der Männer verwundert anblickten, da der Kampf sichtlich zu unseren Gunsten zu stehen schien.
Doch es war Zeit, wir hatten genug Männer verloren und die Turmae, die ich weiter geschickt hatte, war nun sicher weit genug entfernt.
Wir sollten uns zurückziehen und in Sicherheit warten, was uns diese Turmae berichtet. Es hätte keinen Sinn gehabt, die ganze ALA zu opfern.
Die Männer folgten dem Befehl und formierten sich sofort, obwohl sie es sich nicht nehmen liessen, den einen oder anderen Germanen noch einen Abschiedsgruss da zu lassen.
Der Weg nach hinten war frei und die Nachhut, die die ganze Zeit nur gewartet hatte, kam uns nu entgegen, um den Rückzug zu sichern und den einen oder anderen Germanen, der versuchte uns zu folgen, mit frischer Kraft, aufzuhalten.
In vollem Gallopp ging es dahin.....
Die Reiter kämpften wie wild und machten die Reiter zuerst nieder, ausserdem kam aus den Wäldern, nach dem zweiten Schwall der Germanen, meine Turmae nach und nahmen sich der Germanen, die zu Fuss waren, an.
Jetzt war es nur mehr ein wildes Getümmel, alle Krieger, ob Germanen oder Römer waren nun auf einem Haufen versammelt und kämpften um ihr Leben.
Mit meinem Spatha liess ich den Germanen die Botschaft des Imperators zukommen: Tod allen Feinden des römischen Reiches!
Und diese Botschaft kam bei vielen der Germanen hart und scharf an
Die ersten Germanen lagen Tod vor unseren Reihen und ein paar vereinzelte zwischen den Pferden.
Ich ritt zwischen unseren Flanken auf und ab, half hie und da aus und gab Anweisugen, als ich aus dem Wald kommend eine zweite Welle auf uns zukommen sah.
"Zuerst die Reiter! Holt die Reiter von den Pferden" brüllte ich und in diesem Moment sah ich im Wald, hinter den Germanen unsere Turmae auftauchen, was soviel hiess, wie dass von hinten keine Germanen mehr nachkommen würden, denn die Turmae hatten den Befehl abzuwarten, bis sich alle annähernden Germanen sich zwischen uns und den Turmae im Wald befanden.
Der Plan hatte funktioniert und nun befanden sich die Germanen in der Zwickmühle.....
Hinter uns war noch immer kein Germane aufgetaucht, aber ich liess die Nachhut trotzdem noch, wo sie war, um uns einen eventuellen Fluchtweg frei zu halten......
Es war soweit, das ohrenbetäubende Gebrüll der Germanen schallte über die Strasse und den anliegenden Wald.
Unsere Vorhut stoppte und formierte sich halbkreisförmig, der Haupttross stiess dazu und schliesste an, rechts und links der Strasse entlang. Die Nachhut blieb noch etwas zurück, um uns den Rücken frei zu halten.
Keine 2 Minuten später stand die Aufstellung und das war auch gut so, denn in diesem Moment prallten die Germanen gegen unsere Reihen.
Die ersten Germanen ritten uns entgegen und direkt in die angehaltenen Hasti meiner Reiter....
Unseren Reihen waren doppelt aufgestellt, sodass die zweite Reihe sofort mit ihren Spatha, die Germanen übernehmen konnten, die durch die erste Reihe durchdrangen.....
Während wir langsam dahin ritten, kam von den Turmae der Flanken, aus den Wäldern ein Meldereiter zu mir undberichtete, dass sich aus den Wäldern noch mehr Germanen annäherten.
Ich nickte ihm zu und er machte sich wieder auf, still und heimlich, zurück zu seiner Turma.
Von der Turma, die ich Richtung Abusina geschickt hatte, hatte man nichts mehr gehört, was entweder hiess, dass sich schon an den Germanen vorbei oder Tod waren.
Ich betete zu den Göttern, dass nicht Letzteres der Fall war.
Ich blickte zu den Decuriones zu meiner Seite und nickt, worauf sie sich zu ihren Männern begaben und diese nun über unsere Pläne und die Gefahr aufklärten......
Die ALA ritt weiter, auf eine Enge zu und man konnte davon ausgehen, dass die Germanen dort uns auflauerten.
Normalerweise hätte ich nun einen schnellen Rückzug befohlen, doch mit der Gewissheit, dass unsere Flanken sie umreiten würden und dann von hinten angreifen, beruhigte mich etwas.
Auch würden sie sofort wissen, wann es losgehen würde, denn die Germanen hatten die Angewohnheit ein riesen Gebrüll zu veranstalten, wenn sie angreifen.
Auch hatte ich mit den restlichen Decuriones des Trosses schon eine Strategie zurechtgelegt und diese würde wissen, was zu tun ist, wenn der Angriff starten würde.....
So ritten wir weiter, in der Gewissheit in eine Falle zu tappen, oder aber, was wohl sehr unwahrscheinlich war, dass uns die Germanen einfach ziehen lassen würden.....
Der Tross bewegte sich weiter Richtung Abusina, die Flanken müssten jetzt schon mindestens auf Höhe der Germanen sein, aber hinter ihnen.
Die Turma die weiter Richtung Absuina und Castra Regina reiten sollte, hatte Anweisung, die Lage zu Erkunden und eventuell jemand zu finden, der uns Aufschluss darüber geben könnte, was wirklich passiert war.....
Hochkonzentriert und ein wenig nervös ritten wir weiter, nicht mehr so schnell wie zuvor, aber trotzdem nicht im Schritt......
Wir rechneten jederzeit mit einem Angriff und waren wohl vorbereitet....
Laut Karte trennte uns nur noch eine Stadt, Celeusum, von Abusina....
Kurze Zeit bevor wir diese Stadt erreichten kam ein Meldereiter meiner Vorhut, die wir halbkreisförmig vor dem Tross angeordnet hatten, und somit auch die Wälder, abseits der Strasse, durchstreiften, zu mir und meldete die Sichtung eines kleinen Trupps von germanischen Reitern.
Kurz überlegte ich..... wir sollten, wenn möglich, Kämpfe vermeiden, aber mussten unbedingt nach Abusina und Castra Regina.
Während wir unseren Ritt verlangsamten, besprach ich mich kurz mit den Decuriones und wir kamen zu einem Entschluss....
Ich liess die Flanken verstärken und auch die Vorhut, dann befahl ich eine Turmae, durch die Wälder um diesen Germanentrupp herumzureiten und eine zweite Turma, die sich auf anderer Seite, weit abseits vom Tross, Richtung Abusina weiterbewegen sollte.....
Alles geschah fast unmerklich und langsam, sodass niemand Verdacht über meinen Plan schöpfen sollte.....
Der Rest des Trosses bewegte sich weiter auf der Strasse Richtung Celeusum...
Also zu Hungis Verteidigung!
Ich wusste eigentlich auch nichts davon, dass Martinus kommt......
Aber wenn du, Lucilla, wieder mal mehr weisst....... wär ja klar, du bist ja eine Frau!
Da haut sich Martinus natürlich besonders rein!
Trotzdem, würd mich freuen, wenn er auch kommt!
"Nicht so laut da hinten" knurrte ich Richtung Severus...... auch meine Stimmung war zunehmens angespannt.
Aber auch dieser Abschnitt unseres Rittes ging reibungslos vorüber und wir ritten wiederrum den Tag und die halbe Nacht durch.
Wir hatten eben den Ort Germanicum passiert und ein Bürger des Dorfes, sagte mir, dass es nach Abusina nicht mehr weit war. Er hatte mir auch schon einige grauenvolle Dinge erzählt, die er von fliehenden Menschen gehört hatte.
Es war anscheinend bei weitem schlimmer, als wir uns ausgemalt haben.
Die Tatsache, dass Abusina nicht weit war, machte mich nervös und noch aufmerksam. Nochmal liess ich die Sicherungsreiter vor und hinter uns, bzw. an den Flanken wechseln und wies sie an, die Augen noch mehr offen zu halten.....
Abusina war nicht mehr weit.....