Beiträge von Marcus Valerius Mercurinus

    Zufrieden beobachtete der Beamte die zwei, als sie wieder gingen. Und dann widmete er sich wieder diesem Soldaten und seiner Freundin. Jeder Mensch brauchte nun einmal etwas, mit dem er sich wichtig machen konnte. Bei Verginius Scaeva war das die Arbeit, und die nahm er nicht nur genau, sondern äußerst genau. Ernst hörte er sich den Vorschlag an. Das war schon in Ordnung, wie es der Quintilier vorschlug. Scaeva zog trotzdem eine Grimasse. "Naja... Also, eigentlich dürfte ich das gar nicht machen", begann er zögerlich und sah den Soldaten kritisch an. Dann warf er der Germanica einen Blick zu und seufzte, als hätte sie ihn mit ihrem Anblick herumbekommen. "Aber gut. Für euch mache ich eine Außnahme. Du musst mir oder meinem Kollegen aber bei der Eheeintragung auf jeden Fall eine Abschrift mitbringen! Die Urkunde in der Kanzlei nützt uns ja hier nichts, wenn wir sie dringend brauchen. Da müssten wir erst einen cursor zum Palatin schicken, und das würde alles viel zu lange dauern..." Scaeva tat so, als ob das ständig vorkommen würde. Dabei war das während seiner Zeit in der Eheregistratur noch nie vorgekommen, eigentlich.


    "Also gut." Scaeva seufzte und schlug das Ehereigster auf. Schnell war er bei den eigetragenen Verlobungen angekommen. "Spurius Quintilius Valerian und Germanica Calvena, war das richtig?" Fragte er noch mal nach. "Wann fand die Verlobung denn statt?"

    Oh, ein augur! Der Verginier schluckte und setzte sich gleich mal etwas gerader hin, man wollte ja einen guten Eindruck machen. "Herzlichen Glückwunsch!" meinte er zuvorkommend. So eine Verlobung war ja nun kein allzu großer Akt, deswegen setzte er die Zustimmung des tutor der Tiberia einfach mal voraus. Bei der Hochzeit würde er dann ein entsprechendes Dokument verlangen, immerhin musste alles seine Ordnung haben!


    Nun aber trug er erst einmal die Verlobung ein und drehte das große Buch dann so, dass die beiden Brautleute hineinschauen konnten. "Recht so?" fragte Scaeva und schmunzelte.

    Der Mann nahm die Urkunde an sich und studierte sie aufmerksam. "Ist das die beglaubigte Abschrift für unsere Akten? Wir bräuchten nämlich eine, nicht dass es da hinterher zu Schwierigkeiten kommt", erklärte er, als es klopfte und jemand einfach herein kam, ohne auf die entsprechende Aufforderung zu warten. "Ehm, ja. Aber ich muss euch bitten, draußen zu warten, bis ihr an der Reihe seid!" wies der Beamte das Paar zurecht und deutete mit erhobener Braue und gestrecktem Arm auf die Tür. Leute gab's! Man konnte doch nicht einfach so hereinspazieren in der Annahme, dass man sofort an der Reihe war! Verginus Scaeva sollte sich wirklich für einen eigenen scriba stark machen, dann wäre die Sache mit den Terminen wenigstens besser geregelt...

    Nachdem der Mann die Namen der beiden genannt hatte, ließ der Beamte doch einen ganzen Moment verstreichen, in dem er gar nichts sagte. Dann schließlich nickte er. "Centurio Quintilius also? Ich nehme an, du hast dann sicherlich eine schriftliche Einwilligung zur Verleihung des conubium dabei?" fragte er, und eine Braue rutschte dabei nach oben.

    Viel Zeit zum Antworten blieb dem jungen Mann allerdings nicht, denn in diesem Moment wurde die Tür aufgerissen, ohne dass jemand zuvor Herein gerufen hätte. Umbonius Firmanus sah die zwei neugierig an. "Hallöchen", sagte er und deutete dann mit dem Daumen über seine Schulter in den Raum hinein. "Ich stand gerade ganz zufällig neben der Tür! Kommt doch herein" Er öffnete die Tür weit, ließ sie dann los und ging zu seinem Platz, um sich zu setzen. "Wie kann ich euch denn helfen?"

    "Salve! Oh, äh, nehm doc schon mal Platz, bin gleich bei euch..."
    Eine ganze Weile später rutschte die Glatze plötzlich hoch und offenbarte das Gesicht, das darunter befestigt war: Ein feister Mann mittleren Alters lächelte die beiden nun an. "Sooo... Eine Verlobung eintragen, jawohl. Dann bräuchte ich bitte eure Namen, das Datum und die Information, ob das Verlobnis mit Einverständnis der Vormünder geschlossen wurde."

    Ein geschäftiger Beamter der regia - ja, auch sowas sollte es geben - hatte diesen Brief im Posteingang dort gefunden und sogleich einen Boten beuaftragt, ihn dem magister der Auguren zu überbringen. Jener ließ den Sklaven vor der porta stehen, überlegte eine Weile, sah auf diesen Dienstplan und jenen und nannte dann den Namen des Mannes, dem der Brief gebracht werden sollte, so dass das Dokument nach einer kleinen Ewigkeit und einer netten Rundreise durch Rom schließlich im Postfach des Aurelius Orestes landete.




    Ad Collegium Augurum
    In Regia Cultus Deorum


    P. Iulius Saturninus Collegio Augurum salutem dicit.


    Ich will nicht lange herumreden, sondern gleich mein Anliegen mitteilen: Vor kurzem wurde ich, P. Iulius Saturninus, Sohn des Iulius Drusus zum Magistratus der Stadt Misenum gewählt. Den Traditionen entsprechend wollte ich feststellen, ob diese, meine Wahl dem Willen der Götter entspricht, allerdings musste ich feststellen, dass es in Misenum gar keine Auguren gibt. Daher bitte ich euch, die Auguren von Rom, mir einen von euch zu entsenden um den Willen der Götter zu erfragen.


    Ich hoffe auf baldige Rückmeldung.


    Mögen die Götter euch schützen!


    Vale


    Publius Iulius Saturninus



    Ein geschäftiger Beamter der regia - ja, auch sowas sollte es geben - fand diesen Brief im Posteingang und beauftragte sogleich einen Boten, ihn dem magister der Auguren zu überbringen. Jener ließ den Sklaven vor der porta stehen, überlegte eine Weile, sah auf diesen Dienstplan und jenen und nannte dann den Namen des Mannes, dem der Brief gebracht werden sollte, so dass das Dokument nach einer kleinen Ewigkeit und einer netten Rundreise durch Rom schließlich im Postfach des Aurelius Orestes landete.

    Zitat

    Original von Manius Aurelius Orestes
    Vor dem Officium überlegte Orestes bei sich noch kurz, ob sie irgendetwas benötigten. Beide waren sie sui iuris, das Datum wusste er. Also sollte doch alles klar. Aber bei Beamten wusste man nie. Er klopfte also.


    "Herein, herein!" klang es von drinnen. Wenn die drei hineinkommen würden, würden sie die Halbglatze des Beamten hinter seinem Schreibtisch entdecken können, denn er stellte sich gerade die Riemchen seiner Sandalen etwas enger.


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    "Am siebten Tag der Iden des Januar ab urbe condita hundertsechs... Mal sehen..." Wieder schlug er Seite um Seite um, die Zeigefinger flog über die dicht beschriebenen Zeilen. Eine Seite weiter tippte er auf einen Eintrag. "Aha, da haben wir es ja. Annaeus Varus und Furia Stella." Er zückte einen Tintenstein und eine Feder und begann, den Eintrag zu editieren.


    "So. Das hätten wir. Einmal bitte drüberschauen." Er drehte das schwere Buch so, dass Varus hineinsehen konnte.



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    "Salve", erwiderte der Beamte höflich und sortierte seine Papiere zu Ende. Eben erst hatte er ein Verlöbnis eingetragen. Sorgfältig verstaute er die Dokumente in einer Schublade und widmete sich dann seinem neuen Besucher. "Annaeus Varus, Furia Stelle, Aufhebung der Ehe... Einen Moment." Das Eheregister wurde aufgeschlagen und der Beamte blätterte einen Moment darin herum. "Wann fand die Hochzeit statt?" wollte er dann wissen, denn das Register wurde chronologisch geführt und ein Datum würde die Suche erleichtern.

    Es war am frühen Morgen, dass ein Bote aus dem Hause des Opimius Naso ein Schreiben für einen gewissen Flavius Piso vorbeibrachte, über das sich dieser sehr freuen durfte. Was der Flavius nicht wissen würde - und wohl auch niemals erfahren sollte - war, dass zwei der septemviri gegen ihn gestimmt hatten und welche dies waren...


    M Opimius Naso Magister Septemvirorum
    A Flavio Piso s.p.d.


    Das collegium septemvirorum hat in seiner Weisheit beschlossen, dich, Aulus Flavius Piso, Sohn des Gnaeus Flavius Aetius, in die Reihen der septemviri aufzunehmen und dich nach der Sitte unserer Väter kooptiert.


    Du mögest zu deiner inauguratio PRIDIE NON IAN DCCCLX A.U.C. (4.1.2010/107 n.Chr.) auf der Arx erscheinen.


    Mögest du dir des Gunstbeweises dieser captio bewusst sein und deine Pflichten mit Dankbarkeit gegenüber dem römischen Volk der Quiriten und Ehrerbietung gegenüber den unsterblichen Göttern wahrnehmen.



    Mögen die Unsterblichen dich stets mit Wohlwollen betrachten.


    M Opimius Naso


    ANTE DIEM III NON IAN DCCCLX A.U.C. (3.1.2010/107 n.Chr.)

    Zitat

    Original von Furia Calliphana
    "Ohh tut mir Leid, ich war ein wenig woanders in Gedanken" - errötete sie. Sie waren ja nicht auf der Straße oder bei Freunden... Ihr war es leicht peinlich, dass sie gerade in dem Officium einen Tagtraum hatte. "Die Sponsalia fand am ANTE DIEM IV ID NOV DCCCLIX A.U.C. (10.11.2009/106 n.Chr.) statt."


    "Hervorragend. Das werde ich eintragen."
    erklärte der Scriba und machte sich eine Notiz. Damit war alles geklärt.
    "Dann wünsche ich euch eine schöne Verlobungszeit und eine gute Hochzeit. Valete."

    "In Ordnung. Also Lucius Flavius Furianus und Claudia Catilina, sine manu und per usum."
    bestätigte der Scriba knapp, obwohl er noch immer etwas angefressen wegen der unfreundlichen Art der beiden Patrizier war. Dann notierte er sich alles und meinte knapp
    "Dann wünsche ich noch eine Ehe. Valete."
    Damit war die Audienz beendet und das nächste glückliche Paar durfte eintreten.

    "Na wenn ihr euch da sicher seid, werde ich alles eintragen."
    meinte der Scriba lächelnd, wobei er es natürlich sehr ernst meinte, denn wenn es herauskam, dass sie doch Gewalthaber hatten und diese dagegen waren, würden sie großen Ärger bekommen - aber das war nicht die Sache des Eheregisters!
    "Wann fanden die Sponsalia statt?"


    Sim-Off:

    Ein Link wäre schön ;)

    Zitat

    Original von Lucius Iulius Centho
    Nur wenige Tage nach seinem Antrag und Calliphana´s Zusage waren sie gemeinsam zur Eheregister gegangen um die Verlobung eintragen zu lassen. Immerhin musste alles seine Ordnung haben. Er musste sich zusammen reißen Calliphana nicht an der Hand herein zu führen, aber man sah deutlich das er nicht mehr als das nötige Maß an Abstand zu ihr hielt und keinen Digitus mehr.


    „Salve. Ich bin Lucius Iulius Centho und das ist Furia Calliphana wir wollen Unsere Verlobung eintragen lassen.“


    Der Scriba bat das Paar herein und musterte es zuerst ein wenig. Die beiden waren offenbar wirklich verliebt - das sah er sofort! Damit jedoch gab sich wieder eine Nachfrage, denn junge Paare hatten manchmal ziemliche Flausen im Kopf:
    "Habt ihr das Einverständnis eurer Gewalthaber für diese Verlobung?"