Beiträge von Publius Aelius Hadrianus

    Wer betet denn die Venus genetrix noch an außer der Familie der Iulier? Ist nicht selbst der Stiftungstag des Tempels der von dir so sittsam gepriesenen Verticordia auch gleichzeitig der Feiertag der Huren? Sicher geht es im Tempel der Verticordia etwas sittsamerund geruhsamer zu, aber schlußendlich dienen beide dazu der Venus die menschliche Wollust zu opfern.

    Der Glauben. Im Namen der Venus opfert der Mann seine Lust und die Aufgabe der Hure ist es diese Lust für ihre Göttin zu empfangen.
    Ich hörte einmal von einer Tempelhure, die sich erdreistete menschliche Lust bei der Vereinigung zu empfinden. Man warf sie dne Tarpeijschen Felsen hinunter, da das Opfer umsonst war und sie ihre Lust der göttlichen voranstellte.


    Ich schwieg einen Augenblick und sprach eigentlich mehr zu mir selber.


    Ich hätte nie gedacht, daß ein ehrenwertes Geschöpf der Iulier sich freiwillig hierzu hingeben würde. Sicher, viele Familien verkaufen ihre Töchter an die Tempel, aber die Iulier? Was würde Caesar dazu sagen?

    Ich legte den Kopf schief und fragte staunend.


    Was hat man dir denn erzählt, wie in Griechenland der Dienst an der Aphrodite vonstatten geht? Und der Aphrodite huldigst du mit deinem Dienste an der Venus und griechisch ist nach wie vor der Dienst an ihr. Und noch heute ist das höchste Heiligtum der Venus und Aphrodite auf dem Berge Eryx. Allerdings war ich nie dort. Mir ist der Hurendienst zuwider.

    Autsch. Mit schreckgeweiteten Augen sah ich sie an. Ein plötzlicher Dolchstoß hätte mir nicht mehr Schmerz bereiten können. as Blut gefror mir in den Adern.


    Der erycinischen Venus willst du dienen? Als Liebesdienerin für die Wollust der Männer enden?

    Ich spreche einmal für ihn, da er von einem Lächeln so verzaubert scheint. ;)


    Er, der einst der Minerva im Namen Roms diente; ich, der einst im selben Auftrage dem Apoll sein Leben widmete... , wir, ja wir sind den Göttern noch sehr verbunden und sehen mit Wehmut, daß ihre Kinder, die Römer, sich von ihnen abwandten und alles was den Göttern lieb und teuer war mit Füßen treten.



    Ich sprach dies sehr nachdenklich und traurig aus.

    Sie schien sich irgendwie unwohl zu fühlen, so oft sie sich umschaute. Als wenn sie jemanden suchte, der zwar nah, aber nicht sichtbar ist.


    Die Manen und Laren der Ulpier gehören zu meiner Familie. Geboren wurde ich aber doch als Sohn des Publius Aelius Hadrianus Afer. Der Kaiser selbst nahm mich an seines Kindes statt an.


    Der Schalk blitzte aus meinen Augen.


    Jetzt fragst du dich sicher, was der Sohn des Kaisers hier in diesem Fasse macht.

    Ich lächelte und dachte mir meinen Teil. Den Adoptivsohn des Kaisers auspeitschen lassen. Verrücktes Huhn. :D


    Ich gab dem Sklaven einen Wink, der vorher, um meine Authorität nat. noch mehr zu untergraben erst zu Sulla schielte ehe er den Wein für sie eingoß.


    Sag, wer ist denn deine Familie, welche dich allein so durch Rom streifen läßt? fragte ich völlig ohne Hiintergedanken.

    Es fiel mir natürlich nicht auf, daß sie zuerst meinen Gesprächspartner anschaute und dann erst mich.


    Aber ich wollte nicht so sein und dem Sulla seine Freude darüber verleiden und erwiederte freundlich die Grüße und lud sie ein, sich zu uns zu setzen.


    Auf ihre Erscheinung bezüglich des Diogenes erwiderte ich dann etwas knapper:


    Pinsel und Farbe sind dort hinten an der Ecke zu haben, wenn dir das Faß zu alt erscheint. :D

    Wein? Gute Idee. Den können wir auch hier trinken und vielleicht auch ein wenig philosophieren über die Götter, Rom und den ganzen anderen Kram, der hier so veranstaltet wird.



    Um die Nebel des Avalon etwas zu lüften wies ich ihm einen Platz vor meinem Faß zu und wedelte den Rauch des Herdfeuers beiseite. Zumindest versuchte ich dies.

    Ihr fehlte der Mann. Das spürte man jederzeit deutlich. Aber vielleicht hat sie ja ihr Glück im Exil gefunden: jemanden, der ihr Benehmen und Respekt gegenüber dem Manne beibringt.


    Was er damit sagen wollte, blieb mir zunächst noch schleierhaft.